Ost-Java: 6 Gründe, warum du in den Osten von Java solltest

Gastbeitrag von Christian Häfner von meerdavon.com

Ost-Jave Reisetipps

Wer zum ersten Mal nach Indonesien reist, der peilt mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst Bali an. Kein Wunder, denn Bali ist besonders für Asien-Einsteiger sehr gut geeignet: Die Insel der Götter überzeugt mit ausgeprägter Infrastruktur und teils westlichen Standards bei den Unterkünften. Besonders Surfer lieben Bali, sowohl Anfänger im Wellenreiten, als auch die richtigen Profis.

Allerdings hat diese Beliebtheit auch ihre Schattenseiten: Mittlerweile kommen viele, viele Touristen. Balis Hipster Hotspots wie Canggu und Seminyak platzen aus allen Nähten! Zum Leid vieler Surfer zeigt sich dieses Bild auch in den Line Ups, wo nicht selten 100 Leute oder mehr gemeinsam auf eine Welle warten.

Allein das ist schon Grund genug, über den Inselrand hinaus zu schauen! Denn Indonesien ist wunderschön und so viel mehr als Bali.

Bereits die riesige Nachbarinsel Java bietet ein völlig neues Bild. In diesem Beitrag stelle ich Ost Java (Jawa Timur) etwas genauer vor und verrate dir meine Top-Gründe, warum diese Gegend definitiv eine Reise wert ist.


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Die riesige Insel Java lädt zum Entdecken ein

Mehr als 50% der indonesischen Bevölkerung lebt auf Java. Die Insel ist enorm groß und teilt sich in West-Java, Zentral-Java und Ost-Java auf, die jeweils nochmal in unzählige Provinzen untergliedert sind. Mit Jakarta beherbergt Java nicht nur Indonesiens Hauptstadt, sondern mit knapp 30 Millionen Einwohnern auch den zweitgrößten Ballungsraum der Welt.

Java ist also riesig. Dennoch ist der Osten Javas (Java Timur) von Bali aus in wenigen Stunden erreicht. Für meine Freundin und mich Grund genug, um den Sprung ins Ost-Java Abenteuer zu wagen. Wir wollten Surfen und ein authentisches Indonesien entdecken. Und konnten uns von Orten wie diesem fast nicht mehr losreißen…

Ost-Java Reisetipps: Strand Red Island

Abenteuer Ost-Java

6 Gründe, warum Ost-Java auf deine Bucket List gehört

Du bist dir noch unsicher, ob Ost Java etwas für dich sein könnte? Mit diesen unschlagbaren Argumenten werden wir dich bestimmt schnell überzeugen…

1. Ost-Java ist nur einen Steinwurf von Bali entfernt

Zumindest, wenn man weit werfen kann und in Gilimanuk steht, der Hafenstadt ganz im Westen von Bali. Von hier aus setzen die Fähren in knapp 30 Minuten über. Bereits von der balinesischen Seite aus kann man Java sehr gut sehen. Bis Gilimanuk fährst du von Canggu oder Seminyak aus ungefähr 3,5 Stunden mit dem Auto und siehst die schöne Natur an dir vorüberziehen.

Auf der Fähre kannst du die Fahrtzeit nutzen, um den Ausblick zu genießen, dir eine leckere Bakso Suppe zu holen oder von semi-professionellen Masseuren die Füße kneten zu lassen.

Ost-Java Reisetipps Fähre Gilimanuk nach Java

Mit der Fähre in Gilimanuk von Bali nach Java

Bis die Fähre in Ost Java angelegt hat, kann es ein wenig dauern – denn trotz regem Verkehr auf dem Wasser stehen nur zwei Anleger zur Verfügung. Falls dein Schiff also ein paar Extra-Runden kreisen wird, wundere dich nicht. Vom Hafen in Ketapang aus sind es nochmal ca. 2 Stunden bis zu allen größeren und kleineren Attraktionen, wie zum Beispiel Red Island oder die bekannten Vulkane.

Die Anfahrt nach Ost-Java dauert von Bali aus in Summe also um die 6 Stunden. Kein Wunder, dass viele Balinesen gern hier Urlaub machen oder für ein Wochenende übersetzen.

