Home Sumatra – Tipps für deine Reise nach Sumatra Archipel der Wellen: Ein Surfer, eine Kamera & unzählige einsame Inseln

Archipel der Wellen: Ein Surfer, eine Kamera & unzählige einsame Inseln

von Melissa Schumacher

Stefan von WarmWaterStudios reist so gut wie jedes Jahr für mehrere Monate nach Indonesien. Die Surffotografie ist seine große Leidenschaft. Im Interview berichtet er uns von seine magischsten Momenten in Indonesien, warum er die Tropen so liebt und wie er die einsamsten Orte der Welt für sich entdeckt hat.

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Stefan von den Warm Water Studios

Was reizt dich am Surfen in den Tropen? Was nervt dich?

Ich liebe eigentlich alles an den Tropen! Die Wärme, die Luft, der Geruch! Die Kokospalmen im Hintergrund! Ich liebe Surfen ohne Wetsuit, nur mit Shorts zwischen den Korallen, den Fischen und den Schildkröten.

Es ist der schönste Spielplatz, den man sich ausmalen kann.

Am meisten liebe ich es, wenn das Wasser klar ist und ich zwischen den Wellen mal abtauchen und die Unterwasserwelt genießen kann.

Nicht so toll ist natürlich die Anwesenheit vor Malaria. Ausserdem fällt es mir schwer entspannt zu schlafen, wenn die Nächte gefühlt heisser sind als der Tag.

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Indonesien ist eine riesige Spielwiese für Surfer

Was waren deine magischsten Momente in Indo?

Da gibt es viele. Natürlich schießen mir sofort Erinnerungen an unfaßbar atemberaubende Wellen ins Gedächtnis. Aber besonders eindrucksvoll sind die Erfahrungen mit den Menschen in den richtig abgelegenen Regionen Indonesiens.

Hier habe ich eine Geburt in einem Dorf miterlebt, das eine Tagesreise mit dem Boot von der nächsten Stadt entfernt war. Wie die Menschen in solchen Situationen handeln, war schon sehr beeindruckend.

Auch besonders eindrucksvoll war es, als ich mit zwei Fischern im Kanu im Pazifik unterwegs war und wir einen ungewollten Zwischenstopp in einem total isolierten Dorf einlegen mussten, weil es schon dunkel wurde.

Mir schien, als wäre ich der erste weiße Mensch, den dort viele Leute gesehen haben, weil Kinder vor Furcht vor mir davonliefen. Umso beeindruckender war es, als ich dort für eine Nacht bei einer vollkommen fremden Familie übernachten durfte, jedoch niemand im Dorf Geld von mir annehmen wollte. Da geht einem schon das Herz auf.

Ein einziges mal bin ich mit einer Taucherbrille surfen gewesen. Ich war vollkommen alleine im Wasser, wieder auf einer abgelegenen Insel im Pazifik. Mir war an diesem Tag etwas mulmig und ich wollte einfach wissen, was während meiner Session so unter mir los ist. Gleich beim ersten Blick unter die Wasseroberfläche war schon ein Hai bei mir und hat mich kurz ausgecheckt. Den Moment werde ich auch nie vergessen!

All diese Erlebnisse habe ich in meinem Buch „Archipel der Wellen“ niedergeschrieben.

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Es sind die Erfahrungen mit den Menschen in den richtig abgelegenen Regionen Indonesiens, die sich in meine Erinnerung gebrannt haben.

Was ist die Message von deinem Buch?

Während meiner Reisen sind immer viele Fotos entstanden. Für Freunde und Verwandte habe ich dann jedes Jahr Fotobücher erstellt, die ich dann zu Weihnachten verschenkt habe.

Mit der Zeit hieß es dann immer öfters: Das solltest du verkaufen! Irgendwann hatte ich dann schon richtig viele Ecken Indonesiens besucht und so kam die Idee einen Bildband über dieses schöne Land zu machen.

Ein Freund meinte dann noch: „Ok, deine Fotos sind nicht schlecht, aber das, was du auf deinen Reisen erlebt hast, ist noch viel interessanter!“

Also habe ich mich hingesetzt und alle Erlebnisse niedergeschrieben. Insgesamt habe ich dann drei Jahre lang in jeder freien Minute geschrieben und gelayoutet. Ich habe das ganze mit viel Liebe und ohne Zeitdruck gemacht und denke, dass da auch was Schönes bei rausgekommen ist.

