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Mantarochen in Indonesien: Die sanften Riesen der Meere

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Goni Boller von morefundiving.com

Ein schwarzer Schatten schwebt über die Gruppe Taucher hinweg, es scheint als wäre die Sonne für einen Moment hinter einer Wolke verschwunden.

Die Taucher drehen sich um und erblicken eine majestätische Silhouette, die durchs Wasser zu schweben scheint – es ist ein riesiger Mantarochen.

Dies ist wohl eines der allerschönsten Erlebnisse für einen Taucher, denn es gibt kaum größere oder imposantere Unterwasserkreaturen, die du aus einer solchen Nähe beobachten kannst.

In diesem Artikel erfährst du mehr über diese faszinierenden Tiere und wo in Indonesien du sie am besten finden kannst.

Fast Facts über Mantarochen

Das Wort “Manta” kommt aus dem Spanischen und bedeutet passenderweise “Decke”.

Mit ihren flügelähnlichen Flossen, die das typische Aussehen dominieren, können Mantas eine Geschwindigkeit von bis etwas über 10 km/h erreichen.

Auch können sie aus dem Wasser springen, wenn sie in Richtung Wasseroberfläche beschleunigen.

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Mantarochen werden gerne von Schiffshalter Fischen begleitet

Arten von Mantarochen

Die Mantarochen werden in zwei Arten aufgeteilt, die kleineren Riffmantas (Mobula alfredi) und die grösseren Riesenmantas (Mobula birostris). Beide können in der Tauchdestination Indonesien beobachtet werden.

Möglicherweise gibt es eine weitere atlantische Art, die jedoch noch nicht beschrieben wurde und nicht in Indonesien vorkommt.

Lesetipp von Gonis Blog: Indonesia – More Fun Destinations

Putzerstationen für Mantas

Der sicherste Ort, um Mantas beobachten zu können, ist in der Nähe von sogenannten Putzerstationen. Dies sind Felsen, Erhöhungen im Riff oder Plattformen, wo spezielle Fische leben, die sich darauf spezialisiert haben andere Kreaturen zu reinigen.

Diese Putzerfische entfernen Parasiten und reinigen Wunden, um Entzündungen vorzubeugen oder zu behandeln.

Vielleicht hast du auch schon Erfahrungen mit kleinen Putzern gemacht, denn diese versuchen auch schon mal bei Tauchern Wunden zu reinigen. Für uns ist das jedoch nicht unbedingt angenehm, da sie meist nicht zimperlich sind.

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Die eleganten Riesen der Meere

Plankton ist die Lieblingsspeise von Mantarochen

Mantas gehören zu der Familie der Teufelsrochen. Sie unterscheiden sich vom Rest der Familie durch das breite Maul, welches vorne am Tier zu finden ist. Das riesige Maul mag etwas bedrohlich aussehen, wenn ein Manta direkt auf dich zu schwimmt, doch sie ernähren sich ausschließlich von Plankton und haben kein Interesse an grösserer Beute. Bei den übrigen Teufelsrochen ist das Maul leicht unterständig.

Mantas haben nur am Unterkiefer Zähne, dafür dort gleich mehrere Reihen von über 100 Zähnen. Damit filtern sie das Plankton aus dem Wasser, wobei ihnen das grosse Maul und die ausgebreiteten Kopf-Flossen helfen.

Zum Fressen halten sie sich in der Nähe der Wasseroberfläche auf, wodurch es auch Schnorchlern möglich ist, die sanften Riesen aus der Nähe zu beobachten.

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Länge und Spannweite von Mantarochen

Riffmantas leben meist in der Nähe von Küsten. Sie können meist nur wenige Kilometer vom nächsten Ufer im Pazifik und im Roten Meer beobachtet werden. Dabei erreichen sie eine Länge inklusive Schwanz von bis zu 5 Metern mit einer Spannweite von bis zu 5,5 Metern.

Riesenmantas können eine Spannweite von bis zu 7 Metern erreichen und wiegen dabei etwa zwei Tonnen. Auch die Riesenmantas halten sich gerne in der Nähe von planktonreichen Küsten auf, ihre Ausbreitung zieht sich jedoch fast über die ganze Welt.

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Mantarochen schwimmt nahe der Wasseroberfläche

Mantas sind kostenlose Taxis für Schiffshalter Fische

Mantas werden sehr oft von Schiffshalter Fischen begleitet. Diese haben auf ihrem abgeflachten Kopf eine Saugplatte, mit der sie sich an den Mantas festhalten. So profitieren sie vom Schutz des großen Tieres, werden transportiert und im Gegenzug befreien sie den Manta wahrscheinlich von Parasiten.

Manchmal verirrt sich einer von ihnen in eine Tauchergruppe und versucht sich an einem Bein oder einer Flosse fest zu saugen.

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Schiffshalter Fische und Mantarochen: Eine Symbiose der Natur

Die Eier von Mantas schlüpfen schon im Mutterleib

Ein spannender Aspekt der Mantas ist, dass sie sich mittels Ovoviviparie fortpflanzen. Das klingt zwar kompliziert, bedeutet aber nur, dass sie zwar Eier legen, doch die Jungen noch im Mutterleib schlüpfen und erst dann geboren werden.

