Tauchsafari im Komodo Nationalpark: Auf dem Liveaboard durch das Paradies

Ein Beitrag von Martina Biendl von ohnekopfundkragen.de

tauchsafari-flores-liveaboard-komodo-nationalpark-4Viele kennen die Geschichten übers Tauchen in Komodo. Über die unberechenbaren Strömungen unter Wasser, die unglaubliche Fischvielfalt, die wunderbaren Korallen und die majestätischen Mantarochen.

Ausgangspunkt für die täglichen Tauchgänge im Komodo Nationalpark ist der Ort Labuan Bajo. Wer dem Trubel dieses Orts für ein paar Tage entkommen und trotzdem im Komodo-Park tauchen möchte, hat vor allem eine Möglichkeit: Eine mehrtägige Tour auf einem der Liveaboards, die den Komodo Nationalpark befahren und ihre Gäste zu den besten Tauchspots bringen. Und es gibt auch etwas Besonderes: bezahlbare Hop-on-Hop-off-Touren.

Ich habe mich für eine solche Tour entschieden und war vier Tage und drei Nächte mit Blue Marlin Komodo unterwegs. Eine unglaublich schöne, intensive und auch anstrengende Zeit, in der ich zwölf Tauchgänge hatte.

Unvergleichlich ist aber nicht nur die Unterwasserwelt im Komodo Nationalpark, sondern auch die Ruhe auf dem Wasser, die gelassene Stimmung und die Umgebung mit ihren vielen Inseln.

Wie eine Tauchsafari abläuft, was ihr an Bord dabeihaben solltet, und wie es ist, an Deck zu schlafen, verrät euch dieser Artikel.

Tauchsafari in Komodo: Voraussetzungen für Taucher

Bevor es losgeht, das Wichtigste: Wer auf einem Liveaboard tauchen möchte, sollte über eine Advanced Open Water Zertifizierung verfügen. Einige Anbieter setzen einen gewissen Grad an Erfahrung sogar voraus und prüfen die Fähigkeiten der Taucher vorab bei einem “Check Dive”.

Weshalb? Viele der besten Tauchspots in Komodo sind sehr anspruchsvoll. Die spannendsten Spots liegen oft in 30 Metern Tiefe, und die Strömung unter Wasser kann auch mal extrem sein – vor allem bei Neu- und Vollmond. Da heißt es dann schnell mal:

Hooks raus und an einem Felsen anhängen, damit ihr den Blick auf das Fisch-Gewimmel auch richtig genießen könnt.

Tauchsafari in Komodo: Organisation und Ablauf

Am besten informierst du dich schon vor der Ankunft über die Tauchsafaris, die vor Ort angeboten werden. Zur Hauptsaison sind die Liveaboards oft ausgebucht, und je kürzer dein Aufenthalt auf Flores ist, desto kleiner sind deine Chancen auf eine spontane Buchung.

Ich habe meine Tour noch zuhause fix gemacht: drei Nächte auf dem Liveaboard „Ikan Biru“ (dt.: blauer Fisch) von Blue Marlin Komodo. Das Boot ist sehr gut ausgestattet, bietet eine vielfältige und gute Küche und äußerst komfortable Betten an Deck. Die Tauchlehrer an Bord kennen die örtlichen Gegebenheiten und können je nach Situation unter Wasser gut reagieren. Der Preis ist höher als bei manchen anderen Tauchbooten, lohnt sich aber meiner Meinung nach auf jeden Fall (auch dann, wenn du gerne eine heiße Dusche hast).

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Ablauf einer Tauchsafari

1. Equipment Check

Vor der Tauchsafari lernst du deine Guides kennen und wählst mit ihnen in Ruhe dein Equipment aus. Ich habe am Vorabend des Tourstarts mit einem Instructor alles genau gecheckt.

Super bei Blue Marlin: Du bekommst immer einen Tauch-Computer mit auf die Reise, sodass du unter Wasser jederzeit selbst checken kannst, wann es Zeit ist, höher zu gehen, wie tief du genau getaucht bist, und wie du deinen nächsten Tauchgang planen kannst.

Außerdem gibt es auf dem Tauchboot sehr gute, stabile Flossen, damit du in der Strömung nicht noch mehr kicken musst als ohnehin nötig.

