Bali, das Müllparadies -Von einem Paradies, das einmal war

Bali, das Müllparadies: Von einem Paradies, das einmal war

Viele von euch, die schon einmal nach Bali gereist sind, haben mit Sicherheit bemerkt, dass Bali nicht der sauberste Ort ist. Dabei spreche ich nicht von Sauberkeit, die man sich dem Klischee nach als Deutscher von seinem Hotelzimmer erwartet, sondern von der Umweltverschmutzung, die zu einem richtigen Problem werden kann – einem Problem für die Umwelt, die Menschen, die Ökosysteme und die ganze Welt.

In dieser Artikelreihe möchte ich etwas näher auf das Plastik- und Müllproblem in Bali und seine Ursachen eingehen – und verschiedene Initiativen vorstellen, die für ein gesünderes und grüneres Bali kämpfen.

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Bali, die Insel der Götter

Ein tropisches Paradies mit immergrünen Reisfeldern, wunderschönen Sonnenuntergängen und einzigartigen Surfbedingungen. So wird die beliebteste Urlaubsinsel Indonesiens vermarktet.

Bali hat all das zu bieten, aber auch Paradiese haben ihre Schattenseiten.

Wenn du also zwei Wochen Flitterwochen in einem der 5-Sterne-Resorts in Jimbaran oder Nusa Dua gebucht hast, ein Fahrer dich (nachts) vom Flughafen aus dorthin bringt, du das Resort nie verlässt und auch nie im Meer schwimmen gehst, werden deine Erwartungen vom tropischen Paradies bestimmt nicht enttäuscht.

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Der Traum von Bali

Die traurige Realität

Sobald du jedoch dein Hotel verlässt, du selbst mit dem Rucksack unterwegs bist, surfen gehst und dich von einem Ort zum nächsten durchschlagen willst, wirst du ganz schnell mit der traurigen Realität konfrontiert werden: Verkehr, ein Meer an Rollern und Baustellen, schlechte Infrastruktur, Luftverschmutzung, Müll am Straßenrand und am Strand, Plastik – das regelmäßig verbrannt wird und sich als giftige Rauchwolke über die Straßen legt – und eine stinkende bräunliche Soße, die über den Strand direkt in deinen geliebten Surfbreak strömt.

Verkehr
Stockender Verkehr in Bali, Foto: Barbara Nickl

Nicht umsonst hat der 11-fache Surfweltmeister und Umweltaktivist Kelly Slater schon vor einer Weile getweetet, dass es bald unmöglich werde in Bali zu surfen, wenn nicht sehr bald ernsthaft etwas gegen die Umweltverschmutzung getan werde.

Worst I´ve ever seen!

schreibt er und gibt eines seiner handsignierten Surfboards zur Auktion frei, welche 8000 Australische Dollar einbringt und an die Balinesische Umweltschutzorganisation ROLE Foundation gespendet wird.

Natürlich ist Bali nicht der einzige Ort der Welt, der nicht weiß, was er mit seinem Müll anfangen soll. Auch im heute so sauberen und gut organisierten Bayern wurde Müll bis in die 70er Jahre vergraben. Heute ist in meinem Heimatort auf der Müllhalde von damals ein Neubaugebiet entstanden, in dem Familien im Garten ihr Gemüse anbauen. Kann das gesund sein?

Ich will nicht evolutionistisch oder eurozentrisch klingen und behaupten die Balinesen stehen entwicklungstechnisch hinter uns. Das Problem bei der ganzen Sache sind unsere multinationalen Großkonzerne, die das Land nur so mit billigen Nahrungsmitteln in unzähligen Plastikverpackungen überschütten und wir, die Touristen, die trotz Abenteuerlust und Sehnsucht nach Exotik immer etwas westlichen Lebensstandard erwarten.

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Strand in Jimbaran während der Regenzeit

Youtube-Empfehlung:

In seinem Video aus der YouTube-Serie Mission Bali zeigt Robert Marc Lehmann eindringlich die Schattenseite von Balis Traumstränden: massive Plastikberge, verschmutzte Flüsse und tägliche Cleanup-Aktionen. Ein authentischer Einblick in die Herausforderungen hinter dem Urlaubsparadies.

