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5 Gründe fürs Hängenbleiben in Manado

von Barbara Nickl

Ein Beitrag von Theresa Unger

Ich und Reisepläne ist wie Indonesien ohne Chili – einfach unmöglich. Klar habe ich manchmal Träume und Wunschziele, aber am Ende komme ich dort meistens eh nie an. Auf dem Weg dorthin tun sich einfach immer zu viele weitere Abzweigungen und Möglichkeiten auf, die ich natürlich nutzen muss! Dann kommt noch meine nicht vorhandene Entscheidungsfähigkeit hinzu und schon wird das Reisen zu einem nicht kontrollierbaren Abenteuer. 
Genauso geht es mir gerade (mal wieder).


Wie ich nach Manado kam

Ich wusste, dass ich nach Indonesien kommen und in Bali landen würde und nach langem hin- und herüberlegen wusste ich auch, dass ich auf keinen Fall in Bali bleiben wollte (zu “Mainstream” für MEINE Bedürfnisse).

Ausserdem wollte ich unbedingt nach Raja Ampat, dem “Tauchparadies” im Osten Indonesiens. Das war immerhin schon viel mehr, als ich üblicherweise an Plänen in meinem Kopf habe. Also verbrachte ich eine 7 h-Nacht am Flughafenboden und wartete weitere 10h auf meinen Flug nach Manado.

Ich hatte mich für diese Stadt entschieden, da sie ein guter Knotenpunkt nach Raja Ampat und nicht zu groß ist. Und da ich mich im vorhinein kaum über die südostasiatische Kultur informiert hatte, hatte ich mir vorgenommen, mich mit Locals in Verbindung zu bringen. Das bedeutete für mich die ersten paar Tage Couchsurfen. Mittlerweile bin ich schon die dritte Woche hier. Warum das so ist? Lest weiter:

Hängenbleiben in Manado – Warum?

Manado inmitten von Ozean, Palmen und Vulkanen. Foto: Theresa Unger.

Manado inmitten von Ozean, Palmen und Vulkanen. Foto: Theresa Unger.

1. Manado ist wunderschön!

Vielleicht nicht alle Gebäude und auch die Straßen sind nicht die Saubersten. Ganz zu schweigen vom Verkehr! Dafür gibt es hier aber viele kleine Gassen und Straßen. Es geht bergauf und bergab, mal hat man den Ozean zur Rechten, dann wieder den Vulkan zur Linken, mal Palmen und Regenwald, dann wieder kleine Obst- und traditionelle Essensstände (Warungs) an den Straßenrändern und und und …

Ein wahrer Kontrast zur europäischen Sterilität und teils übertriebenen Hygiene und Farblosigkeit in den Großstädten. Manado dafür hat einfach Charakter.

Trotz des Verkehrs ist Manado wunderschön. Foto. Theresa Unger.

Trotz des Verkehrs ist Manado wunderschön. Foto. Theresa Unger.

2. Das Essen in Manado

Wenn man scharf liebt, ist man hier richtig! Selbst als Vegetarierin wie ich, findet man hier mehr als genug, um weit über den Hunger hinaus zu essen. Von wegen langweilige Reis- und Nudelgerichte! Hier gibt es Vielfalt und eine Sache fehlt nie: Sambal – Chili Sauce! Nicht nur das Essen, auch die Getränke sind supervielfältig! Habt ihr jemals einen Avokado-Schokosmoothie getrunken oder den süßesten Kaffee probiert, den sogar eine Nicht-Kaffeetrinkerin wie ich verschlingt?

Meine persönlichen Favoriten sind jedoch Sirsaksmoothies und das Saraba-Getränk. Ersteres ist ein erfrischendes und fruchtiges Getränk, fast ausschliesslich bestehend aus Sirsak (eine Frucht), Wasser oder Milch, Eis und Zucker. Saraba ist wohl das Gegenstück dazu. Ein scharfes, würziges, heißes Getränk aus Ingwer und Milch, am besten serviert mit frittierten Bananen und Sambal.

Ein leckerer Avocado-Schokosmoothie. Foto: Theresa Unger.

Ein leckerer Avocado-Schokosmoothie. Foto: Theresa Unger.

3. Die Menschen von Manado

Nicht nur meine unglaublich herzliche und verrückte Gastfamilie, sondern auch die Menschen auf den Straßen sind einfach zu lieb und lustig. Als Bule (Weiße) in einer noch nicht total touristischen Stadt und dann noch als Frau? Aufmerksamkeit ist dir somit sicher! Auch wenn ich keine blauen Augen habe und nicht blond bin, dafür jedoch größer als ein Großteil der Leute hier, und schon gar nicht berühmt, fühle ich mich hier manchmal wie ein Star. Ich weiß nicht mehr, wieviele Leute mich schon angesprochen haben und ein Bild mit mir machen wollten.

