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Bali Vulkan: Der Gunung Agung und seine Gefahren

von Melissa Schumacher

Es gibt zur Zeit etwa 550 aktive Vulkane auf der Erde. Einer davon ist der Gunung Agung auf der Insel Bali.

Der 3.142 Meter hohe Bali Vulkan gilt den Balinesen als Wohnsitz ihrer Götter und Ahnen und liegt im Osten von Bali.

Der Vulkan dominiert mit seiner imposanten symmetrischen Silhouette die gesamte Umgebung.

Der heilige Bali Vulkan spuckt in unregelmäßigen Abständen Lava und Asche. An einigen Tagen war die Aschewolke so gewaltig, dass mehrere Flüge in der Region gestrichen werden mussten.

Erfahre in diesem Artikel mehr über den heiligen Bali Vulkan, welche Gefahren er mit sich bringt und wo du dich über die aktuelle Lage des Vulkans informieren kannst.

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Die imposante symmetrische Silhouette des Vulkans „Gunung Agung“ auf Bali

Gunung Agung: Bedeutung, Götter und Tempel

Für gläubige Hindus sind Orte, die dem Himmel am nächsten sind, automatisch Sitz der erhabensten Gottheiten. In der Regel sind das Berge und Vulkane, in diesem Fall der Gunung Agung mit seinen 3142 Metern.

Übersetzt bedeutet Gunung Agung der “erhabene Berg”. Dieser Vulkan galt schon in vorhinduistischer Zeit als heilig. Heute befindet sich an seinen Abhängen der wichtigste Tempel der Insel, der „Muttertempel“ Besakih.

Der Gunung Agung selbst gilt als Residenz von Siwa, der obersten balinesischen Gottheit, aber auch von dessen Manifestation als Sonnengott Surya.

Bis heute sehen die Menschen auf Bali Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche oft im Zusammenhang mit dem Fehlverhalten der Menschheit.

Alle Tempelanlagen Balis sollten auf den Gunung Agung ausgerichtet sein, was je nach den geographischen Kenntnissen der Erbauer allerdings stark variieren kann.

BUCHTIPP

Das Buch „Götter, Geister und Damönen“ schafft einen Überblick über das Weltverständnis, die Kosmologie und Schöpfungsgeschichte, sowie die unterschiedlichen Götter und Dämonen auf der Insel Bali.

Die Insel Bali ist zudem ein Ort voller Märchen, Fabeln und Legenden.Es gibt unzählige balinesische Erzählungen über die bizarre Märchen-Welt von Bali. Die meisten Geschichten sind alles andere als romantisch. Sie handeln von Dämonen, Inzucht und Intrigen.

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Der Muttertempel Besakih

Gunung Agung: Aktuelle Aktivität des Vulkan auf Bali

Der Gunung Agung ist weiterhin aktiv und sollte nicht bestiegen werden. Im Juni 2019 kam es zu erneuten Eruptionen. Glühendes Vulkangestein und Asche wurden gen Himmel geschleudert. Die Ausbrüche dauerten jeweils nur einige Minuten, zeigen jedoch das der Gunung Agung weiterhin aktiv ist und jederzeit ausbrechen kann.

Eine unmittelbare Gefahr für Touristen besteht jedoch nicht – solange man dem Berg nicht zu Nahe kommt. Dazu später mehr.

Wenn du dich über die aktuelle Situation vor Ort erkundigen möchtest, dann schau unbedingt auf der Facebookseite Bali volcano eruptions on Agung 2017-2019 and Lombok quakes 2018 and 2019 vorbei. Die Facebookseite ist super empfehlenswert und zeigt aktuelle Bilder von den Eruptionen des Vulkans und erklärt diese wissenschaftlich – ohne Panikmache.

Auch auf YouTube gibt es Live Cams vom Gunung Agung. Gib dafür einfach „gunung agung live cam“ in das Suchfenster bei YouTube ein, und du wirst aktuelle Bilder sehen können.

Über Vulkane die gerade aktiv sind, kann man sich auch auf einer interaktiven Weltkarte bei volcanoDiscovery oder auf Vulkane Net Newsblog informieren.

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Die Facebookseite Bali volcano eruptions on Agung 2017-2019 and Lombok quakes 2018 and 2019

Gunung Agung: Die Ausbruchshistorie von Balis heiligen Vulkan

Die Stärke eines explosiven Vulkanausbruchs lässt sich am Vulkanexplosivitätsindex (VEI) ablesen.

