Home Auswandern Gekommen um zu bleiben: Emma und ihre kleine Surfoase auf Bali

Gekommen um zu bleiben: Emma und ihre kleine Surfoase auf Bali

von Melissa Schumacher

Seit einem Jahr lebt und arbeitet Emma zusammen mit ihrem indonesischen Freund Putu in Canggu.

Die beiden haben ihr eigenes Surfcamp Pelan Pelan Surf and Yoga Retreat aufgebaut.

Pelan Pelan heißt übersetzt „langsam langsam“ oder auch „Take it easy“.

Surf-Bali_Banner-1Surf Bali ist der erste umfassende Reiseführer rund um das Surfen auf Bali. Dieses Buch ist der perfekte Begleiter, um die schönsten Ecken und Surfspots der Insel zu entdecken. Zu jedem Ort findest du surfbare Wellen sowie viele Informationen zu Unterkünften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten. So ist dieses Buch nicht nur für Surfer, sondern auch für Abenteurer geeignet, die zum ersten Mal auf dem Brett stehen möchten.

Wann bist du das erste Mal nach Bali gekommmen?

Vor 3 Jahren bin ich nach Bali gekommen, um surfen zu lernen und habe sofort gespürt, dass Bali etwas Besonderes für mich ist. Ich habe einen Surflehrer gesucht und privat Surfsessions bei Putu genommen.

Nach fünf Surfstunden wollte ich noch viel mehr über die Wellen erfahren, und wie man sie am besten surft. Ich bin einen Monat lang nur im Wasser gewesen – hauptsächlich mit Putu. Derselbe Putu, mit dem ich noch heute zusammen bin und mit dem ich dieses Surf and Yoga Retreat aufgebaut habe.

Emma

Gehst du heute immer noch so viel surfen wie früher?

Bevor ich endgültig nach Bali kam, bin ich immer wieder zurück gekommen, hauptsächlich zum surfen. Seit einem Jahr gehe ich nun jede Woche fünf bis sechs Mal ins Wasser. Gerne auch zusammen mit meinen Gästen und natürlich mit Putu.

Aber es gibt immer noch so viel zu lernen! Die Wellen oder der Wind.

Es geht nicht nur darum, Wellen zu bekommen. Es geht darum, den Ozean zu verstehen.

Emma surft

Was ist so besonders am Surfen?

Ich habe Movement Science (M.Sc.) studiert und immer schon viel Sport gemacht. Surfen fühlt sich nicht wie Sport an. Du bist den ganzen Tag im Wasser, paddelst und versuchst, eine Welle zu erwischen. Ganz nebenbei trainierst du deinen ganzen Körper. Und wenn du nur eine Welle erwischst, dann macht das deinen Tag perfekt!

Emma Surf

Was ist so besonders am Surfen auf Bali?

Ich mag die Atmosphäre auf Bali. Die Locals hier wachsen mit dem Surfen auf. Sie surfen nicht, weil es cool ist, sondern weil sie es lieben im Wasser zu sein. Locals reden wenig übers surfen. Es geht nicht darum, die coolsten Surfklamotten zu haben. Oder darum was die Leute über dich denken, wenn du surfst. Es geht einfach nur darum, zu surfen.

Happy Putu

Putu surft

Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Surf Retreat zu eröffnen?

Ich habe mich einfach danach gefühlt, hier arbeiten zu wollen. Hier zu leben. Nachdem ich wieder und wieder aus Bali zurückgekommen bin und davon redete, haben es meine Freunde und Familie in Holland auch langsam ernst genommen.

Und ich habe angefangen, an meinem Businessplan zu arbeiten und nach passenden Immobilien zu suchen. Mein Papa und ich haben Pelan Pelan gemeinsam gefunden und das war es dann!

Pelan Pelan Pool

Emma mit ihren Schützlingen

Was ist die Philosophie von deiner Idee?

Es gibt einen Grund, weshalb ich das Surf Retreat „Pelan Pelan“ genannt habe. Die Art, hier zu leben, unterscheidet sich sehr stark von meiner Heimat. In Holland machst du genau das, was von dir erwartet wird. In den Köpfen der Menschen gibt es für jedes Kind bereits einen genauen Lebensplan. Wenn es klug genug ist, geht es auf die Universität. Wenn du einen guten Abschluss hast, bekommst du einen guten Job. Es gibt so viele Dinge, die dich von außen beeinflussen. Ich bin nach Amsterdam gezogen und hatte dort viele Freunde, aber ich war ständig am planen. Ich musste dies machen und das schaffen, am Wochenende jene Freunde besuchen und noch dies und das erledigen.

Hier plane ich nicht und es geht mir so viel besser! Ich fühle eine richtige Ruhe hier in meiner kleinen Oase, die ich in Holland nie empfunden habe. Dafür steht auch Pelan Pelan. Das ist meine Philosophie und die möchte ich auch meinen Gästen mitgeben.

Bleib entspannt und ruhig, genieße den Moment. Schlechte Dinge sind Teil des Lebens, aber gute und schlechte Seiten sind in Balance.

