Surftipps für Beginner von Indra

Ein Beitrag von Eva Lauterbach

Indonesien ist eine bekannte Destination für Surfer und die, die es werden wollen. Auf Bali hat sich eine große Surfercommunity gebildet – mit vielen Surfcamps, Surfschulen und Surfguides.

Wir haben uns mit dem balinesischen Surfer Indra von Indasurf zusammengesetzt und ein paar Tipps für Surfanfänger ausgearbeitet.

Nur um das Aufstehen im Weißwasser zu lernen, reichen dir wahrscheinlich schon zwei Tage mit einem Surfguide. Viele Anfänger lernen die Grundlagen aber intensiv für eine Woche in einem Surfcamp, um sich einigermaßen sicher zu fühlen, um alleine surfen und dann auch die Wellen zumindest ein wenig einschätzen zu können.

Natürlich kann man danach dann vertiefend Surfstunden nehmen, um noch mehr Tricks zu lernen, um eigene Fehler besser einzuschätzen und mehr über das Meer zu lernen. Surfen ist eine Lebensaufgabe. Und der Anfang ist besonders schwer. Viele Anfänger geben nach zwei Tagen auf und sind frustriert, doch dran bleiben lohnt sich.

Die richtige Position auf dem Surfbrett

Zu Beginn wissen viele nicht, wie man auf dem Surfbrett richtig liegt und steht. Die Position im Liegen und Stehen ist Grundvoraussetzung, um einen sicheren Stand auf dem Surfbrett zu haben.

Liegst du falsch auf dem Board, wird zum Beispiel das Paddeln wesentlich schwerer. Oder du stehst beim Hochspringen („Pop-Up“) falsch – entweder zu weit vorne oder hinten – weil man damit auf den ersten Blick leichter ausbalancieren kann. Dies ist aber ein Trugschluss und du kannst dich schlechter halten. Deswegen ist es sehr wichtig, den Pop-Up und das Stehen selbst zu üben.

Woran merkst du, dass du dich in der richtigen Position befindest?

Liegend: Wenn du auf dem Surfboard liegst, solltest du die Brettspitze („Boardnose“) im Gesichtsfeld haben, wenn du das Kinn anhebst. Die Spitze selbst sollte aus dem Wasser herausragen, damit sie vorwärts gleiten kann. Dafür darfst du nicht zu weit vorne bzw. zu weit hinten liegen, sondern mit deiner Brust gerade so die Mitte des Bretts überragen.

Liegeposition auf dem Brett

Indra zeigt die richtige Grundposition auf dem Anfänger-Surfbrett

Stehend: Positioniere dich an der zentralen Linie. Der Körper ist zur Seite gerichtet, der Blick nach vorne. Wenn du nach unten schaust, verlagerst du dein Gewicht nach vorne und fällst.

Die Beine stehen etwas weiter als Schulterbreite auseinander. In der Endposition stehen deine Füße parallel zueinander, seitlich auf dem Board und dein Blick ist nach vorne gerichtet. Deine Knie sind angewinkelt und nicht durchgestreckt.

Don’t stand like a coconut tree!

Die richtige Position der Füße auf dem Surfbrett

Indra zeigt einem Schützling den richtigen Stand

Surf Bali: Das Buch

2017.05.29_mockup_quer (1)In unserem Buch “Surf Bali” geht es nicht nur um Wellen und Boards – sondern auch um Menschen, Nachhaltigkeit, Kultur & Meer. Mit dem etwas anderen Surfguide bist du perfekt für dein Surf-Abenteuer auf der Insel der Götter vorbereitet.

Das richtige Paddeln

Das Surfen bedarf viel Kraft und Ausdauer. Deswegen solltest du gerade am Anfang nicht wirklich länger als eine maximal zwei Stunden surfen, denn es geht unheimlich in die Arme.

Deine Muskeln müssen sich zuerst an die harte Arbeit gewöhnen und man bekommt leicht Muskelkater, denn Arme per se werden selten so stark beansprucht.

Die Position beim Paddeln ist wie oben dargestellt. Die Füße sind zusammen, der Oberkörper leicht aufgerichtet. Deine Finger sind ganz leicht gespreizt, denn sonst brauchst du zu viel Energie um gegen den Wasserdruck zu paddeln.

Das Paddeln selber ist eine durchgehende Armbewegung ähnlich des Kraulens. Das heißt Arm anheben und von vorne nach hinten durch das Wasser drücken. Bei kürzeren Surfbrettern bringt dich eine S-Bewegung (die Hand geht nun unter das Board) besser voran.

Viele kurze hektische Bewegungen verschwenden Energie, man kommt aber nicht voran.

