Home Kalimantan – Tipps für deine Reise nach Kalimantan Gestrandet auf Bala-Balakang: Ein Paradies für Tauchpioniere

Gestrandet auf Bala-Balakang: Ein Paradies für Tauchpioniere

von Sebastian Würfel

Ein Gastbeitrag von Kaspar Anderegg 

Indonesien bietet unzählige abgelegene, unbewohnte Inselziele für Weltflüchtlinge. Das Archipel Bala-Balakang zwischen Borneo und Sulawesi gehört zu den abgelegensten.

Die grösstenteils unbewohnten Inseln sind etwa 100 Kilometer vom Festland entfernt. Touristische Infrastruktur gibt es keine. Wer die lange Reise und den Verlust an Komfort auf sich nimmt, kriegt dafür puren Frieden, fernab allen Weltgeschehens.

Für Taucher bietet sich eine Terra Incognita: Es gibt keine benannten Tauchplätze auf den 14 Inseln, dafür zwischen Meeressschildkröten und Riffhaien umso mehr zu entdecken.

Mittagessen beim Bürgermeister

Nach fünf Stunden Bootsfahrt auf windiger See kommen wir pitschnass auf Ambo, der Hauptinsel Bala-Balakangs an. Sogleich werden wir vom Bürgermeister und einer Schar von 40 Kindern herzlich begrüßt.

Auf Bala-Balakang sind wir eine Sensation. Immer mehr Menschen laufen uns auf dem Weg zum Haus des Bürgermeisters nach und freuen sich über die ferngereiste Abwechslung. Beim Mittagessen mit dem Bürgermeister besprechen wir unseren Reiseplan und kriegen per Handschlag die Erlaubnis das Archipel zu erkunden.

Bala-Balakang Archipel Kinder

Die Kids von Bala-Balakang – Foto by Gianluca Rolli

Pfahlbauhütten und Kokosnusskrabben

Wir schlagen unser Basislager auf der Insel Malamber auf. Im kleinen Dorf wohnt nur noch eine Fischerfamilie. Die traditionellen Pfahlbauhütten stehen leer. Wir quartieren uns ein im puren Frieden.

Zum Abendessen gibt es frisch gefangenen Hummer zwischen Palmen und mit Blick auf einen wundervollen Sonnenuntergang. Der Plankton leuchtet in der Nacht und macht aus dem Meer einen kleinen Sternenhimmel.

Am nächsten Morgen finden wir bei einem Spaziergang ein spezielles Tier: Die bis zu einem halben Meter grosse Kokosnusskrabbe ernährt sich ausschliesslich von Kokosnüssen und ist sehr selten. Ihre Scheren sind stark genug, um Steine zu zerbrechen. Bei Ebbe kann man auf einem schmalen Sandstreifen zur gänzlich unbewohnten Nachbarinsel rüberlaufen. Von hier aus lässt sich Bala-Balakang perfekt erkunden.

Bala-Balakang Archipel

Sonnenuntergang vor Bala-Balakang – Foto by Gianluca Rolli

Paradies für Tauchpioniere

Für Taucher ist Bala-Balakang ein neues Paradies. Auf der Insel Kamariang wimmelt es beispielsweise von Riffhaien. Und auf Pompoongan legen Meeresschildkröten ihre Eier ab.

Einige Riffe sind leider auch hier schon geschädigt von der in Indonesien immer noch praktizierten Dynamitfischerei.

Viele Riffe sind aber noch sehr gut erhalten und der Fischreichtum ist gross. Wir gehören zu den ersten Reisegruppen, die hier tauchen und fühlen uns wie Pioniere.

Mit dem Boot fahren wir von Insel zu Insel. Manche sind winzig und bestehen nur aus Sand und umgebenden Korallen. Das Abendessen holen wir direkt aus dem Meer und bereichern es mit mitgebrachtem Gemüse. Neben Fischen, Tauchen/Schnorcheln und allen Formen des Relaxens gibt es auf den Inseln kaum etwas zu machen.

Aber wer braucht hier schon mehr?

