Du hast vor ein Baby in Indonesien bekommen? Dann bist du in diesem Beitrag genau richtig. Ich habe selbst eine Geburt auf Bali erlebt und teile hier die 10 Dinge, die dir vor deiner Geburt auf Bali keiner sagt – damit du Zeit, Nerven und Geld sparst.
Vor meiner Geburt hätte ich mir einen Beitrag wie diesen selber gewünscht. Denn auf Bali kommt direkt nach der Entbindung ein echter Bürokratie-Dschungel auf frisch gebackene Eltern zu.
Wenn du hier als Expat, binational verheiratete Mama oder Single Mom lebst, gibt es einiges, das du vor einer Geburt auf Bali wissen solltest.
Also, lehn dich zurück, schnapp dir einen Tee und lass dich von mir an die Hand nehmen!

1. Die Bürokratie beginnt schon in der Schwangerschaft
Viele denken, der Papierkram startet erst, wenn das Baby da ist. In Wirklichkeit kannst (und solltest) du einige Dinge schon vor der Geburt vorbereiten.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Welche Staatsangehörigkeit(en) soll dein Kind bekommen?
- Beantragt ihr eine doppelte Staatsbürgerschaft?
- Welche Dokumente braucht ihr vom Krankenhaus?
- Müssen bestimmte Unterlagen übersetzt oder beglaubigt werden?
- Wann ist der frühestmögliche Termin beim Konsulat für den ausländischen Reisepass?
- Wer ist mein Ansprechpartner für die verschiedenen Themen?
Gerade bei binationalen Familien ist es wichtig, früh zu klären, welche Optionen es gibt – und welche Fristen später laufen.

Was viele außerdem unterschätzen:
Es gibt in Indonesien oft keine allgemeingültigen Aussagen oder festen Preise. Abläufe können sich je nach Region, Behörde oder individueller Konstellation unterscheiden.
Im Voraus zu wissen, an welche Stelle man sich wenden muss, spart enorm Zeit – und verhindert, dass man utopische Preise für „Serviceleistungen“ bezahlt, die eigentlich deutlich günstiger oder sogar offiziell geregelt sind.
Je besser du dich vor der Geburt vorbereitest, desto ruhiger wird die Zeit danach.
2. Nicht verheiratet schwanger in Indonesien? Das solltest du wissen.
Das Thema spricht kaum jemand offen an, ist aber für viele Expats auf Bali Realität:
Nach aktueller Rechtslage ist Sex außerhalb der Ehe in Indonesien strafbar.
In der Praxis wird das bei ausländischen Paaren kaum verfolgt, trotzdem bewegt man sich rechtlich nicht in einem komplett neutralen Raum. Und genau deshalb ist es wichtig, seine Rechte und Optionen zu kennen.
Besonders relevant wird es, wenn ein Kind geboren wird.
Nach aktueller Rechtslage ist Sex außerhalb der Ehe in Indonesien strafbar.

Staatsangehörigkeit bei unverheirateten Paaren
Was viele nicht wissen und worüber leider viel Halbwissen kursiert:
Auch ein Kind aus einer indonesisch-deutschen, unverheirateten Partnerschaft kann grundsätzlich beide Staatsangehörigkeiten erhalten.
Trotzdem hört man vor Ort oft das Gegenteil.
Hier lohnt es sich, genau zu prüfen, was gesetzlich geregelt ist und nicht alles ungefilert zu glauben, was „man so sagt“.
Wessen Name steht in der Geburtsurkunde?
Bei unverheirateten Paaren folgt die Staatsangehörigkeit des Kindes zunächst der Mutter.
In der indonesischen Geburtsurkunde ist in diesem Fall in der Regel nur die Mutter eingetragen. Der Vater erscheint dort nicht automatisch.
Das hat praktische Konsequenzen:
- Das Visum des Kindes läuft über die Mutter.
- Administrative Schritte sind zunächst an sie gebunden.
Anders ist es bei verheirateten Paaren:
Hier wird der Vater regulär mit eingetragen und kann das Kind unter sein Visum nehmen – sofern die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Vaterschaftsanerkennung in Indonesien – Theorie vs. Praxis
Eine Vaterschaftsanerkennung ist in Indonesien grundsätzlich möglich.
