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Tiere in Indonesien: Die Riesen & Zwerge des Inselreichs

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Michael Leitzinger

Unsere Erde bietet Lebensraum für Tausende von Lebewesen und Kreaturen. Ob groß oder nur unter dem Mikroskop zu sehen – jedes hat seine Nische zum Leben gefunden und sich optimal an seine Umwelt angepasst.

Einige davon schon seit Zeiten, in der noch weltweit Vulkane auf der Erde ausbrachen. Andere entwickelten sich hingegen erst durch die Lebensraumerschließung des Menschen.

Auf der Suche nach den Zwergen und Riesen im indonesischen Tierreich sind wir auf eine überraschend hohe Anzahl gestossen – zu Land und unter Wasser.

Worauf wartest du noch? Um die Riesen und Zwerge des größten Inselreiches der Welt zu entdecken, fliegst du am besten über die Hauptstadt Jakarta und von dort mit einer lokalen Airline weiter zum finalen Zielort. Flüge ab Deutschland nach Jakarta bekommst du zwischen 300 und 500 Euro.

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Komodowaran: Die größte landlebende Echse der Welt

Mit einer Gesamtlänge von 3 Metern ist der Komodowaran (Varanus komodoensis) die grösste landlebende Echse der Welt.

Diese mächtigen Warane leben nur auf fünf indonesischen Inseln, die teils dem Komodo Nationalpark angehören: Komodo, Rinca, Gili Dasami, Gili Motang und Flores.

Seine bevorzugte Beute sind Hirsche und Wasserbüffel. In der heißen Mittagszeit liegen die Tiere dösend unter Schatten spendenden Büschen und Bäumen.

Sicher ist, dass die „Drachen von Komodo“ schon viele Wandlungen überlebt haben. Immerhin lässt sich die Gattung Varanus in der Evolution rund 40 Millionen Jahre zurückverfolgen. Ihre Vorfahren unter den Dinosauriern lebten gar schon vor 200 Millionen Jahren auf unserem Planeten.

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Komodowaran in Indonesien

Orang-Utan: Die grössten auf Bäumen lebenden Tiere der Erde

Die rothaarigen Menschenaffen sind die grössten auf Bäumen lebenden Tiere der Erde. Mehr noch als alle anderen Primaten sind sie an ein Leben in den Baumkronen regelrecht angepasst.

Vor acht Millionen Jahren bevölkerten die Vorfahren der heutigen „Waldmenschen“ gewaltige Waldgebiete. Ihr Lebensraum erstreckte sich über den asiatischen Kontinent: von der Türkei im Westen über Indien bis nach China im Osten. Heute sind Orang-Utans nur noch auf den indonesischen Inseln Sumatra und Kalimantan, wie im malaysischen Sarawak und Sabah beheimatet.

Primatenforscher unterscheiden zwischen dem Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus), dem Sumatra-Orang-Utan (Pongo abelii) und dem Tapanuli-Orang-Utan (Pongo tapanuliensis), der auch auf der Insel Sumatra lebt.

Du möchtest ihnen einmal in freier Wildbahn begegnen, dann empfiehlt sich ein Besuch im Gunung Leuser Nationalpark im Norden von Sumatra oder der Tanjung Puting Nationalpark im Süden von Kalimantan.

Lesetipp: Von tötenden Palmen und einem heldenhaften Orang-Utan-Retter

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Orang-Utans sind die grössten auf Bäumen lebenden Tiere der Erde.

Sumatra-Nashorn: Die kleinste Nashornart der Welt

Das Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis) ist mit einer Körperhöhe von nur 100 bis 150 cm die kleinste und urtümlichste der fünf rezent lebenden Arten auf unserer Erde.

Als einzige Nashornart besitzt das Sumatra-Nashorn eine mehr oder weniger dichte Körperbehaarung. Es trägt zwei markante Hörner.

In seinem Lebensraum, dem dichten Tropischen Regenwald, ist das Sumatra-Nashorn vor allem des nachts auf Futtersuche. Dank ihre verlängerten, greiffähigen Oberlippe können die Tiere Zweige, Blätter, Früchte und andere Pflanzenteile pflücken.

Tagsüber ist Wellness angesagt: Es stehen ausgiebige Schlammbäder, um sich abzukühlen, auf dem Programm.