2. Du kannst so viele leere Wellen surfen wie du willst

Unter Surfern ist Ost Java mit Orten wie Red Island (Pulau Merah) und weltbekannten Surfspots wie G-Land (Grajagan) kein unbekanntes Fleckchen Erde.

Wir selbst waren in Red Island surfen und haben dort im einzigen Surfcamp weit und breit gewohnt. Die Lage – nur 30 Meter vom Meer entfernt – ist unglaublich und vom Bungalow aus kannst du bereits die Wellen sehen.

Übrigens war das Surfcamp während unseres Aufenthalts kaum besucht! Alle paar Tage blieb mal eine Touristengruppe für ein bis zwei Nächste hängen und zog dann weiter. Ansonsten waren wir die einzigen Gäste und hatten komplett unsere Ruhe.

Hinweis: Erwartet nicht allzu viel von dem Red Island Surfcamp. Es erfüllt nicht den Surfcamp Standard, den man aus Bali oder Europa gewohnt ist.

Ost-Java Reisetipps:Surfcamp Red Island

Reisetipp für Ost-Java: Lerne Surfen in Red Island

Das kleine Dörfchen Pulau Merah schlängelt sich um eine Bucht mit hellem, feinem Sand und einer Felseninsel im Meer. Daher auch der Name, der soviel wie „rote Insel“ bedeutet. Je nach Swell und Wind laufen hier eigentlich immer surfbare Wellen. Im November waren sie hüft- bis überkopfhoch und meistens sehr sauber.

Das Besondere ist jedoch, dass man außer ein paar sehr netten, jungen Locals im Wasser keine anderen Surfer trifft. Man macht zusammen Späßchen und kann so viel Wellenreiten, bis der Körper nicht mehr kann. Das ist so ziemlich das Gegenteil von den extrem vollen Surf Spots in Bali! Perfekt für alle, die eine Auszeit von Menschenmassen und „Me Time“ brauchen.

Für diesen wahr gewordenen Surfer-Traum ist etwas Vorbereitung alles. Bringe am besten Surfboards und ausreichend Ersatzmaterial mit. Bis zum nächsten gut ausgestatteten Surfshop muss du ein paar Stunden mit dem Auto fahren, wahrscheinlich bis nach Bali.

Ost-Java Reisetipps Surfen

Surfen in “Red Island” (Pulau Merah) im goldenen Licht

Wer nicht nur in Pulau Merah surfen möchte, der findet in der Umgebung weitere Surf Spots für verschiedene Level. Zum Beispiel können sich erfahrene Surfer in G-Land (Grajagan) barreln lassen, bis der Arzt kommt. Naja, soweit kommt es hoffentlich nicht! Da der Spot und die Anfahrt aber nicht ohne sind, empfiehlt es sich, ein lokales Surf Guiding zu buchen.

3. Ost-Java lockt mit Traumstränden

Wir sind eine ganze Weile am schönen Sandstrand von Pulau Merah hängengeblieben.

Dort habe ich ungelogen den schönsten Sonnenuntergang meines Lebens gesehen! Sobald die Sonne beginnt, langsam hinter dem Horizont ins Meer abzutauchen, wird der Himmel zum Naturschauspiel.

Noch nie habe ich solche Farben wie im folgenden Foto gesehen! Und nein, es handelt sich nicht um einen krassen Instagram-Filter… Laut Locals könnte das Farbspektakel ein weiterer Grund sein, warum Red Island zu seinem Namen kam: Die Felseninsel scheint abends förmlich zu glühen!

Ost-Java Reisetipps Sonnenuntergang Red Island

Glühender Sonnenuntergang in Ost-Java bei Red Island

Nicht weit von Pulau Merah findest du den Sukamade Turtle Beach im Meru Betiri National Park.

Zwischen November und März ist der Beach ein Treffpunkt der großen Meeres-Schildkröten, die hier ihre Eier im Strand vergraben. Ein paar Wochen später krabbeln die kleinen Baby-Schildkröten ins Meer!

