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Surfen in Sumatra: Geheimtipp Nias

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Steffen Hitscher

Die Insel Nias ist verglichen mit den vielen beliebten Reisezielen Indonesiens gewiss keine Berühmtheit. Warum sich der weite Weg auf die Insel, die südlich vor der Küste Sumatras liegt, aber lohnt möchte ich euch erzählen.

Als begeisterter Surfer ist es nur eine Frage der Zeit, dass man von Nias Wind bekommt. In meinem Fall hat mich das Surfvideo „Chasing Unicorns“ mit runtergelassener Kinnlade und der Frage zurückgelassen:

Wo es denn bitte solche Wellen gäbe?

Die Szenen aus dem Surfvideostammen vom Surfspot „The Point“ am Sorake Beach auf Nias. Und es sieht ganz so aus als würden dort alle Faktoren stimmen die nötig sind um Wellen in Perfektion brechen zu lassen. Wie ein Stück Papier, das man schräg aufrollt, erhebt sich eine fast senkrechte Wand aus türkis-grünem Wasser und kippt an steilster Stelle über einen Hohlraum hinweg.

Der Effekt wird unter Surfern als engl. „Tube“ oder „Barrel“ bezeichnet und es ist wohl eines jeden Surfers Ziel in eben diese „Tube“ zu gelangen und für wenige Sekunden von allen Seiten von Wasser umgeben zu sein.

Auf Nias bietet sich das ganze Jahr über die Chance so einen Moment erleben zu können. Aus diesem Grund treibt es trotz der abgelegenen Lage immer wieder Surfer an ihre Südküste.

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Anreise zum Sorake Beach

Mittlerweile kann man eigentlich ganz einfach von Medan aus direkt nach Gunungsitoli auf Nias fliegen. Das geht z.B. super easy über tiket.com.

Wir sind allerdings querfeldein von Medan über Siantar mit Zwischenstopp am Lake Toba nach Sibolga gereist – dort auf die Fähre aufgesprungen und 11 Stunden später in Nias eingelaufen.

Auf der Insel angekommen trennte uns dann nur noch eine Autofahrt entlang der Küste von unserem Ziel: Sorake Beach.

Die Strecke offenbart schon, dass Nias touristisch völlig unerschlossen ist. Auf der sechsstündigen Fahrt kommt man an keinem einzigen Hotel vorbei, man schlängelt sich einfach unter den vielen Palmen hindurch von einer sympathischen Siedlung zur nächsten. Der lange Weg wird auf jeden Fall belohnt.

Menschen Nias

Surfen Nias
Nias Indonesien

Surfkonditionen auf Nias

Im Frühjahr hatten wir konstant 4 bis 6 Fuss hohe Wellen und während die meisten Top Surfspots gerammelt voll sind geht es in Nias eher ruhig zur Sache. Das Wasser ist außerdem tief genug, sodass man sich kaum Sorgen machen muss mit dem Riff in Berührung zu kommen.

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In der Trockenzeit von Mai bis Oktober kann „The Point“ aber bei weitem größer werden. Dann kommt auch der ein oder andere Profi vorbei und die Filmemacher sammeln ihre Aufnahmen.

Surfen Nias Indonesien

Nias kann aber noch mehr als nur Wassersport

In Indonesien ist Nias vor allem für seine „Lompat Batu“ Tradition bekannt (lompat = springen; batu = Stein).

In Bawomataluo, dem Dorf das auf dem Gipfel eines Berges thront und von dem aus man die ganze Insel überblickt, kann man diesen Brauch noch heute beobachten.

Alle Gebäude dort beeindrucken mit ihrer traditionellen hölzernen Architektur, besonders das Königshaus. Davor steht ein zwei Meter hoher und kaum zu übersehender gemauerte Block.

Surfen NiasWer früher um die Hand einer Frau bitten wollte, musste vor den Augen des Königs über diesen Block springen. Ohne den Stein zu berühren und mit nur einem Versuch.

Das einzige Hilfsmittel ist ein weiterer kleiner Stein zum Abspringen. Ein paar Jungs haben erzählt, dass ihre Großväter diese Hürde noch überwinden mussten um zu heiraten.

Wer einmal daneben stand zweifelt schnell daran, dass es überhaupt möglich ist. Vor allem da die Inselbewohner ohne hin nicht die aller größten sind.

Einige junge Männer trainieren aber zum Glück bis heute um die Tradition zu erhalten und einer von ihnen beseitigte all meine Skepsis mit einem Sprung.

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Steffen Hitscher auf Nias

Der Autor Steffen Hitscher auf Nias

Bilder und Fotos: Steffen Hitscher studierte ein Semester in Yogyakarta auf Java. Danach ging es mit dem Surfboard auf Reisen quer durch Indonesien.

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3 Kommentare

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3 Kommentare

Tim 22. Januar 2019 - 14:06

Hi Veit,
ich würde gerne wissen, ob Nias durchaus auch Wellen für nur leicht fortgeschrittene Surfer bietet.
Liebe Grüße
Tim

Antworte Tim
Wolfgang 24. März 2015 - 9:12

Hallo Melissa (und Steffen?),

wenn ich Nias besuchen würde (hatte ich mir auch schon öfters überlegt, speziell da ich auch schon mal in Sumtra war) dann sicher nicht nur wegen Sorake / Lagundri, sondern um möglichst viel von der Insel zu sehen. Um unabhängig zu sein müsste ich dann motorisiert sein.

Kann man sich in Gunungsitoli wo die Fähre von Sumatra anlegt, oder am Flughafen, ein Moped leihen? Was kostet das dort, pro Tag, z.B. für 1 Woche?

Wie gut ist das GSM Netz in Nias? Hat man in den Unterkünften in Sorake oder Lagundri Internetanschluss?

Und hast Du / habt ihr eine Ahnung ob man von Nias nach Siberut bzw. den Mentawai Inseln kommen kann? Die Insel steht auch seit meiner Sumatra Tour auf meiner Wunschliste. Auf http://www.sorakebeach.com habe ich gesehen dass Touren von Nias zu den Telo Islands angeboten werden, das wäre schon der halbe Weg von Nias nach Siberut/Mentawai. Kommt man von dort weiter nach Mentawai, oder muss man dazu erst zurück nach Sumatra?

Danke + Grüße,
Wolfgang

Antworte Wolfgang
Veit 24. März 2015 - 21:26

Hallo Melissa und Steffen, hallo Wolfgang, ich war 2013 auf Nias und Lagundri, einen Artikel dazu gibts auch auf meinem Blog. Ich hatte in Sorake eine passable 3G Verbindung, manchmal musste man etwas suchen. Zur Route zu den Mentawais kann ich leider nichts sagen, bin von Bali über Jakarta, Medan nach Gunungs Situli hingeflogen. Viel Erfolg!

Antworte Veit

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