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Sorong Papua: Eine Stadt am anderen Ende der Welt

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Gunda von sorong-westpapua.com

West Papua – unberührter Dschungel, authentische Naturvölker, und eine unvergleichliche Unterwasserwelt.

Atemberaubende Landschaften, wohin das Auge reicht und lebensfrohe, lachende Menschen.

Eines der letzten Paradiese der Welt.

Raja Ampat mit seiner schillernden bunten Unterwasserwelt, ist wohl das bekannteste Fleckchen in dieser Gegend.

Doch auch das Hochland West Papuas mit seinem dichten Dschungel sollte nicht unterschätzt werden.

Ob über oder unter Wasser – West Papua ist in jedem Fall eine Reise wert.

Erster Stopp auf einer Reise nach Raja Ampat bzw. West Papua ist meistens die Hafenstadt Sorong. Sie ist nicht nur ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für Urlauber, sondern auch für Polizei, Militär und die großen Gas- und Ölfirmen der Region.

Erfahre in diesem Beitrag alle wichtigen Infos, die du für deinen ersten Aufenthalt in Sorong wissen solltest.

Unterkunftstipp für Sorong: Swill-Belhotel Sorong oder favehotel Sorong
Sorong City Header

Welcome to Sorong City!

Sorong, eine Stadt, die keiner anderen in Indonesien gleicht

Sorong ist eine Stadt voller Kontraste.

Der Meltingpot zwischen Papua und Indonesien.

Eine Stadt mit unzähligen Moscheen, Kirchen, Frauen in Hijabs, Papuas mit dunkler Haut und krausem Haar, Kindern mit großen Augen und zerrissenen T-Shirts, die barfuß auf den Straßen spielen, verrückter Musik, herzhaftem Lachen, jeder Menge Autos und Motorräder und und und…

Laut, überwältigend und verschmutzt – das ist normalerweise der erste Eindruck, den Besucher von Sorong haben.

Und die meisten können es kaum erwarten, diese Stadt so schnell wie möglich wieder zu verlassen.

Nichtsdestotrotz gibt es in Sorong einiges zu entdecken. Mach dich darauf gefasst, überall aufzufallen, egal wohin du gehst.

Auch wenn Sorong schon einige Touristen zu Gesicht bekommen hat, scheinen Einheimischen jedes Mal in Freudenschreie auszubrechen, wenn sie Ausländer sehen.

Aber wenn du offen und locker damit umgehen kannst, wird dir Sorong einige außergewöhnliche Begegnungen bescheren!

Mia Sorong 1

Wir sind uns sicher: Sorong wird dir außergewöhnlichen Begegnungen bescheren!

Aktuelle Situation in Sorong

In mehreren Großstädten der Provinzen Papua und West-Papua kam es seit dem 17. August (dem Unabhängigkeitstag Indonesiens) vermehrt zu Demonstrationen und Protesten.

Während der Auseinandersetzungen wurde das Internet in beiden Provinzen gesperrt.

Seit Anfang September 2019 hat sich die Lage in Sorong wieder entspannt. Auf den Straßen fanden keine weiteren Demonstrationen oder Proteste statt. Seit Mitte September ist das 4G-Mobilfunknetz wieder erreichbar.

Mehr Infos findest du in folgenden Artikeln:

nzz.ch
dw.com

Was bedeutet das für Touristen?

Wenn du nach Papua reisen willst, kannst du das nach wie vor tun. Touren nach Raja Ampat oder geführte Ausflüge ins Hochland sind kein Problem.

Versuche auf jeden Fall, Menschenansammlungen und Demonstrationen in den Städten zu vermeiden.

Falls das einmal schwierig werden sollte, mische dich nicht in die Geschehnisse ein und äußere nicht offen deine Meinung dazu. Foto- und Videoaufnahmen sollten auf keinen Fall gemacht werden!

Verlässliche Informationen im Netz zu finden, gestaltet sich etwas schwierig. Wenn du deinen Urlaub schon geplant hast und dir unsicher bist, frage bei deinem Resort oder Ansprechpartner vor Ort nach.

Für aktuelle Infos kannst du mich gerne kontaktieren (info@sorong-westpapua.com) oder hier vorbeischauen.

Die Anreise nach Sorong

Die Anreise erfolgt normalerweise per Inlandsflug von Jakarta oder Bali (mit Zwischenstopp in Makassar).

Einige Airlines bieten auch Direktflüge von Manado oder Ambon an. Flüge kannst du u.a. auf der indonesischen Flugsuchmaschine tiket.com vergleichen.