Der Embryo ernährt sich wie bei eierlegenden Tieren vom Dotter und ist nicht mit dem Muttertier verknüpft.

Ein Riesenmanta-Junge hat sich bei der Geburt schon seit einem Jahr entwickelt und ist 2 Meter breit.

Erstaunlich, was es alles gibt.

Manta sind super neugierige Lebewesen

Wegen ihrer Größe und ihrem Aussehen glaubte man früher Mantas könnten für den Menschen gefährlich sein. Doch wer schon mal einen Manta sehen durfte, der weiss, dass dies nicht möglich ist.

Wenn man Glück hat, kommen diese neugierigen Riesen sogar ziemlich nah zu Tauchern oder Schnorcheln.

Wenn ihnen jedoch jemand hinterher schwimmt oder über die Putzerstation schwimmt, dann werden sie sich zurückziehen.

Hast du das Glück mit Mantas zu tauchen oder zu schnorcheln, dann nähere dich sehr langsam an und lass lieber die Mantas auf dich zu kommen. Neugierig genug sind sie.

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Mantarochen und Taucher in Indonesien

Tauchen und Schnorcheln mit Mantas in Indonesien

Indonesien ist DIE Manta Destination. Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten für Taucher und Schnorchler, um die sanften Riesen zu beobachten.

Die sichersten Tauchplätze für Manta-Begegnungen gibt es in Bali, Komodo und Raja Ampat.

1 | Komodo National Park

Der Komodo National Park hat einen Teil seiner Bekanntheit unter Tauchern den Mantas zu verdanken.

Diese sind hier zahlreich und ziemlich zuverlässig anzutreffen. Meist findet man hier die kleineren Riffmantas.

Auch Schnorcheln mit Mantas ist möglich.

Es gibt die Möglichkeit Trips zu buchen, die eine Besichtigung der Inseln mit ihren Drachen (Komodo Warane) und Schnorcheln kombinieren.

Neben Mantas erwarten dich hier wunderschöne Riffe und andere Großfische. Die besten Chancen Mantas zu beobachten hast du bei den Tauchplätzen Manta Alley und Karang Makassar.

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Mantarochen im Komodo Nationalpark – Foto: Martina Biendl

2 | Nusa Penida – Bali

Die Putzerstation mit dem fantasievollen Namen “Manta Point” bringt sehr zuverlässige Manta-Sichtungen mit sich.

An den meisten Tagen ist es möglich die sanften Riesen hier zu beobachten; manchmal nur einen, manchmal bis zu 20.

Hier soll es Riesen- und Riffmantas geben.

Während der Hochsaison kann es aber schwierig sein, die Mantas vor lauter Luftblasen der anderen Taucher noch zu entdecken.

Wenn du es lieber etwas ruhiger haben möchtest, dann übernachte auf Nusa Penida oder Nusa Lembongan und fahre mit einer frühen Tour raus, um vor den Tagesausflügern von Bali am Tauchplatz anzukommen.

Neben dem Manta Point gibt es auch die Manta Bay, wo es möglich ist die Mantas vorbeischwimmen zu sehen. Ich hatte das Glück dort einen zu beobachten, der aus dem Wasser gesprungen ist.

LesetippNusa Penida: 10 Orte die dich verzaubern werden

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3 | Raja Ampat

Die Dampier Strait in Raja Ampat ist während der Wintermonate ein guter Platz, um beide Arten der Mantarochen vorzufinden.

Dazu werden verschiedenste Tauchplätze angefahren, für die Riffmantas zum Beispiel Manta Ridge, Manta Sandy und Eagle Rock.

Blue Magic ist der beste Ort, um die Riesenmantas zu beobachten. Dies ist auch ohne Mantas eine meiner Lieblingstauchplätze. Bei Magic Mountain soll es möglich sein beide Manta Arten zu sehen.

LesetippRaja Ampat: Tipps für die traumhafte Taucherdestination

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Tauchen mit Mantarochen am Spot Blue Magic – Foto: Martina Biendl

4 | Kalimantan

Bei der Insel Sangalaki im Osten von Kalimantan (Borneo) verbirgt sich eine wenig besuchte Unterwasserwelt, wo sich ebenfalls Mantas tummeln.

Hier gibt es Putzerstationen und die Mantas halten sich  zusätzlich auch zum Fressen in der Gegend auf.

An guten Tagen können hier mehrere Dutzend Mantas beobachtet werden, auch Schnorcheln ist möglich.

LesetippTauchen auf den Derawan Inseln: Über Barracuda Tornados und Jellyfish Lakes

5 | Alor

In Alor einen Manta zu sichten ist eher eine Glückssache. Doch der Besuch dieser noch unberührten Unterwasserwelt lohnt sich sowieso. Denn hier ist es auch möglich, andere Großfische zu beobachten – inklusive verschiedener Haie und Mola Molas. Daneben gibt es kleine seltene Kreaturen zu finden und eines der grössten Annemonenfelder.

