Ijen: Blaues Feuer, Sternenhimmel und Schwefelabbau

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Blick in den Krater Ijen

Blaues Feuer, Schwefelabbau und giftiger Schwefeldampf. Selten bietet sich die Möglichkeit dieses gigantische Naturwunder zu bestaunen.

Besser gesagt: Nur in Indonesien, auf der Hauptinsel Java, hast du auf dem Vulkan Ijen die Möglichkeit, das blaue Feuerwunder zu sehen.

Im Juni sind wir nach Java um genau dieses Naturwunder zu bestaunen. Von Bali aus sind wir mit dem Roller nach Gilimanuk um von dort mit der Fähre nach Java zu fahren. Die Fahrt ist relativ anstrengend, weshalb wir bereits einen Tag vorher los sind, um in Banyuwangi noch schlafen zu können – denn der Aufstieg zum Vulkan Ijen beginnt bereits um ein Uhr nachts.

Achtung: die Zeit wird umgestellt!

Ijen Besteigung: Die Vorbereitungen

Im Vorfeld hatten wir bereits mit unserem Guide, den Freunde uns empfohlen haben, den Treffpunkt und die Uhrzeit vereinbart.

Es ist unbedingt empfehlenswert, sich im Vorfeld über einen Guide zu informieren und alles zu vereinbaren.

Aber was macht den Vulkan Ijen überhaupt so besonders?

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Im Innern des Ijen Kraters

Der Vulkan Ijen ist einer der 38 Vulkane auf Java. Aber nicht nur das einmalige blaue Feuer macht den Vulkan Ijen so besonders. Genauso beeindruckend ist der Schwefelabbau und der Krater selber.

Der Kratersee (Kawah Ijen) wird von Experten als das größte Säurefass der Welt bezeichnet. Das Wasser ist schwefelhaltig und zeigt, wie aktiv der Vulkan ist.

Der Schwefel tritt gasförmig aus dem Vulkan. In Rohren wird er abgekühlt und an der Erdoberfläche lagert er sich ab. So können die Schwefelarbeiter Brocken hauen, die sie dann in ihren Körben nach unten tragen.

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In Rohren kühlt der gasförmige Schwefel ab

Frühes Aufstehen lohnt sich

Das blaue Feuer ist nur nachts zu sehen, weshalb du unbedingt nachts auf den Ijen Vulkan steigen solltest. Fälschlicherweise wird es manchmal als blaue Lava bezeichnet. Vielmehr ist es, wenn sich der Schwefel und andere Gase an der Luft entzünden.

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Das blaue Feuer des Ijen Vulkans

Die andere Seite des Ijens

Die letzten Eruptionen des Vulkan Ijen mit giftigen Gasausbrüchen waren 1993, 1994, 1997 und 1999. Im Jahr 1976 erstickten dort 49 von insgesamt 50 Gasarbeitern.

Das Abenteuer beginnt – der Aufstieg

Um 1 Uhr morgens wurden wir von unserem Guide und einem Fahrer an unserem Hotel abgeholt. Am Abend zuvor hatten wir uns mit Proviant eingedeckt, den wir im Endeffekt aber überhaupt nicht gebraucht haben. Also überleg dir gut, wie viel du essen möchtest und nimm nicht zu viel unnötigen Ballast in deinem Rucksack mit.

An den warmen Klamotten darfst du allerdings nicht sparen. In der Nacht kann es auf dem Ijen relativ kalt werden.

Im Schein der Taschenlampe und tausenden Sternen

Nach einer etwas 45-minütigen Autofahrt, beginnt der Aufstieg.

Wir waren zu zweit mit unserem Guide, dadurch konnten wir unser Tempo bestimmen und Pause machen, wenn wir eine brauchten. Der Anstieg ist sehr anstrengend. Dazu kommt, dass man nur etwa zwei Meter Sicht hat, genau so weit, wie der Schein der Taschenlampe reicht. Auf dem sandigen Boden muss man aber vorsichtig sein, um nicht wegzurutschen.

