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Arbeiten in Indonesien: Wie kann ich Geld verdienen im Paradies?

von Gunda Wörlein
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Du möchtest nach Indonesien auswandern oder eine Weile dort leben und fragst dich, welche Möglichkeiten es gibt, vor Ort zu arbeiten bzw. Geld zu verdienen? Suchst du nach Inspiration, wie du dir ein Leben im Paradies finanzieren könntest?

In diesem Artikel erfährst du, was du in Indonesien arbeiten darfst, welche Business-Möglichkeiten es gibt und worauf du bei der Umsetzung achten solltest.

Leben in Indonesien – Dein Guide für einen guten Start im Inselreich

Für dein zukünftiges Leben in Indonesien können wir dir unseren Auswander-Guide „Leben in Indonesien“ ans Herz legen. Auf 86 Seiten bereitet er dich optimal auf ein Leben im Inselstaat vor. Ausführliche Informationen zu unserem Guide findest du hier.

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Der Arbeitsmarkt in Indonesien

Eins vorneweg: Der Zutritt zum indonesischen Arbeitsmarkt wird für Ausländer nicht besonders einfach gemacht. In erster Linie geht es der indonesischen Regierung darum, lokale Firmen, lokale Unternehmer und einheimische Arbeiter zu schützen und ihnen den Vortritt zum Arbeitsmarkt lassen.

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Für dich als Ausländer bedeutet das, dass du nur begrenzt Möglichkeiten vor Ort hast, wie du dein Geld verdienen kannst.

Um legal in Indonesien arbeiten zu können, benötigst du u. a. zwei wichtige Dokumente: Eine Arbeitserlaubnis (IMTA = Izin Mempekerjakan Tenaga Kerja Asing), die du nur in Zusammenhang mit einem entsprechendem Arbeitsvisum (KITAS) bekommst.

Ohne eine Arbeitserlaubnis arbeitest du illegal im Land – egal um welche Art von Arbeit es sich handelt. Verstöße gegen diese Regelungen können streng bestraft werden, u. a. mit hohen Geldstrafen, Freiheitsstrafen oder sogar Deportationen.

Vorraussetzungen, um legal in Indonesien zu arbeiten:

Arbeitserlaubnis (IMTA)
Arbeitsvisum (KITAS)

Verschiedene Arten von KITAS (Aufenthaltsgenehmigungen)

KITAS bedeutet Kartu Izin Tinggal Terbatas und bezeichnet eine begrenzte Aufenthaltserlaubnis für Indonesien. Diese Erlaubnis kann aufgrund verschiedener Gründe beantragt und ausgestellt werden, z. B. aufgrund von Rente, Familiennachzug, Studium, Arbeitsaufnahme oder Investition.

Für die indonesische Arbeitswelt benötigst du ein Arbeits-KITAS, das von einem indonesischen Unternehmen gesponsert werden muss. Dazu gehören Firmen in indonesischem Besitz (z. B. PT Local), ausländische Investitionsgesellschaften (PT PMA) oder eingetragene NGO’s (Yayasan).

Alternativ könntest du auch mit einem Investor-/Direktor-KITAS arbeiten. Hier ist jedoch Vorsicht angesagt! Denn Investoren und Geschäftsführer dürfen nicht die gleiche Arbeit verrichten wie gewöhnliche Angestellte.

Übrigens befähigt dich das Business Visit Visa nicht zur legalen Arbeitsaufnahme, sondern ist lediglich für Business-Meetings sowie Geschäftsreisen geeignet. In diesem Fall ist der Name etwas irreführend.

Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Visa-Arten für Indonesien findest du in unserem Beitrag Indonesien Visum/Bali Visum: Beantragung & Verlängerung.