Der Domine Eduard Osok Flughafen in Sorong ist klein und überschaubar. Er hat 2004 den alten Jefman Flughafen abgelöst, der als ehemaliger Flugplatz im Zweiten Weltkrieg diente.

Die meisten Flüge sind Nachtflüge, das heißt die Ankunft in Sorong erfolgt morgens zwischen 7 und 9 Uhr.

Das ist perfekt, wenn du gleich nach Raja Ampat weiterreisen möchtest, denn die erste Fähre legt morgens um 9 Uhr ab.

Die Fahrt vom Flughafen zum Hafen dauert ca. 10 Minuten. Alternativ kannst du auch die Nachmittagsfähre um 14 Uhr nehmen.

Eine weitere Möglichkeit, nach Sorong zu reisen, ist mit einer der großen Pelni Fähren von Java aus.

Sie starten meist in Jakarta und halten unter anderem in Surabaya, Makassar, Ambon und Ternate.

Nach mehreren Tagen erreicht die Fähre dann auch Sorong – und von dort aus geht die Reise Richtung Jayapura weiter.

Die Abfahrtszeiten sind unregelmäßig und sollten immer vor Ort in einem der Ticketbüros abgeklärt werden.

Im Vergleich zu den Inlandsflügen sind die Fährpreise recht günstig, was zur Folge hat, dass die meisten Schiffe überfüllt sind. Wer das Glück hat, eine der begehrten Kabinen zu ergattern, darf sich auf eine abenteuerliche Reise freuen!

Harbour Sorong

Der Hafen von Sorong

Unterwegs in Sorong

Um dich innerhalb der Stadt fortzubewegen, hast du mehrere Möglichkeiten.

Am einfachsten und komfortabelsten ist es mit einem privaten Taxi. Dieses kannst du in jedem Hotel buchen und wird normalerweise pro Stunde abgerechnet (100.000 IDR für eine Stunde ist ein guter Deal).

Ojeks sind kleine Motorbike-Taxis, die es in ganz Indonesien gibt. Sie stehen üblicherweise vor Hotels, am Hafen oder an Straßenkreuzungen und bringen dich schnell von A nach B. Solltest du mal kein Ojek entdecken, keine Sorge! Normalerweise dauert es in Sorong nicht lange, bis das nächste Motorrad anhält – vor allem bei einem Ausländer, der zu Fuß unterwegs ist. Kurze Strecken kosten 15.000 IDR und die längeren 20.000 IDR.

Angkots (angkotan kota) sind die kleinen gelben Minibusse, die von morgens bis abends die Hauptstraßen auf und ab fahren. Sie sind die beste Möglichkeit, wenn du mit Einheimischen in Kontakt kommen willst.

Wichtig ist, dass du weißt, wohin du willst. Frag am besten immer die Fahrer, sie sind normalerweise sehr hilfsbereit und helfen dir beim Umsteigen. Außerdem vermeidest du auf diese Weise, dass der Fahrer unerwartet von der Hauptstraße abbiegt und eine andere Route einschlägt. Eine Fahrt – egal wohin – kostet 5.000 IDR.

Fans von Gojek dürfen sich freuen! Seit August 2019 gibt es Südostasiens führende Multi-Service-Plattform endlich auch in Sorong. Es funktionieren momentan zwar nur die Funktionen GoRide und GoFood (und die auch nur sehr langsam) – aber das ist schon mal ein guter Start.

Angkots-Sorong-Papua-1

Angkots in Sorong

Unterkünfte in Sorong

Mit den steigenden Touristenzahlen und der erhöhten Nachfrage hat Sorong auch an Unterkünften zugelegt.

Von einem einfachen Guesthouse bis zu einem 4 Sterne Hotel wirst du alles finden.

Allerdings solltest du im Hinterkopf behalten, dass West Papua, im Gegensatz zum Rest Indonesiens, ziemlich teuer ist.

Für eine gute Unterkunft solltest du also etwas mehr Geld einplanen – beziehungsweise nicht überrascht sein, wenn die Unterkunft nur sehr sporadisch eingerichtet ist.

Swissbel Hotel

Das einzige 4 Sterne Hotel in Sorong ist das Swissbel Hotel. Es hat eine perfekte Lage zwischen Flughafen und Fähr-Hafen und ist nicht weit vom Meer entfernt. In den oberen Stockwerken hast du sogar Meerblick und kannst mit etwas Glück wunderschöne Sonnenuntergänge sehen. Preislich liegt es in der oberen Kategorie.