Vom Bananenblatt zur Plastiktüte

Bevor Bali in den 70ern zum Surferparadies und Teil des Hippietrails ernannt wurde, hatte sich die einheimische Bevölkerung vor allem von dem ernährt, was ihnen die fruchtbare Erde zu bieten hatte.

Getrunken wurde das Wasser von Kokosnüssen oder frisches Quellwasser. Das gängige Verpackungsmittel war das Bananenblatt. Alles Dinge, die man ohne Probleme überall hinwerfen kann, ohne in die natürlichen Kreisläufe einzugreifen.

Dass das ganze aber nicht mit Plastik funktioniert und das Plastik nicht von den Göttern, sondern vom bösen weißen Mann erschaffen wurde, ist leider noch nicht so ganz zu allen Beteiligten durchgedrungen.

Sind daran Regierung und das Erziehungssystem schuld? Vermutlich.

Vergrabener Müll in Bali
Vergrabener Müll in Bali, Foto: Barbara Nickl

Eine zu schnelle „Entwicklung“

Zu schnell ging die sogenannte „Entwicklung“ Balis. Zu schnell für die Menschen, die es gewohnt waren, ein ländliches Leben im Einklang mit der Natur zu leben, ihr eigenes Reisfeld zu bewirtschaften und regelmäßig Zeremonien abzuhalten, um das Leben und die Spirits auf der Insel im Gleichgewicht zu halten.

Zu schnell für eine Gesellschaft, deren Regierung als eine der korruptesten der Welt gilt, die versucht tausende von Inseln mit zigtausenden Einwohnern von Jakarta aus zu regieren und die sehr darauf bedacht ist, so schnell so viel Geld wie möglich zu machen.

Einige Regierungsbeamte Indonesiens zählen laut internationalen Korruptions- und Transparenzberichten zu den wohlhabenderen Eliten des Landes – während es in der breiten Bevölkerung oft an grundlegender Infrastruktur mangelt. Es gibt kaum öffentliche Einrichtungen, Bibliotheken, Parks, Nationalparks oder vernünftige öffentliche Verkehrsmittel – geschweige denn eine ordentliche Müllentsorgung. 

Der produzierte Müll wird verbrannt oder in Straßengräben und Flüsse geworfen, von wo aus er irgendwann im Meer landet. Auf diese Weise gelangen Abwasser, Chemikalien und gesundheitsschädliche Bakterien ins Meer und somit auch unkontrolliert in unsere Nahrungskette.

Es ist merkwürdig, dass die wenigen Programme für eine geregelte Müllentsorgung meist von privaten Initiativen (wie z. B. Peduli Alam oder Eco Bali) gegründet wurden, die ihre aufwendigen Bemühungen aus Spenden von Privatpersonen finanzieren.

Hinterfragen und kritisches Denken stehen nicht gerade auf dem Lehrplan der öffentlichen Schulen – viel eher das sture Auswendiglernen und Befolgen von Befehlen.

Gibt es eine offizielle Müllabfuhr auf Bali?

Auf Bali gibt es mittlerweile eine offizielle Müllabfuhr – allerdings ist sie weder flächendeckend noch zuverlässig organisiert. In touristisch gut erschlossenen Gegenden wie Ubud, Sanur oder Canggu übernehmen lokale Kooperativen oder private Dienstleister die Abholung und Sortierung.

In vielen ländlichen Regionen hingegen fehlt eine funktionierende Entsorgungsstruktur komplett: Müll wird dort häufig verbrannt, vergraben oder in Flüsse gekippt.

Zwar wurden in den letzten Jahren staatliche Programme wie TPS3R-Zentren eingeführt, die Mülltrennung und -verwertung fördern sollen, doch in der Praxis hängt vieles vom Engagement einzelner Dörfer oder privater Initiativen wie ecoBali oder Sungai Watch (siehe weiter unten) ab.

Eine professionelle, flächendeckende Müllentsorgung wie in westlichen Ländern existiert bislang nicht. Das Thema bleibt eine der größten ökologischen Herausforderungen der Insel.

Plastik-Paradies Indonesien: Was passiert mit all dem Müll?