Das richtige Pop-Up und Timing

Essentiell beim Surfen ist das sogenannte „Pop-Up“, der Moment in dem man sich auf dem Surfbrett aufrichtet und steht. Am Anfang kannst du dir Zeit lassen, wenn du arg unsicher bist und die Welle auch noch nicht so genau einschätzen kannst. Sobald du merkst, dass das Board gleitet, gilt es: Schnell hoch, sonst wird man von der Welle runter gespült.

Wichtig: Du richtest erst den Oberkörper auf, und springst dann hoch, sonst ist das Board aus der Balance. Die Hände befinden sich auf Höhe der Schulter, die Finger zur Surfspitze gerichtet. Sobald die Welle dich und dein Surfbrett mitnimmt, drücke deinen Oberkörper hoch, und steh auf.

Richtige Liegeposition: Hände auf Schulterhöhe, Oberkörper leicht angehoben und den Blick nach vorne zur Surfbrettspitze

Korrekte Position beim Abstützen

Nachdem dein Körper aufgerichtet ist, kannst du hochspringen und deine Füße direkt (wie oben beschrieben) richtig positionieren. Das ist quasi nur ein Schritt.

Oder aber du drehst deinen Körper leicht zur Seite des Fußes, der bei dir hinten steht. Dann beugst du dein hinteres Knie und positionierst den Fuß. Den anderen Fuß ziehst du nun nach vorne und gehst nach oben.

Indra’s Tipp: Nicht zu viel denken und warten, sonst wird man zu unsicher und verliert das Gleichgewicht. Am besten übt man das Aufstehen auf dem Trockenen, bis sich der Körper daran gewöhnt hat. „Lay down, jump, lay down, jump until the body gets used to it!“

Die richtige Atemtechnik beim Wipe-Out

Eine der unangenehmsten Erfahrungen beim Surfen ist es, vom Surfbrett gespült und unter Wasser gedrückt zu werden. Das nennt man Wipe Out. Du verlierst eventuell völlig die Kontrolle und bekommst Panik zu ertrinken. Da ist die richtige Atemtechnik hilfreich. Wenn du nicht das ganze Jahr surfst und nicht gerade einen Pool daheim hast, ist es nicht leicht, das richtige Atmen zu lernen. Gerade beim Surfen und wenn man vom Board gespült wird ist die Technik des Luftanhaltens wichtig.

Für Daheimgebliebene, die vorhaben ernsthaft zu surfen, lohnt es sich, einen Yogakurs zu machen und mehr über Pranayama zu lernen (Atemübungen im Yoga). Dort lernst du so zu Atmen, wie es auch beim Surfen und Tauchen von Vorteil ist. Einige Surfcamps bieten auch Free-Diving-Lessons fur Surfer an. Dort trainiert man die richtigen Atemtechniken für unter Wasser. Ansonsten kannst du das Luftanhalten selber trainieren, je länger desto besser.

Ein guter Tipp ist es keine großen Japser zu machen und nicht lange Luft zu holen. Denn dann verschluckst du dich schneller. Besser ist es, kurz und knapp einzuatmen und die Luft und den Druck im Brustkorb zu halten. Kinn auf die Brust, das schließt wortwörtlich die Luftröhre. Du bleibst nämlich laut Aussage des Surflehrers maximal 30 Sekunden unter Wasser.

Sollte ein Wipe Out kommen, gilt auch hier wieder, nicht panisch werden, sondern beherzige die schon oben genannten Tipps. Schnelle Bewegungen und Panik verbrauchen nämlich mehr Sauerstoff. Und denke immer dran: Dein Board ist immer noch an deinem Fuß, im Notfall ziehe dich an deiner Leash hoch.

Entspanne dich auf und unter Wasser. Bewege dich im Rhythmus des Meeres, nutze dessen Energie und Bewegung und mache sie zu eigen. Sobald der Körper entspannt, verringert sich die Herzfrequenz und der Sauerstoffverbrauch und es wird sehr unwahrscheinlich, dass du ertrinkst.

Sicherheit im Wasser

Surfer beobachten das Meer

Das Meer kann unberechenbar sein, deswegen gehe immer mit dem nötigen Respekt ins Wasser.

Erste Regel: Schütze dich!

Nicht nur die Welle, sondern dein eigenes Board kann dir gefährlich werden. Jedes Surfbrett hat nämlich am hinteren Ende eine oder mehrere Flossen (Fin) aus Plastik befestigt, die dich verletzten können. Auch kannst du beim Auftauchen im falschen Moment am Kopf von deinem eigenen Surfbrett getroffen werden. Oder dein Brett kann durch hohe Spannung des Leashs mit voller Wucht zurückschnellen und zu einem gefährlichen Geschoss werden.

Wird man vom Board gespült gilt also: Ruhe bewahren und richtig agieren. Panik unter Wasser kann gefährlich werden, denn durch das Strampeln kann man sich am Riff verletzten – ein typischer Anfängerfehler.