Im Vergleich jedoch zu anderen Hotels ist es meiner Meinung nach die beste Wahl. Das Frühstücksbuffet ist großzügig, die Zimmer perfekt ausgestattet und die Mitarbeiter super freundlich und hilfsbereit. Außerdem gibt es einen kleinen Pool und einen Fitnessraum. Gerade nach einer Dschungel-Tour im Hochland oder Island-Hopping in Raja Ampat tut es gut, sich etwas Luxus zu gönnen.

FaveHotel

Ein weiteres nettes Hotel, weniger luxuriös, ist das FaveHotel in Flughafennähe. Seine Lage macht es zum optimalen Transferhotel, wenn du einen Flug frühmorgens erwischen musst. Die Zimmer sind klein, haben jedoch alles, was man braucht.

Teilweise hat man einen tollen Ausblick auf den Flughafen. Direkt neben dem Hotel befindet sich das Restaurant „Dapur Berkat“ mit leckeren indonesischen Gerichten und frischem gegrillten Fisch – was will man mehr!

→ Weitere Infos zu Hotels in Sorong findest du hier.

Sunset Sorong

Sunset in Sorong

Essen gehen in Sorong

Wie in jeder anderen indonesischen Stadt, gibt es auch in Sorong unzählige kleine Essensstände und Warungs zum Schlemmen.

Tempok Berlin

Am bekanntesten ist die „Tembok Berlin„, übersetzt ist das die „Berliner Mauer” ist. Gemeint ist damit eine Aneinanderreihung von kleinen Warungs, direkt zwischen Hauptstraße und Meer (leider ohne Meerblick).

Jeden Abend, wenn die Sonne untergeht, werden die Essensstände aufgebaut. Gerade als Fisch-Fan solltest du hier vorbeischauen. Den kannst du dir selbst aussuchen und zuschauen, wie er vor deinen Augen frisch zubereitet wird.

Die Tembok Berlin ist auch unter Locals ein beliebter Ort zum Abendessen und zusammen sein.

✓ Mein Tipp: Bei der Menge an Ständen hat man wirklich die Qual der Wahl. Suche dir zum Essen den Stand mit den meisten Gästen aus – die Einheimischen wissen normalerweise, wo es am besten schmeckt!

Tembok Berlin Sorong

Tempok Berlin in Sorong

Dapur Berkat

Auch wenn du nicht im FaveHotel absteigst, solltest du einen Abstecher in das Restaurant „Dapur Berkat“ machen. Es hat einen schönen Außenbereich und einen großen klimatisierten Innenbereich.

Leckere Klassiker wie Nasi Goreng und Mie Goreng können mit frischem Fisch und Seafood aufgepeppt werden.

Ganz Mutige können hier das Papua-Nationalgericht Papeda bestellen, das normalerweise in Kombination mit einer leckeren Suppe gegessen wird.

✓ Mein Tipp: Bestelle Sukun Goreng (frittierte Brotfrucht) als Vorspeise oder Snack. Die gibt es nicht in jedem Restaurant und schmeckt super lecker!

Nasi Goreng Tempeh Sorong

Nasi Goreng Tempeh

Rumah Makan Mini

Das Restaurant „Rumah Makan Mini“ befindet sich in der Nähe des Supermarktes Yohan und bietet indonesisch-chinesische Küche an. Die Portionen sind reichlich und eignen sich perfekt zum Teilen.

Neben Nudelgerichten, Suppen, Fleisch und Fisch gibt es auch leckeres Gemüse.

✓ Mein Tipp: Wenn du ein rein vegetarisches Gericht bestellen möchtest, solltest du das bei der Bestellung nochmal explizit betonen (ein paar indonesische Vokabeln sind hilfreich).

Leider kann es sonst passieren, dass dein Gemüse-Gericht mit Hühnchen garniert wird (da viele Indonesier Hühnchen nicht als richtiges Fleisch sehen – warum auch immer).

Das Gleiche gilt übrigens auch für Knoblauch, bei Mini wird großzügig damit gekocht. Wenn du darauf lieber verzichten möchtest, gib es bei der Bestellung direkt mit an.

Gut zu wissen: Restaurant Mini schließt nachmittags um 14.30 Uhr und macht erst um 17.30 Uhr wieder auf. Sonntags ist Ruhetag.

Mini Terong-Sorong

Das Gericht „Terong“ kann ziemlich scharf werden!