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Purer Frieden – Foto by Gianluca Rolli

Reisen auf Bala-Balakang

Bala-Balakang ist über einige wenige lokale Reiseunternehmen von den Städten Balikpapan oder Mamuju aus erreichbar. Wer auf eigene Faust hinreisen will, kann sich von einem Fischer oder einem Materialtransport mitnehmen lassen, und muss sich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Öffentliche Schifffahrtsanbieter gibt es hier nicht.

Auf Bala-Balakang gibt es nur auf Ambo einige kleine Shops für die überlebenswichtigsten Dinge. Es gibt weder Supermärkte noch ATMs. Sowohl Wasser als auch ein Grossteil der Nahrungsmittel muss vom Festland importiert werden. Grundsätzlich brauchst du für Bala-Balakang keine spezielle Ausrüstung, aber du solltest deine Reise ins Abgeschiedene im voraus sehr gut planen und alles Wichtige vom Festland aus mitnehmen.

Und vor allem solltest du sehr viel Zeit einplanen.

Ohne Reiseanbieter ist die Organisation und die Fortbewegung von Insel zu Insel sehr schwierig. Falls du einen Fischer findest, der dich mitnimmt, wird er für längere Zeit auf einer Insel bleiben wollen. Indonesischkenntnisse sind zum individuellen Reisen zwingend nötig. Auf Bala-Balakang spricht kaum jemand Englisch.

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3 Kommentare

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3 Kommentare

Lassy 11. März 2017 - 3:02

„Mit dem Gutscheincode INDOJUNKIE_BALABALAKANG bekommst du 50 Euro Rabatt auf deine Reise.“
Damit wär dann geklärt warum Ihr eine unbekannte Inselgruppe vorstellt.

Antworte Lassy
Kaspar Anderegg 18. März 2017 - 21:15

Sanfter Tourismus ist für die unbekannte Inselgruppe die beste Perspektive. Sie ist nicht bei allen unbekannt: Koreanische Investoren sind mit der Regierung und den Einheimischen im Gespräch. Es geht um den Kauf mehrerer Inseln des Archipels. Ziel ist eine Resortlandschaft für den stetig wachsenden ostasiatischen Touristenmarkt.

Vor einigen Jahren haben Kreuzfahrtschiffe die Inseln angefahren, bevor sie wieder aus dem Programm gestrichen wurden. Viele für „normale“ Touristen unbekannte und sehr abgelegene Inseln weltweit, werden während teuren Kreuzfahrten angefahren. Auch Inseln mit (noch) stabiler indigener Bevölkerung und Tradition. Ein Paradox, das wenig bekannt ist.

Jede andere Einkommensquelle für die Einheimischen, jeder Kontakt nach aussen, jede Zusammenarbeit mit den Einheimischen ist deshalb gut für die Erhaltung der Natur und einen nachhaltigen Tourismus. Verkauf bringt den Einheimischen nur kurzfristig ein wenig Geld. Danach sind sie ärmer als zuvor. Wenn andere Perspektiven sichtbar sind, und ökologische Aufklärung geleistet wird, ist es für Balabalagan besser.

Wie du siehst: Ein Urteil ist sehr schwierig was Nutzen und Schaden des Tourismus in Indonesien betrifft.

Grundsätzlich: Unbekannte Regionen gibt es sowieso nicht. Die grösste Goldmine der Welt liegt mitten im Dschungel von Papua, Ostindonesien, einem der unzugänglichsten und unbekanntestem Gebiet weltweit. Der Kapitalismus kommt sowieso. Auf die ein oder andere Art. Er zerstört die Welt und ist gleichzeitig zumindest zurzeit das Gegenmittel dazu. Die Frage ist darum, wie man die Inseln nutzt.

Antworte Kaspar
Patrick 24. Februar 2017 - 7:04

Das Eiland sieht ausgesprochen reizvoll aus. 🙂 Danke für die Vorstellung solcher eher unbekannten Reiseziele!

Liebe Grüße
Patrick

Antworte Patrick

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