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Bedugul und das „new normal“ in Bali

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Sandra Huber von ProLektorat

Putu ist schon früh auf den Beinen. Offerings vorbereiten, damit es die hinduistischen Götter gut mit dem kleinen Homestay in den Bergen Beduguls meinen. Frischen Bali-Kopi für mich brühen und Mie Goreng zubereiten, um mich als momentan einzigen Gast ihrer Anlage mit balinesischer Herzlichkeit zu umsorgen. Dazu gehört selbstverständlich auch ein willkommen heißendes Lächeln mit einem warmen »Selamat pagi!«

Sie ist genauso emsig wie ich, um den Tag gleich bei Sonnenaufgang zu beginnen.

Eigentlich wohne ich in der Gegend rund um Canggu – ein sehr viel bekannterer und auch beliebterer Hotspot für Touristen oder Langzeitdagebliebene. Hier habe ich eigentlich alles, was mein Herz begehrt. Und das sogar in einer außergewöhnlichen Kombination von Ruhe und Action.

Was ich dort jedoch oft nicht habe, ist Zeit für mich selbst. Zeit in absoluter Einsamkeit und Kontemplation. Die Ablenkung, positiv wie negativ, ist einfach immer zu groß.

Aus diesem Grund bin ich spontan in die Berge gefahren. Ja, die gibt es auch auf Bali. Um genau zu sein, hat mich mein Weg in die Berge des Nordens geführt, nach Bedugul.

Das Meer ist nicht in Sichtweite, dafür aber direkt von meiner Hütte aus der wunderschöne See Beratan. Genauso die imposante Berglandschaft um mich herum. Vulkan Agung ist auch nicht weit weg.

Der Ausblick von meiner kleinen Hütte in Bedugul

Gott sei Dank habe ich mich bereits vor ein paar Jahren entschieden, nur mehr ortsunabhängig zu arbeiten. Mehr darüber kannst du in diesem Artikel lesen.

Und Gott sei Dank gibt es hier fast überall LTE. Also konnte ich auch hier produktiv arbeiten – ein zusätzlicher Pluspunkt für diesen besonderen Zufluchtsort.

In Bedugul konnte ich Bali von einer anderen Seite kennenlernen. Eine Seite, die nicht so sehr vom Tourismus abhängig ist wie die Touri-Hotspots an der Südküste. Eine Seite, die noch wahnsinnig authentisch und ehrlich wirkt. Eine Seite, die ganz weit weg vom sich anderswo etablierten Massentourismus ist.

Eine Seite, die mir wahnsinnig gut gefällt.

Meine Tage und Nächte hier drehen sich ausschließlich um mich selbst und die inspirierende Natur um mich herum. Um meine Person, meinen Fokus, meine Gesundheit, (die leider durch so einige Kokosnuss-Kekse hart auf die Probe gestellt wird …), und um das Bewusstsein für die Schönheit von noch fast Unberührtem und hoch Wertgeschätztem.

Meine Tage und Nächte dort verbringe ich in absoluter Einfachheit, ohne viel Schnickschnack, ohne GoJek und ohne fancy Smoothiebowls. Stattdessen nur ein einfaches Mie Goreng, eine simple Holzhütte mit Moskitonetz und ein Badezimmer ohne Spiegel.

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Die Einfachheit von Bedugul hat mich zum Nachdenken gebracht

Es ist natürlich nicht so, dass die Menschen hier hinter dem Mond leben. Im Gegenteil. Sie leben sogar in absolutem Einklang mit ihm und richten nach ihm ihr religiöses Leben aus – was zur balinesischen Kultur dazugehört und wovon auch jeder Tourist zumindest schon einmal gehört haben sollte. (Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele schon aus Unwissenheit achtlos auf Offerings getreten sind …)

Das alles gehört zu Bali mit dazu. Genauso der chaotische Verkehr oder die tagtäglich gepriesene Langsamkeit und Gechilltheit.

Leider aber auch genauso ausländische Klamottenlabels, deren Kleider so viel wie ein durchschnittliches Monatseinkommen eines Locals kosten, oder auch Beachclubs, die sich ihren Ibiza-Flair durch sogenannte Vibe-Girls finanzieren lassen.

Das alles gibt es in Bedugul nicht.

Dafür unberührte Natur, herausfordernde Berge, tiefe Seen und heilige Wasserfälle.

Die Touristen, die es hierher verschlägt, sind anders. Sie sind eigentlich genau so, wie sich Bali seine Besucher nach Corona wünscht. Nein, wie es für Bali nach Corona absolut notwendig ist.

Währenddessen ich zufrieden auf der Matratze meiner kleinen Holzhütte mit dem inspirierendsten Ausblick, den ich jemals hatte, liege, lese ich in lokalen Reisemagazinen das erste Mal über „the new normal“.

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Wie könnte Bali nach Corona aussehen?

Es ist aber nicht das erste Mal, dass eine Zeit nach einer noch nie dagewesenen so bezeichnet wurde. Auch wenn die Situation für unzählige Bewohner Balis tatsächlich verheerend ist.