Doch schon beim Aufstieg waren meine Freundin und ich uns einig, dass sich die Anstrengungen lohnen. Wir wurden belohnt mit einem wunderschönen Sternenhimmel und einer sehr deutlich sichtbaren Milchstraße. In der Ferne sieht man außerdem eine rote Lavawolke, vom Nachbarvulkan Raung.

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Sternenhimmel mit Aussicht auf den aktiven Vulkan Raung

Wir sind etwa anderthalb Stunden die drei Kilometer zum oberen Kraterrand gelaufen. Von oben konnten wir bereits das blaue Feuer sehen, das unten im Kraterinnern brennt. Dieses Spektakel wollten wir aus dem Nahen betrachten und wir sind den steinigen Weg in der Dunkelheit nach unten geklettert.

Hati-Hati auf dem Weg in den Krater

Das Wort Klettern passt hier wohl am besten, denn der Weg in den Krater des Ijen Vulkan besteht hauptsächlich aus Steinen und Felsen. Gutes Schuhwerk und insgesamt die Ausrüstung ist deshalb sehr wichtig!

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Warnschild am Rand des Ijen Kraters

Schwefelabbau – einer der härtesten Jobs der Welt

Auf dem Weg in den Krater begegnen dir bereits einige Schwefelarbeiter. Diese Schwefelarbeiter steigen täglich bis zu zwei Mal in den Krater, um dort Schwefel abzubauen und nach unten zu transportieren.

Bezahlt werden die Schwefelarbeiter pro Kilo Schwefel, allerdings sehr schlecht (900 indonesische Rupiah, also ein paar Cent pro Kilo).

Da vor allem der Weg in den Krater sehr steinig ist, müssen die Arbeiter ihre Körbe auf den Schultern tragen. Unvorstellbar für uns!

Die Körbe wiegen bis zu 100 Kilogramm! Und ich fand den Aufstieg schon mit meinem kleinen leichten Rucksack sehr anstrengend.

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Die Vorrichtung mit zwei Körben, welche die Schwefelarbeiter vollgepackt nach unten tragen – auf ihren Schultern!

Hinzu kommt, dass die Arbeiter den Schwefel teilweise ohne Maske in dem giftigen Schwefeldampf abbauen. Auf lange Sicht kann das die Ursache für ernsthafte Krankheiten sein. Wir hatten Gasmasken dabei. Der Dampf ist sehr unangenehm in den Augen und verursacht Hustenreiz.

Die Bewohner von Banyuwangi, wo die meisten Schwefelarbeiter wohnen, suchen sich diesen Beruf nicht aus. Wenn der Vater Schwefel abbaut, ist seit der Kindheit klar, dass der Sohn diesen Job auch machen wird. Der älteste Schwefelarbeiter, der immer noch täglich einmal auf den Vulkan steigt, ist über 70 Jahre alt.

Einmaliger Ausblick vom Gipfel

Bevor wir wieder nach unten gingen, wollten wir noch einmal den Krater von oben sehen und sind bis an den Gipfel des Ijen gelaufen. Von dort oben hatten wir eine einmalige Sicht auf den Kawah Ijen – den Kratersee und den Schwefeldampf.

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Der Kratersee – Kawah Ijen und der giftige Schwefeldampf

Und bevor du dich an den genauso anstrengenden Abstieg machst: Genieße den überwältigenden Ausblick und einmaligen Moment auf 2800 Meter.

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Am Gipfel mit Ausblick auf den Krater

Text und Fotos: Lisa Scheffold

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Über die Autorin: Hei, ich bin Lisa. Im Sommer habe ich mein Auslandssemester auf Bali verbracht und mich in Indonesien verliebt. Während diesen vier Monaten konnte ich nur einen kleinen Teil der vielen Inseln entdecken, weshalb ich sicher schon bald wieder nach Indonesien reisen werde.

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25 Comments
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  9. Hallo Lisa,

    Wir möchten gerne im September Indonesien erkundigen.
    Wäre super nett, wenn du uns zukommen lassen kannst, welchen Guide du hattest, da wir uns auf den dann gut verlassen könnten.

