
Krankenhäuser in Indonesien? Darüber macht man sich im besten Fall keine Gedanken – bis man plötzlich eines von innen sieht.
Genau das ist mir passiert. Am 17. August, ausgerechnet am indonesischen Nationalfeiertag, hatten wir einen Rollerunfall auf Lombok. Schlechte Straßenverhältnisse und loser Sand sorgten dafür, dass unser Roller plötzlich wegrutschte.
Das Ergebnis: ein Loch im Knie, zahlreiche Schürfwunden und eine ungeplante Krankenhauswoche in Mataram.
Tipp für Notfälle in Indonesien
1) Mit einer eSIM mit mobilem Datenvolumen hast du in Indonesien jederzeit Zugriff auf deine mobilen Daten, was in einer Notfallsituation sehr wichtig ist.
2) Neben einer eSIM solltest du dir auch die kostenlose Satellite App runterladen. Damit kannst du bis zu 60 Minuten im Monat kostenlos ins Festnetz telefonieren (z. B. um deine Auslandskrankenversicherung zu kontaktieren).
3) Habe mindestens ein (besser zwei) Kreditkarten mit Kreditrahmen dabei, da du in indonesischen Krankenhäusern im Notfall in Vorleistung gehen musst, um behandelt zu werden. Wir empfehlen die Deutschland-Kreditkarte Classic oder die TF Mastercard Gold. Mehr Details zu den Kreditkarten findest du hier: Kostenlos Geld abheben & Kreditkarte Bali / Indonesien: Unsere Tipps.
4) Eine Auslandskrankenversicherung ist ein absolutes Muss auf einer Reise nach Indonesien. Wir persönlich reisen mit der AKV von HanseMerkur.
Alle Infos rund um einen ambulanten sowie stationären Aufenthalt in einem indonesischen Krankenhaus findest du hier: Krankenhausaufenthalt Indonesien: Alles was du wissen musst.
Vom Unfall zur Notaufnahme vom Siloam Hospital
Nach dem Unfall wurden wir von einer indonesischen Familie in ihrem Auto in die nächst gelegene Ambulanz gebracht, wo ich eine Erstversorgung erhielt. Unter örtlicher Betäubung wurde mein Knie gereinigt und genäht. Außerdem wurden meine weiteren Wunden sorgfältig gereinigt und verbunden. Auch mein Freund – wurde dort versorgt: Er hatte Schürfwunden und musste an mehreren Stellen genäht werden.
Auf meinen Wunsch hin wurde ich anschließend ins Siloam Hospital in Mataram verlegt, da die Ambulanz nicht ganz steril wirkte und ich eine spätere Infektion meines Knies vermeiden wollte. Außerdem war unklar, ob nicht doch eine Fraktur, eine Sehne oder andere Strukturen verletzt wurden.
Die Siloam Hospital Group
Die Siloam Hospital Group ist die größte private Krankenhauskette Indonesiens. Seit ihrer Gründung 1996 hat sie mehr als 40 Kliniken im ganzen Land eröffnet – von Sumatra bis Papua. Der Hauptsitz befindet sich in Jakarta.
Die Siloam Hospital Group ist bekannt für moderne Ausstattung, ein breites medizinisches Angebot und teilweise englischsprachiges Personal. Durch Kooperationen mit internationalen Einrichtungen, etwa dem National University Hospital in Singapur, orientieren sich viele der Häuser an internationalen Standards.
Neben den bekannten Standorten in Jakarta und Bali (siehe unseren Erfahrungsbericht: Siloam Hospital Denpasar Bali: Unsere Krankenhaus Erfahrung) gibt es auf Lombok ein Siloam Hospital in Mataram, das für Reisende oft die erste Anlaufstelle bei medizinischen Notfällen ist.
Notaufnahme vom Siloam Hospital
In der Notaufnahme wurde ich direkt aufgenommen. Man hat mich direkt vom Auto mit einem Bett abgeholt.
Dann wurde erst mein Knie geröntgt und später noch mein Rücken – wobei plötzlich alle den Raum verlassen mussten, denn der Prozess wurde direkt in der Notaufnahme in meinem Bett gemacht. Das war etwas verrückt.