Ich hoffe, die Gäste fühlen das ein bisschen, wenn sie hier sind.

Mir ist es auch sehr wichtig, dass Pelan Pelan für Bali steht. Hier gibt es nur indonesisches Essen zum Lunch. Abendessen servieren wir nicht, dafür empfehlen wir eine Liste an lokalen Warungs, in denen es super Essen gibt. Wer Interesse hat, kann von Putu viel über die balinesische Kultur lernen, über die Traditionen und Opfergaben.

Putu betet

Pelan Pelan

Was ist dein Lieblingssurfspot auf Bali?

Ich mag Tanah Lot! Die Umgebung ist unglaublich schön. Die Wellen können manchmal hart sein, weil sie so schnell sind. Aber selbst, wenn es hier wenig Wellen hat, ist es einfach wunderschön an diesem Spot.

Surfspot Bali

Was war für dich ein ganz besonderer Moment beim Surfen auf Bali?

Hm, ja in Uluwatu hab ich einen besonders tollen Moment gehabt. Der Swell war für meine Verhältnisse groß und ich stand in der Höhle und ich war unschlüssig, ob ich rauspaddeln soll und fragte Putu. Er meinte, vielleicht wäre es doch besser, wenn ich nicht rausgehe. Und ich dachte, nein, ich paddel jetzt einfach raus! Ich habe an diesem Tag einige Wellen genommen, die mir bis heute ganz besonders in Erinnerung geblieben sind.

Surf Emma

Wenn du Surfanfängern ein paar Ratschläge mit auf den Weg geben könntest, was wäre das?

Das Wichtigste ist es, geduldig mit dir selbst zu sein! Steck dir realistische Ziele, die du erreichen kannst. Wenn du am ersten Tag eine grüne Welle surfen willst, wirst du sehr schnell frustriert sein. Surfen lernt man nicht in ein paar Wochen. Selbst wenn du einen Local fragst, ob er gut surfen kann, wird er sagen, er lernt noch. Obwohl er sein ganzes Leben lang gesurft ist.

Als nächstes würde ich jedem empfehlen, sich einen guten Guide zu suchen. Geh nie einfach mit dem Brett in die Wellen, wenn du den Surfspot nicht kennst! Ein Guide setzt sich erst einmal mit dir ans Meer, liest die Wellen und überlegt dann, ob ihr ins Wasser geht. Selbst heute noch fühle ich mich sicherer, wenn ich mit jemanden rauspaddel, der sich auskennt. Nur an Spots, an denen ich oft gesurft bin, gehe mittlerweile alleine.

Und als Letztes: Genieße es einfach, im Wasser zu sein!

Du hast die Sonne, du hast die Wellen, du hast nette Leute um dich. Beobachte, wie die Sonne, langsam im Meer versinkt. Versuche, eine Welle zu bekommen. Genieße einfach jeden Moment beim Surfen.

Emma surf

Emma Surf

Gab es auch gefährliche Momente beim Surfen?

Normalerweise bin ich im Wasser kein ängstlicher Mensch. Aber ich war noch weniger ängstlich, bevor ich mit dem Surfen angefangen habe! Das Meer hat mich gelehrt, welche Kraft es hat. Ich war einmal bei großem Swell in Batu Bolong surfen. Ich wollte rauspaddeln und konnte mich wegen der starken Strömung kein Stück wegbewegen. Eine hohe Welle schleuderte mich auf die Felsen zu, die ich nur um wenige Zentimeter verpasst habe. Ich hatte Glück und habe daraus gelernt. Ich gehe nicht mehr einfach mit dem Brett ins Wasser, sondern schaue mir immer zunächst die Wellen vom Strand aus an oder rede mit einem Guide.

Putu after Surf

Wo gehst du am liebsten aus in Canggu?

Ich verbringe die meiste Zeit in Pelan Pelan. Ich gehe eigentlich nie zu den Fancy Spots in Canggu. Ich mag es gerne, mit Freunden hier zuhause gemütlich etwas zu trinken. Was ich auch gerne mag, ist bei Sonnenuntergang in Pig Stone zu surfen. Danach packen die Locals die Gitarren aus und wir trinken noch etwas gemeinsam am Strand. Das ist für mich ein perfekter Abend.

Danke für das tolle Interview Emma. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg beim Surfen und Take it easy (pelan pelan). Wenn ihr Emma und Putu auf Bali besuchen möchtet, dann schaut mal bei ihrer kleinen Surfoase Pelan Pelan Bali in Canggu vorbei.

Surfcamps auf Bali

Du möchtest gerne in einem Surfcamp auf Bali ein wenig Zeit verbringen um an deinen Surfskills zu arbeiten oder einfach nur eine schöne Zeit zu haben? Dann schaue dir unsere Top 8 Surfcamp Bali an.

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3 Kommentare

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3 Kommentare

Neni 15. Oktober 2015 - 6:52

Sehr inspirierende Geschichte 🙂

Antworte Neni

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