Da man die Tiere am besten am frühen Morgen oder späten Abend beobachten kann, planst du idealerweise eine Übernachtung mit ein. Dann bleibt auch genug Zeit, um auf dem Weg noch den sehr malerischen Hijau Beach (dt. grüner Strand) in der Green Bay zu entdecken!

Für Schnorchenfans ist außerdem der Wedi Ireng Beach zu empfehlen. Weißer Sand und türkisblaues Wasser lassen die lebhaften Unterwasserwelten förmlich strahlen! Von Pulau Merah kommt man entweder in knapp 40 Minuten zu Fuß oder in 2 Minuten mit dem Boot hin.

4. Du wirst zum Gipfelstürmer von Vulkanen

Du bist weder Surfer noch ein Strandfan, aber die Berge haben es dir angetan? Kein Problem, auch du solltest Ost-Java unbedingt erleben! Denn in der Gegend liegen viele teils noch aktive Vulkane, die lohnenswerte Ausflugsziele sind.

Viele besuchen zum Beispiel den Mount Bromo im Tengger-Semeru-Nationalpark. Dort findest du ein weites Sandmeer, ziemlich gut erschlossene Wege für den Vulkanaufstieg und leider auch viele Touristenbusse. Alle wollen den Sonnenaufgang von ganz oben genießen!

Den Mount Bromo auf eigene Faust entdecken

Du kannst den Mount Bromo auch ohne Touranbieter auf eigene Faust besuchen und hast dann mehr Ruhe zum Entdecken jenseits der Massen.

Lesetipp: Vulkan Bromo auf eigene Faust entdecken

Falls du ein wenig mehr Action willst, dann ist der Ijen Krater vielleicht etwas für dich. Er ist als das größte Säurefass der Welt bekannt, da hier Schwefel abgebaut wird und der unverkennbare Geruch immer in der Luft hängt. Eine gute körperliche Verfassung und eine Gasmaske sind für den Aufstieg unbedingt nötig!

Man sollte den Ijen Krater nachts erklimmen, um das „blaue Feuer“ leuchten zu sehen – das durch sich an der Luft entzündende Schwefelgase entsteht. Nimm dir am besten einen Guide, denn die Gegend ist nicht ungefährlich!

5. In Ost-Java erlebst du das ursprüngliche Indonesien

Auf dem Weg nach Ost-Java merkt man, wie sich Landschaft, Infrastruktur und Kultur verändern. Bereits im Westen von Bali fällt auf, dass wesentlich weniger Touristen unterwegs sind und die Gegend nicht mehr hinduistisch, sondern – wie in Indonesien typisch – stärker muslimisch geprägt ist. Spätestens auf der Fähre sind westliche Touristen ein seltenes Bild und werden neugierig beäugt. Ungeachtet von eventuellen Sprachbarrieren wirst du schon hier schnell mit herzlichen Locals ins Gespräch kommen!

In Ost-Java wartet dann das ursprüngliche Indonesien auf dich: Keine für Touris hochgezüchteten Konklaven und Hotelbunker, sondern authentische Orte. Mit einfachen Häusern, umgeben von Palmenfeldern, und mindestens einer Moschee, aus der mehrmals pro Tag der Muezzin schallert. Wo sich Ausgehen auf den Warung um die Ecke beschränkt und man sich als Besucher den lokalen Gepflogenheiten anpasst, und nicht andersherum. Das bedeutet zum Beispiel, dass man nicht zu leichtbekleidet durch die Gegend läuft.

Ost-Java Reisetipps Street Life

Street Life in Ost-Java

Die Ursprünglichkeit Ost-Javas zeigt sich auch beim Thema Essen. Wer Bali kennt, ist leckere Acai Bowls, Poached Eggs und vegane Hipster-Säfte in allen erdenklichen Farben gewöhnt. In Ost Java habe ich mich von Nasi oder Mie Goreng (gebratener Reis oder Nudeln), Soto Ayam (Hühner-Suppe) und Beef Rendang (Rindfleisch Curry) ernährt. In Ost Java sind übrigens frittierte Grashüpfer super beliebt.

Für Abwechslung sorgten die netten Warung Muttis, die mir manchmal unbekannte Tiere vorsetzten. Fans vom schmackhaftem und günstigem indonesischen Essen werden in Ost-Java definitiv glücklich werden.