Arbeiten in Indonesien – Die Arbeitserlaubnis IMTA

Die Arbeitserlaubnis IMTA ist genauer gesagt eine Erlaubnis für Firmen, Ausländer für bestimmte Tätigkeiten einzustellen. Damit Firmen in Indonesien diese Erlaubnis erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die einzustellende Firma muss eine PT PMA (ausländische Investitionsgesellschaft) oder eine indonesische Firma mit einem Mindestkapital von einer Milliarde IDR (mehr als 60.000 Euro) sein.
  • Der Ausländer hat einen zugeordneten indonesischen „Coworker“ zum Training.
  • Die Position muss für Ausländer zugelassen sein.
  • Die Firma muss den Nachweis erbringen, warum nur du diesen Job erledigen kannst, u. a. anhand von Abschlusszertifikaten, Lebenslauf und Arbeitszeugnissen vorheriger Arbeitgeber.
  • Die Firma muss die DPKK-Steuer von monatlich 100 US-Dollar entrichten, die für Trainingszwecke von Indonesiern verwendet wird.

Die Arbeitserlaubnis wird von der Firma in Indonesien beantragt und vom Arbeitsministerium ausgestellt. Dein zukünftiger Arbeitgeber ist ebenfalls verantwortlich für die Beantragung deines Arbeits-KITAS.

Aktuell werden Arbeitserlaubnisse nur für Ausländer ausgestellt, die in Indonesien für eine indonesische Firma arbeiten und ihr Gehalt aus Indonesien beziehen.

Nicht ganz unwichtig dabei ist, dass du nur für die Firma arbeiten darfst, für die diese beiden Dokumente ausgestellt wurden.

Einen oder mehrere Nebenjobs anzunehmen, ist nicht möglich. Wenn du deinen Job wechselst, müssen die Dokumente auf den neuen Sponsor ausgestellt werden.

Leben in Indonesien – Dein Guide für einen guten Start im Inselreich

In unserem Auswander-Guide „Leben in Indonesien“ erhältst du ausführliche Informationen zum Thema Arbeiten & Steuern in Indonesien. Außerdem behandeln wir weitere wichtige Themen wie Visum, Krankenversicherung, Finanzen, Haus- & Landkauf, Heiraten u. v. m.

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Arbeiten, die Ausländer in Indonesien verrichten dürfen

Wie zu Beginn bereits erwähnt, haben einheimische Arbeiter auf dem indonesischen Arbeitsmarkt immer Vorrang, was die Arbeitsaufnahme betrifft. Als Ausländer darfst du nicht einfach jede beliebige Position besetzen, die du dir gerne wünschst.

Generell dürfen Ausländer nur die Arbeit verrichten, die Indonesier nicht verrichten können. Diesen Umstand müssen Firmen anhand von Dokumenten (siehe oben) nachweisen. In der Regel bleiben für dich als Ausländer nur Manager-Positionen oder Arbeiten, für die Experten mit Fachwissen benötigt werden.

Beliebte Branchen für ausländische Mitarbeiter sind u. a. der Tourismus, das Ingenieurswesen, die Arbeit als Deutschlehrer, aber auch die Baubranche.

Hast du erfolgreich einen Job gefunden und dein IMTA sowie dein Arbeits-KITAS erhalten, bekommst du im Gegenzug eine indonesische Steuernummer (NPWP) sowie Zutritt zur indonesischen Kranken- und Sozialversicherung (BPJS).

Lesetipps
Wie ist es, als Tauchlehrerin in Indonesien zu arbeiten?

Job-Suche in Indonesien

Für viele Interessierte beginnt die Job-Suche im Netz. Auf den gängigen Online-Plattformen wirst du jedoch schnell merken, dass nur große Firmen und Unternehmen hier ihre Anzeigen schalten. In der Regel gibt es weitaus mehr Stellen zu besetzen.

Indonesische Jobagenturen können meist ein genaueres Bild der Arbeitssituation zeichnen und dir den einen oder anderen Job vermitteln. Schaue hierzu einfach bei deiner Suchmaschine im Netz nach.

Wie auch auf dem deutschen Markt können Initiativbewerbungen wahre Wunder bewirken. Suche dir hierzu deine bevorzugten Unternehmen aus deiner Branche aus und kontaktiere sie mit einem überzeugenden Bewerbungsschreiben.