Café Calais Artisan Bubble Tea & Coffee

Entspannt im W-Lan surfen und dabei leckeren Kaffee trinken, kannst du im „Café Calais Artisan Bubble Tea & Coffee“, über dem Supermarkt Thio direkt an der Hauptstraße.

Dort findest du eine großzügige Auswahl an Heiß- und Kaltgetränken, Smoothies, warmen Gerichten und das Beste – sündhaft leckeren Desserts!

Finde weitere tolle Restaurants in Sorong hier.

Calais-sorong-1

Café Calais Artisan Bubble Tea & Coffee

Auf Erkundungstour in Sorong

Ein Spaziergang durch die Stadt

Sollte dich die Abenteuerlust packen, während du in Sorong bist, dann ist das einfachste ein Spaziergang durch die Stadt – natürlich nicht unbedingt zur größten Mittagshitze.

Die Papuas sind ein lockeres, entspanntes und unkompliziertes Volk und SEHR interessiert an jedem Ausländer. Normalerweise dauert es nicht lange und sie sprechen dich an oder bitten um ein gemeinsames Selfie. Wenn du offen dafür bist und neugierig durch die Straßen läufst, wirst du definitiv nicht lange alleine sein.

Auch wenn viele Einheimische nur ein paar Vokabeln Englisch sprechen, freuen sie sich immer, wenn sie sie vorführen können (und wenn es nur ein „Hello Mister!“ ist). Wenn du dann noch ein paar indonesische Wörter kennst, wirst du sie auf jeden Fall zum Strahlen bringen.

Und wer weiß, vielleicht laden sie dich ja auf die eine oder andere berauschende Betelnuss ein!

Traffic Sorong

Die Straßen von Sorong

Sapta Ratna Pagode

Wenn es dich mehr in die Natur zieht, solltest du zur Sapta Ratna Pagode fahren. Sie ist ganz leicht über die Hauptstraße mit einem Angkot oder Ojek zu erreichen.

Die Pagode ist ein chinesisch-buddhistischer Tempel, der vor 25 Jahren gebaut wurde.

Die beste Zeit für einen Besuch ist später Nachmittag, wenn sich ein Besuch mit einem Spaziergang verbinden lässt.

Folge der Straße den Berg hinauf und du wirst mit einem tollen Ausblick belohnt werden. Endlos grüner Dschungel auf der einen und das weite blaue Meer auf der anderen Seite.

Nachts ist der Weg nicht beleuchtet, plane also rechtzeitig deine Rückkehr. Die Pagode ist der perfekte Ort für einen schönen Sonnenuntergang.

Angkot-Sorong-Papua

Mit dem Angkot zur Sapta Ratna Pagode

Sunshine Beach

Tolle Sonnenuntergänge kannst du auch am Sunshine Beach genießen. Leider ist der Name etwas irreführend. Dich erwartet nämlich kein schöner Strand, sondern ein Restaurant direkt am Wasser.

Auf einer großen Terrasse lässt sich gemütlich ein Sonnenuntergangs-Bier genießen. Das Essen ist durchschnittlich, aber die Portionen großzügig.

Abends kann es voll und laut werden, wenn Live-Band und Karaoke die indonesischen Gäste verwöhnen.

Graffiti Sorong

Graffiti in Sorong

Pulau Dom

Pulau Dom ist eine Insel, die direkt vor Sorong liegt. Sie war lange „das alte Sorong“, bevor die Stadt aufgrund der zunehmenden Größe auf die Hauptinsel umgezogen ist.

Auf dieser Insel kannst du dich in einem Becak (eine Art Fahrrad-Rikscha) herumfahren lassen und Sorong aus der Ferne betrachten.

Auf Dom gibt es einen kleinen Berg Tangga Seribu („Tausend Stufen“), auf den du mit einem Ojek hochfahren kannst (10.000 IDR).

Kleine Boote fahren regelmäßig von der „Halte Dom“ in Sorong zu der kleinen Insel. Eine Überfahrt kostet 5.000 IDR und dauert etwa 25 Minuten. Normalerweise wird gewartet, bis das Boot voll ist. Wenn du lieber gleich losfahren willst, kannst du das für 35.000 IDR mit dem Fahrer aushandeln.

Pulau Dom sorong

Blick auf Pulau Dom

Ab nach Raja Ampat

Die meisten Urlauber, die nach Sorong kommen, fahren ziemlich schnell nach Raja Ampat weiter.

Die Fähren fahren zweimal täglich (9 Uhr und 14 Uhr) vom Hafen ab. Tickets kosten 100.000 IDR pro Person und können vor Abfahrt am Ticketschalter gekauft werden.