Nach neuerer Schätzung leben heute wohl nur noch 30 bis 80 Tiere in den Regenwäldern dieser akut vom Aussterben bedrohten Art, die mit zu den seltensten Großsäugetieren gehört. 

An der Ostküste von Sumatra liegt der Way Kambas Nationalpark. Innerhalb des Nationalparks befindet sich auch das Sumatran Rhino Sanctury.

Die Uhr tickt für die kleinste Nashornart der Welt. Eine Allianz aus Naturschützern, Zoos wie die Wilhelma Stuttgart und der Zoo Basel sowie die indonesische Regierung, haben es sich zur Aufgabe gemacht, die letzten ihrer Art vor dem Aussterben zu bewahren.

Borneo-Zwergelefant: Die kleinste Unterart des Asiatischen Elefanten

Der Borneo-Zwergelefant (Elephas maximus borneensis) ist mit 2 bis 3 Metern Höhe die kleinste Unterart des Asiatischen Elefanten. Im Vergleich: Ein Festland-Elefant kann bis zu 4 Meter gross werden.

Geschätzte 1.000 Tiere leben heute im Nordosten der Insel Borneo. Hauptsächlich im malayischen Sabah und einige wenige im indonesischen Ost-Kalimantan.

Wie es diese Dickhäuter auf die Insel Borneo geschafft haben, daran rätselt die Wissenschaft noch heute. Eventuell sind die Borneo-Zwergelefanten eine eigene Unterart oder sie sind während der letzten Eiszeit nach Borneo über eine Landbrücke gewandert. Doch fossile Überreste fehlen bisher. Daher ist die Behauptung, dass sie vom Menschen, als Gastgeschenk vom Sultan von Jolo, zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden, glaubwürdiger.

Eines ist aber gewiss, dass diese Rüsseltiere sich genetisch stark von den Festland-Elefanten unterscheiden und als außergewöhnlich sanftmütig charakterisiert werden.

Im Sebuku Sembakung National Park von Kalimantan kann man auf Borneo-Elefanten-Safari gehen.

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Der Borneo-Zwergelefant ist die kleinste Unterart des Asiatischen Elefanten.

Sternsaugnapf-Zwergkrake: Der kleinste bisher bekannte Krake

Acht Arme, drei Herzen und neun Gehirne. Die Sprache ist von Kraken, ganz speziell von der kleinsten ihrer Art, der Sternsaugnapf-Zwergkrake (Octopus wolfi) – auch bekannt als Sternsauger, Pygmaeenkrake oder Pygmaeentintenfisch und gehört zur Gattung der Oktopusse.

Er ist der kleinste Krake, der bisher in unseren Weltmeeren entdeckt wurde.

Der deutsche Zoologe Gerhard Konrad Wülker beschrieb diesen Winzling erstmalig 1913: „Octopus wolfi erreicht eine Gesamtlänge von circa 30 Millimetern. Die Mantellänge beträgt 16 Millimeter. Er hat einen breiten Kopf und einen plump wirkenden Rumpf. Der Körper ist breit und stämmig. Er endet in einer eckig breiten Form und ist nach hinten nur mäßig verjüngt.“

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Die Sternsaugnapf-Zwergkrake ist der kleinste bisher entdeckte Krake in unseren Weltmeeren.

Zwergkoboldmaki: Der kleinste Primat von Indonesien

Der kleinste Primat von Indonesien ist der im bergigen Hochland (1.800 m bis 2.200 m) von Zentral-Sulawesi vorkommende Zwergkoboldmaki (Tarsius pumilus). Er besitzt eine Kopfrumpflänge von 9 bis 10 cm plus einem 20 cm langer Schwanz. Diese Kobolde wiegen gerade einmal zwischen 50 bis 60 g.

Auf die Weltrangliste der kleinsten Primaten hat er es jedoch nicht auf die Nummer 1 geschafft. Diese gebührt dem aus Madagaskar stammenden Berthe-Mausmaki (Microcebus berthae).

Lesetipp: Tipps für das Tangkoko Naturreservat Sulawesi

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Tarsier-Familie im Tangkoko-Nationalpark, Sulawesi, Indonesien

Palmendieb: Der grösste landlebende Krebs der Erde

Es ist stark anzunehmen, dass der Palmendieb (Birgus latro) vermutlich der grösste terrestrische Gliederfüsser der Welt ist. Mit Gewissheit ist er aber der grösste landlebende Krebs der Erde. Ihre Beine können eine Spannweite von fast einem Meter erreichen.