Wenn du tiefer in die Müll-Thematik von ganz Indonesien (nicht nur Bali) eintauchen willst, können wir dir diesen Artikel empfehlen. Du erfährst, warum es so viel Müll in Indonesien gibt, wie die Müllentsorgung (nicht) funktioniert und welche Bemühungen es gibt, das große Müllproblem des Landes in den Griff zu bekommen.

Dreck im Meer
Dreck und Müll im Meer in Bali, Foto: Barbara Nickl

Szenario: Bali ohne Tourismus

Die gesamte Wirtschaft Balis ist auf den Tourismus ausgelegt. Ich behaupte, es gibt keine andere Insel dieser Größe auf der Welt mit einer solchen Dichte an Fahrern, Tourguides, Massagetherapisten, Service-Kräften, Gärtnern, Surflehrern, Strandverkäufern etc. Zumindest fühlt es sich so an.

Was passiert aber, wenn die Umweltzerstörung so überhand nimmt und man gar nicht mehr im Meer baden, surfen oder tauchen kann, ohne ernsthaft krank zu werden?

Wenn es kein Wasser mehr auf der trockenen Bukit-Halbinsel (rund um Uluwatu) gibt, da immer mehr riesige Hotels und Villen gebaut werden?

Was passiert mit all diesen Hotels und Restaurants, wenn die Touristen wegen der starken Umweltverschmutzung nicht mehr nach Bali kommen wollen?

Was passiert mit der einheimischen Bevölkerung, die so sehr vom Geld der Touristen abhängig geworden ist? Von den gesundheitlichen Folgen ganz zu schweigen!

Covid als bitterer Vorgechmack?

Die Covid-Pandemie hat bereits einen bitteren Vorgeschmack darauf gegeben, was passiert, wenn der Tourismus von heute auf morgen zum Erliegen kommt: Ganze Familien standen plötzlich ohne Einkommen da, Restaurants schlossen, Fahrer verkauften ihre Fahrzeuge, und viele Menschen kehrten notgedrungen in ihre Dörfer zurück, um sich irgendwie über Wasser zu halten.

Die Krise hat schmerzhaft offengelegt, wie fragil ein Wirtschaftssystem ist, das fast ausschließlich auf Tourismus baut – und wie wichtig es wäre, nachhaltigere, resilientere Strukturen aufzubauen, bevor die nächste Krise nicht wegen einer Pandemie, sondern ökologisch bedingt ist.

Bauruine an der Straße nach Balangan
Bauruine an der Straße nach Balangan, Foto: Barbara Nickl

Initiativen, die für ein grünes Bali kämpfen

Glücklicherweise gibt es mittlerweile sehr viele Initiativen von Einheimischen und Expats, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, für ein grünes und gesundes Bali zu kämpfen.

ecoBali – Die Recycling-Organisation Balis

Die Italienerin Paola Cannuciari gründete 2006 zusammen mit ihrem balinesischen Ehemann Ketut und einem weiteren Umweltaktivisten die Recycling-Organisation ecoBali.

Ziel des Trios war es, Balis Müll zu beseitigen und die Menschen zum recyceln und kompostieren zu ermutigen. Mit der Devise „Zero Waste“ bietet ecoBali sowohl Privatleuten, als auch Firmen und Hotels eine wöchentliche Müllabfuhr an. Die verschiedenen Müll-Sorten werden dabei voneinander getrennt und das weiter verarbeitet, was weiterverarbeitet werden kann. Alles andere wird zu den offiziellen Mülldeponien der Regierung gebracht.

Dinge wie Papier, Plastik, Metall und Glas werden an jeweilige lokale Initiativen und Firmen gegeben, damit dort Neues aus den Abfällen entstehen kann.

So produziert zum Beispiel die Firma Sarawasti Paper Fotoalben, Notizbücher oder Postkarten aus natürlich gefärbtem und recyceltem Papier – oder aber Aluminiumplatten zum Dachdecken aus alten TetraPaks oder Kissenfüllungen aus Stoffresten.

