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Durian Frucht: Alles über die gesunde Stinkfrucht

von Gunda Wörlein

Die Durian – die einen lieben sie, die anderen hassen sie. In welche Richtung auch immer es geht, ihr kräftiger Geruch und einzigartiger Geschmack werden dir garantiert ein unvergessliches Erlebnis bereiten.

Dabei ist die Durian eine der gesündesten Früchte der Welt. Ein Grund mehr, einen näheren Blick auf die wohl am häufigsten diskutierte Frucht Asiens zu werfen!

Wie schmeckt die Durian-Frucht? Warum stinkt die „Kotzfrucht“ so erbärmlich? Wie wird sie gegessen? Woran erkennt man eine „gute“ Durian. Wie gesund ist sie wirklich? Alles über die am häufigsten diskutierte Frucht Asiens gibt es in den nächsten Abschnitten.

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Durian wird auch als „Königin der Früchte“ bezeichnet – Foto: Jim Teo

Wo kommt Durian Frucht her?

Die Durian ist in Südostasien beheimatet. Der Durianbaum, ein immergrüner Baum, der auch Zibetbaum genannt wird, gehört zur Familie der Malvengewächse und kann bis zu 40 Meter hoch werden.

Ursprünglich kommt die Durian aus Indonesien und Malaysia, genauer gesagt von den Inseln Borneo und Sumatra.

Durian-Farmen gibt es mittlerweile jedoch in ganz Südostasien, wie beispielsweise in Thailand, Kambodscha, Vietnam, Philippinen, Indien und Sri Lanka. Thailand ist das Hauptexportland und Singapur das Haupthandelszentrum der Frucht.

Es gibt mehr als 30 verschiedene Durian-Sorten und die Ernte variiert je nach Region. In Thailand werden die Früchte für den Export direkt vom Baum gepflückt. Dabei müssen Bauern auf die Bäume klettern und die Früchte anhand von Farbe, Geruch und Klopfschall auswählen.

Direkt vom Baum gepflückte Früchte sind noch nicht sehr reif und dadurch länger haltbar.

In Indonesien und Malaysia hingegen bleiben Früchte häufig so lange am Baum, bis sie reif sind und selber herunterfallen. Diese reifen Früchte weisen einen stärkeren Geschmack auf und sind nicht so lange haltbar.

Das Wort „Durian“ leitet sich übrigens vom malaiischen „duri“ ab, das so viel wie Stachel oder Dorne bedeutet.

Wie sieht die Durian Frucht aus?

Nicht nur wegen ihrer spitzen Dornen ist die Durian eine unverkennbare Frucht.

Sie ist meist oval und variiert in ihrer Größe zwischen einem kleinen Handball und einer größeren Bowlingkugel, die bis zu mehrere Kilos wiegen kann.

Ihre Außenschale weist eine grünlich-gelbe oder manchmal braune Farbe auf und ist von vielen, kleinen, harten Stacheln bedeckt. Diese machen ein Anfassen oder Öffnen mit der bloßen Hand schwierig.

Die Durian ist eine Kapselfrucht, die im Inneren durch relativ dicke Wände in einzelne Kammern aufgeteilt ist. Jede Kammer kann bis zu sechs Samen enthalten.

Die etwa 3 bis 5 cm großen Samen sind von klebrigem, weißen oder gelblichen Fruchtfleisch umhüllt, das stark riecht und an einen fasrigen Pudding erinnert. Je nach Reifegrad und Sorte kann das Fruchtfleisch auch ins Rötliche übergehen.

In der natürlichen Umgebung ernähren sich wilde Tiere wie Elefanten, Orang-Utans, Tiger und Ratten von den Früchten und tragen mit der Verbreitung der Samen zur Verbreitung der Pflanze bei.

Die Durian wird nicht selten mit der Jackfrucht verwechselt, die ihr zwar ähnlich sieht, jedoch statt langer, spitzer Dornen kleine, stumpfe Noppen hat. Auch eine größere Stachelannone wird gerne mal für eine Durian-Frucht gehalten.

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Durian (oben), Stachelannone (unten links) und Jackfrucht (unten rechts) – Foto: Jonny Clow

Wie schmeckt die Durian Frucht?

Die Frage aller Fragen: Wie schmeckt die Durian nun?

Es ist fast unmöglich, den Geschmack dieser einzigartigen Frucht zu beschreiben. Während ihr Geschmack stark von Reife und Sorte abhängt, lässt er sich grob in zwei Kategorien einteilen.