Klar tut Aufmerksamkeit richtig gut, doch das gibt mir auch viel Stoff zum Nachdenken… Sehen sie uns Weiße wirklich als etwas so “Besonderes”? Ich habe schon einige Male zu meinen Freunden hier gesagt, wir Bule sind vielleicht reicher und berühmter (im Fernsehen), aber wir sind im Durchschnitt auch viel Unglücklicher. Und wer mir das nicht glaubt, sollte sich einmal die Depressions- und Selbstmordraten westlicher Länder vor Augen halten. Natürlich gibt es Außnahmen beiderseits.

Doch niemand sollte nach etwas streben, dass man selbst nicht ist – eine der vielen Dinge die ich bereits auf meiner Reise gelernt habe! Warum streben WIR nach dunkler sonnengebräunter Haut und hier jeder nach einem weißen bleichen Äußeren, wenn doch jeder perfekt ist, so wie er ist?

Ein Tag am Meer. Foto: Theresa Unger.

Ein Tag am Meer. Foto: Theresa Unger.

4. Tauchen rund um Manado

Manado ist der direkte Anschlusspunkt zu den Bunaken, einem Tauchparadies in Indonesien. Farbenprächtige Korallenwände, bunte Fische, Schildkröten, Riffhaie, … und dann noch der Preis!

Endlich konnte ich mir den lang ersehnten Advanced Open Water Kurs leisten! Außerdem gibt es kaum etwas schöneres, als den ganzen Tag auf einem Holzboot zu verbringen, blaues Meer unter und blauer Himmel über dir… und dann noch in guter Gesellschaft und mit der Ukulele in der Hand….. das bringt mich zum nächsten, für mich wohl bedeutensten Punkt:

Im Tauchparadies. Foto: Theresa Unger.

Im Tauchparadies. Foto: Theresa Unger.

5. Die Musik in Manado

So gut wie jeder hier liebt Musik – genau wie ich! Sei es im Restaurant oder in den lauten, offenen öffentlichen blauen “Techno-Bussen” – ohne Musik geht es hier einfach nicht.  Und für mich ist es das erste mal auf Reisen, dass ich so gut wie mit jedem spontan ein mehrstimmiges Lied anstimmen kann. Egal ob beim Musizieren mit meiner Gastfamilie, beim Jammen mit Collegejungs oder einer lokalen Coverband auf einer Bühne, Mehrstimmigkeit und Spontanität ist hier für niemanden ein Problem und Gitarre spielen noch viel weniger!

Gitarrenunterricht kann sich hier kaum jemand leisten, doch das hält niemanden davon ab, nicht professionell die Finger auf diesem Saiteninstrument tanzen zu lassen. Manchmal gestaltet es sich nur schwierig einen gemeinsamen Song zu finden. Songs die in Europa schon seit einigen Jahren nicht mehr gespielt wurden, sind hier gerade total beliebt und auch umgekehrt. Und natürlich gibt es hier auch tolle indonesische Bands und Musik, die man leider in europäischen Mainstreamradiosendern wohl nie zu hören bekommen wird.

Deswegen hatte ich auch begonnen, meine indonesischen  Lieblingssongs einzustudieren, was am Ende zu einem UMWURF meiner GESAMTEN INDONESIENREISEPLÄNE geführt hatte. Aber dazu ein anderes mal.

Beim Jammen mit den Locals. Foto: Theresa Unger.

Beim Jammen mit den Locals. Foto: Theresa Unger.

Kein Plan ist der beste Plan

Wie gesagt, ich bin noch immer hier und zugegebenerweise habe ich noch nichts anderes von Indonesien außer dieser Stadt, ihrer Umgebung und ihrer Unterwasserwelt gesehen. Dafür habe ich Manado nicht nur GESEHEN sondern ich ERLEBE es noch immer.

Ich habe keinen Vergleich zu einer anderen indonesischen Stadt, aber da ich noch nie Mainstream war, stört mich das kaum. Ich kann und will sowieso nicht alles sehen. Meine Pläne haben sich in der letzten Woche um 180Grad gedreht, mal schauen ob sie sich um weitere 90Grad drehen werden oder nicht. Ich bin schon seeeehr gespannt! 

Bis dahin liebe Grüße aus Manado (definitiv einen Besuch wert!) und auf ein weiteres Monat in Indonesien!

Über die Autorin: Theresa Unger ist 19 Jahre alt, kommt aus Österreich und ist verrückt nach Musik. Manado ist deshalb der perfekte Ort für sie, da sie dort ihre Leidenschaft so richtig ausleben kann.

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13 Kommentare

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13 Kommentare

Nela 17. Februar 2016 - 13:32

Super Bericht! Manado steht auch noch auf meiner Bucket List. Gerade bin ich in Lombok gelandet.

Das mit dem Hängenbleiben ist so eine Sache. Irgendwie lässt sich das in Indonesien gar nicht vermeiden. Land und Leute sind einfach ein Hit 🙂 … Man kommt so leicht mit den Locals in Kontakt, fühlt sich gleich wohl und gut aufgehoben.

Tollen Blog hast du da! 🙂 Werd bestimmt öfters vorbeischauen!