Neben der wöchentlichen Müllabholung bietet ecoBali auch Training für die Mitarbeiter der Villen, Hotels, und Geschäfte an, damit bereits vor der Abholung Plastik- und Papiermüll voneinander getrennt wird. Da ein großer Teil der Abfälle in Bali organischen Ursprungs sind, propagiert ecoBali auch ihre Kompostierungssysteme, die man ebenso käuflich erwerben kann. Tonnen, Materialien und Training für die Bediensteten inklusive.

Dieser Service ist oft – wohl aus finanziellen Gründen – nur Expats oder Geschäften zugänglich. Er wird hauptsächlich auch nur in den Gegenden südlich von Canggu angeboten, in denen viele Expats leben und sich auch die meisten Touristen aufhalten.

Mehr Informationen zur Organisation, deren Produkte und Services findet ihr auf der Website von EcoBali.

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Müll am Strand von Jimbaran in der Regenzeit von Bali

Sungai Watch – Die Flusskrieger Balis

Sungai Watch kämpft an vorderster Front gegen die Plastikflut – nicht am Strand, sondern dort, wo das Problem beginnt: in den Flüssen. Mit innovativen Müllbarrieren fängt das Team Unrat direkt im Wasser ab und verhindert so, dass Plastikmüll ins Meer gelangt.

Hinter dem Projekt steht der Umweltaktivist und Filmemacher Gary Bencheghib, der die inspirierenden Geschichten rund um Sungai Watch und den Kampf gegen die Umweltverschmutzung über sein Medienunternehmen Make a Change World in berührenden Videos dokumentiert – u. a. auf Instagram (@garybencheghib).

Du kannst Teil der Bewegung werden: unterstütze das Team als Volunteer, spende oder melde verschmutzte Flussabschnitte. Die nächsten Cleanup-Termine und Infos findest du direkt auf der Website von Sungai Watch.

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Die Flusskrieger von Sungai Watch befreien Balis Flüsse von Unrat

green-books.org – Umweltbildung im Klassenzimmer

Die tolle NGO green-books.org handelt ganz nach dem Motto: Nur das, was man kennt kann man lieben. Und nur das was man liebt wird man schützen.

Das Herzstück der NGO ist das Zero Waste School Programm, welches Umweltschutz direkt ins Klassenzimmer bringt. Ziel ist es, Schulen auf ihrem Weg zu echten Vorbildern in Sachen Nachhaltigkeit zu begleiten.

Im Zentrum stehen drei Säulen: Bildung, Aktion und Vorbildwirkung. Die Kinder lernen zunächst in spielerischen Unterrichtseinheiten, wie Müll entsteht, warum Plastik ein Problem ist und was jeder Einzelne tun kann. Dabei kommen kindgerechte Bücher, Videos und Lernspiele zum Einsatz – alles auf Indonesisch und in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern.

Anschließend setzen die Schulen konkrete Maßnahmen um: Mülltrennungssysteme, Kompostierung, Upcycling-Projekte, Zero-Waste-Kantinenausgaben oder Müllvermeidungsaktionen im Alltag. Dabei werden auch Eltern und das Schulumfeld mit einbezogen, sodass sich die Wirkung weit über das Klassenzimmer hinaus entfalten kann.

Schulen, die erfolgreich teilnehmen, erhalten eine Zertifizierung als „Zero Waste School“, was sie nicht nur motiviert, sondern auch als Vorbild für andere Schulen sichtbar macht.

So wird Nachhaltigkeit Schritt für Schritt gelebte Realität im Schulalltag – und die Schüler:innen werden zu Multiplikatoren für eine umweltfreundlichere Zukunft.

Kids aus Sumba mit Büchern von Green Books - by Gerhard Engelbrecht
Kids aus Sumba mit Büchern von Green Books – by Gerhard Engelbrech

Noch mehr Initiativen

Trash Hero Indonesia

Trash Heros Indonesia ist eine globale Freiwilligenbewegung. Diverse Trash-Hero-Gruppen in verschiedenen Regionen von Indonesien befreien Strände, Flüsse und Felder von Müll und setzen sich für die Aufklärung der Bevölkerung ein. Die Initiative stellt für die regelmäßigen Cleanups Reinigungsmaterial, Handschuhe und Erfrischungen zur Verfügung. Es ist keine Anmeldung notwendig, du kannst einfach vorbeikommen und mithelfen! Folge Trash Hero Indonesia auf Instagram für mehr Infos.

