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Lia Beach: Ökotourismus Träume auf den Togian Inseln

von Lisa Scheffold

Lia Beach ist die Geschichte eines französisch-indonesischen Ehepaars, das immer noch daran glaubt, dass wir die Welt verändern können. Seit mehr als 4 Jahren engagieren sich Marion und Epo für Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf den Togian Inseln in Sulawesi. Mit viel Herzblut und Engagement haben sie die Non-Profit Organisation EVERTO gegründet. Nun sind die Beiden dabei ein eigenes Eco-Resort auf den Togians aufzubauen.

Bambus als nachhaltige Alternative zum Tropenholz

Die beiden machen es sich nicht einfach und bleiben ihren Ideologien in allen Bereichen treu: die Hütten wurden in Zusammenarbeit mit Bambus-Spezialisten aus Bali und Zentralsulawesi konzipiert. Bambus ist ein sehr nachhaltiger Rohstoff, er wächst schnell nach  (1,2 mm/Tag) und ist eine der besten CO2 absorbierenden Pflanzen. Durch die Verwendung von Bambus anstelle von Tropenholz kann der Regenwald geschützt werden.

Beim Bau der Hütten werden neben den Bambusspezialisten lokale Arbeiter berücksichtigt, so kann das Handwerk mit dem Bambus direkt weitergegeben werden und findet hoffentlich in der Architektur auf den Togians einen Platz als Alternative zum Tropenholz.

Das Eco Resort

Die Möbel und Dekorationen der Unterkunft werden aus den Bambusstäben, die bei der Qualitätskontrolle wegen Mängeln aussortiert und sich deshalb nicht für den Bau der Hütten eignen, sowie aus Schwemmholz direkt vor Ort hergestellt.

Die komplette Anlage soll schlussendlich autark mit Sonnenenergie betrieben werden. Im Lia Beach wird Mülltrennung und die Reduzierung von der nicht rezyklierbaren Müllmenge groß geschrieben.

Metalle, Getränkedosen und Glasflaschen werden aufs Festland zum Recyceln gebracht, möglichst viel Abfall wird wiederverwertet. So werden beispielsweise Plastiksäckchen gesammelt und durch Mitarbeiter von EVERTO zu Souvenirs wie Taschen, Hüte und Schlüsselanhängern verarbeitet. Aus den Rüstabfällen der Küche soll eine Kompostanlage betrieben werden. Zur Versorgung der Küche wird später ein eigener Bio Gemüsegarten angelegt. Selbst hergestellte, umweltverträgliche Produkte zur Körperpflege und Reinigung sollen dabei helfen, das Ökosystem nicht unnötig zu belasten.

Die Angestellten des Ecoreresort sollen einen gerechten Lohn erhalten und auf einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen sensibilisiert werden. Durch die Erschaffung von Arbeitsplätzen mit einem guten Einkommen, können die Bewohner der Togians Geld verdienen ohne beispielsweise exzessiv zu fischen oder Kokosplantagen anzulegen und den Wald zu roden.

Die große Ernüchterung

die Arbeit von mehreren Monaten ist komplett vernichtet.

Doch die Pionierarbeit, die die beiden auf den Togians leisten, fordert ihren Tribut. Die Bambusstäbe wurden nach den Vorgaben und Erfahrungen der Bambusspezialisten aus Bali und Zentralsulawesi für mehrere Monate im Meer gelagert um den Bambus vor Termitenbefall auf dem Land zu schützen.

Aber keiner hat mir den gefräßigen Seetermiten von den Togians gerechnet. Diese haben über 2000 Bambusstäbe zerfressen und komplett unbrauchbar gemacht für den Bau der Hütten. Nur 45 Stück können für den Bau verwendet werden. Die Arbeit von mehreren Monaten ist komplett vernichtet.

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Seetermiten, die über 2000 Bambusstäbe zerfressen haben

Auch die Frischwasserquelle hat sich wegen der langanhaltenden Trockenperiode mit Salzwasser vermischt und eignet sich nun nicht mehr als Trinkwasser noch als Wasser zum Kochen, Waschen, Duschen oder Wässern der Pflanzen.

Das Frischwasser muss nun mühselig mit dem Boot von einem Dorf, das rund eine halbe Stunde entfernt liegt, herangeschafft werden.

Die Rettung des Traumes

Durch all diese Umstände verzögert sich die Eröffnung massiv und der Kostenberg ist bedrohlich groß geworden. So haben Marion und Epo nach langem Zögern beschlossen eine Crowdfounding Aktion zur Rettung ihres Traumes zu starten.

Die Solidarität ist groß und die Kampagne erreichte bereits nach Rekordverdächtigen 6 Tagen ihr Ziel von 6000 Euro. Die beiden freuen sich sehr über die vielen Menschen, die mit ihnen an ihren Traum glauben. Doch die Kampagne ist noch nicht vorbei und Marion und Epo haben bei ihrem Projekt noch einiges vor.

Mit den 6000 Euro können sie die Bambushütten fertigstellen und eine neuen Brunnen graben. Weitere 1400 Euro wurden bereits zugesprochen, womit sie einen Anlegesteg bauen werden. Dieser wird das vorgelagerte Riff schützen. Das nächste Ziel ist es 3000 Euro für die Solaranlage zu sammeln. Weitere Informationen zum Projekt findet ihr hier. Werde aktiv und unterstütze Marion und Epo!

Marion-Epo

Marion & Epo

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Text und Fotos: Stefanie Daena

Über die Autorin: Stefanie entdeckte das Reise erst relativ spät für sich. Anfang 2014 beschloss sie, ein halbes Jahr Auszeit zu nehmen und mit dem Rucksack Südostasien zu bereisen. Indonesien gefiel ihr so gut, dass sie ganze drei Monate blieb. Mittlerweile lebt sie auf der Insel Malenge auf den Togian Inseln und arbeitet gemeinsam mit ihrem Mann Ikbal an ihrem Herzens-Projekt. Städte und größere Siedlungen sind für sie ein Horror. Unter ihr das Meer, über ihr der Himmel und rundherum die Natur, da fühlt sie sich am wohlsten.

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