Das Buch soll anregen, sich diesen Archipel genauer anzusehen – und das heißt, nicht nur Bali zu besuchen.

Es soll anregen, mal über den Tellerrand zu blicken und genau dahin zu gehen, wovon kein Reiserführer spricht. Denn genau an diesen Orten, fernab der Toursimus-Hotspots verhalten sich die Menschen ganz anders, sind an DIR (und nicht an deinem Geld) interessiert.

Ich finde, nur so lernt man ein Land wirklich und unverfälscht kennen.

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Lass uns gemeinsam wieder öfters über den Tellerrand blicken!

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Archipel der Wellen

Ob auf Odyssee im Einbaum durch den Pazifik, verschollen in den Wäldern Sumatras oder im Dschungelcamp auf verlassenen Inseln: Das Buch „Archipel der Wellen“ erzählt die spannendsten Geschichten, die auf der 13 Jahre dauernden Suche nach den letzten unentdeckten Wellen Indonesiens entstanden sind – und lässt dabei nichts aus.

ZUM BUCH

Deine Lieblingsorte in Indo, und warum?

Auch wenn sich Bali immens über die Jahre verändert, die Insel und ihre Menschen sind schon etwas Besonderes.

Vor allem als Surfer mag ich das easy-living Gefühl der Bukit. Da ist es etwas ruhiger, nicht ganz so viel Verkehr und man hat sagenhafte Wellen zu surfen.

Daneben ist Sumatra mit seinen unzähligen, vorgelagerten Inseln natürlich auch ziemlich eindrucksvoll. Ich bin da voll der Klischee-Typ, der weiße Traumstrände, glasklares Wasser und Palmen liebt. Zusammen mit den besten Wellen der Welt ist es da schon sehr toll!

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Sumatra bedeutet für mich: weiße Traumstrände, glasklares Wasser, Palmen und perfekte Wellen!

Erzähl mit die Geschichte hinter diesem Foto (siehe unten)!

Das war in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Abenteuer.

In Indonesien gibt es ja in Sachen Surf noch einiges zu entdecken. Manche Inseln sind so abgelegen und schwer zu erreichen, das nur wenig über sie bekannt ist.

Dieses Foto ist auf eben solch einer Insel entstanden.

Über Jahre hinweg habe ich alle möglichen Informationen zu dieser Insel gesammelt. Ich habe Satellitenfotos studiert, Landkarten gesammelt, Unterwassergegebenheiten analysiert und bin dann mit zwei Freunden losgezogen und hingefahren.

Die vielversprechendsten Orte auf dieser Insel mit möglichen Wellen liegen allerdings sehr abgelegen und in unbewohntem Urwaldgebiet, weshalb wir uns von Fischern dort aussetzen haben lassen und gecampt haben.

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This is camp#1 of 3 on an unnamed island in Sumatra. The whole coast is unpopulated, so the only way to reach the untouched reefs is by camping in the jungle. We spotted the location via satelite, with some promising reefs in walking distance and a freshwater rivermouth right at the doorstep. Lession learned: Even in a big river, the water in these coastal areas is still salty. I paddled way upstream until it got spooky "crocodilish" and the water was still salty. Fortunately, we found other ways of finding freshwater. A very special trip. #camping #adventure #intothewild #remote #island #searchingforwaves #sumatra #junglecamp #theoutdoorlens #surftrip #lonely #emptysurf #wanderout #camping_lifestyle #campingcollective #wildernessculture

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Du reist nicht selten auf einsame Inseln, um dort wild zu campen und die Wellen für dich allein zu haben. Wie ist deine Herangehensweise für solche Abenteuer? 

Mein oberstes Ziel ist es ja, auf solchen Trips surfbare Wellen zu finden. Nicht jede Insel hat Wellen, darum muss man sich im Vorhinein schlau machen, ob Swell, Wind, Saison und Riffformationen überhaupt passen.

Für mich bedeutet das in erster Linie recherchieren. Da werden Landkarten, Unterwasserkarten und Satellitenfotos gecheckt und geschaut, ob das Ziel überhaupt tauglich ist.