Wer sich bereits vor Ort befindet und einige Leute kennt, kann sich unter Bekannten umhören oder empfehlen lassen. In einem Land wie Indonesien werden viele Jobs auch über Beziehungen vermittelt.

In den sozialen Medien, allen voran Facebook, gibt es zahlreiche Gruppen für Stellengesuche. Hierbei solltest du jedoch auf unseriöse Angebote achten, bei denen du selten eine Arbeitserlaubnis oder ein Arbeitsvisum erhältst. Häufig handelt es sich hierbei um Jobangebote für „digitale Nomaden“.

Mitarbeiter von großen, internationalen Firmen, die das Glück haben, dass es eine Niederlassung in Indonesien gibt, können sich für eine Auswanderung versetzen lassen.

Mit unserem Auswander-Guide „Leben in Indonesien“ erhältst du nicht nur ein kompaktes Paket für einen erfolgreichen Start im Inselreich, sondern auch Zugang zu unserer exklusiven WhatsApp-Gruppe, in der du dich mit zahlreichen anderen Auswandern vernetzen kannst.

Grauzone: Digitale Nomaden in Indonesien

Digitalisierung, Home-Office und Corona machen es möglich: Viele Menschen reisen mittlerweile als digitale Nomaden um die Welt. Auch Bali ist eine Oase für die digitale Community geworden und es werden zahlreiche Coworking-Spaces und Unterkünfte für Langzeitreisende angeboten.

Das Problem bei digitalen Nomaden ist, dass sie sich laut den aktuellen Regelungen in einer Grauzone befinden. Sie kommen meist mit einem B 211 Visit Visa ins Land und ohne legale Aufenthaltserlaubnis und Arbeitsgenehmigung zahlen sie in der Regel auch keine Steuerabgaben.

In Bali und anderen Regionen Indonesien werden digitale Nomaden zwar geduldet, dennoch ist ihre Tätigkeit offiziell (noch) nicht erlaubt. Hast du vor, als digitaler Nomade zu arbeiten, solltest du dich stets dieser Problematik bewusst sein und dich entsprechend verhalten.

Ein Digital Nomad Visa für Indonesien ist bereits seit 2021 im Gespräch. Aufgrund der Corona-Krise wurden die Gespräche jedoch zwischenzeitlich ausgesetzt. Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist das Digital Nomad Visum noch nicht verfügbar – Vorsicht bei Visa-Agenturen mit falschen Versprechungen!

Das neue Digital Nomad Visa für Indonesien soll für 5 Jahre gültig sein und Steuerfreiheit für Einkommen gewähren, dass außerhalb Indonesiens generiert wurde. Es soll Ausländer anlocken, die nicht nur reisen, sondern auch länger im Land bleiben und Geld ausgeben wollen. In der Regel wird für das Visum ein Mindesteinkommen vorausgesetzt.

Weitere Details zum Digital Nomad Visa werden noch erwartet. Melde dich für unseren Newsletter an und wir informieren dich, sobald es soweit ist.

Das neue Digital Nomad Visa für Indonesien soll für 5 Jahre gültig sein und Steuerfreiheit für Einkommen gewähren, dass außerhalb Indonesiens generiert wurde.

Steuern in Indonesien

Wer sich länger als 183 Tage in Indonesien befindet, gilt offiziell als steuerpflichtig und muss eine indonesische Steuernummer (NPWP = Nomor Pokok Wajib Pajak) beantragen. Diese Steuernummer verpflichtet zur jährlichen Steuererklärung und u. U. zu steuerlichen Abgaben. Bei Verlassen des Landes muss die Steuernummer deaktiviert werden.

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Deine Steuernummer erhältst du im örtlichen Steuerbüro (Kantor Pelayanan Pajak). Hake in jedem Fall bei deinem zukünftigen Arbeitgeber in Indonesien nach, ob die Nummer für dich beantragt wurde.

