Home Bali – Tipps für deinen Urlaub auf Bali Die Sache mit dem Fisch auf Bali

Die Sache mit dem Fisch auf Bali

von Melissa Schumacher

In dieser Artikelreihe möchte Barbara etwas näher auf die Umweltverschmutzung in Bali und seine Ursachen eingehen und verschiedene Initiativen vorstellen, die für ein gesünderes und grüneres Bali kämpfen. Den ersten Teil dieser Artikelreihe findet ihr hier.

Über Öl, Müllhalden und Überfischung

Meinen letzten Anflug auf Bali habe ich mit sehr gemischten Gefühlen erlebt. Beim Anblick der majestätischen Vulkane im Morgengrauen, des klaren türkisblauen Meers und der unzähligen Seegraswiesen vor den Küsten Nusa Penidas und Nusa Lembongans hatte ich das Gefühl, das Paradies auf Erden unter mir zu haben.

Als wir uns allerdings Bali näherten, bot sich ein eher trauriger Anblick. Ein langer schmaler Teppich aus braunem Etwas schlängelte sich entlang der Ostküste, unweit von der Halbinsel Serangan – auf der sich eine der offiziellen, Müllhalden befindet.

Das Meer vor dem Hafen funkelte nur so voller Öl und dann diese neue Straße, die durch die Mangrovenwälder hindurch aufs offene Meer hinaus gebaut wurde! Nur um den Flughafen mit den Resorts in Nusa Dua zu verbinden. Von Korallen oder Seegras war gar nichts mehr zu sehen. Nur brauner Lehmboden.

Dabei liegt Bali im Korallendreieck, welches berühmt für seine hohe Artenvielfalt, seine Korallenriffe, Seegraswiesen und Mangrovenwälder ist. Diese gibt es schon noch. Die Riffe an der Süd- und Südwestküste Balis lassen immer noch die Wellen brechen und die Ost- und Nordküste lädt zum Tauchen und Schnorcheln ein.

Allerdings gelten nicht ohne Grund 88% der Riffe Südostasiens wegen Überfischung und Dynamitfischen als gefährdet. Vor allem Indonesien steht unter scharfer Kritik. Auch wirkt sich der Tourismus und der Handel mit lebenden Fischen für unsere Aquarien negativ auf die „Bevölkerungsdichte“ im Meer aus.

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Beim Abladen der tonnenschweren Fische ist Teamwork gefragt. Foto: Barbara Nickl

Über Thunfisch für Japan und leere Netze

Besonders die Küste vor Nusa Dua muss sich sehr verändert haben. Erzählungen zu Folge wimmelte es dort früher von Seegrasbauern und Fischern, die ihre Familien mit den Geschenken des Meeres versorgen konnten. Aber der Bau von immer mehr und immer größeren Hotels an der Küste vertrieb diese Fischer und Seegrasbauern. Und das alles für eine läppische Abfindung von US $2000!

Natürlich gibt es noch Fischer in Bali. Jeden Tag erreicht ein kleines Boot mit einheimischen Fischern den Strand von Padang Padang, kleine Jungs sitzen mit ihren Angelruten auf dem Felsen, vor dem die große Welle bricht und präsentieren am Abend stolz ihren Fang.

Aber ein Freund von mir – er arbeitet als Lifeguard in Padang Padang – erzählt mir davon, dass es nicht mehr viele Fische gibt. Er vermutet, in Deutschland muss es noch viel mehr Fische geben als in Bali, allerdings scheint ihm nicht bewusst zu sein, dass Deutschland keine Insel ist.

Ich erzähle ihm von meinem Ausflug in den Hafen von Benoa vor ein paar Monaten. Dort, wo jeden Tag riesige Schiffe anlegen, die nach Monaten auf hoher See unzählige Tonnen von Thunfisch an Land bringen. Die gefangenen Fische werden im Hafen noch verarbeitet und vor allem nach Japan gebracht. Er weiß von den riesigen Gelbflossenthunfischen, die bis zu 130.000 Euro wert sein können und vor allem in Japan für Sushi beliebt sind und auch nach Deutschland in die Supermarktregale kommen.

Allerdings wird es immer schwieriger Fische zu fangen. 60% des Bestands gelten als überfischt. Da es keine Regulationen auf offener See gibt, und die Fische immer jünger gefangen werden, bleibt keine Zeit sich fortzupflanzen. Die Bestände können sich nicht mehr erholen. Die Schiffe müssen weiter aufs offenen Meer hinaus fahren und auch länger draußen bleiben, fangen aber trotzdem nur 10% von dem, was sie früher gefangen haben.

Greenpeace und der WWF kämpfen für Regulationen und dafür, dass der Fischfang vor allem wieder nur von der lokalen Bevölkerung betrieben werden und ihr auch nutzen soll. Wie die Fischer in Padang Padang.

Ich zeige meinem Freund die Fotos, die ich damals geschossen hatte. Fotos von den Gesichtern der Männer, die einen Großteil ihres Lebens auf hoher See verbringen und die „Drecksarbeit“ für diejenigen erledigen, die das große Geld verdienen. Auch sie sind mitschuldig an der Überfischung der Meere. Aber kann man sie wirklich für ihr Tun verurteilen?

Sie sind ja schließlich nur auf der Suche nach Arbeit und haben oft keine Alternative. Es sind doch viel eher die Zwischenhändler und die Lobbyisten, die man zur Verantwortung ziehen sollte, oder etwa nicht?

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Die Crew, Foto: Barbara Nickl

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Foto: Barbara Nickl

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Warten auf den Transport in die Fischfabrik, Foto: Barbara Nickl

 Lest nächste Woche von 3 Initiativen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Müll aus Bali zu vertreiben. Nur hier, auf indojunkie.com!

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2 Kommentare

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2 Kommentare

wk 16. Juni 2016 - 15:20

Es stimmt,war 1995 das erste Mal in Bali…..danach ca.25x…..2013 das letzte Mal und konstatiere,,,unbeschreiblicher Verkehr,,,Gestank…Müll..Plastik…..in den Touristenorten und auch sehr viel in der Landschaft..
ein sehr großes Wasserproblem..die Trinkwasserpreise steigen und steigen,so dass es für die Bevölkerung immer unbezahlbarer wird,,und im Meer schwimme ich schon lange nicht mehr….ein Jammer

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