Eine Überfahrt nach Waisai, der Hauptstadt von Raja Ampat, dauert – je nach Wind und Wellen – ungefähr 2,5 Stunden.

Fähren von Waisai zurück nach Sorong fahren um die gleichen Zeiten ab.

Beachte, dass es oft zu Verspätungen kommen kann! Plane also großzügig Zeit oder eine extra Nacht in Sorong ein, wenn du einen Weiterflug gebucht hast.

→ Weitere Dinge, die du in Sorong machen kannst, findest du hier.

Food Stall Sorong

Food Stall in Sorong

Sicherheit in Sorong

Bei Reisen nach West Papua, ist Sicherheit oft ein gefragtes Thema. Das Nachbarland Papua-Neuguinea gibt mit seinen kriminellen Rekorden leider ein schlechtes Beispiel ab.

Sorong ist für uns Ausländer eine relativ sichere Stadt. Gerade wenn du dich zwischen den üblichen Touristen-Spots wie Hotel, Flughafen und Restaurants hin und her bewegst, solltest du dir keine Gedanken machen.

Allerdings würde ich davon abraten, als Frau alleine abends oder nachts zu Fuß unterwegs zu sein. In der Vergangenheit ist zwar noch nie etwas passiert (und das bleibt auch hoffentlich so), aber die erhöhte Aufmerksamkeit, die man auf einmal bekommt, kann unangenehm sein.

Das Leben spielt sich, wie in anderen tropischen Ländern, auch in Sorong auf der Straße ab. Oft sitzen (meist Männer-) Gruppen an den Straßenecken bis früh am Morgen zusammen.

An sich wäre das kein Problem, wäre da nicht der Alkohol. Sobald der ins Spiel kommt – und das passiert leider häufig – gehen sämtliche Benimmregeln verloren. Es ist also besser, solche unangenehmen Situationen zu vermeiden.

Jalan Sorong

Entspanntere Straßen rund um Sorong

Das Müllproblem in Sorong

Wie überall in Indonesien stellt auch der Müll in Sorong ein riesengroßes Problem dar. Es gibt keine wirkliche Müllentsorgungsanlage und der Müll wird meist da entsorgt, wo er entsteht.

Ob zwischen den Häusern, in Flüssen oder direkt auf der Straße – mit etwas Glück wird er nicht nur achtlos hingeworfen, sondern wenigstens gleich verbrannt.

Was existiert, ist eine Müllabholung. Diese sammelt morgens den Müll entlang der Hauptstraßen ein und bringt sie auf eine riesengroße Müllhalde hinter Sorong. Diese Müllhalde befand sich einmal in einem Tal und ist mittlerweile leider zu einem unglaublichen Berg angewachsen.

Bank Sampah, ein von der Misool Foundation ins Leben gerufenes Recycling-Projekt, ist ein Versuch, der Müllkatastrophe entgegenzuwirken.

Laut ihrer Webseite werden etwa 700 Tonnen Müll pro Jahr werden gesammelt, getrennt und recycelt. Communities, die ihren Müll abgeben, erhalten ein kleines Entgelt.

Auf den Straßen Sorongs ändert das jedoch nichts. Denn die meisten, die sich an dem Recycling-Projekt beteiligen und ihren Müll abgeben, sind Menschen mit einer entsprechenden Bildung.

Da viele Einheimische jedoch ganz einfach leben und oft nicht mal die Schule besucht haben (oder das Thema in der Schule häufig unter den Tisch fällt), wissen sie auch nicht, was für negative Langzeitfolgen der Müll haben kann.

Auch wenn eine richtige Müllentsorgungsanlage den Müll in Sorong reduzieren könnte, würde sie das Problem nicht lösen können.

Langfristig muss umgedacht werden – und das fängt bei den einfachen Leuten und vor allem den Kindern an. Nur mit der richtigen Bildung und Aufklärung kann langfristig ein bewusster Umgang mit unserer Natur sichergestellt werden.

Jonas von Child Aid Papua in Raja Ampat geht mit einem guten Beispiel voran.

muell problem sorong

Müllproblem in Sorong

Über die Autorin:

Autorenfoto Gunda mit Hartono

Gunda mit Freund Hartono

Gunda war mehrere Jahre als Tauchlehrerin in Südostasien unterwegs, bevor sie ihr Herz schließlich an Indonesien verlor. Hier fand sie nicht nur ihre neue Heimat, sondern auch ihre große Liebe. Nach der Leitung eines Tauchresorts in Raja Ampat, ist sie eher durch Zufall in Sorong „hängengeblieben“. Hier entstand die Idee zu ihrer Webseite sorong-westpapua.com. Gunda lebt mit ihrem Mann Hartono in Raja Ampat und die beiden möchten sich in naher Zukunft eine kleine Selbstversorger-Farm aufbauen.

