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Halmahera: Aufstieg auf den Dukono Vulkan

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Christine Reckewell


Um die Molukken-Inseln tobten vor etwa 500 Jahren wilde Kriege der Engländer, Portugiesen und Niederländer. Ein Grund für Auseinandersetzungen war u.a. der Muskatbaum auf den Banda Inseln. Tatsächlich war dieses Gewürz so wertvoll, dass man im Mittelalter eine ganze Kuh für eine halbe Muskatnuss bekam.

Auf den anderen Inseln der Molukken gibt es Gewürze wie Nelken und Palmsago. Jene Gewürze wurden zu den größeren Inseln Sumatra und Java transportiert und von dort dann nach China, Indien und Europa!

In den Jahren zwischen 1999 bis 2002 massakrierten sich noch Christen und Muslime auf den Molukken-Inseln. Es wurden Kirchen niedergebrannt, Menschen getötet und Tausende flohen.
 Diese Gräueltaten hinterließen Spuren. Erst seit Kurzem stehen die Molukken-Inseln demnach auf dem Radar von Reisenden. Und das nicht ohne Grund! Die Inseln haben eine Menge zu bieten!

Eigentlich sollte unser diesjähriger Trip wieder nach Papua gehen, um dort anzuknüpfen, wo ich letztes Jahr aufgrund meines Dilemmas (Blutvergiftung + Krankenhaus) abbrechen musste.

Aber irgendwie hatten wir plötzlich nur noch Lust auf Inseln. Zum Glück sind wir ja flexibel, denn außer unserem Rückflugticket ist nichts gebucht. So hüpfen wir diesen Sommer kurz entschlossen von einer Insel zur nächsten, mal per Flieger, mal mit der Fähre und auch mal mit dem Speedboat, immer sehr kurzfristig entschieden, je nach Laune.

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Der Vulkan Dukono auf Halmahera

Da die komplette 4-wöchige Reise für einen Artikel viel zu lang ist, habe ich mich entschlossen heute nur die schöne Insel Halmahera der Provinz Maluku Utara vorzustellen.

Diese relativ große Insel der Nordmolukken sticht vor allem durch seine aktiven Vulkane hervor, wie dem Vulkan Ibu und dem Vulkan Dukono. Wir richteten unser Hauptaugenmerk auf den stets aktiven Vulkan Dukono, den wir auf dieser Reise besteigen möchten.

Dieser nur 1.185 Meter hohe Vulkan ist seit 1933 kontinuierlich aktiv und spuckt im Minutentakt Asche, Lava und Steine und bedeckt sein Umfeld mit einer Ascheschicht.

Die düsterne Vulkanstadt Tobelo

Im Internet haben wir den Guide Alex (siehe unten) gefunden und mit ihm treffen wir uns in Tobelo, einem düsteren kleinen Ort in der Nähe des Vulkans.

Als wir aus dem Speedboat aussteigen, welches uns in einer beängstigenden Fahrt von der kleinen Insel Morotai nach Tobelo brachte, waren wir erstmal geschockt.

hamahera-dukono-5Natürlich kennen wir schon einige Vulkanstädte, aber immer wieder haut uns die dunkle Atmosphäre dieser Orte um. Man hat immer das Gefühl dass ein Unwetter bevorsteht, denn über der ganzen Stadt scheint stets eine Aschewolke zu hängen. Außerdem hört man in der Ferne ständig das Grollen des Vulkans.

Guide-Tipp für Morotai, Halmahera und Ternate

Vorbereitungen für die Dukono-Besteigung

Unser Guide bringt uns zu einer einfachen Unterkunft und beim Abendessen besprechen wir unser Tour. Wir wollen früh aufbrechen und die Nacht etwa zwei Kilometer von der Krateröffnung entfernt in Zelten verbringen. Dann vor Sonnenaufgang aufstehen und bis zur Öffnung laufen um in den Krater hineinzuschauen.