Auf meinen Wunsch hin wurde später sogar noch ein CT gemacht, um auf Nummer sicher zu gehen – das war problemlos möglich. Die medizinische Versorgung lief schnell und organisiert ab – ein großer Pluspunkt in einem Moment voller Schmerz und Unsicherheit.
Sehr schnell war jedoch klar, das noch sehr viel Dreck und kleine Steine in meinem Knie waren und das ich stationär aufgenommen werde und am nächsten Tag direkt operiert werden musste.
Adresse Siloam Hospital Mataram:
Jl. Majapahit No.10, Pagesangan
Kec. Mataram, Kota Mataram
Nusa Tenggara Bar. 83115
Indonesien
Notfall-Guide für Lombok
Notrufnummern:
- Polizei: 110
- Ambulanz/Krankenwagen: 118 oder 119
- Feuerwehr: 113
- Deutsche Botschaft in Jakarta: +62 21 398 550 00
Krankenhäuser in Mataram:
- Siloam Hospital Mataram – moderne Ausstattung, englischsprachiges Personal
- RSUP NTB – staatliches Krankenhaus mit OP-Möglichkeiten
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Stationärer Krankenhausaufenthalt Siloam Hospital Mataram
Für eine stationäre Aufnahme verlangen fast alle asiatischen Krankenhäuser eine Deposit, falls die Kostenzusage (guarantee of payment) der Krankenversicherung noch nicht vorliegt – das kann je nach Krankenhaus variieren. Manchmal kann die Kommunikation mit der Krankenversicherung etwas länger dauern und es dauert etwas bis die Zusage beim Krankenhaus vorliegt.
Da es bei mir bereits spät abends war und ich dringend Ruhe brauchte, wollte ich so schnell wie möglich auf ein Zimmer. Die Klinik forderte zunächst ein Deposit in Höhe der geschätzten OP-Kosten – in meinem Fall rund 4000 €.
Nach Rücksprache konnten wir jedoch eine pragmatische Lösung finden: Ich zahlte zunächst 1.700.000 (ca. 89€) als Vorauszahlung für das Zimmer, was am Ende vollständig mit der Endabrechnung verrechnet wurde. So konnte ich endlich aufgenommen werden, ohne auf die Versicherungszusage warten zu müssen.
Falls du dich in einer absoluten Notfallsituation befinden solltest, und direkt operiert werden musst, können Kreditkarten mit Kreditrahmen (z. B. die Deutschland-Kreditkarte Classic oder die TF Mastercard Gold) echte Lebensretter sein. Mehr Details zu den Kreditkarten findest du hier: Kostenlos Geld abheben & Kreditkarte Bali / Indonesien: Unsere Tipps.
Operation und Krankenhausaufenthalt im Siloam Hospital Mataram
Am nächsten Tag stand eine zweistündige Operation an meinem Knie an. Ich war natürlich nervös, aber das Ärzteteam wirkte von Anfang an professionell und sehr kompetent. Dr. Marwin, der Chirurg, kam extra vorbei um sich mir vorzustellen und erklärte mir genau was gemacht wird – das beruhigte mich sehr.
Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, nicht in guten Händen zu sein.
Nach der OP bekam ich zunächst starke Schmerzmittel. Besonders positiv empfand ich, dass regelmäßig jemand nach mir schaute, nachfragte, wie es mir ging, und ob ich etwas brauchte.
Eine Auslandskrankenversicherung ist ein absolutes Muss auf einer Reise nach Indonesien. Wir persönlich reisen mit der AKV von HanseMerkur.

Pflege, Essen und Alltag im Siloam Hospital Mataram
Nach der OP blieb ich fünf weitere Tage im Krankenhaus – in einem sogenannten VIP-Zimmer. Das bedeutete: ein eigenes Zimmer mit Bad, eine Couch und die Möglichkeit, dass mein Freund bei mir übernachten konnte. Gerade emotional war das eine große Unterstützung.
Das Pflegepersonal war unglaublich freundlich, geduldig und hilfsbereit. Die Kommunikation funktionierte sehr gut. Das einzige mal, dass ich nicht verstanden wurde, war, als ich nach einer Thrombosespritze gefragt habe – da ich mir etwas sorgen machte wegen des vielen Liegens.