The Plastic Exchange

Der Balinese Janur Yasa hat das Projekt @theplasticxchange ins Leben gerufen. Die Idee: Reis gegen Plastik. Gesammelter Plastikmüll wird von dem lokalen Team gewogen und gegen Reis getauscht. Die inselweite Initiative kommt bei den Balinesen gut an, denn bis jetzt wurden 771 Tonnen Plastik gesammelt und 170 Tonnen Reis verteilt.

Yayasan Gaia Oasis

Das Team von Gaia Oasis arbeitet an verschiedenen Projekten, denn neben der Müllproblematik (auch mit organischem Müll) ist auch die Wasserversorgung in Bali ein großes Problem. Zusätzlich arbeitet die Yayasan an einem Community-Wald zur besseren Selbstversorgung der Bewohner und an der Entwicklung eines spirituellen Öko-Tourismus der Region.

Gili Eco Trust

Auf den Gili Inseln sieht es nicht anders aus mit dem Müllproblem. Die tolle NGO Gili Eco Trust verbindet das Schöne mit dem Wichtigen. Sie leisten Aufklärungsarbeit, bieten Recycling-Workshops an, unternehmen Eco-Schnorcheltouren mit ihren Gästen oder sammeln beim Stand-Up-Paddeling den Müll auf der Wasseroberfläche ein.

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Müllhalde auf den Gilis – Quelle: Gili Eco Trust

Wie ihr seht geschieht einiges auf Bali und das kleine Paradies ist nicht ganz verloren. Es gibt noch viel mehr Initiativen, als ich euch hier vorstellen konnte. Trotzdem scheint es, dass die ganze Mühe noch zu wenig ist.

Was du tun kannst

Beach Clean Ups

Wie wäre es beispielsweise mit einem Beach Clean Up oder River Clean Up?

Unser Tipp: Mach mit bei Sungai Watch

So kannst du Teil der Bewegung werden: 
– unterstütze das Team als Volunteer
spende oder melde verschmutzte Flussabschnitte
– Nimm an eines der nächsten Cleanup-Termine teil
(Infos findest du direkt auf der Website von Sungai Watch)

Beach Clean Up
Beach Clean Up am Nyang Nyang Beach

Spenden

Natürlich kannst du auch finanzielle Unterstützung leisten. Die o.g. NGOs, sowie viele andere Hilfsprojekte in Indonesien finanzieren ihre Bemühungen aus Spendengelder.

Plastikfrei reisen

Um die Sache nicht noch schlimmer zu machen und deinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten, folge unseren Tipps zu plastikfreiem Reisen in Indonesien.

1) Nutze wiederverwendbare Trinkflaschen 
Eine Trinkflasche (auf Amazon ansehen) ist nicht nur praktisch, sondern ein absolutes Must-Have für alle Indo-Reisenden. Plastikflaschen sind ein riesiges Problem in Indonesien.

2) Verzichte auf Plastikstrohhalme
Weise also am besten bei deiner Bestellung darauf hin, dass du keinen Strohhalm möchtest (ind. „tanpa straw“ oder „tanpa jerami“). Eine Kokosnuss schmeckt ohne Strohhalm eh viel besser!

3) Verzichte auf Plastikbeutel
Mit einem Beutel, den du immer dabei hast, kannst du ganz leicht auf Plastiktüten verzichten, falls du etwas einkaufen solltest.

4) Weniger To-Go und Food-Delivery
Einwegverpackungen aus Styropor und Plastik gehören leider bei GoFood & Co. noch zum Standard. Iss, wenn möglich, direkt vor Ort oder bring dein eigenes Behältnis mit – viele Warungs reagieren darauf sehr positiv.

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Text und Fotos:
Barbara Nickl & Melissa Schumacher

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Melissa Schumacher

Comments

47 Kommentare zu „Bali, das Müllparadies: Von einem Paradies, das einmal war“

  1. Avatar von RDopke
    RDopke

    Sind gerade in Kuta wg. Visaverlängerung Februar 2023!
    Und ja Bali ist so richtig scheisse!
    Und jetzt nach Corona sind noch Bauruinen und Leerstände dazugekommen!