    Danke im Voraus,
    Viktoria

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  13. GUIDE&TOUR

    Wir haben in Banyuwangi im “Osing Vacation Homestay” übernachtet. Der Eigentümer ist ein super Typ, der einem viel über Land und Leute erzählen kann und er organisiert auch Guides für seine Gäste. Wir waren sehr zufrieden. Das ganze hat uns etwa 20USD pro Pers gekostet mit allem Drum und dran (Fahrt, Fee, Gasmasken & Taschenlampen). Normalerweise machen wir solche Touren lieber auf eigene Faust. Weshalb wir sehr kritisch waren. Aber unser Guide hat uns super viel Zeit gelassen und einiges erzählen können. Er war früher selber einmal Schwefel-Träger. Dies ist auch ein Punkt, den man bedenken sollte. Klar kann man da alleine hochgehen. Aber andererseits kann man auch einen Arbeitsplatz sichern bzw. Perspektiven für die Locals schaffen.

    EMPFEHLUNG : Nehmt, wenn ihr den Schwefel-Arbeitern, etwas Gutes tun wollt, ein paar kleine Flaschen Wasser, Gebäck oder eine Schachtel Zigaretten mit und verteilt sie an die Arbeiter im Krater. Solche Kleinigkeiten werden gern genommen und das Lächeln, dass ihr dafür erntet, ist unbezahlbar. Ihr könnt deren Lohn auch aufbessern, indem ihr eine der kleinen Schwefelfigürchen abkauft, die sie fertigen. Dafür gibt es i.d.R. keine festen Preise, sondern man gibt, was man möchte.

  14. Pingback: Auf einen Kaffee mit dem deutschen Auswanderer Werner

  15. ich bin Indonesien und habe ich ein Fahrt nach Kawah Ijen. Schwefelarbeiter ist ein harter Job, naturlich und verdienen sie zu wenig Geld. Es ist nicht genug für Lebenshaltungskosten. Schade!

  16. Hey Lisa,

    Welchen Guide habt ihr kontaktiert und wie viel habt ihr für die gesamte Tour bezahlt?

    Wäre super wenn du mir die Infos geben könntest fliegen in ca 2 Wochen nach Bali!

  17. Hallo Lisa,

    was für einen Guide hattet ihr für die Besteigung des Ijen? Könntest du mir die Kontaktdaten allenfalls weiterleiten?

    Danke im Voraus :-)
    LG Mia

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  19. Pingback: Vulkane in Java: Ijen, Sikadang und Co.

  20. Hey,
    was habt ihr denn für eure Tour gezahlt und was hat das alles beinhaltet (Gasmasken, Taschenlampe…)?
    Kannst du euren Guide empfehlen oder weißt du wo man gute findet?
    Habe vor den Ijen Mitte Februar zu besteigen :-)
    LG Alice

    • Hallo,ich werde in gut 2wochen den ijen besteigen!
      Meine fragen sind wie viel hat es gekostet?was ost alles beinhaltet und wie lange ging diese tour?
      Gruss maximilian

      • Falls du noch nicht dagewesen bist – Scooter leihen für 5€ und selbst hinfahren mit Google maps. Guide brauch man auch auf dem Berg nicht, das ist alles einfach zu finden.

  21. Hallo Lisa,

    wann warst Du am Ijen?

    Bist Du sicher dass die rote Lavawolke die Du gesehen hast war vom Bromo war? Der Bromo ist über 160 km westlich vom Ijen, es erscheint mir sehr unwahrscheinlich dass ihr so weit sehen konntet.

    Der Raung dagegen ist nur 20 km entfernt, er ist wirklich der nächste aktive Nachbarvulkan.

    • Hallo Wolfgang,

      Vielen Dank. Ich hab die beiden Vulkane verwechselt. Es ist der Vulkan Raung. Ich habs bereits geändert im Text.

      Liebe Grüße,
      Lisa

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