Das muss zügig gehen, denn alle 20 Minuten erfolgt eine Detonation. Der Plan ist folgender: Nach einer Detonation los laufen, zehn Minuten am Kraterrand stehen, hineinschauen, fix Fotos machen und vor der nächsten Detonation wieder außer Reichweite sein. Hört sich sehr aufregend an.

Der Aufstieg auf den Dukono Vulkan

hamahera-dukono-4Der Aufstieg ist sehr lang und beschwerlich. Ich habe eine Beinverletzung (aufgrund von einem Mopedunfall auf der kleinen Insel Siau) und wir benötigen fast 12 Stunden bis zu unserem Camp.

Der Weg wird zum Schluss immer beschwerlicher und teilweise ist er richtig zugewachsen. Alex muss ihn mit der Machete frei schlagen. Wir überqueren insgesamt acht kleine Flüsse, die normalerweise trocken liegen, aber zur Regenzeit mit milchig-grauen Wasser gefüllt sind.

halmahera-vulkan-flussDie Vulkanasche begleitet uns den ganzen Weg. Wir durchstreifen meterhohes Schilf und müssen einen Abstand von mindestens zehn Metern halten, damit wir nicht zu viel davon einatmen.

Bald sind wir komplett grau vom Aschestaub. Ständig hören wir die Detonationen. Wir können es nicht glauben, dass wir diesem Vulkan so nahe kommen dürfen.

Es ist schon dunkel, als wir den alten Krater erreichen. Dies ist unser Ziel für heute. Dann heißt es auch noch Zelt aufbauen und kochen. Mit einer Taschenlampen bewaffnet suchen wir noch eine Wasserstelle um uns zu waschen und Wasser zum Kochen zu holen. Das Wasser wird gefiltert und abgekocht. Es gibt eine einfache Mahlzeit aus Reis und Konserven.

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Zeltlager vorm rauchenden Dukono Vulkan

Immer wieder schauen wir zum Dukono der nun direkt vor uns sein atemberaubendes Schauspiel liefert. Das Getöse ist unglaublich laut und unheimlich. Immer wieder fliegen glühende Steine in die Luft. Wir sind so nah, dass wir das herabfallen hören können.

Die Abstände der Ausbrüche sind aber kürzer als die üblichen 20 Minuten, sodass unser Guide meint, dass der Aufstieg zum Kraterrand zu gefährlich sei.

Die Nacht ist kurz und schlaflos. Wir gehen bis auf 400 Meter an den Krater heran und genießen die unheimliche Stimmung. Wir können uns nur schwer losreißen, aber uns steht noch der lange, beschwerliche Rückweg bevor.

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Ein Stück Paradies zum Erholen von den Strapazen

Es war ein unvergessliches Erlebnis und ich möchte diese Tour jedem mit einigermaßen guter Konstitution ans Herz legen.

Aber Achtung: Vulkane können süchtig machen!

Da sich mein Bein nun leider entzündet hat und neben einem Tablettencocktail nun strikte Ruhe angesagt ist, verbringen wir ein paar Tage im nahegelegenen „Kupa Kupa“ bei Lutz und Ona.

Hier, nur zehn Kilometer von Tobelo entfernt, finden wir ein Stück Paradies bei Deutsch-Indonesischer Lebensart. Ich erfahre, wie man sich als bodenständiger deutscher Mann in eine wundervolle Molukkin verlieben kann und nun seinen Lebensabend im Paradies verbringt. Ein perfekter Abschluss für dieses Halmahera-Abenteuer!

Über die Autorin: Ich habe mit fast 50 Jahren entdeckt, wie wundervoll das unabhängige Reisen mit dem Rucksack und ohne festen Plan sein kann. Seitdem reise ich mehrmals im Jahr vorzugsweise durch asiatische Länder, dabei meide ich Touristenzentren und Hotels und versuche mit den Einheimischen zu leben. Meine ausführlichen Berichte mit vielen Bildern, Adressen, Telefonnummern und Tipps findet ihr unter umdiewelt.de.

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