  2. Avatar von blue deep
    blue deep

    ich war 1990 zuletzt auf Bali und habe die Insel in wunderschöner Erinnerung – tolle Landschaft, die Kultur, die Strände, die Unterwasserwelt, die Musik, die besonderen Menschen….. Allerdings ware auch damals schon die Schattenseiten des Massentourismus ansatzweise zu erkennen. Deswegen und wegen der inzwischen bekannten Umweltprobleme – auch aus einem gewissen Verantwortungsbewusstsein heraus – werde ich dort nicht mehr hingehen. Ein 2. Besuch würde zwangsläufig zu einer Enttäuschung werden.

    1. Avatar von Metka
      Metka

      Wir fahren nach 2 Wochen Bali übermorgen nach Hause und werden nie wiederkommen. Ich bin erschüttert. Es ist mir unerklärlich wie man diese wunderschöne Insel in 60 Jahren so verschandeln konnte. Ich kann überhaupt nicht verstehen, was überhaupt man hier noch schön findet. Es ist jedes, aber vollkommen jedes Fleckchen dieser Insel zugemüllt, sogar ganz ganz tief im Jungel und die Reisterrassen genauso. Sicherlich ist der Tourismus auch schuld, aber die Menschen selbst sind so was von respektlos ihrer eigenen Natur gegenüber, der Hand, der sie eigentlich füttert… Ich kann mit Worten meine tiefste Traurigkeit, Wut und Enttäuschung über Lügen und Fake Infos über diesen (Urlaubs)-Müllparadies nicht beschreiben… Wir haben vor dem Urlaub das Buch „122 Things to do in Bali gekauft“ – das Meiste, also mehr als das halbe Buch entspricht auf keinen Fall der Realität. Viele gute Tipps und Hinweise ja, aber kaum ein Wort über den aktuellen und wahren Zustand. Genauso die meisten Beiträge und Reiseblogs über Bali im Internet. Bali – ein echtes Juwel, habe ich gelesen… Da wird mir wirklich schlecht. Eine kleine Entschädigung ist dieser Beitrag. Meiner Meinung nach sind wir, Bewohner dieses Planeten, hoffnungslos verloren, gestern habe ich ganz zufällig (ich glaube auf n-tv) über Verschmutzung der Meeresböden gelesen… Auf einigen Bildern sah der Boden genauso aus wie hier auf Bali….

  3. Avatar von Hermann Heinemann
    Hermann Heinemann

    Habe Ende der 90er Jahre Bali besucht und war begeister! Damals sagte ich, wenn das Paradies existiert und einem Ort auf Erden gleicht, müsste es wie Bali aussehen. Nach diesem Artikel bin ich entsetzt, was aus dieser wunderschönen Insel geworden ist.

  4. Avatar von Nele
    Nele

    Hey 🙂

    ich schreibe momentan an meiner Bachelorarbeit , die das Thema Overtourism, insbesondere auf Bali, mit aufgreifen soll. Ich bin dabei auf euren Artikel gestoßen und finde die Handlungsempfehlungen echt super. Habt ihr für euren Beitrag auch Buchquellen benutzt ?
    Lieben Dank!

    1. Avatar von Lea
      Lea

      Hey Nele, ich bin sehr an Deiner Bachelorarbeit interessiert. Ist es möglich Dich anderweitig zu kontaktieren?

  5. Avatar von
    Anonym

    Frage mich, was jemanden dazu treibt sich nach Bali zu begeben und logischerweise anschliessend zu meckern, dass dort alles Scheisse ist – was ja mittlerweise, seit Jaren sogar, selbst der duemmste, fettgefressenste und ganzkoeperrtaetowierte australische EXwochenendtourist festgestellt hat. Nun, es spielt sich wohl alles im Kopf ab – speziell, wenn da driennen viel Leere herrscht.
    Ich lebe seit 10 Jahren auf Bali – weils billig ist und ich mich auskenne. Als europaeischer Tourist ohne Auswanderungsgedanken ist Bali, nicht nur wegen aller schon von anderen aufgezeigter Problematiken, sondern auch wegen der Anreisekosten/dauer und Abhaengigkeit von Blutsaugern an Ort ein absolutes NOGO.

