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Sasando, das wohl schönste Instrument der Welt

von Melissa Schumacher

Interview geführt von Martina Biendl, von ohnekopfundkragen.de

Jeagril Pah hat eine Gabe: Er macht Musik, die die Menschen um ihn herum verzaubert. Bereits in der sechsten Generation spielt er die Sasando, ein traditionelles indonesisches Instrument, das klangliche Ähnlichkeit mit einer Harfe hat.

Seine Vorfahren haben die Sasando selbst erfunden, und heute reisen der 36-jährige Jeagril und seine Brüder damit durch Indonesien und um die ganze Welt.

Martina Biendl hat ihn in Labuan Bajo zum Interview getroffen. Aber bevor wir mit dem Interview beginnen, hör dir unbedingt ein Stück von Jeagril Pah an. Kommentiere den Beitrag, welche „modernen“ Lieder du ihn dem Stück erkennst.

 

Jeagril, dein Sasando-Spiel ist einzigartig und wunderschön – seit wann spielst du, und wie kam es dazu?

Die Sasando ist Teil meiner Identität. Ich spiele sie, seit ich zwölf Jahre alt bin.

Gelernt habe ich diese Kunst von meinem Vater, einem Maestro der Sasando. Meine Leidenschaft ist Teil unserer Familientradition, denn meine Familie hat dieses Instrument vor Jahrzehnten in unserem Heimatdorf Oebelo bei Kupang (Timor) erfunden.

Unser Wissen über die Baukunst und die Spielkunst geben wir von Generation zu Generation weiter.

Für mich ist das Instrument wunderbar, und deshalb möchte ich es in die Welt bringen und in die Moderne überführen. Früher kannte kaum jemand die Sasando, und die Lieder beschränkten sich auf traditionelle, indonesische Klänge. Ich habe irgendwann angefangen, auch Pop und Reggae, Klassik und Charts zu spielen.

Warum? Ich denke, dass man so die jungen Leute für das Instrument begeistern kann. Und der Erfolg gibt mir Gott sei Dank recht: Viele Leute außerhalb meiner Familie haben mittlerweile angefangen, die Sasando zu spielen und neue, etwas vereinfachte Versionen des Instruments zu bauen. Das macht mich sehr glücklich.

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Jeagril bei einem Konzert in Labuan Bajo

Ist es dir gelunden, deine Passion, die Sasando außerhalb deiner Region bekannt zu machen?

Ja, und darüber freue ich mich sehr.

Meine fünf Brüder und ich spielen alle die Sasando, drei von uns beruflich.

Zwei meiner Brüder sind in sehr bekannten Bands aktiv, und wir sind für die indonesische Tourismusbehörde international unterwegs. Das ist etwas sehr besonderes.

Ich persönlich durfte schon in fast ganz Asien, Indien, Australien, der Türkei und in Europa auftreten. Leider habe ich meist keine Zeit, mir die Länder näher anzusehen, aber ich finde es toll, meine Musik weiterzugeben.

Wer in eurer Familie baut die Instrumente?

Nach unserer Tradition baut jeder Spieler seine Sasando selbst.

Die Fertigkeit haben meine Brüder und ich von unserem Vater gelernt, und bald geben wir sie an die nächste Generation weiter.

Meine kleine Tochter wird sie vielleicht auch eines Tages spielen, denn mittlerweile sind auch Frauen aktive Musikerinnen.

Meine Familie und ich leben heute nicht mehr auf Timor, sondern in Labuan Bajo auf der Insel Flores. Hier haben wir gute berufliche Möglichkeiten, und ich arbeite viel hier in der Region.

Zum Beispiel trefft ihr mich zweimal wöchentlich im Molas Café hier in Labuan Bajo, aber auch bei Events und besonderen Anlässen. Das macht mir Freude.

Du trägst ein ganz besonderes Gewand, wenn du spielst. Was hat es damit auf sich?

Meine Uniform hat traditionelle Bedeutung, sie stammt von der Insel Rote bei Timor.

Der Hut, den ich beim Spielen immer trage, heißt Ti‘i Langga, was so viel bedeutet wie „Bedeckung für den Kopf“. Die sogenannte Antenne oben auf dem Hut symbolisiert die Nähe und das Gebet zu Gott, ganz egal, wo man geht und steht.

Ich bin ein sehr gläubiger Christ, deshalb bedeutet mir diese Kleidung sehr viel. Ohne meinen Hut spiele ich nur sehr selten (lacht).

Es geht hier um das Gefühl der Ehrerbietung und um das Gebet in Form von Musik.

Kann man deine Musik irgendwo hören oder kaufen?

Momentan leider noch nicht, aber ich war vor kurzem in einem Tonstudio, um einige Songs aufzuzeichnen.

Ich werde bald schon eine CD veröffentlichen, die Lieder aller Art beinhaltet. Es wäre schön, wenn sich die Klänge der Sasando dann weiter in die Welt verbreiten würden.

Was sind deine Wünsche und Träume für die Zukunft?

Zum einen wünsche ich mir, dass die Sasando-Musik einen Platz in den Herzen vieler Menschen bekommt. Und … (überlegt und schmunzelt) für mich persönlich wäre es wunderbar, einmal mit einem berühmten Musiker aufzutreten. Das ist mein großer Traum!

Kontakt zu Jeagril

Facebook: facebook.com/jeagril (Jeagril spricht nur wenig Englisch – er freut sich aber sehr über Nachrichten, und ein Übersetzungstool hilft bestimmt weiter)

Instagram: instagram.com/jeagrilpah7

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