Sie beginnen ihr Leben als Larve im Ozean. Nach ca. einem Monat verlassen sie das Meer und verlieren auch die Fähigkeit unter Wasser zu atmen.

Die  Jungtiere schützen ihren weichen Unterleib mit Schneckenhäusern. Älteren Einsiedlerkrebsen, die zu gross für Schneckenhäuser wurden, wächst ein Schutzpanzer aus Kalk und Chitin.

Der Name „Palmendieb“ oder auch „Kokosräuber“ verweist darauf, dass das Tier auf Palmen klettert, um dort Kokosnüsse zu ernten. Diese werden dann am Boden mit den gewaltigen Zangen geöffnet, um den köstlichen Inhalt zu verzehren.

In Indonesien kommt der Palmendieb nur auf Sulawesi vor: fündig war ich schon auf der Insel Manado Tua, die zum Bunaken Marine Nationalpark zählt, und auf den Togean Inseln.

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Palmendieb auf den Togian Insen – Foto: Yvonne Peupelmann
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Wallace Biene: Die todgesagte größte Biene der Welt

Todgesagte leben länger. Dies gilt besonders für die grösste Biene der Welt mit der lateinischen Bezeichnung Megachile pluto.

Sir Alfred Russel Wallace hatte sie 1859 auf der Insel Bacan auf den Molukken entdeckt. Jetzt trägt sie seinen Namen: Wallace-Riesenbiene. 

Zuletzt wurde sie 1981 in freier Wildbahn gesichtet, bis Wissenschaftler sie 40 Jahre später auf der Insel Halmahera auf den Molukken wieder entdeckt hatten.

Die Besonderheit dieser schwarzen Imme: Sie ist vier Mal so gross wie eine Honigbiene.

Netzpython: Der lautlose Jäger des indonesischen Regenwaldes

Schenkt man dem Guinnessbuch der Rekorde Vertrauen, so wurde die längste Netzpython (Malayopython reticulatus) mit einer unglaublichen Länge von 9,99 Metern gemessen. Man fand sie auf Sulawesi

Eigentlich bewohnte diese Riesenschlangenart feuchte tropische Regenwälder und Sumpfgebiete. Sie ist jedoch recht anpassungsfähig und besiedelt mitunter auch Plantagen und Felder.

Erst im April 2021 machte Sulawesi in Deutschland Horror-Schlagzeilen. Eine Frau wurde von einer Netzpython auf ihrem Feld bei lebendigem Leib verschlungen.

Lesetipp: Netzpython: Der lautlose Jäger des indonesischen Regenwaldes

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Der Netzpython hat ein großes Verbreitungsgebiet. Von Nordostindien bis auf die Molukken Foto: Andreas Löschner

Mondfisch: Der größte Knochenfisch in den Weltmeeren

Seit gut fünfzig Millionen Jahren setzten diese faszinierenden Wesen sich auf unserem Planeten durch und noch immer stecken sie voller Geheimnisse.

Auf Deutsch kennt man ihn als Mondfisch. Im englischen Sprachgebrauch nennt man ihn Sunfish und sein wissenschaftlicher Name lautet Mola Mola, was soviel wie Mühlstein bedeutet. Jede Bezeichnung ist für diesen ungewöhnlich aussehende Kugelfisch treffend.

Mola Molas gelten als grösster Knochenfisch in den Weltmeeren und kann ein Gewicht von 3 Tonnen erreichen.

Das Gehirn eines Mondfischs wiegt nur wenige Gramm, was im Verhältnis zum Körper recht winzig ist. Aber ein kleines Gehirn sagt nicht automatisch aus, dass ihm Intelligenz fehlt.

Der rätselhafte Meeresbewohner besitzt keine gewöhnlichen Kiemen. Diese sind in seinem Falle zu einem kleinen Loch oberhalb der Brustflossen reduziert und beschleunigen den Koloss durch den Rückstoß von ausgepresstem Wasser.

Das Höchstalter dieses riesigen Knochenfisches kann bis heute niemand sagen. Meeresbiologen vermuten, dass er eine Lebenserwartung bis zu 100 Jahren haben kann.

Taucher bekommen Mondfische in den Gewässern bei der unweit von Bali entfernt liegenden Insel Nusa Penida mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Gesicht. 