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5 Kommentare

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5 Kommentare

Jens 15. September 2019 - 10:15

„Aufgrund eines Vorfalls in Surabaya am 17. August (dem Unabhängigkeitstag Indonesiens) kam es in mehreren Großstädten der Provinzen Papua und West Papua zu Demonstrationen und Protesten.“

Gefällt mir nicht so wirklich, dass die ganzen Vorgänge hier einfach als Lappalie abgetan werden. Ich verstehe natürlich, dass es in diesem Beitrag nicht um die Situation Westpapuas gehen soll, aber 2-3 Sätze dazu hätten sicher nicht geschadet. Nach den Unruhen wurde für Wochen das Internet abgestellt/eingeschränkt (usw.). Die Intention dahinter dürfte klar sein. Im Beitrag steht nur „mittlerweile läuft es wieder“.

Ich möchte die Eigentümer hier nicht in Schwierigkeiten bringen. Daher erspare ich mir die Details und kann jedem nur empfehlen, sich etwas ausführlicher mit der Situation Westpapuas zu beschäftigen.

Abgesehen davon natürlich ein toller und interessanter Artikel. Freue mich über jeden neuen Beitrag und besonders die „exotischeren“ Orte interessieren mich sehr.

Antworte Jens
Melissa Schumacher 15. September 2019 - 10:39

Hi Jens, danke für deinen Hinweis. Ich werde es der Autorin weiterleiten. Hast du eine gute Quelle, auf die ich verlinken kann?

Antworte Melissa
Jens 15. September 2019 - 11:58

Hi Melissa,
https://www.nzz.ch/international/rassismus-in-indonesien-papua-wehren-sich-gegen-beschimpfungen-ld.1503570
https://www.dw.com/de/papuas-wollen-indonesische-herrschaft-loswerden/a-50273686

Diese beiden Artikel sind sehr informativ. Westpapua ist ein extrem schwieriges Thema in Indonesien. Daher wäre es durchaus verständlich, es bewusst vage zu halten. Dazu ist es ja ohnehin nicht Thema dieses Artikels. Ich hätte sonst nichts dazu gesagt, aber da es angeschnitten wurde, wollte ich einen Hinweis zu weiterführenden Informationen geben.

Antworte Jens
Gunda 16. September 2019 - 1:42

Hallo Jens,

Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und deinen Hinweis.

Du hast natürlich vollkommen recht! Ich habe mit Absicht die Hintergründe der Vorfälle in diesem Artikel nicht erwähnt, da

1. Sie nicht Thema des Artikels sind (wie du schon geschrieben hast),
2. Ich in Sorong lebe und vorhabe, noch länger in Indonesien zu bleiben,
2. Ich keine „Berichterstattung“ aus Papua betreiben will (Journalisten jeglicher Nationalität ist die Einreise nach Papua verboten),
3. Die indonesische Regierung ein scharfes Auge auf die aktuelle Situation hat (nicht umsonst wurde das 4G Mobilfunknetz über 3 Wochen abgestellt und das WLAN über mehrere Tage),
4. Mehrere australische Staatsangehörige aufgrund angeblicher Beteiligung an den Protesten abgeschoben wurden.

Du kannst dir vorstellen, wie lange ich mit der Formulierung gekämpft habe, aber Meinungsfreiheit existiert hier leider nicht.
Ein Artikel über die aktuelle Situation wäre das erste, was ich schreiben würde, würde ich hier nicht leben.

Jeder, der mehr über die Hintergründe erfahren möchte, kann das gerne über Google tun, es gibt einige gute und auch kritische Artikel.
Und wer etwas über die Situation vor Ort erfahren möchte, kann mir gerne eine private Nachricht schicken über Info@sorong-westpapua.com.

Vielen Dank für dein Verständnis,
Liebe Grüße aus Sorong,

Gunda

Antworte Gunda
Melissa Schumacher 16. September 2019 - 14:33

Hi Jens, danke für die beiden Links. Ich habe sie in der Infobox verlinkt 🙂 So können Leser sich selber näher über die Geschehnisse informieren.

Antworte Melissa

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