Auch das Essen war ein Erlebnis für sich: viel Reis, Gemüse und zum Nachtisch gabs oft etwas Glibberiges, das ich bis heute nicht ganz einordnen kann – aber irgendwie mochte ich es. Du kannst aber auf Nachfrage auch westlicheres Essen bekommen und ein Frühstück mit Toast.
Abends haben wir uns oft zusätzlich Essen ins Krankenhaus per Gojek oder Grab liefern lassen – eine willkommene Abwechslung und ein kleiner Luxus im Klinikalltag.
Zur Entlassung bekam ich Krücken, die ich behalten und mitnehmen durfte – ein praktisches Detail, das die Mobilität danach deutlich erleichtert hat.
Das Pflegepersonal und ich waren sehr froh, das mein Freund die ganze Zeit bei mir bleiben konnte und mir in vielen Situationen helfen konnte – ohne das ich ständig Jemanden rufen musste.

Kosten und Versicherung
Ablauf und Abrechnung im Siloam Hospital Mataram
Finanziell war der Aufenthalt zum Glück gut abgesichert – auch wenn der Anfang etwas stressig war. Die ambulanten Kosten von 3.592.000 Rupiah (ca. 190€) aus der ersten Klinik musste ich zunächst selbst zahlen und später bei meiner Auslandskrankenversicherung einreichen.
Im Siloam Hospital Lombok und auch in den meisten anderen Krankenhäusern in Indonesien läuft die Abrechnung meist so:
- Ambulant: Du bekommst nach der Behandlung eine Rechnung und musst diese direkt beim Cashier bezahlen. Auch wenn du Medikamente verschrieben bekommst, gehst du zuerst zum Cashier, bezahlst dort und holst die Medikamente anschließend in der krankenhauseigenen Apotheke ab. Die Rechnung mit dem Beleg schickst du dann an deine Krankenversicherung.
- Stationär: Am Ende des Aufenthalts bekommst du eine Gesamtrechnung. Wenn deine Versicherung bereits eine Guarantee of Payment (Kostenübernahme) ausgestellt hat, rechnet das Krankenhaus direkt mit der Versicherung ab und du musst nur noch Leistungen bezahlen, die nicht abgedeckt sind.
Falls du dich in einer absoluten Notfallsituation befinden solltest, und direkt operiert werden musst, können Kreditkarten mit Kreditrahmen (z. B. die Deutschland-Kreditkarte Classic oder die TF Mastercard Gold) echte Lebensretter sein. Mehr Details zu den Kreditkarten findest du hier: Kostenlos Geld abheben & Kreditkarte Bali / Indonesien: Unsere Tipps.
Guarantee of Payment – schnelle Kostenübernahme
Ab dem Moment, als ich stationär aufgenommen wurde, hat meine Versicherung direkt mit dem Krankenhaus abgerechnet. In solchen Fällen fordern viele Krankenhäuser in Asien eine sogenannte Guarantee of Payment – also eine offizielle Kostenübernahmeerklärung der Versicherung. Liegt diese vor, kann das Krankenhaus direkt mit der Versicherung abrechnen und du musst nicht in Vorleistung gehen.
Wichtig:
Die Krankenversicherung möchte dafür in der Regel auch eine Kopie, ein Foto oder ein PDF deines Flugtickets aus Deutschland sehen, um nachvollziehen zu können, wie lange du bereits unterwegs bist. Hab diese am besten immer griffbereit in deinen Mails.
Zusatzkosten, die nicht übernommen wurden
Am Ende musste ich nur wenige Zusatzleistungen selbst bezahlen, die nicht von der Krankenkasse übernommen wurden – darunter eine Vitamin-Infusion, und eine Electrical Stimulation-Therapie. Die Kosten beliefen sich auf rund 1.125.000 Rupiah (ca. 60 €).
Die richtige Krankenversicherung für Indonesien
Eine Auslandskrankenversicherung ist enorm wichtig. Sie bewahrt dich vor horrenden Krankenhauskosten und finanziellem Schaden. Denn auch in vergleichsweise günstigen Ländern wie Indonesien können medizinische Behandlungen schnell mehrere tausend Euro kosten.