Im zweiten Schritt schaue ich dann, ob in der Gegend Dörfer sind, in denen man unterkommen könnte, oder ob man tatsächlich Campen muss.

Unersetzlich ist für mich da ein Wasserfilter, ausreichend Verbandszeug, ein Moskitonetz und die Offenheit für unbekannte Regionen.

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Nicht selten verbrachten wir unsere Nächte in provisorisch errichteten Camps

Hast du Tipps für Surfer, die nach Indo reisen möchten und den Trip ihres Lebens haben wollen?

Als erstes mal die Verbissenheit rausnehmen. Surfen in Indo ist so unfassbar schön, auch wenn man nicht immer die besten und größten Wellen erwischt. Das sollte man sich immer vor Augen halten, denn dann geht man immer mit Zufriedenheit aus dem Wasser.

Macht euch schlau über die Wellen, die ihr surfen wollt. Ich sehe oft Surfer in Wellen, die eigentlich nicht ihrem Niveau entsprechen.

Indonesien ist DIE Traumdestination für Wellenreiter, darum wird es in vielen Ecken, besonders den Bekannten, sehr sehr voll im Wasser. Darauf sollte man sich auch einstellen.

Wenn man dann Glück hat und eine Solosession abstaubt, dann ist das Glück umso größer.

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So leer ist es selten in Indonesiens WEllen

Mit welchem Kameraequipment reist du durch das Inselreich? Tipps in Sachen Equipment in den Tropen?

Ich bin zurzeit auf Canon unterwegs. Die Bodies wechseln ständig, aber immer fix dabei ist ein Fischauge für Fotos in der Barrel, ein 50er, ein 85er und ein 100-400mm Objektiv. Damit laufe ich ganz gut und habe nie das Gefühl ein Foto nicht machen zu können, weil mir die passende Brennweite fehlt.

Das Handling von Elektronik in den Tropen ist leider etwas kompliziert, aber wenn man aufpasst, dann geht nichts schief.

Vor allem im Dunstkreis von Meer und Sand sollte man öfters als sonst sein Equipment reinigen.

Wenn man ein klimatisiertes Zimmer hat, sollte man das nutzen und alle Deckel über Nacht abnehmen, da in diesen Zimmern die Luft sehr trocken ist und die Elektronik von der Tropenfeuchtigkeit etwas gereinigt werden kann.

Andersrum, wenn man keine Klimaanlage in Reichweite hat: Hier setzt sich gerade in der Nacht die Feuchtigkeit ab, weshalb man in der Nacht unbedingt alles Equipment möglichst dicht in einem Rucksack verstauen sollte.

Untertags kann man immer ein bisschen Reis oder Silica Beutel im Fotorucksack verteilen, um die Feuchtigkeit in Grenzen zu halten.

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Für Fotos in der Barrel macht ein Fischauge Sinn.

Was sind deine Gedanken zur Zukunft des Surfens? 

Ich habe das Gefühl, dass immer mehr Surfer den leichten Weg gehen, sich von Guidebooks, Werbung und Surfcamps leiten lassen und sich dadurch an sehr vielen Orten extrem viele Surfer tummeln, während eine Ecke weiter kein Mensch weit und breit surft.

Im Moment schießt ein Surfcamp nach dem nächsten aus dem Boden und bewirbt ehemalige Secret Spots auf Instagram – nur um noch mehr Kohle zu machen. Das finde ich schade, denn dadurch werden viele Orte verfälscht, touristischer und für die lokale Bevölkerung bleibt oft nicht viel hängen.

Allein in Simeulue, was lange Zeit wirklich wenigen ein Begriff war, haben sich in nur wenigen Jahren neun Surfcamps angesiedelt.

Das hat natürlich Auswirkungen auf diese Orte, denn jedes Nasi Goreng verursacht Müll. Ich kann da nicht nur jedem Surfer, sondern JEDEM empfehlen: Nehmt euch einen Wasserfilter mit und kauft keine einzige Flasche Wasser. Das spart so immens Plastikmüll, man will es gar nicht glauben.

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In abgelegenen Regionen sollte ein Wasserfilter zum Standard-Repertoire gehören

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