Also keine Sorge: Man wird als Anfänger nicht ertrinken, denn es sind genug Surfguides und andere Anfänger um einen herum und der Körper wird automatisch nach oben getragen, wenn du ruhig bleibst. Durch die Panik verschluckt man gerade am Anfang gerne Wasser und wird auch schneller müde. Das Board ist auch an deinem Fuß befestigt, du wirst es also nicht verlieren. Halte die Leash einfach nur fest und ziehe das Board zu dir heran.

Beim Auftauchen immer den Kopf mit deinen Händen und Armen schützen, damit dein Board, die Finne oder das Board eines anderen dich nicht verletzten können.

Wenn du wieder auftauchst und es kommen zu viele Wellen, dann tauche ab, halte die Leash, tauche wieder auf und warte bis du und das Meer ruhiger geworden sind. Bitte schubse dein Board nicht eigenständig und unbedacht von dir in dieser Situation, denn das kann wiederum dich und andere Surfer im Wasser verletzten.

Indra’s Tipp: Schütze deinen Kopf, sobald du vom Board gespült wirst. Luft anhalten, Kinn auf die Brust, Beine anziehen, Arme um den Kopf und ganz wichtig: Relax your Body! Nichts tun, nicht strampeln, sondern die Welle passieren lassen, auch wenn man gerade richtig durchgewirbelt wird.

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Die richtige Etikette im Line-up

Die Etikette auf See ist ein wichtiger Punkt. Du bist im Wasser, gerade als Anfänger, niemals alleine. Ein gutes Miteinander ist also sehr wichtig für ein sicheres Surferlebnis. Ein Lächeln und ein Gruß gegenüber anderen Surfern schafft eine entspannte und freundliche Grundstimmung.

Wie schon zuvor erwähnt kann das Surfbrett durchaus gefährlich werden. Ein unbedachtes Wegstoßen des Boards – nur weil du die Welle nicht bekommen hast, oder diese nicht nehmen willst – kann einen anderen Surfer schwer verletzen. Deswegen achte immer drauf wer um dich herum ist. Wird man nämlich vom Board gespült und befindet sich selbst direkt vor Mitsurfern, kann dein Board für diese zum Geschoss werden. Befindest du dich wiederum direkt hinter den Anderen, könntest du getroffen werden. Halte also genügend Abstand. “Nach mir die Sinnflut” ist also unangebracht ;)

Gute Surflehrer werden darauf achten, dass nicht zu viele Leute an einem Platz sind, bzw. dir sagen, wie du dich am besten verhalten sollst. Natürlich ist nicht jeder leere Spot sicher für Anfänger und die geeigneten Plätze sind nun mal voll.

Wenn die Welle bricht, und jemand nimmt sie von einer Seite, dann kannst du diese Welle nicht mehr nehmen, sondern wartest auf die nächste Welle. Die Gefahr einer Kollision ist sonst sehr hoch. Das gilt aber vor allem für fortgeschrittene Surfer. Falls du eine Welle nimmst, die jemand anderen gehört, machst du einen “drop-in”. Das wird nicht gerne gesehen. Derjenige, der näher am Peak ist, hat “Vorfahrt”.

Surfst du als Beginner erst einmal mit der Welle Richtung Strand geradeaus, kann man eine Welle auch zu mehreren Personen nebeneinander surfen. Das nennt man dann “Party wave”.

surf-tipps-beginner

Niemals aufgeben

Nach dem ersten Tag bist du sicherlich sehr erschöpft, dir tut alles weh und du bist mehrmals unter Wasser gespült worden. Das Stehen auf dem Board ist dir nur ansatzweise gelungen und die Sonne hat dir eventuell das Gesicht verbrannt. Du bist frustriert. Das ist aber nicht weiter schlimm: So wie dir geht es vielen Anfängern. Wenn du ganz schlimmen Muskelkater hast, spreche dich mit deinem Surflehrer ab und mache zur Not erst einmal einen Tag Pause auf dem Wasser. Stattdessen könntest du zum Beispiel Theoriestunden nehmen.

Surfen lernen in Bali: Die One Week Surf‐Experience

Jeder Tag is anders. Auch viele Profis haben nicht immer einen guten Tag, also Kopf hoch und nicht aufgeben!

Indra’s Tipp: Je weniger Schüler pro Surflehrer desto besser, denn dann kann intensiv und auf die Bedürfnisse angepasst unterrichtet werden. Auch ist es für dich sicherer, denn dein Surfguide kann so besser im Wasser auf dich achten.

Surfguide und Schüler checken das Meer

Wir danken Indasurf für die Zusammenarbeit. Mehr hilfreiche Tipps kannst du auf ihrem Blog finden.

Fotos und Text: Eva Lauterbach, Indasurf

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