In der Praxis ist sie jedoch häufig kompliziert, zeitintensiv und mit erheblichen Kosten verbunden. Die Abläufe sind nicht immer transparent, und es ist schwer einzuschätzen, welche Gebühren offiziell sind – und welche nicht.
Es kursieren Angebote von „Dienstleistern“, die schnelle Lösungen versprechen – teilweise für 10 Millionen IDR (circa 500 Euro) oder mehr.
Hier ist Vorsicht geboten:
Nicht jede teure Lösung ist automatisch die richtige – und nicht jeder hohe Preis bedeutet, dass etwas „offiziell so viel kostet“.
Unser Weg: Vaterschaftsanerkennung in Deutschland
Wir haben uns als unverheiratetes Paar bewusst gegen eine Anerkennung in Indonesien entschieden und stattdessen den Weg über Deutschland gewählt.
Mit DNA-Test und den erforderlichen Dokumenten konnten wir die Vaterschaft dort rechtlich anerkennen und anschließend für unseren Sohn den indonesischen Reisepass in Deutschland beantragen.
Einfach war das nicht. Schnell auch nicht. Aber für uns war es transparenter und am Ende der verlässlichere Weg.

Fazit: Unverheiratet ein Kind in Indonesien bekommen
Unverheiratet ein Kind in Indonesien zu bekommen ist keine Katastrophe – aber es erfordert Vorbereitung und informierte Entscheidungen.
Je früher du dich mit:
- Staatsangehörigkeit
- Geburtsurkunde
- Visum
- und möglichen Anerkennungswegen
auseinandersetzt, desto ruhiger wird die Zeit nach der Geburt.
Wichtiger Hinweis:
Rechtliche Rahmenbedingungen können sich ändern und individuelle Konstellationen (Staatsangehörigkeit der Eltern, Aufenthaltsstatus, Ehestatus, Region) führen teilweise zu unterschiedlichen Abläufen.
Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung – sondern soll dir eine realistische Orientierung geben, damit du informierte Entscheidungen treffen kannst.
Gerade bei unverheirateten, binationalen Paaren lohnt es sich, frühzeitig sowohl das zuständige Konsulat als auch die relevanten indonesischen Behörden zu kontaktieren und sich die aktuell gültigen Anforderungen schriftlich bestätigen zu lassen.
3. Krankenhaus ist nicht gleich Krankenhaus
Bei einer „Geburt in Indonesien“ hast du deutlich mehr Optionen, als die meisten erwarten. Auf Bali kannst du unter anderem wählen zwischen:
- einem staatlichen Krankenhaus
- einem privaten Krankenhaus
- einem internationalen Krankenhaus
- einer Geburt bei einer Bidan (Dorfhebamme)
- einem Geburtshaus – das bekannteste ist Bumi Sehat in Ubud
- oder sogar einer Hausgeburt (wobei sich diese in einer rechtlichen Grauzone bewegt)
Die Unterschiede liegen nicht nur im Preis, sondern vor allem in Ausstattung, medizinischer Absicherung, Kommunikation und Entscheidungsfreiheit.
Ich habe mich bewusst für ein internationales Krankenhaus entschieden.
Warum? Weil es dort die Möglichkeit einer PDA gibt und eine neonatologische Intensivstation (Neo-ICU) vorhanden ist.
Als Krankenschwester weiß ich: Auch bei einer völlig unkomplizierten Schwangerschaft kann unter der Geburt etwas Unvorhergesehenes passieren. Mir war wichtig, im Ernstfall sofort medizinisch abgesichert zu sein.
Was man wissen sollte:
Die Kaiserschnitt-Rate in Indonesien ist insgesamt relativ hoch – insbesondere in privaten Einrichtungen. Gründe sind unter anderem Planbarkeit, wirtschaftliche Faktoren und eine eher vorsichtige medizinische Herangehensweise.
Das heißt jedoch nicht, dass deine Wünsche keine Rolle spielen.
Internationale Kliniken und viele Ärzt:innen nehmen sich Zeit, einen Geburtsplan vorab zu besprechen. Es ist absolut möglich, eine natürliche Geburt anzustreben und alle Eventualitäten im Vorfeld durchzugehen – inklusive klarer Absprachen, wann medizinisch eingegriffen werden soll und wann nicht.