Wie in vielen anderen Ländern auch bist du als Steuerpflichtiger in Indonesien rechtlich dafür verantwortlich, dass deine Steuern fristgerecht und nach Vorschrift gemeldet und bezahlt werden. Dies gilt übrigens auch, wenn du dich von einem Steuerberater beraten lässt.

Die Höhe der Steuer (Personal Income Tax) richtet sich nach deinem globalen Einkommen und kann zwischen 5 % und 30 % variieren. Ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Indonesien und Deutschland sorgt dafür, dass Einnahmen nicht doppelt besteuert werden. Weitere Details dazu findest du auf dieser Website des Bundesfinanzministeriums.

Sonderstellung mit einem Familien-KITAS

Im Einwanderungsgesetz 6/2011 Art. 61 heißt es:

„Der Inhaber einer befristeten Aufenthaltserlaubnis (ITAS) und der Inhaber einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis (ITAP) kann eine Arbeit und/oder eine Geschäftstätigkeit aufnehmen, um die Bedürfnisse des Lebens und/oder seiner Familie erfüllen.“

Demnach dürfen Ehepartner von indonesischen Staatsbürgern im Land arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Das Gesetz ist jedoch nicht eindeutig und lässt unterschiedliche Interpretationen zu. Auch wird nicht weiter erläutert, welche Tätigkeiten offiziell in diesen Bereich fallen.

Du könntest als Einzelunternehmer, unabhängiger Berater oder Selbstständiger arbeiten. Dennoch solltest du bei einem Gesetz, das nicht zu 100 % definiert ist und unterschiedlich interpretiert werden kann, immer vorab mit den zuständigen Behörden (Einwanderungsbehörde, Finanzamt) abklären, welche Arbeit möglich ist.

Business-Möglichkeiten für Ausländer

In Indonesien gibt es verschiedene Unternehmensformen in indonesischer Hand (z. B. PT Local, CV, Yayasan), aber nur eine Unternehmensform, die für ausländische Investoren möglich ist: die PT PMA (= Perusahaan Terbatas Penanaman Modal Asing). Auch hier ist der Regierung wichtig, lokale Kleinunternehmer zu schützen und den Markt nicht für alle Ausländer zugänglich zu machen.

Wenn du eine PT PMA gründen möchtest, musst du dich erst einmal vergewissern, dass eine ausländische Investition in deinem gewünschten Bereich überhaupt möglich ist (z. B. anhand der Positive Investment List).

Die weitaus größere Hürde stellt für viele jedoch die finanzielle Hürde dar. Wer eine PT PMA gründen möchte, muss bei Gründung ein Eigenkapital von 10 Milliarden IDR (über 600.000 Euro) einzahlen und innerhalb eines Jahres investieren.

Diese Investition muss anhand eines vierteljährlichen Investmentreports (LKPM) online nachgewiesen werden. Die vorherige Regelung, dass bei Gründung lediglich 25 % des Eigenkapitals eingezahlt werden müssen, gilt seit 2021 nicht mehr.

Diese Vorschriften werden streng kontrolliert und nicht selten passiert es, dass Firmen geschlossen und ihre ausländischen Geschäftsführer deportiert werden. Nimm dich hierbei vor Visa-Agenturen in Acht, die zwar Mittel und Wege finden, die Regelungen zu umgehen, aber im Ernstfall nicht für den Schaden (bzw. deine Deportation) haften!

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Über die Autorin:

Autorenfoto Gunda mit Hartono

Gunda kommt aus der Tauch- und Tourismusbranche und war einige Jahre in Südostasien unterwegs, bevor sie ihr Herz an Indonesien verlor. Hier fand sie nicht nur ihre neue Heimat, sondern auch ihre große Liebe. Nach der Leitung eines Tauchresorts in Raja Ampat, entstand die Idee zu ihrer Webseite. Mittlerweile lebt sie als freie Autorin und Podcasterin mit ihrem Mann Hartono auf Morotai, wo die beiden sich eine kleine Selbstversorger-Farm aufbauen. Auf ihrem Instagram-Kanal kannst du ihnen dabei folgen. Mehr von dieser Autorin lesen.

 
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