Dabei ist der Schutz gar nicht teuer: Eine Jahres-Auslandskrankenversicherung kostet meist nur wenige Euro im Monat, schützt dich aber vor den teils massiven finanziellen Folgen eines medizinischen Notfalls. Beachte hierbei jedoch die maximale Reisedauer, die sich meistens auf 45 bis 56 Tage beläuft.
Die richtige Krankenversicherung für Indonesien
Jahreskrankenversicherung
mehrmals im Jahr für kurze Zeit unterwegs bist
Beispiel: HanseMerkur – 56 Tage pro Reise – Umfassender Schutz bei Krankheit oder Unfall, Flexible Tarife für Singles und Familien
Langzeit-Auslandskrankenversicherung
Reisen über mehrere Monate oder Jahre
Beispiel: HanseMerkur Langzeit – Bis zu 5 Jahre, umfassender Schutz und medizinisch sinnvoller Rücktransport
Kommentiere diesen Beitrag gerne mit deiner Reisekrankenversicherung, wenn du sie empfehlen kannst.
Tipp:
Falls du eine Unfallversicherung mit Krankenhaustagegeld hast, kannst du diese oft auch im Ausland nutzen. Manche Versicherungen zahlen im Ausland sogar einen höheren Tagessatz – unbedingt vorher prüfen!
Geld abheben & Kreditkartenlimit – warum du immer eine zweite Karte brauchst
Im Ausland ist die richtige Kreditkarte Gold wert – und am besten hast du gleich zwei verschiedene dabei. Das schützt dich, falls eine Karte gesperrt wird, verloren geht oder – wie in unserem Fall – das Kreditkartenlimit erreicht ist.
Durch die Krankenhauskosten und die Reparatur unseres Rollers war mein monatliches Kreditkartenlimit von 2.000 € schnell ausgeschöpft. Plötzlich konnten wir kein Geld mehr abheben.
Leider hatten wir nur diese eine Kreditkarte dabei und keine Möglichkeit, auf anderem Weg Geld abzuheben.
Unser letzter Ausweg: Geld per Western Union von Zuhause schicken. Am nächsten Tag konnten wir es in einer Poststelle abholen. Phils Mama meinte es besonders gut und schickte uns 1.000 € – das entsprach rund 18.963.500 IDR. Ihr könnt euch vorstellen, was für ein riesiger Bargeldstapel das in IDR war – und wie unwohl es sich anfühlt, mit so viel Geld unterwegs zu sein. Am Ende brauchten wir nur ein Drittel davon und mussten den Rest wieder zurück nach Deutschland bringen – mit entsprechendem Wertverlust beim Rücktausch.
Damit euch so etwas nicht passiert, hier ein paar Kreditkarten, mit denen ihr auf der sicheren Seite seid:
Kreditkarten mit Kreditrahmen:
- Deutschland-Kreditkarte Classic: Startet meist mit einem Kreditlimit von ca. 3.000 € (abhängig von der Bonität), später Erhöhung auf bis zu 10.000 € möglich.
- TF Mastercard Gold: Individueller Kreditrahmen je nach Bonität, in Einzelfällen bis zu 5.000 € oder mehr möglich.
Debitkarten (kein Kreditrahmen, Abbuchung direkt vom Girokonto):
- DKB Visa Debit: Zahlungen und Abhebungen werden direkt vom Girokonto abgebucht.
- C24 Mastercard: Ebenfalls Debit, Beträge werden sofort vom Konto abgezogen.
Tipp für deine Reisevorbereitung
1) Habe immer zwei Karten von unterschiedlichen Anbietern (z. B. Visa + Mastercard) dabei.
2) Prüfe dein Kreditkartenlimit vor der Reise und lass ihn ggf. bei der Bank anheben.
Mehr Details zu den Kreditkarten findest du hier: Kostenlos Geld abheben & Kreditkarte Bali / Indonesien: Unsere Tipps.