2. Start am Morgen

Treffpunkt für die Tour ist das Divecenter. Meine Gruppe und ich sind gegen 9.30 Uhr von dort gestartet, wir wurden mit einem Auto zum Pier gefahren. Mit einem der Boote für die Daily Trips geht es dann los in Richtung Liveaboard. Wir hatten auf unserem Weg in den Norden Komodos bereits unseren ersten Tauchgang, der gleichzeitig ein Check Dive war.

3. Check-in auf dem Safari-Boot “Ikan Biru”

Einmal an Bord angekommen, bekommen die Reisenden alle wichtigen Informationen, die ich hier einmal zusammenfasse:

  • Die gesamte Crew stellt sich vor.
  • Es gibt zwei Bäder mit heißen Duschen (eine Wohltat nach den Night Dives).
  • Im unteren Bereich des Boots ist die “Wet Area”. Hier lagert das Tauch-Equipment, und hier gibt es die Küche, die Bäder und ein Plätzchen in der Sonne.
  • Der höher gelegene Bereich des Schiffs ist die “Dry Area”. Tagsüber haben wir dort gegessen, entspannt, ein Nickerchen gemacht und unsere Kameras geladen (Steckdosen gibt’s zur Genüge). Nachts wird das Deck zu einem Schlaflager umgebaut, das sehr komfortabel ist.
  • Jeder bekommt einen großen Schrank für seine persönlichen Dinge.
  • Wasser, Tee und Kaffee sowie Softdrinks sind inklusive, Bier gibt’s gegen Aufpreis.
  • Niemand verhungert an Bord: Es gibt quasi rund um die Uhr Essen – Obst und Kekse vor dem “Early Morning Dive”, ausgiebiges Frühstück im Anschluss. Mittagessen, Nachmittagskuchen und Abendessen folgen. Im Endeffekt haben wir entweder gegessen oder waren Tauchen.
  • Täglich stehen drei bis vier Tauchgänge auf dem Programm. Die Abläufe erklärt die Crew, die Planung steht immer auf einer Tafel neben der Küche.
  • An einem Tag kann man wählen: Ausflug zu den Komodo-Drachen oder ein vierter Tauchgang (mein Tipp: unbedingt die Drachen besuchen).
  • Taschenlampen und genügend Ersatz-Equipment liegen bereit.
  • Zu den Tauchgängen fährt nicht das große Liveaboard, sondern ein kleineres “Dingi” (Beiboot). Das ist flexibler, kann den Tauchern folgen und wirft keinen Anker in der Nähe der Riffe.

4. Typischer Tag auf dem Boot

  • Morgens gegen 6 Uhr geht der Stromgenerator an und die Gäste wachen langsam auf. Um mit den ersten Tauchern am jeweiligen Divespot anzukommen, gibt es nur ein kleines, erstes Frühstück, bevor der Tauchgang gebrieft wird. Dann heißt es: auf ins Wasser!
  • Ca. 8 Uhr: Ausgiebiges Frühstück und Zeit zum Entspannen.
  • Zweiter Tauchgang gegen 10.30 Uhr.
  • Mittagessen und Freizeit.
  • Dritter Tauchgang gegen 14.30 Uhr.
  • Kaffee, Tee und Kuchen.
  • Sunset- oder Nachttauchgang gegen 17 oder 18 Uhr.
  • Abendessen, Sterne beobachten oder auch einfach müde ins Bett fallen.
  • Die Betten werden gegen 21.30 Uhr vorbereitet, um 22 Uhr geht der Generator aus und es herrscht wunderbare Ruhe auf dem Meer.

5. Check-out Richtung Labuan Bajo

Am letzten Tag stehen noch einmal zwei Tauchgänge vom Safari-Boot aus auf dem Programm, danach gibt es ein letztes Mittagessen an Bord. Auf der Rückfahrt nach Labuan Bajo wird manchmal ein weiterer Tauchgang angeboten.

Zurück im Tauchcenter werden Stempel ins Logbuch gesetzt, das Equipment geht zurück an die Tauchschule und du kannst dich entspannen.

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Tauchsafari in Komodo: Schlafen an Deck

Als ich mich für die Tour mit Blue Marlin entschieden habe, war ich mir wegen des Bettenlagers zunächst unsicher. Wie würde es sein, an Deck zu schlafen? Meine persönliche Erfahrung: Wunderbar! Ich war jeden Abend so müde, dass ich kaum die Augen offenhalten konnte, um die Sterne zu beobachten. Das Lager ist so gut aufgebaut, dass jeder seine eigene Zone hat und man nicht Matratze an Matratze liegt. In der frischen Brise der Nacht einzuschlafen, war einfach nur schön.

