Surfen lernen in Bali: Die One Week Surf‐Experience

Surfen lernen Bali

Die ersten sieben Surfsessions deines Lebens wirst du nicht vergessen. Wenn du wirklich surfen lernen willst, wirst du jeden Tag einmal rausgehen und dich diesen heranrollenden Monstern stellen!

Du wirst unglaublich viele Waschmaschinen bekommen und dich mehr als einmal verfluchen, warum du dir diese Quälerei eigentlich antust!! Und da sind da diese Momente, wo du auf einmal stehst und in einer (gefühlten) unglaublichen Geschwindigkeit über die Welle rast und dir denkst:

Dieser Moment ist einfach  nur perfekt!

Surf Bali

Tag 1:  Du und das Foamboard

Tag 1 ist großartig. Du bist frisch, du bist motiviert und du hast eine Menge anderer Neulinge um dich herum, die alle Surfen lernen wollen. Ich hatte die ersten beiden Surflessons in Canggu am TuGu Spot (vom Echo Beach kommend links vor dem Tempel).

Du hast deinen Surflehrer, bei dem du dich hoffentlich wohlfühlst, du lernst die Theorie und du bist das erste Mal im Wasser. Hör einfach auf alles, was er dir sagt. Präge dir die Bewegungen, die du am Strand übst ein und versuche sie umzusetzen, wenn du in der Welle bist.

In diesem Stadium bist du einfach noch vollkommen hilflos. Das Paddeln ist ungewohnt und du kommst nicht wirklich voran, die Wellen kommen dir unglaublich groß vor und das Foamboard zerkratzt dir den Bauch. Wenn du es schaffst, aufzustehen, gratuliere!

Surfen BaliTag 2: Die Ernüchterung

Am zweiten Tag war ich mir sicher, dass es eine erfolgreiche Surfsession wird. Ich hatte am ersten Tag so gut wie jede Welle nehmen können, da ich im Vorjahr bereits in Lombok vier Tage Surfunterricht hatte. Ob ich vom Foamboard auf ein Longboard mit 7,8“ wechseln wollte?

Klar. Ich bin auf dem Longboard herumgerutscht wie ein glitschiger Fisch. Ich konnte so gut wie keine Welle nehmen und war vollkommen unkoordiniert. Der zweite Tag war so demotivierend, dass ich die nächsten Tage erstmal ausgesetzt habe. Bleib besser dran! An jedem Tag lernst du dazu, an Tagen, an denen du nicht surfst, kannst du auch nicht besser werden. Und wenn das Brett nicht passt, steige einfach nochmal auf ein Foamboard um und übe damit weiter.

waschmaschine

Tag 3: Weißwasserplätschern in Balian und erste Versuche im Grünen

Mit drei Tagen Pause hatte ich nun meine nächste Surfsession in Balian. Zu leihen gab es ein 7,6“ Longboard. Statt glitschig wie ein Fisch lag ich diesmal „fest im Sattel“ und hatte mich an das etwas wackligere Brett gewöhnt. Um mit meinem neuen Surfguide warm zu werden, übten wir erstmal im Weißwasser.

Und wieder war das Aufstehen kein Problem. Ich hatte es aufgegeben, mit einem Step aufzuspringen, ich kam mit der 2 Step Variante gut klar: Paddeln, Hände vor die Brust, hochdrücken und Step 1 – rechts Bein nach hinten – Step 2 – linkes Bein nach vorne. Hochmotiviert folgte ich meinen Surfguide Ketut, der meinte ich wäre bereit für eine grüne Welle.

Um zu den grünen Wellen zu kommen, musste man endlos weit rauspaddeln. Endlich im Line up! Es gibt keinen schöneren Moment, wie sich nach 15min paddeln aufs Brett zu setzen und von den Wellen treiben zu lassen. Ketut kündigt die erste grüne Welle an – in Position bringen! Umdrehen! Welle rollt heran, paddeln und “kabäm”, die Welle erwischt dich und reist dich mit sich, du erreichst eine unglaubliche Geschwindigkeit und hast das Gefühl, das Brett und du fahrt gerade mit 220 Sachen über die Autobahn.  

Und dann fällt dir ein, dass du eigentlich aufstehen solltest, statt dich mit beiden Händen am Brett festzuklammern. In Balian gibt es eine unglaublich lange linke Welle und dann, auf den letzten Metern, stehe ich auf und nehme das letzte bisschen Weißwasser mit. Ich habe es an diesem Tag nicht geschafft, eine grüne Welle zu nehmen, aber die Energie konnte man spüren.

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Tag 4: Die erste Grüne Welle

Da auf Balian die Wellen einfach zu hoch waren für Anfänger, fuhren wir weiter nach Medewi. Hier gibt es keinen Sandstrand, sondern viele Steine, was aber mit Boodies kein Problem ist. Wieder ein neuer Surfguide, Ali, der mir sofort sympathisch ist und mit dem ich mir ein Brett aussuche, diesmal ein 7,4“ Longboard. Die Wellen sind hoch heute und wir müssen unglaublich lange paddeln. Das kleine Brett macht mir zu schaffen und ich wackle mit dem ganzen Körper beim Paddeln hin und her. Immer wieder muss Ali mich korrigieren: Zehenspitzen ins Wasser, Beine zusammen, Brust nach oben!

