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Dornenkronenseesterne: Warum sie ganze Riffe zerstören

von Melissa Schumacher

Dornenkronenseesterne sehen aus, wie von einem anderen Planeten – und man sieht immer mehr von diesen sonderbaren Kreaturen in unseren Weltmeeren.

Das Problem: Dornenkronenseesterne ernähren sich von Steinkorallen und tragen in der heutigen Zeit erheblich dazu bei, dass ganze Riffe absterben.

Das größte Korallensterben war u.a. am Great Barrier Reef in Australien sowie vor Guam und Hawaii zu beobachten.

Solange das marine Ökosystem im Gleichgewicht ist, können die Riffe mit einigen wenigen Dornenkronenseesterne fertig werden.

Aber was, wenn das Gleichgewicht gestört ist?

Im diesem Beitrag gehen wir auf die Ursachen der Dornenkronenseestern-Explosion ein – und wie man diese sonderbaren Lebewesen aufhalten könnte.

Außerdem stellen wir einige spannende Initiativen vor, die sich tagtäglich mit Dornenkronenseesternen beschäftigen.

So zerstören Dornenkronenseesterne Korallen

Die Seesterne klettern auf Steinkorallen. Dann stülpen sie ihre Mägen über die Korallen und stoßen Verdauungsenzyme aus, die das Gewebe der Korallen verflüssigen, welches dann von den Dornenkronenseesternen aufgenommen werden kann.

Dies führt zur Korallenbleiche.

Ein einzelner Seestern kann innerhalb von einem Jahr eine Korallenfläche von bis zu sechs Quadratmetern zerstören.

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Dornenkronenseesterne ernähren sich von Steinkorallen – Foto: Richard Whitcombe © 123RF.com

Ursache der Dornenkronenseestern-Explosion

Leider ist die Zahl dieser Seesternart in den letzten Jahren in vielen Regionen explodiert, weil es immer weniger natürliche Fressfeinde, die die giftigen Dornenkronenseesterne in Schach halten, gibt.

Zu den natürlichen Fressfeinden auf Bali und den vielen anderen Inseln Indonesiens zählen u.a. Garnelen, Würmer, Schnecken und Rifffische, wie der Napoleon-Lippfisch und bestimmte Kugelfische.

Was fällt einem bei diesen Unterwasserlebewesen auf?

Viele dieser Lebewesen sind eine Delikatesse in Ostasien und können daher teuer verkauft werden, was ein Grund für die Überfischung jener Spezien ist.

Außerdem wird vermutet, dass die enorme Wasserverschmutzung zur Vermehrung der Dornenkronenseesterne beiträgt.

Obendrein sind die Dornenkronenseesterne absolute Champions in der Produktion von Nachkommen, was zusätzlich zur Invasion dieser Tiere beiträgt.

Noch dazu sind sie ziemlich zäh und richtige Überlebenskünstler, da die Seesterne bis zu sechs Monate ohne Nahrung von den eigenen Energiereserven leben können.

All das führt dazu, dass immer mehr Riffe in Indonesien von Dornenkronenseesterne im wahrsten Sinne des Wortes “verspeist” werden und somit absterben.

Besonders gravierend ist das Problem rund um Pemuteran aber auch auf vielen Inseln rund um Sulawesi, wie z.B. rund um die Insel Labengki.

Wie kann man die Dornenkronenseesterne aufhalten?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die derzeitige Situation zu verändern.

Am besten wäre es, den Bestand an natürlichen Fressfeinden wiederherzustellen, was jedoch eine äußerst schwierige und teure Angelegenheit ist.

Demnach bleibt nur die Eliminierung der Dornenkronenseesterne. So hart es klingt.

Dafür kann ein Gift in die Arme der Seesterne injiziert werden. Dieses Gift und das dazu benötigte Equipment können sich aber nur wenige Initiativen in ärmeren Regionen wie Indonesien leisten.

Alternativ bleibt nur das manuelle Einsammeln der Tiere, ohne diese zu verletzen, da sie sonst unzählige Eier freilassen.

Später werden die eingesammelten Seesterne an Land vergraben oder in die Sonne gelegt, wo sie dann letztendlich sterben.

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Die NGO Everto sammelt regelmäßig Dornenkronenseesterne auf den Togian Inseln ein

Darf man eine bestimmte Spezies töten, um eine andere zu retten?

Bei diesem Vorgehen stellt sich die ethische Frage: Darf man eine bestimmte Spezies töten, um eine andere zu retten?

Wer gibt dem Menschen das Recht dazu?

Hier muss man schon etwas früher ansetzen und sich fragen, wie es zu diesem Ungleichgewicht kommen konnte.

Grundsätzlich ist der Mensch und seine unkontrollierte Fischerei die Ursache für das Problem.

Dadurch wurden die natürlichen Fressfeinde reduziert, was aktiv zur Ausbreitung der Dornenkronenseesterne beigetragen hat.

Der Mensch hat das natürliche Gleichgewicht der Meere zerstört. Und nun muss dringend eine Lösung gefunden werden, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

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Darf man eine bestimmte Spezies töten, um eine andere zu retten?