Junge Früchte haben in der Regel festes Fruchtfleisch und sind im Geschmack milder. Sie eignen sich hervorragend für die ersten Durian-Versuche.

Für Fortgeschrittene und Durian-Liebhaber kann die Frucht hingegen nicht reif genug sein. Je reifer sie ist, desto intensiver ihr Geschmack und umso cremiger die Konsistenz.

Das Fruchtfleisch kann dabei butterweich sein und sich durch einen süßen, leicht nussigen und warmen Geschmack auszeichnen.

Menschen, die Durian verabscheuen, würden wohl eher die Begriffe „alter Käse“, „faule Zwiebeln“ oder „stinkende Füße“ bevorzugen.

Das Besondere am Geschmack ist, dass er auch nach dem Verzehr eine Weile im Mund bleibt – zum Vergnügen der einen und zum Entsetzen der anderen.

Junge Durian-Früchte eignen sich perfekt für die ersten Durian-Versuche.

Warum stinkt die Durian Frucht so?

Ebenso außergewöhnlich wie ihr Geschmack ist ihr Geruch, den man oft schon aus großer Entfernung wahrnehmen kann und der nur schwer verfliegt.

Dieser Geruch wird von schwefelhaltigen Verbindungen ausgelöst. Insgesamt wurden über 200 verschiedene Verbindungen nachgewiesen, die unterschiedlich stark zum Geruch der Frucht beitragen.

Einige davon sind Röstzwiebelgeruch, Stinktiergeruch und verfaulter Geruch. Nicht ohne Grund wird die Durian auch „Stinkfrucht“ oder „Kotzfrucht“ genannt.

Über 200 schwefelhaltige Verbindungen tragen zum Geruch der Durian bei.

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Das Fruchtfleisch der Durian-Frucht – Foto: Gliezl Bancal

Wie wird Durian Frucht gegessen & woran erkennt man eine „gute“ Frucht?

Durian isst du am besten im Anbaugebiet an einem der Obststände an der Straße. Dabei kann es passieren, dass die Frucht direkt vom Bauern kommt und die Erde noch zwischen den Stacheln hängt.

Die richtige Frucht auszuwählen, ist eine Wissenschaft für sich. Ein ehrlicher Verkäufer wird sich jedoch die Mühe machen und die Frucht unter Umständen etwas öffnen, damit du sie probieren kannst. Der Stiel sollte frisch und grün aussehen und die Frucht bereits ihren unverwechselbaren, kräftigen Duft verbreiten.

Ausgestattet mit einem Handschuh und einem großen Messer wird die Frucht entlang der Nähte aufgeschnitten. Öffnet sich die Durian ein wenig, wird mit den Händen weitergearbeitet, bis die einzelnen Kammern mit dem saftig gelbem Fruchtfleisch freigelegt sind.

Am einfachsten ist es, wenn du die einzelnen Samen in den Mund nimmst und das Fruchtfleisch langsam ablöst. Dabei verteilt sich das cremige Fruchtfleisch und der Geschmack entfaltet sich.

Wer die Durian beim ersten Mal nicht mag, sollte sie öfter versuchen! So mancher Liebhaber brauchte erst eine Weile, um sich an den ungewohnten Geschmack zu gewöhnen. So wie es bei Käse, Wein oder Kaffee oftmals der Fall ist.

In vielen Anbauregionen finden sogar Durian-Verkostungen und Durian-Feste statt – ähnlich wie Weinverkostungen in Europa. Diese ziehen Liebhaber aus aller Welt an, die für besondere Sorten bereit sind, entsprechende Preise zu zahlen.

In Europa sind frische Früchte eher selten zu finden. In asiatischen Lebensmittelgeschäften gibt es Durian-Segmente oder das Fruchtfleisch meist in tiefgefrorener Form.

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Frisch gekaufte Durian-Frucht – Foto: Mufid Majnun

Wie gesund ist die Durian Frucht wirklich?

Durian ist nicht umsonst als „Königin der Früchte“ bekannt.

Sie enthält zahlreiche Vitamine – allen voran Vitamin C – und ist vollgepackt mit Nähr- und Mineralstoffen.

Fette, Proteine, Kalium, Ballaststoffe und Eisen stärken die Muskelkraft, senken Bluthochdruck und verbessern die Haut.

Außerdem kann Durian den Cholesterinspiegel senken, hat eine antioxidative Wirkung und wirkt probiotisch auf die Darmflora.