Das Paddeln ist megaanstrengend, ich hole unglaublich weit aus mit den Armen und ziehe die Arme kurz unter der Oberfläche durchs Wasser. Auch vollkommen falsch. Tauche lieber näher am Körper mit den Armen ein und ziehe sie etwas tiefer durchs Wasser und nah am Board entlang. Winkel die Ellbogen an. Paddeln will gelernt sein. Ali bringt mich direkt zu den grünen Wellen. Ich bring mich in Position, die erste grüne Welle kommt, ich springe auf, stehe und surfe tatsächlich die erste grüne Welle. Ein unglaublich schönes Gefühl.

petra surf 2

Tag 5: Viele Waschmaschinen, keine Wellen

An Tag 5 war die Surfsession erst gegen 13:00 Uhr. Da ist die Luft etwas raus und der Magen voll und irgendwie tut alles auch schon weh vom ersten Tag. Trotzdem paddeln Ali und ich raus und bringen uns in Position.

Die erste grüne Welle kommt und nichts klappt. Es scheint, ich habe das Aufstehen vollkommen verlernt, ich mache alles falsch, was man falsch machen kann und bekomme keine einzige Welle an diesem Tag. Mein Kopf ist leer, meine Arme müde und ich hänge wie ein halbtoter Fisch an Alis Leash, der mich immer wieder ins Line up zieht. Dazu bekomme ich eine Waschmaschine nach der anderen. Ich weiß nicht genau, wo oben und unten ist und lass mich einfach durchs Wasser wirbeln. Der bisher dunkelste Tag.

Ich komme zu meinem Bungalow und treffe meinen Nachbarn. Er ist aus China, wohnt in Australien und erzählt mir, dass er mit 58 gelernt hat zu surfen. Er ist jetzt 68 Jahre alt und ich sehe ihn und seine Frau jeden Morgen mit dem Surfbrett unter dem Arm aus dem Haus gehen. Während wir plaudern, sticht er sich zwei Akupunkturnadeln selbst ins Knie. Die Knie machen langsam Ärger meint er. Aber zum Glück ist er Akupunkteur und weiß sich zu helfen.

Er erzählt mir, dass er 1 Jahr gebraucht hat, um eine grüne Welle zu stehen. Er war absolut nicht fit, er hat lange gebraucht, die Kondition für das Paddeln aufzubauen und brauchte ebenso lange, um vom Brett aufzustehen. Heute kann er gut surfen, nicht perfekt, aber passabel wie er sagt. Und er gibt mir den ultimativen Tipp: Visualisierung! Er stellt sich immer vor, er geht spazieren und setzt einfach einen Fuß vor den anderen. Und das ist so einfach, dass sein Gehirn das einfach tut. Und schon steht er auf dem Brett. So einfach ist das.

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Tag 6: Viele grüne Wellen

Heute tut alles weh. Blaue Flecken, aufgeschürfte Beine, Kopfweh und der Nacken schmerzt wie Hölle vom ständigen Aufrichten beim Paddeln. Ich mache Yoga nach dem Aufstehen. Und ich arbeite an meiner Visualisierung. Was kann ich mir vorstellen, wenn ich eine grüne Welle erwischen will? Ich präge mir vier einfache Schritte ein: Schau nach vorne – Kobra – Schritt vor – Schritt zurück.      

Nach vorne zum Horizont zu schauen ist unglaublich wichtig. Wenn du auf das Brett schaust, fehlt dir der Gleichgewichtssinn, um aufzustehen und die Balance zu halten. Und um richtig aufzustehen,  hilft mir die Kobra aus dem Yoga – Hände vor die Brust und nach oben drücken.

Nicht so einfach wie spazieren gehen, aber klingt easy. Ich übe ein paarmal auf dem Boden. Und ich starte die Session mit einem total relaxten Gefühl. Die erste Welle kommt, ich schau nach vorne, Kobra, ein Schritt, noch ein Schritt und schon stehe ich, werde von der Welle mitgetragen, kann sogar nach links sliden und die ganze linke Welle mitnehmen. So fühlt sich das an und auf einmal ist es ganz einfach. Einfach, den Moment zu genießen.

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Tag 7: Alles fühlt sich so an, wie es soll

Die letzte Surfsession für diese Woche! Ab morgen geht es in den Süden auf die Bukit Halbinsel, auf der bekanntlich mehr Advanced Spots als Anfänger Spots sind. Ich freue mich daher umso mehr, ein letztes Mal in Medewi zu surfen.

Das Paddeln fühlt sich gut an, viel entspannter und doch effektiver wie das Planschen am Anfang. Das Aufstehen geht einfach von der Hand und du bekommst langsam ein Gefühl dafür, wann man das Brett besser nach unten drückt, um in die Welle zu fallen, wie man den Körper dreht, um in eine bestimmte Richtung zu fahren.

Selbst eine Welle zu nehmen ohne den Schupser vom Surflehrer, ist noch einmal eine neue Herausforderung. Mit eigener Kraft so zu paddeln, dass man die Geschwindigkeit der Welle erreicht – das ist nicht einfach, kommt aber mit der Zeit. Paddeln macht 90% des Surfen aus und die Kraft dafür muss sich erst entwickeln. Jetzt dranbleiben und so oft wie möglich üben! Es wird auch wieder Tage geben, an dem du keine einzige Welle erwischst. Dann genieße die Sonne im Line up.

Surfen ist viel mehr als nur auf einem Brett Wellen zu nehmen. Beim Surfen lernst du, im Moment zu leben und die Natur zu respektieren. Deine Leistung und dein Ego sind nicht wichtig. Deshalb genieße jeden Tag, an dem du surfen darfst! 

Der beste Surfer ist nicht der, der am besten surft. Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.

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5 Comments
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  5. Blaue Flecken, aufgeschürfte Beine und Schmerzen am ganzen Körper kommen mir ziemlich bekannt vor. Ich habe damals auch Surfen auf Bali gelernt. Die ersten Tage waren schrecklich, aber wenn man zum ersten Mal eine richtige Welle erwischt und es schafft bis zum Strand zu surfen, dann sprudeln die Glücksgefühle über.
    Alles Liebe,
    Julia

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