Antworte Nela
Wolfgang 12. April 2015 - 18:54

Gibt’s wirklich einen Freitauch- und Schnorchelclub in Manado? Das wäre ja noch ein Grund mehr wieder mal dort hin zu düsen:-)
Und kennst Du noch mehr solche Geheimtipps wie Tumbak?

Antworte Wolfgang
Theresa Unger 18. April 2015 - 9:54

Lieber Wolfgang,

Ja den NCSC (north celebs snorkelling community) und freitauchen. Ich glaub alles das man mit locals unternimmt ist ein geheimtipp 😀 wenn ich mehr weiss geb ich bescheid.

Antworte Theresa
Wolfgang 20. April 2015 - 16:57

Au ja das wär wirklich nett!

Antworte Wolfgang
Theresa Unger 13. November 2015 - 11:40

Lieber Wolfgang,
Hier ein späte Antwort!
Der NCSC Verein hat sich schon sehr weiterentwickelt und nimmt schon viele „Bule“ Touristen mit auf ihre Trips. Falls du Fragen hast und wie du mit ihnen Kontakt aufnehmen kannst melde dich gerne wieder bei mir.
Danke,
Theresa Unger

Antworte Theresa
Wolfgang Schweitzer 13. November 2015 - 16:52

Danke Dir, Theresa!

Mal ’ne andere Frage: weißt Du zufällig wann in Nord-Sulawesi die Vanille-Ernte ist, und wann und wo man die besten Chancen hat frisch getrocknete Vanille-Schoten günstig kaufen zu können?

Jennifer Zimny 5. September 2018 - 4:25

Hallo Theresa, ich würde gerne wissen wie ich mit dem lokalen Schnorchel Club in Verbindung treten kann, und ob du noch andere Kontakte oder insider Tipps hast 😉 ich werde 7 Monate in manado studieren und fühle mich gerade noch etwas verloren 🙁 LG Jenni

L. Gebauer 11. April 2015 - 9:22

Hallo,

ein sehr schöner Bericht und ich kann deinen Erzählungen nur zustimmen. ich war letztes Jahr für längere Zeit in Manado und habe es wirklich sehr genossen. Ich würde dir auch die kleine Insel Bangka empfehlen. Sie liegt etwas Nord/Östlich. Dort habe ich 2 Monate als Cruise Director gearbeitet und es ist wirklich traumhaft. Besonders das tauchen und die Ruhe.

Mit freundlichen Grüßen
L. Gebauer

Antworte L.
Melissa 11. April 2015 - 9:54

Lieber Lennart. Du hast Recht. Bangka und die Gegend rund um Bangka ist toll. Leider droht dieses Paradies bald Minengesellschaften zum Opfer zu fallen: http://indojunkie.com/save-bangka-island-keine-eisenerzmine-im-paradies/ 🙁

Antworte Melissa
Theresa Unger 12. April 2015 - 0:53

Lieber L. Gebauer,
Danke 🙂
Und danke fuer den tipp, mal schauen was ich das naechste mal in manado mit meinen freunden unternehme. Das letzte mal war ich mit dem localen freitauch- und schnorchelclub auf tumbak island campen. Sehr toll und unbekannt. 🙂
Liebe gruesse! !!!!
Theresa

Antworte Theresa
Theresa Unger 10. April 2015 - 23:27

Daaaaanke fuers veroeffentlichen! 🙂
Liebe gruesse aus indonesien! !!!

http://www.youtube.com/channel/crazytaisy

Antworte Theresa
Wolfgang 10. April 2015 - 17:24

Hallo Theresa, danke für Dein Pladoyer für Manado – ich war da auch mal, allerdings kaum in der Stadt, dafür auf Bunaken und im Hinterland (Tomohon, Tondano, Mahawu etc.), später auch Lembeh Strait. Die kannst Du auch von Manado aus besuchen.

Bitte schreib wieder wenn Du (doch noch:-) nach Raja Ampat kommst – interessiert mich (Taucher!) sehr! Diese Seite http://www.stayrajaampat.com/ kennst Du?

Liebe Grüße,
Wolfgang

P.S.: wo wohnst Du in Manado?

Antworte Wolfgang
Theresa Unger 12. April 2015 - 0:49

Lieber Wolfgang,
danke erstmals 🙂
Wahrscheinlich werde ich nicht so schnell nach raja ampat kommen (bin momentan mehr auf vulkanen unterwegs, z.b. rinjanj um <20 $) aber ich habe jetzt schon viele infos darueber. Beste visibility ist september oktober, anreise mit faehre von sorong nach wasai (waigeo island). Teuer wirds dann wenn man von insel zu insel will (boot mietkosten, teurer treibstoff!) Und die einwohner sprechen kaum english. Deswegen wird oft ein onboard programm empfohlen. Je mehr leute man findet um sich bootkosten zu teilen desto besser. Oder einfach mit locals zusammensetzen und mit etwas glueck auch eine couchsurfing gelegenheit in raja ampat bekommen 😉

In manado war ich im haus einer familie in der naehe des mountain view resorts.

Liebe gruesse aus lombok
Theresa 🙂

Antworte Theresa

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