Home Persönliches 10 Dinge, die ich in Indonesien gelernt habe (mit Fotos erklärt)

10 Dinge, die ich in Indonesien gelernt habe (mit Fotos erklärt)

von Melissa Schumacher

Nach einer Reise in Indonesien kommst du mit einem Haufen neuer Erfahrungen nach Hause. Vermutlich hast du eine Menge neuer Facebook Freunde geadded und ein paar Kratzer abbekommen (ob beim Roller fahren, surfen oder einfach nur wegen den Löchern im Gehsteig). Neben Erfahrungen, neuer Freunde und Kratzer bringst du aber vor allem auch eins mit nach Hause: Fotos!

Zurück zu Hause stellt man vielleicht die besten Fotos in Facebook um Freunde neidisch zu machen. Vielleicht kommen einige Fotos auf Instagram und tags wie #indonesia #bali oder #indojunkie werden genutzt. Und dann? Na dann bleiben die Erfahrungen, Kratzer, neuen Freunde und Momente im Kopf für immer erhalten. Und vielleicht landet das ein oder andere Foto an der eigenen Wand.

Wenn du dich für 3 Fotos für deine Wohnzimmerwand entscheiden könntest, welche wären das? Welche Geschichten erzählen die Fotos und was hast du in diesem Moment gelernt?

Ich konnte mich leider nicht für 3 Fotos aus 2 Jahren Indonesien entscheiden. Deswegen habe ich 10 Fotos aus meiner momentanen dreimonatigen Balireise ausgewählt. Jene Fotos sprechen eine Geschichte und beinhalten wundervolle Momente und wichtige Dinge, die ich gelernt habe… Was das ist? Lies hier.

1. Der frühe Vogel fängt den Wurm

Der frühe Vogel

In Deutschland bin ich ein kleiner Langschläfer. Vor allem, wenn es draußen kalt ist.

In Indonesien schläft man früher (außer man ist auf Gili T oder Seminyak) und steht früh auf. Man lebt mit der Sonne und dem Rhythmus der Natur. Man ist viel näher am Ursprünglichen. Es gibt für mich nichts schönes als morgens mit der Sonne gemeinsam aufzuwachen.

2. Der Sprung ins „kalte“ Wasser

Sprung ins kalte Wasser

Indonesien ist ein Land voller Möglichkeiten. Möglichkeiten neues zu probieren. Möglichkeiten sich selbst zu entdecken. Möglichkeiten Herausforderungen zu meistern. Möglichkeiten an seine Grenzen zu gehen. Möglichkeiten neue Dinge zu lernen.

In 2 Jahren Indonesien hatte ich die Möglichkeit viele neue Dinge zu lernen. Ob tauchen (mittlerweile bin ich sogar Rettungstaucherin), surfen, mit den Händen essen, Indonesisch sprechen, SUP oder Roller fahren. Ich hatte immer ein bisschen Angst bevor ich jene Dinge angegangen bin. Aber schlussendlich haben sie mich unglaublich bereichert (ja, sogar das mit den Händen essen).

3. Gedanken fliegen lassen

Drachen

Auf Reisen sind unsere Gedanken viel freier. Wir sind losgelöst von den Strukturen des Alltags, von dem Bekannten und Sicheren. Wir sind in einer neuen Umgebung außerhalb unserer Komfortzone. Wir können unsere Gedanken einfach so fliegen lassen. Wir werden kreativer, mutiger und inspirierter.

Es sind die vielen kleinen Momente, in denen wir einfach da liegen in unserer Hängematte, Musik hören und ins Meer schauen und unser Leben nochmal in komplett neuen Farben sehen können. Viele Fragen, die wir mit nach Indonesien genommen haben können wir plötzlich viel einfacher lösen oder sie verschwinden sogar einfach so.

Jedes Mal, wenn ich einen Drachen im Himmel von Bali sehe, denke ich daran, wie einfach das Leben sein kann und wie sehr wir uns oftmals in unseren Gedanken verstricken und alles viel komplizierter machen, als es eigentlich ist.

4. Wir sind unser eigener Kapitän

indonesien-learnings

In Deutschland hat man oftmals das Gefühl, dass es immer jemanden gibt, der die eigenen Entscheidungen beeinflusst und über einen steht. Ob Eltern, Chefs, Lehrer oder Freunde.

Entscheidungen werden getroffen, weil es von den Eltern oder Freunden erwartet wird. Dinge werden im Job oder Studium erledigt, weil es der Chef bzw. Prof verlangt. Aber was wollen wir eigentlich selber?