Der Index beginnt mit der Gefährdungsstufe 0 (= harmloses vulkanisches Ereignis) und geht bisher bis zur Gefährdungsstufe 8 (= gigantischer Ausbruch mit globalen Auswirkungen).

Die meisten Ausbrüche des Gunung Agung sind von geringerer Stärke. Sie liegen im Schnitt zwischen (VEI)=2 bis (VEI)=3.

Aus den Jahren 1808 und 1821 sind erstmalige Eruptionen mit einer Stärke von (VEI)=2 überliefert. Aus der Zeit davor ist wenig bekannt.

Eine erneute Eruption im Jahr 1843 brachte es auf eine Stärke von (VEI)=5. Der Ausbruch 1963 bis 1964, ebenfalls mit einer Stärke von (VEI)=5, gilt als eine der stärksten Eruptionen des 20. Jahrhunderts.

Bei diesem verheerenden Ausbruch wurde knapp 13 Prozent der Insel durch den Vulkanausbruch in Mitleidenschaft gezogen. Die gewaltigen Eruptionen zerstörten 540 km² landwirtschaftlich genutzte Fläche und 185 km² Wald auf Bali, sowie viele Dörfer. Außerdem wurden mehr als 1000 Menschen getötet und 600 verletzt.

Eine weitere Eruption der Stärke (VEI)=2 ereignete sich am 25. November 2017. Die dabei ausgestoßene Asche führte zu einer Sperrung des Flugbetriebs. Über 450 Flüge wurden gestrichen, ca. 59.000 Passagiere saßen am Flughafen Denpasar fest.

Auch im Januar, Februar, Juni und Juli 2018 gab es erneute Eruptionen mit Ascheauswurf.

Im Juni 2019 schleuderte der Gunung Agung glühendes Vulkangestein mehrere 100 Meter ins Umland. Die Aschewolke stieg in eine Höhe von bis zu 9.100 Meter und zog über Denpasar hinweg Richtung Meer.

Schau unbedingt auf der Facebookseite Bali volcano eruptions on Agung 2017-2019 and Lombok quakes 2018 and 2019 für aktuelle News zum Bali Vulkan vorbei!

Gunung Agung: Die betroffene Regionen bei einem Ausbruch des Bali Vulkan

Seit dem Ausbruch im Februar 2018 gilt auf der Insel Bali mindestens die Gefährdungsstufe VEI=3 und eine Sperrzone von 4 km rund um den Krater des Gunung Agung.

Alle Urlaubszentren im Osten von Bali, die in der 12 Kilometer weiten Sicherheits- und Evakuierungszone rund um den Krater liegen, können bei einem erneuten Ausbruch betroffen sein.

2018 war beispielsweise auch der Ort Tulamben innerhalb der Sicherheits- und Evakuierungszone. Die Gegend ist vor allem unter Tauchern beliebt und die ortsansässigen Tauchschulen litten stark an dem Besucherrückgang.

Wir waren vor Ort in Amed außerhalb der Sicherheits- und Evakuierungszone, doch immer noch relativ „nah“ am Gunung Agung. Wir konnten die Ausbrüche live mitverfolgen. Das Dorf war eine Geisterstadt, es waren kaum Touristen vor Ort. Auch hier litten die lokalen Restaurants und Homestays sehr stark an den sinkenden Besucherzahlen – obwohl die Region offiziell als „sicher“ deklariert wurde.

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Den Vulkan auf Bali kann man auch von Lombok aus noch erkennen

Gunung Agung: Gesundheitliche Risiken bei einem Vulkanausbruch

Aufgrund der Tatsache, dass derzeit viele unseriöse Artikel zum Vulkan Agung im Netz herumschwirren, haben wir spontan die TravelMedicus Ärzte angerufen.

Denn in den letzten Tagen haben uns unendlich viele besorgte Leser kontaktiert. Fragen thematisierten vor allem die gesundheitlichen Risiken von Aschepartikeln und Vulkandämpfen.

Da wir keine Ärzte oder Vulkanologen sind, können wir in dem Fall natürlich keine fundierten Antworten liefern.

Dr. Thomas Ly war aus beruflichen Gründen beim Ausbruch des Merapi Vulkan auf Java dabei. Er hat sich kurz Zeit genommen und uns via Telefon ein bisschen was zu den „Risiken eines Vulkanausbruch auf Bali“ erzählt.

Die folgenden Inhalte sind aus einem unvorbereiteten und privat geführten Interview – ohne nachfolgende Bearbeitung.

