Home Bali – Tipps für deinen Urlaub auf Bali Barong Dance und Ruwa Bineda: Botschaft, Geschichte und Charaktere

Barong Dance und Ruwa Bineda: Botschaft, Geschichte und Charaktere

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Thomas Moog moogbooks.com

Wer auf Bali unterwegs ist, sollte sich auf jeden Fall eine der vielen balinesischen Tanzvorführungen anschauen. Ubud ist dabei die Hochburg der Tanz- und Kulturszene. Hier finden jeden Tag mehrere Aufführungen in unterschiedlichen Location statt. Aber auch Batubulan ist ein guter Anlaufpunkt für traditionellen Tanzaufführungen auf Bali!

Tipp: Besorge dir vor Ort das monatlich erscheinende kostenlose Mini-Magazin “Ubud Community”, welches in vielen Homestays und Restaurants zu finden ist. In dem kleinen Heftchen findest du alle Termine und Orte für die verschiedenen Tänze auf Bali.

Wenn du dich nicht entscheiden kannst, dann empfehlen wir dir den Barong und Legong Dance im Ubud Palace. Der Legong Dance war einst für königliche Feste bestimmt. Der Barong Dance ist ein sakraler Tanz. Er symbolisiert die balinesische Philosophie „Ruwa Bineda“ (siehe weiter unten).

Auch wenn diese Tänze mittlerweile sehr touristisch sind – die Tänzer und Musiker sind immer noch sehr authentisch und ziehen jeden Abend hunderte von Zuschauern in ihren Bann.

Außerdem sind die Tänze – und hier vor allem der Barong Dance – eine tolle Möglichkeit, um mit der balinesischen Lebensphilosophie, sowie den Göttern, Geistern und Dämonen der Insel in Berührung zu kommen.

Barong Dance: Die Botschaft

Die Botschaft des Barong Tanzes ist folgende:

Beim Kampf zwischen Gut und Böse gibt es keinen Sieger. Niemals.

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Barong Dance im Ubud Palace

Barong Dance: Die Geschichte

Die Königin Kunti ist besessen. Sie wurde verhext von Rangda, der Inkarnation der schwarzen Magie. Die Königin ist sogar bereit ihren Stiefsohn Sahadewa den dunklen Mächten zu opfern.

Der Gott Siwa erscheint und verleiht Sahadewa die Unverwundbarkeit. Dadurch hat Rangda keine Gewalt mehr über Sahadewa. Rangda wird sogar von Sahadewa getötet.

Rangdas Seele war die von Durga, der gefallenen Göttin, die nun wieder in den Himmel emporsteigen kann – zu ihrem Gemahl Siwa!

Rangda, das Böse, ist jedoch niemals tot. Ihre Hexenfreundin Kalika übernimmt jetzt ihre Rolle.

Sahadewa verwandelt sich nun in das mythische, löwenartige Tier Barong. Das Tier verkörpert das Gute, die „Weiße Magie“.

Es kommt zum Kampf zwischen Kalika und Barong.

Doch beide sind gleich stark.

Keiner kann jemals den Anderen überwinden.

Denn: Beim Kampf zwischen Gut und Böse gibt es keinen Sieger. Niemals.

Barong Tanz: Die Charaktere

  • Kunti = verhexte Königin
  • Rangda = Witwe*, Inkarnation der „Schwarzen Magie“, das Böse, verwandelt sich nach dem Tod in Durga
  • Sahadewa = Stiefsohn von Königin Kunti, wird unverwundbar durch Siwa, tötet Rangda, wird zum Barong (Weiße Magie, das Gute)
  • Siwa = Gottheit, Gemahl von Durga
  • Durga = gefallene Göttin, Gemahlin von Siwa
  • Kalika = Hexenfreundin von Rangda, neue Rangda

*Rangda bedeutet Witwe. In früheren Zeiten soll es eigentlich keine Witwen gegeben haben. Denn nach alter Tradition hätte sich eine Witwe während der Verbrennungszeremonie ihres verstorbenen Gemahls auch in die Flammen stürzen müssen. Solche Witwenverbrennungen sollen auf Bali erst durch die holländischen Besatzer beendet worden sein.

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Rangda – das Böse

Ruwa Bineda – Die Lehre von den beiden Gegensätzen

„Ruwa“ bedeutet „zwei“ und „Bineda“ bedeutet „verschieden“, eine häufige Übersetzung lautet daher: „Die Lehre von den beiden Gegensätzen„, bzw. „Die Lehre von den beiden Gegenpolen„. Bei genauerer Betrachtung ist der Begriff „Gegen-“ in diesem Zusammenhang jedoch problematisch.

Denn der Balinese sieht bei dem Begriffspaar „Gut-Böse“ das eine nicht als das Gegenteil des anderen, sondern beide vielmehr als die aneinander gekoppelten Teile eines Ganzen.

Ohne „Gut“ gibt es kein „Böse“ und umgekehrt, beide müssen in ständiger Wechselwirkung miteinander stehen, sonst existiert die Gesamtqualität „Gut-Böse“ nicht.

Das gleiche gilt in der Mythologie. Die Bezeichnung “Dewa” (Gott) für eine der zahlreichen Ausformungen des Allmächtigen heißt noch lange nicht, dass der Dewa ausschließlich „gut“ ist. Jeder “Dewa” (Gott) ist auch gleichzeitig “Raksasa” (Dämon).

Auch in dem Kampf zwischen “Barong” (Gut) gegen “Rangda” (Böse) gewinnt keine der beiden Seiten.

Denn:

Beim Kampf zwischen Gut und Böse gibt es keinen Sieger. Niemals.

Buchtipps: Götter, Geister und Damönen auf Bali

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Das Buch „Götter, Geister und Damönen“ schafft einen Überblick über das Weltverständnis, die Kosmologie und Schöpfungsgeschichte, sowie die unterschiedlichen Götter und Dämonen auf der Insel Bali.

Die Insel Bali ist zudem ein Ort voller Märchen, Fabeln und Legenden.Es gibt unzählige balinesische Erzählungen über die bizarre Märchen-Welt von Bali. Die meisten Geschichten sind alles andere als romantisch. Sie handeln von Dämonen, Inzucht und Intrigen.

Hinweis: Das Buch ist nur für Erwachsene geeignet.

Das Symbol für die Lehre „Ruwa Bineda“ ist ein stark abstrahiertes Antlitz, dessen beide Augen in einem einzigen verschmelzen. Steinreliefs mit dem gleichen Motiv finden sich des öfteren an Gebäuden auf Bali – in der Fachsprache „Karang Bentulu“ genannt.

Barong Aufführungen auf Bali

Eindrucksvolle Barong Tänze finden u.a. im Ubud Palace und in Batubulan statt. Oftmals finden sich hier Mischformen aus dem Legong Tanz und Barong Tanz.

Typisches Element der Aufführungen ist das Klappern des Mauls des Barong Tänzers.

Der Inhalt der Tänze unterscheidet sich von Ort zu Ort. Der Grundgedanke „Beim Kampf zwischen Gut und Böse gibt es keinen Sieger“ ist jedoch stets gleich.

In den Tänzen wird auch oftmals ein magischer Dolch – auch Kris genannt – eingesetzt und Tänzer können in einen Trance verfallen.

Tanzaufführungen auf Get Your Guide

Noch mehr Infos zum Barong Tanz findest du in dem Buch „Die Erfindung des Barong„.

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