Bis heute weiß ich nicht, ob ich eine Schlange oder eine Art Aal verzehrt habe. Aber lecker war es!

Und wie sind die Locals? Die Javanesen sind sehr aufgeschlossen, neugierig und wollen mehr von dir wissen. Wo kommst du her? Was machst du auf Java? Wie läuft es mit der Familienplanung? Und würdest du für ein Selfie posieren? Die Frage wird dir Jung und Alt stellen.

Sobald du länger an einem Ort bleibst, gehörst du schnell dazu. So ging es uns beim Surfen in Pulau Merah: Im Wasser kannten wir schnell die Namen aller Indo-Jungs nebst Verwandten, die wirklich gern herumalbern. Von Berührungsängsten keine Spur!

6. Java ist der Place-to-Be für Kaffee-Fans

Ich bin ein großer Kaffee-Fan und verkaufe selbst Bio Kaffee aus Mexiko. Schon vor meinem Besuch wusste ich natürlich, dass Java ein riesiger Kaffee-Exporteur für die ganze Welt ist. Unter Kaffeekennern ist „Java-Kaffee“ ein geläufiger Ausdruck und dementsprechend groß war meine Vorfreude.

Von den vielen Kaffee Plantagen haben wir uns die Plantage in Gumitir in der Provinz Jember angeschaut. Mit einem kleinen Jeep wurden wir entlang der Plantage bis zur UTZ-zertifizierten Kaffee-Fabrik gefahren, in der mehr als 500 Tonnen Kaffee pro Jahr verarbeitet werden.

Während des Rundgangs erhielten wir einen guten Überblick darüber, wie industrieller Kaffee in großen Mengen verarbeitet wird: Wie die Bohnen aus den Kaffeekirschen geschält werden und anschließend in die Waschanlage laufen, um dann später in riesigen Trocknern und Rösttrommeln vor sich hin zu wirbeln.

Ostjava Reisetipps Kaffeplantage

Ostjava-Kaffeeplantage: Auf den Spuren der lokalen Kaffeeproduktion

Von der Verarbeitung her wird der Kaffee zwar nicht den höchsten Qualitätsansprüchen genügen, aber dennoch ist ein Besuch von so einer lokalen Fabrik sehr spannend. Witzigerweise sah man auf der Plantage immer noch den Einfluss der Holländer, die den Kaffeeanbau auf Java populär machten: Zum Beispiel kleine Bungalows und Maschinen, die aus einer anderen Welt stammen.

Nach der Kaffeetour haben wir uns im Café Gumitir mit Blick auf die Plantage einen lokalen Kaffee gegönnt. Und dazu eine frittierte Banane mit Schokoladenstreuseln und Streukäse – offensichtlich eine lokale Spezialität. Klingt komisch, und für meinen Gaumen war es das auch. Aber warum nicht ab und zu mal was Neues probieren?

Java, wir werden uns wiedersehen!

Ost-Java hat mich wirklich überzeugt: Die netten Menschen, die sich noch über jeden Touristen freuen. Das gute authentische Essen zu günstigen Preisen, die leeren Wellen und die wunderbaren Sonnenuntergänge… Allein dafür komme ich gerne wieder! Außerdem habe ich Lust bekommen, noch mehr von Java zu entdecken – ich werde langsam wirklich zum Indojunkie.

Text und Fotos: Christian Häfner

Indojunkie Autor ChrisÜber den Autor: 

Christian ist Kaffee-Fan und Gründer von Happy Coffee. Gemeinsam mit seiner Freundin Heidi reist er auf der Suche nach den schönsten Orten um die Welt, den Wellen und leckerem Kaffee hinterher. Auf meerdavon.com berichten er und sie über ihre Surf- und Reiseabenteuer.


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  8. Cooler Artikel! Ich möchte im Herbst nach Bali und bin dabei auf euer Buch gestoßen. Das klingt super interessant und ich werde es mir bestimmt mitnehmen. Aber auch der Bericht über Java ist super, da kann man sich jetzt gar nicht mehr entscheiden :D

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