  6. Avatar von Klara
    Klara

    Finde es super, dass ihr das Problem thematisiert. Manche Superlative und Wertungen im Artikel halte ich jedoch fuer unnoetig und schwierig („Regierung, die als korrupteste der Welt gilt“ etc.). Das ist ja ueberhaupt nicht erklaert oder untermauert. Seit Jokowi und Ahok hat sich schon einiges verbessert und geaendert, im Vergleich zu anderen suedostasiatischen Laendern ist Indonesien ein Musterbeispiel der Demokratie. Ausserdem finde ich es seltsam, den Balinesen vorzuwerfen, dass sie sich an einen modernen Lebensstil gewoehnt haben (kein Bananenblatt mehr, dafuer Coke und Indoemie). In Europa wuerde doch auch niemand mehr freiwillig zur Ernaehrung der 50er Jahre zurueckkehren wollen, ich bin mir sicher ein Leben auf Bali vor 100 Jahren war ebenfalls nicht einfach – trotz weniger Muell. Ich glaube Bali ist ein extrem interessantes Beispiel, wie moderne Muellbekaempfung aussehen kann. Als ich vor ein paar Wochen dort war, gab es nirgends mehr Plastiktueten oder Plastik-Strohhalme – und das ist bestimmt auch dem Tourismus zu verdanken. In anderen, laendlicheren Regionen Indonesiens wie Sulawesi sehen die Straende und Reisfelder naemlich genau so vermuellt aus wie in Bali und das komplett ohne Touristen. Der Schmutz kommt aus dem Meer oder von den Bewohnern, die nie ueber Nachhaltigkeit aufgeklaert wurden. Hier sind Unternehmen und die Regierung in der Verantwortung. Ich wuerde mir jedoch einfach wuenschen, dass etwas objektiver ueber die Situation berichtet wird, anstatt Schuldzuweisungen auszusprechen. Das Problem ist naemlich ziemlich komplex und auf allen Seiten – Touristen, Regierung, Unternehmen – gibt es Akteure, die positive und negative Beitraege leisten.

    1. Avatar von Ahnma

      „Im Vergleich zu anderen suedostasiatischen Laendern ist Indonesien ein Musterbeispiel der Demokratie.“ Bitte, was? So ein Statement kann man auch nicht ohne weiteres droppen, ohne es zu untermauern.

      Aber wie auch immer – das Müllproblem ist schon krass. Kenn ich von Afrika auch und es ist echt gut, dass es solche Beach Clean Ups etc. gibt.

    2. Avatar von Metka
      Metka

      2024 gibt es mehr Plastiktüten und Plastikstrohhalme als je zuvor… Bali ist definitiv keine Urlaubsdestination mehr, leider…

  7. Avatar von steffen
    steffen

    toll was hier so alles geschrieben wird. wie betroffen doch alle sind und alles, nachdem sie das gelesen und gehört haben, nun besser machen wollen. ich lach mich tot ! dann verzichtet mal auf amazon – hin und hergeschicke, euren täglichen kaffee to go, auf jeden tag in der bar rumsitzen und schön essen gehen und auf lieferdienste, weil ihr zu faul oder zu blöd seit, selbst was leckeres zu kochen. kinder in die schule kutschieren, obwohl die gerade einmal 250 m entfernt ist, grillen und den müll liegen lassen, handys dauernd aufladen, weil es keine sekunde ohne die tollen spiele und musik geht und ja auch die ganzen communities bedient werden müssen.
    das fazit: es ist bereits zu spät und keiner will es wahr haben. es ist nichts mehr zu retten – findet euch damit ab !

    1. Avatar von Holger
      Holger

      Der Beste und intelligenteste Kommentar hier, der das Grundproblem thematisiert!

      Die Touristen auf Bali kritisieren und selber dort leben- weil es billig ist! Was für eine Doppelmoral, lächerlich!

    2. Avatar von Metka
      Metka

      Kann ich nur zustimmen. Danke.

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