Sollte der Wind etwas stärker sein oder sollte es gar regnen, lässt sich das Dry Deck schnell mit Rollläden sichern.

Tauchsafari in Komodo: Was man auf dem Boot dabeihaben sollte

Eine kleine, aber hilfreiche Liste, was ihr auf dem Boot von Blue Marlin dabeihaben solltet:

  • Eigenes Tauchequipment, soweit vorhanden. Logbuch (auf amazon anschauen) nicht vergessen, es gibt viel einzutragen!
  • Mindestens zweimal Badekleidung, damit du auch nach einem Tauchgang auf das Dry Deck gehen kannst und im Wind nicht frierst.
  • Kamera und Unterwasserkamera, falls vorhanden.
  • Duschhandtuch: Jeder bekommt zwar ein Handtuch, aber das ist nach einem Tag recht salzig, weil es für das Abtrocknen nach dem Tauchen eingesetzt wird. Für die abendliche Dusche besser noch ein eigenes mitbringen.
  • Sonnencreme
  • Moskitospray für den Ausflug zu den Komodo-Drachen.
  • Vor allem leichte, kurze Kleidung. Für die Abende einen Sweater und eine leichte, lange Hose.
  • Hut oder Cap gegen die Sonne.
  • Sonnenbrille
  • Turnschuhe für die Wanderung zu den Komodo-Drachen (geht auch mit Flip-Flops, ist aber nicht sehr komfortabel)
  • Ladekabel für die elektronischen Geräte
  • Medikamente für Notfälle (an Bord gibt es auch eine Auswahl für die üblichen Problemchen) –> Reiseapotheke Indonesien: Checkliste für deinen Urlaub
  • Ohropax, falls du schnell aufwachst oder unruhig schläfst (auf amazon anschauen)
  • Hygieneartikel, Zahnbürste, etc. (Shampoo und Duschgel gibt’s an Bord)

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Tauchsafari in Komodo: die berühmtesten Tauchspots

Komodo hat so viele tolle Spots, die es zu erkunden gibt! Hier ein paar Highlights und Berühmtheiten, die es in die Tauchmagazine geschafft haben:

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Batu Bolong

Wunderbarer Tauchgang hinter einem Felsen mit mannigfaltiger Unterwasserwelt. Hohe Biodiversität, außerdem Seeschlangen, Haie, Schildkröten, Critters, Nudibranches und so weiter. Ein Tauchgang zum Genießen! Bei meinem dritten Besuch dort schwammen sogar Mantas vorbei.

The Cauldron

Einer der coolsten Tauchgänge. Man taucht ab und gelangt an einen großen Kessel (= Cauldron) unter Wasser, der etwas tiefer liegt als der Rest des Tauchspots. Im Kessel fängt sich die Strömung und dreht sich im Kreis, wenn man nicht mit den Flossen kickt. Oft tummeln sich hier Haie und andere Jäger auf der Suche nach Beute. Auch Mantas kommen oft vorbei. Über die Kante geht’s direkt nach unten in den Kessel, an einer anderen Seite taucht man wieder hinaus.

Jetzt kommt der spannendste Teil: Sobald man über der Kesselkante ist, packt einen die Strömung und schleudert einen in einem Drift weg vom Kessel. Dieser Teil wird unter den Tauchern „The Shotgun“ genannt – wie die Flinte, die abgedrückt wird.

Castle Rock

Castle Rock ist legendär. Unberechenbare Strömungen, vor allem zu Neu- und Vollmond, erwarten Taucher hier. Haken sind ein Muss, und für den Safety Stop gibt es nur einen Platz, an dem man sich ein wenig gegen die Strömung schützen kann.

Sehr anstrengender und technisch anspruchsvoller Tauchgang an manchen Tagen. An anderen gibt’s wenig Strömung und man kann die Unterwasserwelt relativ entspannt betrachten.

