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Ayurveda Bali: Meine 7-tägige Panchakarma Kur mit Oneworld Ayurveda

von Melissa Schumacher

Offenlegung: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Oneworld Ayurveda entstanden.

ayurveda-bali-titelbildIn diesem Beitrag gebe ich einen Einblick in meine 7-tägige Panchakarma Kur auf Bali mit Oneworld Ayurveda.

Ich bin keine (!) Ayurveda-Expertin, daher kann ich nicht für die Richtigkeit der Inhalte garantieren. In diesem Beitrag geht es weniger um die Fakten rund um Ayurveda, sondern um meine persönlichen Erfahrungen während der Panchakarma Mini-Kur.

Was ist Ayurveda?

Ayurveda bezeichnet die Wissenschaft und Weisheit des Lebens („ayus“ = Leben, „veda“ = Wissenschaft / Weisheit).

Ayurveda ist eine Heilkunst, die medizinische, philosophische, psychologische, soziale sowie ökologische Aspekte verbindet.

Noch bis heute wird Ayurveda in den Ursprungsländern Indien und Sri Lanka als eines der höchsten Studiengänge gelehrt.

Das Ziel von Ayurveda-Gelehrten ist, Körper und Geist zu reinigen und seine ihm innewohnenden Heilkräfte wieder anzuregen, um die individuelle Balance eines Menschen wieder herzustellen.

Das Ziel ist es, in Einklang mit dem Rhythmus der Natur zu leben – was in unserer heutigen Zeit immer stärker verloren geht.

Laut Ayurveda ist ein Mensch, der sich in seiner Balance befindet, gesund. Eine Disbalance führt zu Krankheiten mit Symptomen. Ayurvedische Heilung besteht darin, die gesunde Balance von Körper und Geist wiederherzustellen.

→ Wenn du keinen blassen Schimmer von Ayurveda hast, empfehle ich dir die Artikelreihe Was ist Ayurveda eigentlich? von ASANAYOGA.de. Auch Dr. Janna Scharfenberg ist eine gute Quelle für Infos rund um das Thema Ayurveda.
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Ein Ayurveda Urlaub ist mehr als nur ein Wellnessurlaub

Ayurveda Dosha Typen

Laut Ayurveda bestehen wir Menschen aus fünf Elementen: Wasser, Feuer, Luft, Raum (Äther) und Erde.

Bei jedem Menschen sind diese Elemente unterschiedlich stark ausgeprägt, sodass wir verschiedenen Ayurveda Typen – sogenannten Doshas – zugeordnet werden. Es gibt insgesamt drei unterschiedliche Doshas: Pitta, Vata und Kapha.

Dein Dosha kannst du über Dosha-Tests oder besser mithilfe von einem Ayurveda-Arzt feststellen lassen.

Die verschiedenen Typen bekommen im Ayurveda auch unterschiedliche Behandlungen. Das fängt schon beim Sport an: bei einem trägen Kapha-Typ wird Joggen als positiv bewertet, u. a. um das Feuer zu entfachen, wohingegen der feurige Pitta-Typ besser Yin Yoga macht, um sich wieder zu erden.

Wir wollen das Thema an dieser Stelle jedoch nur anreißen, da es sonst den Rahmen dieses Artikels sprengen würde.

Mein Dosha: 45 Prozent Pitta, 40 Prozent Vata und 15 Prozent Kapha. Damit habe ich eine leichte Pitta-Dominanz, welche u.U. zu Störungen und Krankheiten führen kann. In der heutigen Zeit haben die meisten Menschen eine Pitta-Dominanz. Dies liegt u.a. auch unserem modernen und stressigen Lebensstil.
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Ausblick beim Oneworld Ayurveda Retreat

Was ist eine Panchakarma Kur?

Eine Panchakarma-Kur ist eine Heilungs- und Entgiftungsmethode für den Körper und den Geist.

Die Ayurveda-Kuren sind immer individuell auf eine Person abgestimmt.

Das Panchakarma-Programm besteht meistens aus:

  • therapeutischen Massagen
  • Entgiftungsanwendungen
  • personalisierten Diäten
  • Anwendungen von Ayurveda-Medizin (pflanzlich)
  • Vedic Yoga und Pranayama-Techniken sowie Meditationen
  • täglichen Treffen mit einem Ayurveda-Experten (bei denen dein Programm immer wieder angepasst wird)

Das Ziel von einer Ayurveda-Kur besteht darin, den Körper mit natürlichen Heilmethoden von Giften jeglicher Art zu befreien (u.a. Medikamente, Chemie, Pestizide) und die Balance von Körper und Geist wiederherzustellen.

Eine traditionelle Panchakarma-Kur dauert 28 Tage. Dabei durchläuft man eine Vorbereitungs-, eine Ausleitungs- sowie eine Aufbauphase.