Lesetipp von Gonis Blog: Ultimate Guide to Dive Alor

Bedrohungen und Kämpfer für die sanften Riesen

Mantarochen sind als gefährdet auf der roten Liste des IUCN eingestuft und der Handel ist durch die Artenschutzkonferenz CITES reguliert.

Die grössten Gefahren für Mantas sind Verschmutzung, Überfischung, Handel auf dem Schwarzmarkt (es wird geglaubt die Kiemen hätten einen medizinischen Nutzen) und Fischernetze oder -leinen.

Mantas wachsen sehr langsam, werden spät geschlechtsreif und gebären jeweils nur ein Junges, somit haben sie einen sehr langsamen Fortpflanzungszyklus, welcher sie anfällig macht.

Der Manta Point bei Nusa Penida ist derzeit beispielsweise nicht nur aufgrund der faszinierenden Rochen in aller Munde, sondern auch wegen der Müllmassen, die sich vor allem während der Regenzeit in der Bucht ansammeln.

Videos von Mantas, die durch haufenweise Plastiktüten schwammen, gingen 2018 um die Welt. Diese Bilder sind leider die traurige Realität. Man kann nur erahnen, wie bedrohlich die unzähligen kleinen Plastikartikel sind, die von Mantas durch ihr riesiges Maul aufgenommen werden.

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Man weiss nur sehr wenig über das Verhalten und den Lebenszyklus dieser sanften Giganten. Es gibt verschiedenen Projekte weltweit und insbesondere in Indonesien, die versuchen dies zu ändern, um den Schutz zu verbessern.

Die Forschung soll wertvolle Informationen sammeln, wissenschaftliche Erkenntnisse bringen und eine Plattform für die Erhaltung des lokalen Lebensraums ermöglichen.

a) Marine Megafauna Foundation 

Über die Marine Megafaune Foundation kannst du ein waschechter Pate von einem Manta werden. Du kannst “deinem” Manta einen Namen geben, erhältst ein personalisiertes Zertifikat und regelmäßige Updates, wenn der Manta gesichtet wurde. Außerdem wird dir ein Profil bei MantaMatcher.org angelegt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 200 Dollar. Wäre doch irgendwie auch ein tolles Geschenk, oder?

Die Foundation beobachtet die auf den Nusa Inseln (Nusa Lembongan, Ceningan und Penida) lebenden Mantas, um sie zu schützen und der lokalen Bevölkerung die Wichtigkeit dieser wunderbaren Geschöpfe zu verdeutlichen. Du solltest bei deinem Besuch auf den Inseln unbedingt an den Marine Talks teilnehmen.

b) Misool Foundation

Das Misool Manta Project sammelt wertvolle Daten über gefährdete Mantapopulationen (Fotos, Satellitenaufnahmen, Tonaufnahmen u.v.m.). Diese Daten wurden genutzt, um den Schutz von Mantas voranzutreiben und das langfristige Überleben dieser charismatischen Lebewesen sowie ihres Lebensraums zu sichern. Die Daten werden auch verwendet, um das touristische Potenzial und den wirtschaftlichen Wert von lebenden Mantas im Vergleich zu toten Mantas zu berechnen.

Die Hauptziele des Projekt, welches 2011 gegründet wurde, sind: lernen, ausbilden, inspirieren und schützen.

Das Misool Manta Project hat ihren Ursprung in Raja Ampat. 

Dank der Forschung des Misool Manta Projekts hat Indonesien im Jahr 2014 ein landesweites Verbot des Manta-Fischfangs und -handels erlassen.

Manta-Populationen in Misool sind sowohl für Taucher als auch für Wissenschaftler von besonderem Interesse. Denn die Gegend gehört zu den wenigen Orte auf der Erde, wo beide Arten von Mantas zur gleichen Zeit gesehen werden können, manchmal sogar interagieren.

c) Manta Trust

Manta Trust (NGO aus England) verfolgt einen multidisziplinären Ansatz für den weltweiten Schutz der Mantas und ihres Lebensraumes durch Wissenschaft und Forschung.

Außerdem versucht das Team das Bewusstsein und die Bildung über Mantapopulationen für die breite Öffentlichkeit zu schärfen.

Das Indonesian Manta Projekt ist ein Teil von Manta Trust.

Fotos und Text: Goni Boller

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Goni Boller in Ternate

Über die Autorin

Ich reise seit 4 Jahren um die Welt und verbringe einen Grossteil meiner Zeit unter Wasser. Bisher konnte ich über 70 Tauchdestinationen besuchen und diese in über 1000 Tauchgängen erkunden, viele davon in Indonesien. Als Biologin interessiere ich mich sehr für die verschiedenen marinen Lebewesen und versuche diese in Fotos und Videos bestmöglich einzufangen.

In meinem englischsprachigen Tauchblog More Fun Diving schreibe ich über verschiedene Tauchdestinationen, Unterwasserkreaturen und das Tauchen an sich.

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1 Kommentar

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1 Kommentar

Ralf Kabella 18. April 2019 - 17:59

War selber Taucher auf den Malediven,hab schwarze Mantas gesehen,aber leider keinen schwarzweißen.Würde mich über ein Foto von vorne oben freuen, für mein Fotoalbum.

Antworte Ralf

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