Nachsorge in Mataram – Hotel mit Strandblick & Klinikbesuche
Nachdem wir aus dem Krankenhaus entlassen wurden, suchten wir uns zunächst eine Unterkunft in Senggigi. Da ich alle zwei Tage nach Mataram ins Krankenhaus musste, um meine Verbände wechseln zu lassen, wollten wir einen Ort, an dem wir uns gut erholen konnten und der trotzdem nicht zu weit entfernt ist.
Unsere Wahl fiel auf das Living Asia Resort & Spa – direkt am Meer gelegen, das wir leider nur vom Strand aus beobachten konnten. Dafür wurden wir jeden Abend mit traumhaften Sonnenuntergängen belohnt. Der Blick reicht bis nach Bali – besonders magisch ist der Moment, wenn die Sonne hinter dem Mount Agung versinkt und der Vulkan wie aus dem Nichts am Horizont erscheint.
Da die Nachsorge ambulant stattfand, musste ich die Kosten zunächst selbst bezahlen und die Rechnungen anschließend an meine Krankenversicherung weiterleiten. Zusätzlich bekam ich frische Verbandsmittel, Pflaster und destilliertes Wasser zum Mitnehmen, damit ich meine Wunden auch auf der weiteren Reise selbst reinigen und versorgen konnte.

Ausflug zu den Wasserfällen trotz Krücken
Eine Woche nach meinem Krankenhausaufenthalt stand ich – oder besser – humpelte ich – mit Krücken im Dschungel. Mein Ziel: die bekannten Wasserfälle Tiu Kelep und Sendang Gile auf Lombok. Ich hatte die Worte des Orthopäden aus dem Krankenhaus sehr ernst genommen: „She has to walk.“
Vier von fünf Touranbietern rieten mir davon ab – „zu gefährlich“, „unmöglich mit Krücken“. Aber einer sagte nur: „Kein Problem – easy.“ Also: Let’s go. Dass die Tour am Ende eine kleine Kletterpartie inklusive Bachüberquerungen wurde, hatte er vielleicht absichtlich verschwiegen. Aber: Wir haben’s geschafft. Langsam, aber sicher.
Die Reaktionen unterwegs waren unbezahlbar: Viele Besucher feuerten mich an, manche waren sichtlich berührt. Ich glaube, ich habe einige motiviert – ganz nach dem Motto: „Wenn sie das schafft, schaffe ich das auch.“
Wir haben in unserer Zeit auf Lombok so viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren, wofür wir sehr dankbar sind. Als wir unsere Tour zu den Wasserfällen nicht bezahlen konnten, bot uns der Fahrer sogar an, uns Geld für etwas zu essen zu geben – ebenso der Besitzer des Tour-Büros. Auch dass wir den Tourpreis erst am nächsten Tag zahlen konnten, war überhaupt kein Problem. Er sagte zu uns: „Wir können alle mal in eine Notlage kommen und es ist wichtig, einander zu helfen.“
Am Ende war ich einfach nur stolz. Ich konnte meine Reise – wenn auch leicht angepasst – weiter genießen. Früher zurückzufliegen stand für mich nie zur Debatte. Und ehrlich gesagt: Ich bezweifle, dass meine Genesung in Deutschland so schnell vorangegangen wäre. In Kuala Lumpur legte ich am Ende meiner Reise sogar 20.000 humpelnde Schritte am Tag zurück.
Mein Fazit: Keine Angst vor indonesischen Krankenhäusern
Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass der Unfall nie passiert wäre – aber ich bin wirklich dankbar für die Erfahrung und die Menschen, die mir geholfen haben. Ich habe mich im Krankenhaus in Mataram jederzeit sicher und gut aufgehoben gefühlt. Das Personal war herzlich, die medizinische Versorgung top und die Kommunikation lief besser als erwartet.
Wer also in Indonesien krank wird oder einen Unfall hat, sollte nicht in Panik verfallen. Es gibt sehr wohl gute Krankenhäuser mit qualifiziertem Personal – und mit der richtigen Versicherung und Kreditkarte ist man auch finanziell gut abgesichert.
Und manchmal endet eine Krankenhausgeschichte eben nicht nur im Klinikbett, sondern auch mit Glibberdessert, Dschungelwasserfällen, dem besten auf der Rückbank im Grab und humpelnden Heldentaten.