Unterm Strich kann die Versorgung auf Bali wirklich sehr gut sein – teilweise absolut vergleichbar mit deutschen Standards. Entscheidend ist, wo du entbindest und welches Budget du einplanst.
4. Gute medizinische Versorgung gibt es – wenn du weißt, wo
Viele Expats fragen sich während der Schwangerschaft früher oder später: Wie gut ist die medizinische Versorgung auf Bali eigentlich?
Die kurze Antwort: Sie kann sehr gut sein – wenn man die richtigen Einrichtungen kennt.
Auf Bali gibt es mittlerweile mehrere internationale Krankenhäuser mit hohen medizinischen Standards, englischsprachigem Personal und moderner Ausstattung.
Dazu gehören unter anderem:
- das Siloam Hospitals Bali in der Nähe von Kuta
- die verschiedenen Standorte von BIMC Hospital
- sowie das neue und sehr hochklassige Bali International Hospital in Sanur
Viele dieser Kliniken verfügen über gut ausgestattete Geburtsstationen oder auch über eine neonatologische Intensivstation (Neo-ICU) – so z.B. in Sanur und in Kuta – also eine spezialisierte Station für Neugeborene, falls nach der Geburt medizinische Unterstützung notwendig sein sollte.
Gerade dieser Punkt war für mich persönlich wichtig. Auch wenn eine Schwangerschaft völlig unkompliziert verläuft, kann unter der Geburt immer etwas Unerwartetes passieren.
Ein befreundetes Expat-Paar hat seinen Sohn im Siloam Hospital zur Welt gebracht. Aufgrund von Komplikationen während der Geburt musste kurzfristig ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden, anschließend verbrachte der Kleine noch einige Tage auf der Säuglingsstation. Inzwischen ist alles gut verlaufen. Mutter und Kind sind wohlauf.

Nicht überall gibt es eine PDA
Ein Punkt, den viele erst relativ spät erfahren: Nicht jede Klinik auf Bali bietet eine PDA an.
Die Periduralanästhesie (PDA) ist eine Form der Schmerzbehandlung während der Geburt. Dabei wird ein dünner Katheter im Bereich der Lendenwirbelsäule gelegt, über den Schmerzmittel verabreicht werden. Dadurch werden die Wehen deutlich weniger schmerzhaft wahrgenommen, während die Mutter weiterhin wach und aktiv an der Geburt teilnehmen kann.
Wer sich diese Option offenhalten möchte, sollte deshalb bereits bei der Wahl des Krankenhauses gezielt nachfragen.
Warum internationale Kliniken teurer sind
Die Kosten in internationalen Krankenhäusern liegen deutlich über denen lokaler Einrichtungen. Das hat mehrere Gründe:
Viele Ärztinnen und Ärzte haben im Ausland studiert oder internationale Berufserfahrung gesammelt.
Medikamente und medizinisches Material werden häufig importiert. Auch die Infrastruktur ist auf internationale Patient:innen ausgerichtet.
Dazu kommen Details, die viele überraschen: Das Essen ist oft an westliche Gewohnheiten angepasst, die Zimmer erinnern teilweise eher an ein Hotelzimmer als an ein klassisches Krankenhaus, und auch der Service rund um den Aufenthalt ist entsprechend umfangreich.
All das trägt dazu bei, dass internationale Kliniken auf Bali sowohl beim Standard als auch beim Preis deutlich höher liegen als viele andere Einrichtungen.
Kosten einer Geburt in Bali (internationale Krankenhäuser):
In privaten bzw. internationalen Kliniken auf Bali liegen die Kosten für eine Geburt je nach Standard und Verlauf deutlich über dem lokalen Niveau.
Eine natürliche Geburt kostet im Schnitt etwa 1.000 bis 4.500 €, während ein geplanter Kaiserschnitt meist zwischen 2.000 bis 7.500 € liegt.
Wichtig zu wissen: Diese Preise gelten für unkomplizierte Geburten. Bei Not-Kaiserschnitten, zusätzlichen Behandlungen oder einem Aufenthalt auf der Säuglingsstation können die Kosten schnell deutlich ansteigen und in fünfstellige Summen gehen.