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Der „schlafende“ Merapi Vulkan über den Wolken

Aschepartikel und giftige Vulkandämpfe

Die Gefahr durch das Einatmen von Aschepartikeln ist nicht anders zu bewerten wie die Gefahr eine Portion Strandsand oder Meerwasser in die Lunge zu bekommen.

Natürlich gibt es bei Vulkanen immer auch die Gefahr giftiger Dämpfe (die „Giftigkeit“ liegt aber hierbei in der Konzentration der Stoffe), wie einem vielleicht von Vulkanbesteigungen oder Dokumentationen bekannt ist. Es riecht am Gipfeln bzw. Kratern oft nach „faulen Eiern“ (z.B. am Sibayak Vulkan) und die Bilder der Schwefelbauer vom Ijen Krater kennen sicherlich auch einige unter uns.

Bei einem Ausbruch des Gunung Agung auf Bali geschieht nichts anderes, wie an gleichartigen Vulkanen in Indonesien.

Wir waren in Indonesien bei Ausbrüchen u.a. am Rinjani, Egon, Ibu, Palu’e und wiederholt am Merapi mit dabei.

Es gab immer Menschen in den Sperrzonen oder im direkten Ascheniederschlagsgebiet, welche durch das Einatmen von Aschepartikeln einen Reizhusten hatten.

Aber es gab nie ausserhalb der Sicherheitszonen auch nur einen Fall von Atemproblemen durch giftige Gase aus dem Vulkan.

Diese giftigen Gase werden normalerweise mit der Eruptionskraft und der Hitze unmittelbar in höhere Luftschichten getragen und dort verteilen sie sich.

DOKUTIPP: GUNUNG API – LEBEN AM FEUERBERG 

In der Doku kannst du einen realen Ausbruch des Merapi im Oktober 2010 erleben.

Die Köpfe hinter der Doku haben die Menschen aus dem Ort Kaliadem vor, während und nach der Eruption begleitet. Die Gegend wurde durch pyroklastische Ströme völlig zerstört. 147 Bewohner kamen ums Leben.

In der Doku erklären Wissenschaftler zudem die Vorgänge rund um die Eruptionen des sogenannten Feuerberges.

ZUR DOKU

Angstmachende Artikel über Balis gefährlichen Vulkan

Wer sich durch das Lesen der vielen unseriösen Artikel, die derzeit umhergehen, zu sehr verängstigen lässt, sollte besser nicht nach Bali reisen. Denn schließlich soll man sich im Urlaub entspannen und nicht ständig Angst haben.

Wer bedacht und kritisch ist (und wer ggf. auch problemlos mal zwei Wochen Urlaubszwangsverlängerung infolge von Flugausfällen in Kauf nimmt), sollte sich ein kleines Notfallpaketchen (u.a. Atemschutzmasken) ins Gepäck legen, die Sperrzonen meiden und in seinem Zimmer vor Ort ein paar Flaschen Wasser, ein paar Kekse, Kerzen und Batterien lagern und ansonsten den Urlaub geniessen.

Wer mit Kindern reisen möchte und die Reise hinterfragt, sollte es lassen. Denn das Erleben von plötzlicher Dunkelheit durch warm herabrieselnde Vulkanasche kann ein wenig gespenstig sein und irgendwo ist dann immer jemand, der/die aus Angst wimmert oder um Hilfe ruft – verständlicherweise.

Ebenso wird es beim Supermarktbesuch oder in Krankenhäusern und am Flughafen „unruhiger“ sein, der Anblick der Eruption mit den begleitenden Blitzen, das tiefe Bass-/Druckerlebnis durch die Eruption und begleitende Beben – so etwas muss man als Elternteil abfangen können „um das Kind vor einem Trauma zu bewahren“.

Schau dir im Video gunungapi.com bei Minute 18:07 die Augen des Kindes an.

Wer mit Kindern reist, sollte ein Notfallpaket für Erwachsene und eines für jedes Kind mit ins Gepäck packen und vorbereitet sein für den Fall der Fälle (Dunkelheit, Stromausfall und Isolation).

Und vielleicht erleben sie gemeinsam „das Erlebnis ihres Lebens“, denn Naturgewalten lehren Respekt vor dem Leben – dem Eigenen, dem des Anderen und dem der Natur und ihrer gesamten Flora und Fauna.

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Der „schlafende“ Vulkan auf Bali bei Nacht

Gunung Agung: Kann man Vulkanausbrüche vorhersagen?