Wichtige Hinweise zum Rollerfahren
Wenn ihr in Indonesien mit dem Roller fahren wollt, geht vorsichtig und umsichtig an die Sache heran!
- Tragt immer einen Helm
- Prüft vorab, woher der Roller stammt und in welchem Zustand er ist.
- Klärt, ob er versichert ist.
- Tragt wenn möglich längere Sachen und feste Schuhe – denn es geht nicht ums cool aussehen sondern eure Sicherheit
Schaut gerne einmal in unseren Artikel Roller mieten Bali / Indonesien: Tipps zum Roller fahren im Inselreich – hier erhältst du weitere wichtige Infos und Tipps.
Rollerdiebstahl – unsere eigene Erfahrung
Neben Unfällen sind auch Rollerdiebstähle auf Lombok leider ein Thema – und wir durften es selbst erleben. Nach unserem Unfall war unser Roller plötzlich verschwunden. Statt sich ausschließlich auf die Genesung zu konzentrieren, mussten wir uns zusätzlich noch mit der Suche und unzähligen Telefonaten beschäftigen.
Zum Glück nahm sich Emilia, die Managerin unseres Hotels (und inzwischen eine gute Freundin), der Sache an. Sie und ihr Team setzten alle Hebel in Bewegung. Dazwischen bekamen wir jedoch fragwürdige Angebote: Menschen wollten Geld für Informationen, und der eigentliche Vermieter forderte sogar unsere Kreditkarte oder den Reisepass als „Sicherheit“ – tut das auf keinen Fall!
Nach einigen Tagen und viel Einsatz tauchte der Roller wie aus dem Nichts hinter einem Restaurant wieder auf. Wir hatten Glück. Am Ende mussten wir nur die Reparaturkosten übernehmen, weigerten uns aber, eine zusätzliche „Ausfallgebühr“ zu zahlen.
Leider ist so etwas kein Einzelfall – gerade in touristischen Gebieten verschwinden Roller immer wieder, oft nachts oder sogar tagsüber vor Restaurants.
Meine Empfehlung:
- Immer ein zusätzliches Schloss benutzen (am besten ein Radschloss oder dickes Kettenschloss).
- Den Roller möglichst auf bewachten Parkplätzen abstellen.
- Niemals den Fahrzeugbrief (STNK) im Roller liegen lassen.
So vermeidet ihr unnötigen Stress – ein gestohlener Roller kann sonst nicht nur die Reise ruinieren, sondern auch teuer werden.
Warum ich meine Geschichte teile
Ich stoße immer wieder in Gesprächen auf dieselbe erste Reaktion: „Oh Gott – im Krankenhaus in Indonesien?! Wie schrecklich!“
Diese Vorstellung hält sich hartnäckig – und ich glaube, sie hält viele Menschen davon ab, in Länder wie Indonesien zu reisen. Dabei basiert sie oft auf Vorurteilen oder fehlender Erfahrung.
Ich teile meine Geschichte deshalb ganz bewusst: Um zu zeigen, dass die Realität oft eine andere ist. Dass man auch in einem Land wie Indonesien gut, menschlich und professionell versorgt werden kann. Und dass ein Unfall zwar alles verändert – aber nicht unbedingt alles schlechter macht.
Wir haben so viele liebe Menschen kennengelernt, die uns geholfen oder Hilfe angeboten haben: Wir haben so viel Menschlichkeit erfahren.
Für mich war es eine Erfahrung, die mir Vertrauen geschenkt hat – in andere Länder, andere Gesundheitssysteme und in meine eigene Stärke.
Text und Fotos: Lena Dettmers
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Über die Autorin:
Lena studiert Medien- und Kulturwissenschaften und ist leidenschaftliche Weltenbummlerin. Seit ihrer ersten Reise nach Südostasien im Jahr 2016 hat sie bereits viele Länder erkundet – besonders Indonesien hat es ihr immer wieder angetan. Mehrfach ist sie dorthin zurückgekehrt, um Land, Leute und Kultur besser kennenzulernen. Seit Mai 2025 unterstützt sie die Redaktion von Indojunkie mit ihren Geschichten, Erfahrungen und Reisetipps.
Instagram: ltravelena








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