5. Die Kaiserschnitt-Rate ist relativ hoch
Ein Punkt, der viele Expats überrascht: Die Kaiserschnitt-Rate ist in Indonesien – besonders in privaten und internationalen Kliniken – relativ hoch.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Kaiserschnitte leichtfertig durchgeführt werden. Häufig steht dahinter eine sehr vorsichtige medizinische Herangehensweise. Risiken für Mutter und Kind sollen möglichst früh vermieden werden – vor allem bei internationalen Patientinnen.
Gerade ausländische Mütter werden oft besonders eng überwacht, und Ärzt:innen entscheiden im Zweifel eher früher für einen Kaiserschnitt, wenn sie mögliche Komplikationen sehen.
Deshalb ist es hilfreich, sich bereits während der Schwangerschaft mit dem Thema auseinanderzusetzen:
- Wann ist ein Kaiserschnitt medizinisch sinnvoll?
- Welche Situationen können während der Geburt auftreten?
- Und welche Optionen gibt es?
Viele internationale Kliniken nehmen sich Zeit, diese Fragen vorab zu besprechen. Ein Geburtsplan kann dabei sehr hilfreich sein. Darin können Wünsche zur Geburt festgehalten werden – etwa zur Schmerzbehandlung, zur Art der Entbindung oder dazu, wann medizinisch eingegriffen werden soll.
Ich habe meinen Geburtsplan ebenfalls sehr ausführlich mit meinem Arzt besprochen. Am Ende kam es trotzdem zu einem Kaiserschnitt – eine Entscheidung, der ich aus medizinischer Sicht klar zugestimmt habe.
Geburten lassen sich nicht komplett planen. Aber vorbereitet zu sein und die eigenen Optionen zu kennen, hilft dabei, solche Entscheidungen bewusst treffen zu können.
Wichtig zur Krankenversicherung:
Für eine Geburt in Bali ist eine internationale Krankenversicherung, die Schwangerschaft und Geburt abdeckt, essenziell. Viele Versicherungen haben dabei eine sogenannte Wartezeit von etwa 10 bis 12 Monaten. Das bedeutet, sie muss bereits vor Eintritt der Schwangerschaft abgeschlossen worden sein, damit die Kosten übernommen werden.
Unser Tipp:
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Bis zu 5 Jahre, umfassender Schutz und medizinisch sinnvoller Rücktransport
6. Versicherung und Kosten: ein Punkt, den viele unterschätzen
Ein Thema, das unbedingt früh geklärt werden sollte, ist die Krankenversicherung.
Viele internationale Versicherungen haben spezielle Premium-Tarife, die Schwangerschaft und Entbindung mit abdecken. In günstigeren Tarifen ist das jedoch oft nicht enthalten – weshalb viele Mütter die Geburt letztlich selbst bezahlen.
Je nach Klinik können dabei schnell mehrere tausend Euro zusammenkommen. In internationalen Krankenhäusern auf Bali liegen die Kosten teilweise sogar über dem Niveau in Deutschland, besonders wenn zusätzliche Leistungen oder Zimmer-Upgrades dazukommen.
Mit einer guten Versicherung werden dagegen häufig nicht nur die Geburt selbst, sondern teilweise auch Leistungen während der Schwangerschaft übernommen.
Dazu können zum Beispiel gehören:
- Akupunktur
- Osteopathie
- Schwangerschaftsmassagen
- Hebammenbegleitung
Ich habe während meiner Schwangerschaft eine Hebamme gehabt, Akupunktur, Osteopathie und Massagen genutzt – und diese Leistungen wurden tatsächlich komplett erstattet.
Wer ohne Versicherung entbindet, entscheidet sich manchmal für günstigere Optionen, zum Beispiel eine Geburt bei einer Bidan (Dorfhebamme) oder in Einrichtungen wie Bumi Sehat. Auch dort entstehen allerdings Kosten – häufig auf Spendenbasis, wobei für ausländische Familien meist eine Mindestspende erwartet wird.
Ein weiterer Punkt, den viele erst spät bedenken: Zusatzkosten in der Klinik.