Auch in unserer hochtechnisierten Zeit, kann man Vulkanausbrüche nicht zu 100% sicher vorhersagen. In den meisten Fällen können Vulkanologen nur die Aussage treffen, dass möglicherweise eine Eruption bevorsteht.

Wann genau diese dann eintritt, bleibt aber ungewiss.

Die Aufheizphase bei einem Vulkan bis zum Ausbruch kann Monate aber auch Jahre dauern.

Fehlalarme kommen häufig vor.

Doch lieber ein Fehlalarm zu viel, als ein unerwarteter, plötzlicher Vulkanausbruch, der Menschenleben kosten kann.

Das Problem: Die Bewohner der Evakuierungszonen kommen nicht zur Ruhe. Zum Teil hausen sie in provisorischen Flüchtlingscamps – ohne Gewissheit, wann sie zurück nach Hause kehren können.

Wenn du dich für Vulkanflüchtlinge engagieren möchtest, kannst du u.a. an die Stiftung von Gaia Oasis spenden. Bei der Spende solltest du explizit auf die Vulkanflüchtlinge hinweisen. Wir haben das Flüchtlingscamp selbst besucht und es hat einen guten Eindruck gemacht.

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Kids im Flüchtlingscamp in Tejakula

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Die Stiftung von Gaia Oasis kümmert sich um Essen- und Sachspenden für die Vulkanflüchtlinge

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Flüchtlingslager in Tejakula im Norden von Bali, finanziert u.a. von der Stiftung Gaia Oasis

Gunung Agung: Was tun, wenn während meines Urlaubs der Bali Vulkan ausbrechen sollte?

Wichtigste Regel ist: Sperrzonen, auch aufgrund akuter Gefahr durch Erdbeben, unbedingt beachten und Anweisungen lokaler Behörden Folge leisten.

Ferner ist mit Beeinträchtigungen im Flugverkehr bis zur vollständigen Schließung von Flughäfen zu rechnen. Dabei solltest du dich rechtzeitig über Ausweichflughäfen erkunden.

Die meisten Fluggesellschaften bieten bei Flugausfällen wegen eines Vulkanausbruches meist kostenlos einen späteren Flug auf Kulanzbasis an. Ein Anrecht darauf besteht jedoch nicht, da Vulkanausbrüche zur „höheren Gewalt“ zählen.

Gegebenenfalls muss der Tourist eine Umbuchung oder Folgekosten für eine unfreiwillige Verlängerung des Aufenthaltes selbst übernehmen.

Falls du deinen Flug selber über Singapur, Kuala Lumpur & Co. gebucht hast, musst du auch selber eine Alternative finden um deinen Flug nach Bali oder Deutschland zu erwischen.

Wir sind beispielsweise mit dem Bus nach Surabaya gefahren und von dort nach Kuala Lumpur geflogen. Dabei sind lediglich 150 Euro Mehrkosten entstanden.

LesetippBali Flug: Tipps zu Airlines, Flugzeit, Kosten und Flughafen Denpasar

Da Vorhersagen über Vulkanausbrüche unzuverlässig sind, muss jeder Urlauber für sich entscheiden, ob er seinen Urlaub in einem ausbruchsgefährdeten Vulkangebiet antreten möchte.

Meistens ist aber nur das direkte Umfeld eines Vulkans von einer Eruption betroffen, sodass keine unmittelbare Lebensgefahr für Touristen besteht, wenn sie sich außerhalb der Sperrzone aufhalten.

Schau unbedingt auf der Facebookseite Bali volcano eruptions on Agung 2017-2019 and Lombok quakes 2018 and 2019 für aktuelle News zum Bali Vulkan vorbei!

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Tage an denen der Gunung Agung „schläft“, gibt es zu Genüge

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1 Kommentar

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1 Kommentar

Lea Christin 24. Juli 2018 - 1:08

Sehr informativer Post, ich werde selbst bald möglicherweise eine Zeit lang Bali erkunden, und da ist es gut, wenn ich ein bisschen aufgeklärter bin. 🙂
Nun nach dem Abi werde ich ab August auch für 365 Tage den Planeten bereisen und ich bin so voller Vorfreude gegenüber all den Herausforderungen und Eindrücken die mich erwarten werden…
Du hast mich auf jeden Fall als eine neue Leserin dazu gewonnen.
Liebste Grüße, Lea von http://leachristin.com

Antworte Lea

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