Diese Frage stelle ich mir auf Reisen ziemlich häufig. Ich treffe Entscheidungen viel bewusster und nur für mich oder weil ich es eben als gut empfinde. Wir sollten im Alltag viel häufiger unser eigener Kapitän sein und unser Leben selbst in die Hand nehmen, entscheiden wo es lang geht, bewusst den Hafen ansteuern und wieder losziehen. Wir sollten auf unseren inneren Kompass hören und nicht auf die vorgeschriebene Route von Google Maps.

5. Das Meer hat hier noch das Sagen

Wellen

Wer surft oder taucht kennt das sicherlich: Kein Tag ist wie der andere. Der Ozean hat seinen eigenen Rhythmus, seine Stimmungen und Regeln. Wir haben da gar nichts mehr zu sagen. Gerade das ist, was mich so sehr an dem größten Inselreich der Welt reizt: Es ist die Nähe zum Meer. Egal wo du in Indonesien bist, das Meer ist meist nicht so weit entfernt.

Es gibt Tage, da gibt es keine Wellen zum surfen. An anderen Tagen ist der Swell zu groß. Bei manchen Tauchgängen lassen die Strömungen eine bestimmte Route nicht zu oder die Sicht ist viel zu mies. Manchmal sind die Wellen zu groß, um von A nach B mit dem Boot zu gelangen und man steckt auf einer Insel fest oder muss sogar irgendwo im Nirgendwo mit der Fähre einen Zwischenstopp machen, weil es das Meer nicht anders zulässt. Das Meer hat hier einfach noch die Hosen an, und das ist gut so!

Jeden Tag muss man sich auf die neuen Bedingungen einstellen. Großes Vorausplanen ist beim Tauchen oder Surfen nicht möglich. Und das macht vermutlich auch den Reiz aus.

6. Entdecker spielen

Entdecker sein

Es gibt nichts schöneres als Entdecker zu spielen. Indonesien bietet hierfür eine riesige Spielwiese. Denn in jeder Ecke gibt es etwas neues zu entdecken – ob eine neue verstecke Bucht, einen genialen Schnorchelspot, perfekte Wellen, wundervolle Strände, leckere Gerichte oder magische Zeremonien.

Manchmal hört man von anderen Reisenden einen Namen eines Ortes, speichert ihn ab (oder schreibt ihn besser auf) und geht los auf Entdeckungsreise. Lass dich einfach immer wieder überraschen. Plane bloß nicht zu viel vor, dass zerstört nur den Überraschungseffekt.

7. Lass dir die Schönheit zeigen

Schönheit Indonesiens

Viele Reisende kommen nach Bali, landen in Kuta und sind erst einmal enttäuscht. Stopp! Lass dich nicht von deinem ersten Eindruck beeinflussen. Lass dir die Schönheit von jeder Insel zeigen. Die Kunst besteht lediglich darin, jemanden zu finden, der sie dir zeigen kann. Wenn du Glück hast, findest du sie auch alleine 🙂

8. Da geht noch was

SUP

Sonnenuntergänge sind wunderschön. Jeder Sonnenuntergang für sich ist anders. Mal sieht man die Sonne wirklich im Horizont verschwinden, mal ist sie bedeckt von Wolken. Auch die Farben variieren täglich. Ich bin sehr dankbar, dass ich schon so unglaublich viele wundervolle Sonnenuntergänge in Indonesien erleben durfte. Aber das ist noch nicht alles. Es kommt der Moment, wo du merkt „Da geht noch was“.

Einen Sonnenuntergang anschauen ist schön, aber dem Sonnenuntergang mit dem SUP-Board entgegen zu paddeln oder gar zu surfen ist nochmal um einiges intensiver. Boot fahren ist entspannend, aber vorne am Buk sitzen ist befreiend. Yoga im Studio tut gut, aber Yoga mit Aussicht auf den Dschungel ist wahnsinnig inspirierend. Schwimmen ist vitalisierend, aber nachts im Mondschein – vielleicht sogar nackt – schwimmen ist wie neugeboren werden. Und so kann es ewig weiter gehen. Meinst du nicht auch, dass da noch was geht?

9. Geht nicht, gibts nicht

Natural PoolDu hast keine Kohle zum reisen? Gibts nicht! Es gibt immer einen Weg loszuziehen! Ich bin das beste Beispiel dafür. Lies hier. Du hast keine Zeit lange weg zu sein? Gibts nicht! Jeder kann sich Zeit schaffen, denn Zeit in dem Sinne existiert überhaupt nicht. Du hast kein Geld für eine Unterkunft mit Infinity Pool? Dann such dir deinen eigenen natürlichen Infinity Pool (siehe Bild oben).