Das passiert, wenn man Dornenkronenseesterne verletzt

 

Initiativen, die versuchen, die Ausbreitung der Dornenkronenseesterne zu verhindern

Ketut Santika in Sumberkima, Nord-West-Bali

Der leidenschaftliche Taucher und Umweltschützer Totok plant seit einiger Zeit ein künstliches Korallenriff vor der Bucht von Sumberkima, da in den letzten Jahren auch hier viele Korallen zerstört wurden.

Totok sammelt dafür u. a. regelmäßig Dornenkronenseesterne ein.

Du kannst Totok bei seinem Vorhaben unterstützen, aktiv beim Einsammeln der Seesterne helfen und dabei mehr über seine Projekte erfahren.

Totok nutzt für sein Vorhaben Stahlstangen mit einem Haken, eine schwimmende Sammelbox, ein Boot und Schnorchel-Ausrüstung.

Aber Achtung: Dornenkronenseesterne haben es in sich! Bei Kontakt mit den Giftstacheln kann es zu Übelkeit, Lähmungen und starken Schmerzen kommen.

Kontakt: Ketut Santika, divewithketut@gmail.com
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Das Reef Restoration Projekt von Totok in Sumberkima

Toli-Toli Giant Clam Conservation Project, Ost-Sulawesi

Die Inseln Labengki und Sambori im Osten Sulawesis glänzen mit atemberaubenden Karst-Formationen, unberührten Regenwäldern, versteckten Lagunen mit smaragdgrünem Wasser und Korallenriffe, auf deren Grund riesige, bis zu 400kg schwere Muscheln das Wasser filtern.

Jahrelanges Dynamit-Fischen hat große Teile des Riffs zerstört, wodurch sich die meisten großen Fische ins tiefere Wasser zurückgezogen haben.

Gewaltige Nickelminen leiteten die letzten Jahre massenweise Schlamm ins Meer, wodurch sich das Wasser erwärmte. Letzteres führte zur schnellen Verbreitung von Dornenkronenseesterne.

Habib Nadjar Buduha hat das Toli-Toli Giant Clam Conservation Project gegründet, eine NGO mit dem Ziel, das gesamte Gebiet um Labengki und Sambori in ein geschütztes Reservat zu verwandeln.

Derzeit ist das größte Problem im Schutzgebiet die explosionsartige Vermehrung des Dornenkronenseesterns.

Taucherfahrene könnten bei der Mammutaufgabe helfen, die Riffe von diesem Eindringling zu befreien.

Dafür sollte am besten Kontakt mit Habib Buduha persönlich aufgenommen werden.

Kontakt: Mobil/SMS +62 81341614440 oder WhatsApp +62 82293651155
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Die Schönheit von Labengki heißt es zu erhalten!

EVERTO (Everybody For Togean)

Auf der Insel Katupat auf den Togian Inseln leben rund 825 Bewohner. Nur fünf Prozent der Haushalte genießen das Privileg fließenden Wassers. Noch weniger haben Elektrizität.

Die meisten Bewohner Katupats sind Fischer. Nur wenige verfügen über ein sicheres Einkommen.

Knapp 90% der Kinder in Katupat besuchen die Grundschule (SD), aber nur 20% führen ihre Schulbildung danach fort, denn Bildung ist hier teuer.

Umgerechnet 680 Euro müssen Familien aufbringen, um ihren Kindern den Besuch der Mittelschule (SMP) zu ermöglichen. Die Oberschule (SMA) kostet noch mehr.

Die Organisation EVERTO auf den Togian-Inseln implementierte in den vergangenen Jahren einige Projekte, um den Bewohnern von Katupat durch Öko-Jobs eine Beschäftigung zu ermöglichen und die Umwelt der Togian-Inseln zu schützen.

Zum einen sammeln die Mitglieder von EVERTO gemeinsam mit den Bewohnern der umliegenden Dörfer die giftigen Dornenkronenseesterne ein. Diese werden im Sand verbuddelt oder verbrannt. Mit dieser Maßnahme versucht die Organisation, die Zerstörung der Korallenriffe durch die Seesterne in den Griff zu bekommen. Innerhalb von zwei Jahren konnten über 6.500 Seesterne gefangen werden.

Zum anderen führt die Organisation ein- bis wöchentliche Müllsammel-Aktionen auf den Togian-Inseln durch. Das Resultat: über 70 Kilo eingesammelter Plastikmüll jede Woche.

Darüber hinaus klärt die Organisation die Bewohner, vor allem die Kinder, zum Thema Müllentsorgung auf. Hierzu wurden Lernmaterialen für die Schulen auf den Togian-Inseln entwickelt.

Ihr könnt das Team von EVERTO in Katupat auf den Togian-Inseln besuchen. Die Betreiber freuen sich immer über Gäste und erzählen gerne von ihren Projekten. Um ihre Aktionen durchführen zu können, ist die Organisation auf Spenden angewiesen.

Kontakt: Kontaktiere das Lia Beach Bamboo Resort für mehr Infos.
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Beach Clean-up Aktionen von Everto

Kennst du noch mehr Initiativen? Wie siehst du die Problematik rund um Dornenkronenseesterne? Her damit in den Kommentaren!

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