Zimmer-Upgrades, zusätzliche Untersuchungen oder längere Aufenthalte können schnell dazukommen. Es lohnt sich daher, vor der Geburt genau zu klären, was die Versicherung übernimmt und was nicht.
Ich habe meine Versicherung zum Beispiel gebeten, der Klinik vorab eine Zahlungsbestätigung (Guarantee of Payment) zu schicken. So mussten wir nicht in Vorleistung gehen. Solche organisatorischen Dinge sind deutlich entspannter zu regeln, bevor die Geburt beginnt – und nicht erst, wenn man eigentlich gerade ganz andere Prioritäten hat.
Unser Tipp für eine Langzeit-Krankenversicherung für Indonesien
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Bis zu 5 Jahre, umfassender Schutz und medizinisch sinnvoller Rücktransport
7. Dein Baby „existiert“ erst mit den richtigen Dokumenten – und die Fristen laufen weiter
Nach der Geburt beginnt ein ganz eigener administrativer Teil: Dein Baby ist rechtlich erst registriert, wenn die richtigen Dokumente vorliegen.
Der erste Schritt ist die Geburtsbescheinigung des Krankenhauses, auf deren Grundlage die indonesische Geburtsurkunde beim zuständigen Standesamt (Catatan Sipil) ausgestellt wird.
Je nach Situation der Eltern folgen weitere Schritte:
- Eintragung im Melderegister (z. B. SKTT für ausländische Familien)
- Reisepass des Kindes
- Visum bzw. Aufenthaltsstatus
- ggf. Registrierung beim Konsulat des Heimatlandes
Das Problem:
Viele dieser Schritte haben feste Fristen – und die laufen, auch während du im Wochenbett bist. Dokumente müssen teilweise übersetzt, beglaubigt oder bei verschiedenen Behörden eingereicht werden. Abläufe, Zuständigkeiten und Preise variieren je nach Region oder Behörde, und widersprüchliche Informationen sind keine Seltenheit.
Deshalb gilt: frühzeitig planen, klare Ansprechpartner kennen, und wissen, welche Schritte wann anstehen.
So kannst du vermeiden, dass du mitten im Wochenbett von Behördenwegen überrascht wirst – und die Zeit mit deinem Baby bleibt trotz der Bürokratie so entspannt wie möglich.
8. Wochenbett ist anders als in Deutschland
Anders als in Deutschland gibt es auf Bali keine automatische Nachsorge durch eine Hebamme. Wer Unterstützung möchte, muss selbst aktiv werden.
Es gibt viele Angebote: Doula, private Hebammen, Postpartum-Massagen – aber es sollte natürlich zur eigenen Situation passen. Gerade der mentale Load, in einem fremden Land zu entbinden, wird oft unterschätzt.
Besonders kritisch wird es im Wochenbett, wenn Familie und Freunde von zu Hause fehlen. Dann kann die Betreuung von Baby, Einkäufen, Haushalt und Erholung schnell überwältigend werden. Planung ist hier alles.
Überlege schon vor der Geburt:
- Wer kocht und übernimmt Einkäufe?
- Wer hilft bei Windeln, Wickeln und dem Alltag mit dem Baby?
- Welche zusätzlichen Unterstützungsangebote wie Doula oder Hebamme passen zu uns?
Auch kulturelle Unterschiede sorgen für Überraschungen: Mit einem Neugeborenen an den Strand? Für viele Locals kaum vorstellbar.
In der balinesischen Kultur bleibt ein Baby in den ersten drei Monaten fast ausschließlich zuhause.
Wer sich vorab Gedanken macht, plant und organisiert, schafft sich die besten Voraussetzungen, die ersten Wochen mit Baby entspannt und sicher zu erleben – trotz fremder Umgebung.

9. Die erste Ausreise kann komplizierter sein, als du denkst
Nach der Geburt ist nicht alles erledigt – die erste Ausreise deines Babys kann komplizierter sein, als viele erwarten.
Auch wenn Reisepass und Visum beantragt sind, gibt es einige Stolperfallen:
- Dokumente müssen vollständig und korrekt sein. Schon kleine Fehler in der Geburtsurkunde oder im Pass können zu Problemen am Flughafen führen.