Lesetipp: Mola Mola: Tauchen mit Mondfischen in Indonesien

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Mola Mola Sichtung in Alor in Indonesien – Foto: Goni Boller

Königskobra: Die längste Giftschlange der Welt

Die Königskobra (Ophiophagus hannah) ist eine gefährliche Giftschlange, die von Indien bis Südostasien beheimatet ist.

Mit einer je gemessenen Länge von 5,85 Metern ist sie tatsächlich die längste Giftschlange der Welt. In Indonesien trifft man sie auf Sumatra, Java, Bali, Kalimantan und Sulawesi an.

Die Königskobra ist ein Einzelgänger, die zu verschiedenen Tag- und Nachtzeiten aktiv ist. In der Regel geht sie dem Menschen aus dem Weg. Bei direkter Bedrohung richtet sich eine Königskobra bis 150 cm auf und zeigt ihr imposantes Halsschild.

Sie überwältigt ihre Artgenossen mit ihrem Giftbiss und verschlingt sie dann mit dem Kopf voran. Deshalb lautet der Gattungsname der Königskobras auch „Ophiophagus“, was so viel wie „Schlangenfresser“ bedeutet.

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Die Königskobra ist eine gefährliche Giftschlange

Denise-Zwergseepferdchen: Das kleinste je gesichtete Seepferdchen in unseren Ozeanen

Das Denise-Zwergseepferdchen (Hippocampus denise) ist das kleinste je gesichtete Seepferdchen. Es wurden 2001 in Indonesien von dem australischen Unterwasserfotografen Rudie Kuiter entdeckt.

Die Seepferdchen werden max. 1,35 cm lang (kleiner als ein 1 Cent Stück) und besitzen einen einfarbig gelben oder orangen Körper, der von warzenartigen Tuberkeln bedeckt ist.

Der Lebensraum dieser Zwerge ist der westliche Pazifik von Indonesien bis Vanuatu und Palau. An Korallenriffen wird man fündig, wo sie sich gut getarnt zwischen Gorgonien verschiedener Arten in 13 bis 90 Metern Tiefe aufhalten.

Lesetipp: Die 65 coolsten Meeresbewohner von Indonesien

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Das Denise-Zwergseepferdchen ist das kleinste je gesichtete Seepferdchen.

Walhai: Der größte Fisch auf unserem Planeten

Der Walhai ist der grösste Hai und zugleich der grösste Fisch der Gegenwart auf unserem Planeten.  Die Tiere haben eine durchschnittliche Körperlänge von fast 10 Metern.

Jedoch ist der Name irreführend: Abstammungsgeschichtlich betrachtet ist der Walhai nicht mit den Walen verwandt. Er zählt nämlich zur Gruppe der mehr als 500 Haiarten.  Doch hat er gewisse Gemeinsamkeiten mit den gigantischen Säugern der Weltmeere:

1. Walhaie sind deutlich grösser als gewöhnliche Haie.
2. Sie ernähren sich überwiegend von Plankton.

Bekannte Gebiete in Indonesien, wo man mit diesen langsamen Schwimmern näher kommen kann, ist eine Bucht in der Nähe des Fährhafens in Gorontalo auf Sulawesi und der Teluk Cenderawasih  in Nabire auf Papua.

Lesetipp: Auf Kuschelkurs mit Walhaien in Gorontalo

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Walhai in der Bucht von Cenderawasih in Westpapua

Lederschildkröte: Die grösste Meeresschildkröte in den Weltmeeren

Mit einer Panzerlänge von bis zu 250 cm und einem Gewicht von 700 kg, ist die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) die grösste Meeresschildkröte in den Weltmeeren.

Ihr ursprünglicher Knochen- und Hornpanzer bildete sich im Laufe der Evolution zurück. Übrig blieb eine dicke, lederartige Haut, mit mosaikartig kleinen Knochenplatten versehen. So kam sie zu ihrem Namen.

Nun ist die grösste ihrer Art vom Aussterben bedroht. Indonesien richtete z. B. in West-Sumatra und an der Nordküste Papuas Schutzgebiete für Brutplätze ein.

Riesenmanta: Die weltweit größte Rochenart

Zwei Tonnen schwer und mit einer Flossenspannweite von bis zu sieben Metern ist er die weltweit grösste Rochenart. Die Sprache ist vom Riesenmanta (Manta birostris), der oft auch als Teufelsrochen bezeichnet wird. Seine seltsam aussehenden Kopfflossen haben zu diesem diabolischen Beinamen getragen.