Ja, Bali war zu 80 % vom Tourismus abhängig. Und ja, der pandemische Virus hat auch vor der wunderschönen Insel im Indischen Ozean nicht Halt gemacht.

Es ist aber auch Fakt, dass, besonders seit dieser Herausforderung für unsere Welt, diese Bedrohung auch Bali zum Umdenken gebracht hat.

Qualität über Quantität, Wertschätzung über Ausbeutung, „genug“ über „immer mehr“.

Es ist noch nicht überall angekommen, aber diese noch nie dagewesene Situation wird Auswirkungen haben. Auswirkungen, die jedoch irgendwann die negativen ablösen werden. Manchmal braucht etwas erst eine Katastrophe, um tatsächlich geändert zu werden, so traurig und verheerend sich das anhören mag.

Was ist mit diesem „new normal“ aber jetzt konkret gemeint?

Social Distancing und Gesundheitsauflagen werden in Zukunft in jedem Business einen festen Platz haben. Zur Sicherheit, zur Verhütung und zu mehr Bewusstsein.

Beispielsweise wird mehr Hygiene die Qualität aller Hotels, Restaurants und Clubs auf ein Level heben, was weitere oder auch andere potenzielle Bedrohungen verhindern soll. (Händewaschen vorm Essen war noch nie schlecht, oder?)

Ein Nein zu Massenveranstaltungen oder -ausflügen wird die Qualität und Wertschätzung des Erlebnisses selbst erhöhen. (Wer besucht nicht lieber eine Sehenswürdigkeit, ohne mit 13 anderen Reisebussen Schlange zu stehen?)

Ein grundsätzliches Nein zum Mantra „Wachstum ist gut“ soll uns dabei wieder auf den richtigen Weg bringen. Und bis wir uns an dieses „Richtig“ gewöhnt haben, werden uns Vorreiter und dahingehend engagierte Menschen diesen Weg zeigen. Wir müssen ihnen nur folgen.

Das Ganze gilt aber nicht nur für Bali, sondern für die ganze Welt.

(Und das Gleiche gilt auch für alle andere weltweiten Probleme, denen wir noch so gegenüberstehen. Wenn einem z. B. bewusst ist, dass eine Plastikflasche im Meer sich nicht einfach irgendwann in Luft auflöst, wird man fast selbstverständlich dafür Sorge tragen, dass sie am Ende ordentlich entsorgt und recycelt wird.)

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Wie könnte Bali nach Corona aussehen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Dieses „new normal“ mag vielleicht für uns jetzt noch anstrengend und ungewohnt sein, aber es ist auch unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.

Die Welt braucht keine nur kurzweiligen oder nicht nachhaltigen Lösungen mehr. Sie braucht auch keine materialistisch orientierten Investoren, die ausschließlich sich selbst bereichern wollen. Sie braucht genauso wenig weitere Express-Instagram-Reisen à la „12 Städte in 14 Tagen“. Und sie braucht auch keine unbedachten Menschen, die kein Bewusstsein und Verständnis für dieses „new normal“ haben.

Denn wie der Ausdruck schon sagt, es ist keine vorübergehende Ausnahmesituation, sondern die beste Lösung für die Zukunft unseres blauen Planeten und dessen Menschen.

Die Welt ist zwar unglaublich geduldig mit unserer sich so rasant ausbreitenden Spezies, aber sie kann eigentlich nicht warten.

Slow down, you move too fast

You got to make the morning last

Just kicking down the cobblestones

Looking for fun and feeling groovy.

– Simon & Garfunkel

Indojunkie war bereits von Anfang an auf diesem „neuen Weg“ unterwegs und inspiriert Reisende zu Erlebnissen nicht nur „off the beaten path“, sondern besonders durch Bewusstsein und Wertschätzung lokaler Traditionen, (die authentisch sind), unberührter Natur, (die auch so bleiben soll), und einem verantwortungsbewussten und nachhaltigen Umgang mit den besuchten Orten.

Ganz besonders nach der letzten Corona-Katastrophe fokussiert sich diese Plattform auf eben genau diese Werte, die auch Bali zu einem „neuen“ Ort für ausschließlich bewusstes, rücksichtsvolles und nachhaltiges Reisen machen soll.

Wenn du übrigens von meinem Aufenthalt in Bedugul bei Putu und Agus inspiriert wurdest, kannst du dir hier einen Besuch in einer der drei Holzhütten sichern.

Lass uns Bali wieder einen der wunderschönsten Orte auf diesem Planeten machen und die Natur, die Menschen und den Tourismus langsam zu diesem „new normal“ hinführen, damit wir noch sehr lange dessen Schönheit genießen können.

Wie könnte Bali nach Corona aussehen? Was denkst du, könnte das „New Normal“ werden? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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1 Kommentar

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1 Kommentar

Christoph 20. Juli 2020 - 4:08

danke fuer diesen artikel. endlich beginnt es jemand mal zu verstehen, dieses new normal.
grüße aus tabanan.

Antworte Christoph

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