- Visumsregelungen für Kinder unterscheiden sich je nach Status der Eltern. Besonders bei unverheirateten Paaren oder binationalen Kindern solltest du vorher genau prüfen, wer als gesetzlicher Vertreter auftritt.
- Abstimmung mit Konsulat und Fluggesellschaft: Einige Airlines verlangen zusätzliche Unterlagen oder Bestätigungen für Neugeborene. Ein kurzes Nachfragen vorab spart hier viel Stress.
- Fristen beachten: Manche Dokumente oder Anträge müssen innerhalb bestimmter Zeiträume nach der Geburt erledigt werden, sonst drohen Verzögerungen bei der Ausreise.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen:
Wer diese Punkte früh plant, spart sich unnötigen Stress und kann die erste Reise mit Baby deutlich entspannter erleben.
10. Das sagt dir vorher keiner – aber es macht alles leichter
Neben allen offiziellen Schritten und Fristen gibt es einige Dinge, die man erst wirklich merkt, wenn das Baby da ist – aber die enorm helfen können:
- Alles dauert länger als gedacht. Behörden, Konsulat, Versicherungen – selbst kleine Schritte brauchen oft mehr Zeit als geplant.
- Kontakte und Netzwerke sind Gold wert. Andere Mütter, Expats, Hebammen oder lokale Eltern kennen Tricks, die dir den Alltag erleichtern.
- Flexibilität ist wichtiger als Perfektion. Nicht alles läuft nach Plan – Kaiserschnitt, Dokumente oder kleine bürokratische Stolpersteine gehören dazu.
- Kulturelle Unterschiede überraschen ständig. Manche Praktiken oder Vorstellungen, die in Bali normal sind, wirken für uns exotisch – und umgekehrt. Sich darauf einzulassen, macht den Alltag leichter und oft auch lustiger.
- Selbstfürsorge ist Pflicht, kein Luxus. Wochenbett, Organisation und die erste Ausreise – alles zusammen kann überwältigend sein. Plane Pausen, Unterstützung von außen und Momente nur für dich ein.
Kurz gesagt: Vorbereitung, Geduld und ein offenes Mindset machen den Unterschied. Wer diese Punkte beherzigt, erlebt die Geburt und die ersten Wochen mit Baby auf Bali deutlich entspannter und sicherer.
Schlusswort: Baby in Indonesien bekommen
Die Geburt eines Babys ist ein Abenteuer – besonders als Expat auf Bali. Zwischen Bürokratie, Krankenhäusern, Versicherungen, kulturellen Unterschieden und der ersten Ausreise kann vieles überraschend und komplex wirken.
Mein Tipp:
Informiert Entscheidungen treffen, früh planen, Unterstützung suchen und flexibel bleiben. Mit dieser Vorbereitung kannst du die Zeit mit deinem Baby genießen, statt im Verwaltungs- und Organisationschaos zu versinken.
Wer sich unsicher fühlt oder einfach jemanden an der Seite haben möchte, der die Abläufe kennt, findet Unterstützung bei Bali Family Compass – speziell für Paare und Mütter, die sich Orientierung, Beratung oder praktische Hilfe wünschen.
Bali ist ein wunderschöner Ort, um ein Baby großzuziehen – aber es zahlt sich aus, die Realität vorher zu kennen. So bleibt mehr Raum für das Wesentliche: die ersten, unvergesslichen Momente mit deinem Kind.
Über die Autorin
Alexandra ist Krankenschwester, Mutter und Expat – und sie weiß aus eigener Erfahrung, wie chaotisch Schwangerschaft und Baby-Admin auf Bali sein können. Aus dieser Erkenntnis ist Bali Family Compass entstanden: eine Orientierungshilfe speziell für Expat- und binationale Familien, die auf Bali ein Baby bekommen. Alexandra teilt ehrliches, praxisnahes Wissen rund um Geburt, Bürokratie und Familienleben auf der Insel – ohne die Umschweife.
Auf ihrem Instagram-Kanal @balifamilycompass und unter balifamilycompass@gmail.com unterstützt sie werdende Eltern mit den Informationen, die ihr damals selbst gefehlt haben.
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