Wichtig für diesen Dive sind ganz klare Signale der Dive Guides! Sprecht mit eurem Guide genau ab, wie er unter Wasser mit euch kommunizieren wird. Das Timing beim an- und abhaken muss stimmen, sonst ist der Guide schneller weggedriftet, als ihr schauen könnt. Ich würde empfehlen, dort nur mit jemandem zu tauchen, dem ihr unter Wasser absolut vertraut.

Makassar bzw. Manta Point

Dieser Drift-Tauchgang ist vor allem bei beginnender Flut zu empfehlen. Denn er hat vor allem eins zu bieten: Mantas! Und die kommen vor allem zu diesem Wechsel der Gezeiten zum Makassar Reef, um sich von Putzerfischen reinigen zu lassen oder auch ihr Mittagessen zu genießen.

Von November bis April ist Manta-Saison in Komodo, Sichtungen sind quasi garantiert. Als ich im August dort war, waren die meisten Mantas gerade rund um Lembongan unterwegs.

Dennoch trifft man immer mal wieder auf die beeindruckenden Tiere. Ich hatte Glück und konnte einen Manta an der Cleaning Station beobachten. Bei meinem zweiten Besuch gab es immerhin einen kurzen Blick auf einen Manta. Ein unglaubliches Erlebnis!

Hier einige Tauch-Eindrücke in einem Video:

Tauchsafari in Komodo: mein Fazit

Einige Tage und Nächte auf dem Liveaboard zu verbringen, ist eine ganz besondere Erfahrung! Das Erlebnis ist ganz anders als mit einem Day Boat. Die Dive Spots sind nicht so voll mit anderen Tauchgruppen, und die Natur, die du während der Fahrt erlebst, ist unglaublich schön.

Gleichzeitig ist eine Tauchsafari anstrengend – vier Tauchgänge in der Komodo-Strömung kosten Kraft. Die Nächte unter dem Sternenhimmel entschädigen jedoch dafür.

Mein Fazit: Unbedingt ausprobieren und in vollen Zügen genießen!

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Alternativen: Daily Trips von Labuan Bajo und die verborgenen Schönheiten des Orts entdecken

Wer nicht auf Tauchsafari gehen möchte oder vorher/nachher noch weitertauchen möchte, kann das auch im Rahmen von Daily Trips tun. Es gibt so viele Anbieter, dass ich sie nicht aufzählen kann. Tripadvisor hat eine recht gute Übersicht.

Wer ein schnelles Boot bevorzugt, damit der Nachmittag noch Zeit zum Entspannen oder Entdecken an Land lässt, der sollte eine Tauchschule mit Schnellboot wählen. Blue Marlin Komodo hat eines der schnellsten Boote – das spart täglich schon einmal zwei Stunden auf dem Wasser.

Was du mit der gewonnenen Zeit in Labuan Bajo und auf Flores anfangen kannst? Hier gibt es Infos über die schönsten Plätze und Aktivitäten im Ort:

Etwas Zeit in Labuan Bajo? Hier gibt’s immer das aktuelle Programm: www.halobajo.com.

Kamera: Sony Alpha 6000 Systemkamera

Über die Autorin Martina Biend

Martina_BiendlAuf ihren Reisen sucht Tina die schönsten Orte und abgelegensten Winkel auf der Welt – und findet dabei viel mehr: Freunde fürs Leben, wertvolle Erfahrungen, unfassbare Momente und am Ende auch ein bisschen sich selbst. Seit ihrer Weltreise betreibt sie den Blog ohnekopfundkragen.de und teilt ihr Erfahrungen und Reisebilder.

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surfbali
4 Comments
  1. Wow das hört sich super toll an. Mein Mann ist begeisterter Taucher und wir sind ab dem 24.9.2017 auf Bali. Zudem hat er in der Zeit unseres Aufenthalts Geburtstag das wär eine tolle Idee. Wie teuer ist dieser Ausflug? Und kann ich als nicht Taucher auch mit?
    Wo kann ich alles buchen oder mich informieren ?
    Freu mich auf Nachricht von dir. Liebe Grüsse Susanne

  2. Mit dem schnorcheln habe ich bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Vielleicht sollte ich es mal direkt mit dem tauchen versuchen :). Sonnige Grüße aus dem Hotel Sexten

    • Hallo Chris, es gibt täglich mehrere Direktflüge von Denpasar nach Labuan Bajo. Am besten über die Apps von tiket.com oder traveloka.com buchen, das sind sehr gute und günstige Seiten. Viel Spaß!!

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