Die reichhaltige Konsistenz hinterlässt ein warmes Gefühl im Magen. Für eine gute Verdauung nach dem Essen solltest du kaltes Wasser trinken. Noch besser ist es, am nächsten Obststand Mangosteen zu kaufen, die meist zur gleichen Zeit Saison haben. Ihr leicht säuerlicher Geschmack ist das passende Gegenstück zur schweren Durian.

Durian enthält zahlreiche Vitamine und ist vollgepackt mit Nähr- und Mineralstoffen.

Was gibt es noch über die Durian Frucht zu wissen?

Ein paar interessante Dinge solltest du beim Verzehr der außergewöhnlichen Durian beachten.

Schwangere Frauen und Menschen mit Herzproblemen sollten den Genuss der Frucht vermeiden. Auch solltest du sie nur in Maßen konsumieren. Übermäßiger Konsum kann zu Schwindel und einem Gefühl von Trunkenheit führen. Die Kombination mit Alkohol ist nicht empfohlen, da sie Bauchschmerzen hervorrufen kann. Grund dafür sind die Schwefelverbindungen der Frucht, die den Abbau des Alkohol hemmen.

In den meisten öffentlichen Verkehrsmittel und Gebäuden ist die Mitnahme von Durian verboten, da der starke Geruch sich zu lange festsetzt. Keine Lebensmittelverpackung oder Einkaufstüte kann diesen Geruch überdecken. In vielen asiatischen Ländern gibt es daher Durian-Verbotsschilder in U-Bahn, Zug, Flughafen oder Hotel.

Im Jahr 2018 musste eine Passagiermaschine der Sriwijaya Air in Jakarta zwei Tonnen Durian aus dem Frachtraum entladen, da Fluggäste sich über den Geruch beschwert hatten.

Die Deutsche Post in Schweinfurt löste einen Großalarm aus, nachdem aus einem Paket mit Durian stinkende Gase ausgetreten waren. Ein gleicher Fall ereignete sich in Aachen, bei dem ebenfalls die Durian eine Postfiliale lahmlegte.

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Durian Cani Verkauf – Foto: Mufid Majnun

Gibt es Alternativen zur reinen Durian?

Wem der intensive Geschmack einer reinen Durian nicht bekommt, muss nicht komplett auf die Frucht verzichten.

Den einzigartigen Geschmack gibt es nämlich in vielen Variationen: als Eiscreme, in Desserts, mit Schokolade umhüllt, im Kaffee, als Toffee, in Kuchenform oder als knusprige Durian-Chips.

Diese Produkte sind nicht nur eine perfekte Alternative, sondern eignen sich auch hervorragend als Mitbringsel für Zuhause. Du findest diese beispielsweise in indonesischen Onlineshops oder asiatischen Supermärkten.

Hast du bereits Durian probiert? Bist du ein Hater oder Lover? Lass es uns wissen in den Kommentaren!

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Über die Autorin:

Autorenfoto Gunda mit Hartono

Gunda kommt aus der Tauch- und Tourismusbranche und war einige Jahre in Südostasien unterwegs, bevor sie ihr Herz an Indonesien verlor. Hier fand sie nicht nur ihre neue Heimat, sondern auch ihre große Liebe. Nach der Leitung eines Tauchresorts in Raja Ampat, entstand die Idee zu ihrer Webseite. Mittlerweile lebt sie als freie Autorin und Podcasterin mit ihrem Mann Hartono auf Morotai, wo die beiden sich eine kleine Selbstversorger-Farm aufbauen möchten. Mehr von dieser Autorin lesen.

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4 Kommentare

Peter Scherbaum 24. August 2021 - 20:56

Ich habe die Durian schon vor vielen Jahren probiert und war begeistert! Leider ist mir keine mehr über den Weg gelaufen, weder in Indonesien noch in Malaysia. Ich vermute, sie waren zu dieser Zeit nicht reif (Oktober bis Dezember).

Antworte Peter
Gunda 25. August 2021 - 5:00

Hallo Peter,
danke dir für deinen Kommentar.
Ich gebe dir Recht: Durian ist was ganz Feines!
Leider muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein…je nach Region können sie zur unterschiedlichen Zeit Saison haben.
Singapur ist so ziemlich das einzige Land, wo du sie jederzeit kaufen kannst (natürlich zu einem entsprechenden Preis!).
Liebe Grüße,
Gunda

Antworte Gunda
Gerda 21. August 2021 - 22:51

Sehr gut geschrieben, vielen Dank !

Antworte Gerda
Gunda 22. August 2021 - 3:01

Hallo Gerda,

sehr gerne! 🙂
Hast du die Durian bereits probiert und schmeckt sie dir?
Liebe Grüße,
Gunda

Antworte Gunda

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