Und wenn du einmal gecheckt hast, dass irgendwie alles am Ende geht, wirst du mutiger und selbstbewusster und „geht nicht“ oder „aber“ oder „vielleicht später“ wird irgendwann aus deinem Wortschatz verschwinden.

10. Mit sich allein im Reinen sein

Hängematte

Früher war ich ungern alleine. Heute liebe ich die Dates mit mir selber. Beim Reisen lernst du nur mit dir selber klar zu kommen, vor allem, wenn du alleine reist. Selten bist wirklich alleine, weil du unglaublich viele Gleichgesinnte um dich herum hast. Aber wenn du dann mal „alleine“ bist, dann genießt du jene Minuten zutiefst. Du reflektiert Vergangenes und Gegenwärtiges, lernst dich  zu akzeptieren und spürst in dich selber hinein.

Oftmals jage ich viele Momente nochmal durch meinen Kopf und lass meine vergangenen Reisen wie einen Film vor mir her laufen mit all den Abschieden, Hoch und Tiefs. Es ist unglaublich spannend. Und eine Sache fühlt man vor allem, wenn man mal bewusst mit sich alleine ist: Pure Dankbarkeit!

Jetzt bist du dran. Hast du drei Lieblingsfotos? Was sind deine Geschichten dazu? Du hast dich entschieden? Dann auf geht’s. Fotoleinwände hier bestellen und ab an die Wand und als Mantra für dein Leben nutzen!

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6 Kommentare

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6 Kommentare

Christine 5. Januar 2018 - 15:27

Hallo liebe Melissa, toller Artikel. Gerade der Punkt mit dem Alleinreisen und -sein gefällt mir am besten. Ich war dieses Jahr 8 Wochen in Indonesien und habe mich ebenfalls verliebt in Land, Leute und Kultur(en).

Ich habe deinen Artikel auf Planet Backpack gelesen. Wie bist du immer an die Jobs (Tauchschule) und Praktika (Elefantencamp) gekommen?

Viele Grüße
Christine

Antworte Christine
Claudia Weck 5. Januar 2018 - 13:52

Sehr geil!!! Schöner Artikel und …. auf den Punkt gebracht 🙂 bin zwar erst seit 2 Monaten hier in Bali, aber ja… das Feeling kommt an! Das Feeling von Offenheit, Unbegrenztheit und Dankbarkeit!

Antworte Claudia
Neni 6. Oktober 2015 - 14:27

Entdecker spielen trifft es wirklich ziemlich gut!

Antworte Neni
Livia 3. Oktober 2015 - 20:39

Das ist ja alles echt schön, aber passt bitte mit den natürlichen Pools auf!!!!

Während unseres Aufenthalts in diesem Jahr in Bali dufte ein guter Freund von uns, der dort Rettungsschwimmer ist, eine ertrunkene Braut aus dem Meer holen.

Sie hatte (wenn ich das Foto ansehe vermutlich ziemlich genau an der gleichen Stelle) Fotos von sich und ihrem Bräutigam machen lassen – direkt beim natürlichen Pool… als schon die Flut am kommen war…
Da wurde bei einer Welle die Klippe, in der sich die „Pools“ befinden, zur Todesfalle… Sie wurde von der Welle ins Wasser gerissen und das Kleid verfing sich tief unter Wasser in den scharfkantigen Felsen.

So schön die Stellen sein können – haltet Euch besser davon fern, wenn Ihr die Strömungen und das Verhalten der Brandung nicht kennt… leider war die Braut auch nicht die erste Tote dort… auch ohne Hochzeitskleid kann’s da gefährlich werden…

Ansonsten kann ich dem Artikel nur beipflichten.

Antworte Livia
Thomas 3. Oktober 2015 - 8:48

Hallo,
ich (wir) bin ohne große Erwartungen im Mai nach Indonesien (Jakarta) geflogen und eigentlich vom ersten Moment an war ich von dem Land begeistert gewesen. Besonders das freundliche Lächeln der Menschen hat mich eingenommen. Dazu die beeindruckenden Tempel und ganz speziell der Vulkan Bromo. Ich bin wie du Langschläfer, doch in Indonesien fast immer früh unterwegs gewesen. Die Ruhe und das Licht (zum Fotografieren). Oder der frühe Sprung in das Wasser.
Lg Thomas

Antworte Thomas

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