So gefährlich er auch klingen mag, so harmlos ist er. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Plankton. Oft sind die Riesenmantas von kleineren Putzer-Fischen umgeben, die ihre Hautoberfläche reinigen. Dazu gleitet ein ozeanischer Manta auch hin und wieder in ein Korallenriff.

Stehen bleiben darf der Teufelsrochen jedoch nie. Er muss – wie ein Hai – ständig in Bewegung bleiben, um Wasser durch seine Kiemen laufen zu lassen. Das dient ihm zur Atmung.

Riesenmantas haben im Gegensatz zu anderen, kleineren Rochenarten, keinen Giftstachel. Sie sind recht schnelle Schwimmer und erreichen Höchstgeschwindigkeiten von 24 km/h.

Taucher sollten trotzdem gebührenden Abstand halten,  denn die Flossen könnten ihnen gefährlich werden, auch wenn Mantas nicht als aggressiv gelten.

In Indonesien findest du drei lohnenswerte Manta Points. Der eine liegt bei der Insel Nusa Penida, der andere in Raja Ampat in West Papua und ein weiterer im Komodo Nationalpark.

Lesetipp: Mantarochen in Indonesien: Die sanften Riesen der Meere

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Riesenmanta in Raja Ampat

Paedocypris progenetica: Der kleinste Fisch der Welt

In den tropischen Regenwäldern der Insel Sumatra entdeckten Biologen nach eigenen Angaben den kleinsten Fisch der Welt. Es handelt sich um einen durchsichtigen Zwergbärbling von der Grösse einer Stechmücke. Ausgewachsen misst er gerade einmal 7,9 mm.

Paedocypris progenetica kommt ausschliesslich im seltenen Torfmoorwald vor, in dem die Bäume in meterdicken, weichen Torfschichten verwurzelt sind, über denen das Wasser steht. Das langsame Schwinden dieser Moorwälder bedroht die Art stark. 

Engmaulfrosch: Das kleinste Amphib und Wirbeltier der Erde

Ein Engmaulfrosch, der den wissenschaftlichen Namen Paedophryne amauensis trägt, ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 7 bis 8 mm das kleinste Amphib und zugleich auch das kleinste Wirbeltier der Erde.

Gefunden wurde er von den Naturwissenschaftlern Christopher Austin und Eric Rittmeyer im Jahre 2009 auf der Tropeninsel Neuguinea, dessen westliche Teil zu Indonesien zählt (West-Papua und Papua).

Im Gegensatz zu seinen Verwandten entwickelt er sich nicht aus einer Kaulquappe, sondern schlüpft als ein voll entwickelter Frosch aus dem Ei.

Ihr Leben verbringen diese Winzlinge im feuchten Laub am Boden des tropischen Regenwaldes und haben dort ihre ökologische Nische gefunden. 

Der Engmaulfrosch gilt als kleinstes Wirbeltier der Erde

Monsterwespe: Der König der Wespen

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine fiktive Kreatur aus einem Horrorfilm, wurde im südöstlichen Bergland von Sulawesi entdeckt – die schwarze Monsterwespe (Megalara garuda).

Mit ihren ausgeprägten Kiefern sieht sie aus wie eine Kampfmaschine und ist 5 Mal grösser als die in Deutschland heimischen Arten.

In der Natur wurde sie noch nicht beobachtet. Anzunehmen ist aber, dass speziell die Männchen die kräftigen Kiefer benötigen, um sich vor Rivalen zu wehren – aber auch im Sexualverhalten können diese eine Rolle spielen. 

Leisten- oder Salzwasserkrokodil: Die grösste Panzerechse auf der Welt

Es dringt bisweilen weit in die Ozeane vor, dümpelt in küstennahen Gewässern, lebt aber auch in Brackwassergebieten, Flussdeltas und Mangrovensümpfen – die Rede ist vom Leistenkrokodil (Crocodylus porosus).

Männliche Vertreter werden bis zu 7 m lang und bringen bis zu 1.200 kg auf die Waage. Die Weibchen sind mit maximal  3 m Länge deutlich kleiner.

Somit ist das Leistenkrokodil die grösste Panzerechse auf der Welt. In Indonesien sind sie vor allem auf Sumatra, Borneo, der Insel Timor, den Molukken und in West-Papua anzutreffen. 

Im Dorf Oebelo in West-Timor werden Leistenkrokodile schon seit Menschengedenken in der Mythologie der Bewohner  verehrt. Die Insel Timor ist bekannt für ihre Trockenheit und wenn der See in der Nähe von Obelo zum Austrocknen droht, wandern die darin lebenden Krokodile an den Strand. Dabei kommt es nicht selten vor, dass sie den Weg durch das Dorf, vorbei an Häusern, Kirchen und Schulen,  wählen. 

Dringt der Mensch jedoch in den Lebensraum der Salzwasserkrokodile ein, kann es manchmal zu tödlichen Angriffen kommen wie im März 2016 in Raja Ampat in West-Papua.

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Salzwasserkrokodil in Borneo

Sclaters-Kronentaube: Die größten Tauben der Welt

Wer der Meinung ist, dass die Krone auf dem Kopf das Bemerkenswerteste dieser 70 cm grossen und 2,25 kg schweren Urwaldtaube (Goura sclaterii) ist, hat weit verfehlt.

Ihr Ruf ist einzigartig im Tierreich. Dieser schallt durch die tropischen Tieflandregenwälder so unerwartet tief, dass man ihn eher für ein weit entferntes Schiffshorn halten könnte.

Die grössten Tauben der Welt kommen in West-Neuguinea vor, wo sie stark von der Urbevölkerung bejagt werden. Auch der unaufhörliche Holzeinschlag bedroht ihren Lebensraum. Man findet sie deshalb fast nur noch in abgelegenen Regenwaldgebieten.

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Kronentauben gehören zu den größten Tauben der Welt

Goldmantel-Baumkänguru & Wallaby: Die kleinsten ihrer Art

2006 und 2008 machten Wissenschaftler im Foja-Gebirge von West-Papua zwei Neuentdeckungen. Die Forscher sind sich einig, dieses Mittelgebirge ist eine regelrechte Schatztruhe, was die Entdeckung neuer Tierarten angeht.

Es handelt sich zum Einen um das Goldmantel-Baumkänguru (Dendrolagus pulcherrimus), das kleinste aller Baumkängurus, was zugleich die am meisten bedrohteste Art darstellt.

Zum Anderen das weltweit kleinste Wallaby (Dorcopsulus sp. nov.).

Riesenmuschel: Die Mördermuschel von Indonesien

Als weltweit grösste Art gilt die Riesenmuscheln (Tridacna gigas), oft auch als „Mördermuschel“ bezeichnet.

Dieser schuppige Riese unter den Mollusken war seit je her immer wieder Stoff für Legenden, von Rum benebelten Schiffskapitänen früherer Zeitepochen.

Ihre Schalenlänge kann bis zu 140 cm erreichen und das Gewicht einer einzelnen Schale bis zu 200 kg. Man findet sie in den Gewässern rund um West Papua, auf Sulawesi im Bunaken Marine Nationalpark und im Bangka-Archipel. 

Lesetipp: Labengki und die Riesenmuscheln: Wird das Paradies überleben?

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Riesenmuschel in Indonesien

Königs-Paradiesvogel: Der kleinste aber bunteste seiner Art

Er ist der kleinste der Paradiesvögel und gilt als der am lebhaftesten gefärbten seiner Art. Die Körpergröße des Königs-Paradiesvogels (Cicinnurus regius) entspricht der einer Singdrossel.

Der Geschlechtsdimorphismus ist sehr stark ausgeprägt. Die Männchen haben ein sehr farbenprächtiges Gefieder während die Weibchen unscheinbar braun gefärbt sind.

Man findet den „König“ in den Tieflandregenwäldern West-Papuas und Papua und den angrenzenden Inseln.

Auf den Molukken kommt er nur auf den Aru-Inseln vor, wo er im 19. Jahrhundert von Sir Alfred Russel Wallace gesammelt wurde.

Ob es sich um die Kleinsten oder Grössten ihrer Art handelt – eines haben viele von ihnen gemeinsam – sie sind stark bedroht und stehen auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN).

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Über den Autor: Michael Leitzinger lebt auf Sulawesi und ist u.a. Expeditionsleiter. So oft es geht zieht es ihn nach draussen in die Natur. Neben Tauchen, Kochen und Bergsteigen erforscht er gerne unbekannte Inseln, undurchdringliche Regenwälder und Naturvölker. Für namhafte Fernsehsender organisiert er Drehs und ist seit 1990 vom Indonesien-Virus befallen.

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