Da die moderne Welt es nicht immer zulässt, für einen Monat nach Asien zu fliegen, um sich voll und ganz seinem Körper und seiner Seele zu widmen, gibt es mittlerweile eine Reihe an Orten, an denen man die Kuren auch in einer, zwei oder drei Woche absolvieren kann. Außerdem gibt es mittlerweile auch in Europa und sogar in Deutschland ein großes Angebot rund um Ayurveda und Panchakarma!

Bei Oneworld Ayurveda gibt es beispielsweise die Möglichkeit 7, 10, 14, 21 oder 28 Tage in die ayurvedische Welt abzutauchen. Dabei kannst du den Startpunkt für das Panchakarma-Programm beliebig auswählen.

Ich wurde für eine siebentägige Panchakarma Experience eingeladen. Sieben Tage sind eine gute Länge, um einmal in die Welt von Panchakarma einzutauchen und seinem Körper etwas Ruhe und Heilung zu gönnen. Vermutlich sind sieben Tage jedoch zu kurz, um tiefergehende Probleme zu lösen.

Hinweis: Panchakarma-Kuren sind viel mehr als ein Wellness-Urlaub. Das merkt man spätestens bei dem Preis. Grundsätzlich sind professionelle Ayurveda-Kuren – ob in Bali, Sri Lanka, Indien oder Deutschland – im höheren Preissegment angesiedelt. Bei einem kurzen Retreat muss man mit ca. 2000 Euro rechnen. Bei einem längeren Programm kann die gesamte Kur um die 8000 Euro kosten. Die Preise von Oneworld Ayurveda erfährst du hier.
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Der Kräutergarten von Oneworld Ayurveda

Warum Menschen eine Panchakarma Kur machen

Die Motivation der Teilnehmer während meines Retreats in Ubud war u.a.: chronische Krankheiten, Burn-out, Übergewicht, Prävention, Anti-Aging, Stress, Angstzustände und andere psychische Probleme u.v.m.

All das sind im Ayurveda Zeichen von einer Disbalance von Körper und Geist. Während einer Panchakarma-Kur soll die Balance wiederhergestellt und somit die Symptome (Angstzustände, Schmerzen, schlechte Verdauung etc.) gemindert werden.

Im folgenden gehe ich auf meine zwei Baustellen ein, denen ich mich während meiner Panchakarma-Kur widmen wollte.

Dabei lernte ich während des Retreats, dass da noch eine weitere Baustelle schlummerte, der ich die letzten Jahre kaum Beachtung geschenkt hatte.

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Während meiner Ayurveda Kur kam ich seit langer Zeit nochmal 100% zur Ruhe

Rückenleiden durch Skoliose-OP

Ich leider seit meiner Jugend an einer starken Skoliose. Mit 20 Jahren wurde meine Wirbelsäule von dem Brustwirbel T1 bis zum Lendenwirbel L1 versteift. Seitdem begleiten mich 24 Titan-Schrauben und zwei Titan-Stangen durchs Leben.

Starke Verspannungen und Rückenschmerzen sind keine Seltenheit in meinem Alltag. Auch psychisch belasten mich die „Fremdkörper“ mehr, als ich bis dato zugegeben habe.

Hin und wieder habe ich richtig schlechte Tage. Meistens versuche ich jedoch sehr positiv mit meinem Schicksal umzugehen, wie folgende Worte von mir verdeutlichen sollen:

„Today I woke up with back pain. I recognized the back pain – without judging it. It hurts. I can feel the metal. I can feel that there is something out of balance. That’s it. I worked on my laptop, until my back made me move. So let’s walk. We walked a lot. My back felt a bit better.

Without the pain I would have been in front of my laptop the whole day since there are lots of things to do. Now I’m lying in my bed, reading, it still hurts. But reading makes me forgetting the pain. I’ll try to sleep…

I think about the nice walk we had. I think about the nice pages I read in order to distract myself from pain. I think about the amazing things I’ve done because of my back, because of the pain.

My back reminds me ALL the time that life is precious. So thanks to my back I live life like it’s precious. So when my back hurts, I take it as a sign, that there are more important things in life than working, money, pimples or weight.

When my back hurts, I stop worrying about unimportant things. I go back to basics, move my body, appreciate every single painless moment. There is no space for anything else in these moments. And I know, the pain will go again.

And I also know, the pain gave me millions of beautiful moments I wouldn’t have been able to experience without the little reminders of my body.“ – Melissa

Im Ayurveda gibt es viele Möglichkeiten Rückenleiden zu mindern. Neben Massagen helfen auch ayurvedische Dampf- und Kräuterbäder dabei, die Muskeln zu entspannen und tiefe Verspannungen zu lösen. 

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Die täglichen Massagen während meiner Ayurveda Kur waren eine Wohltat für meinen Rücken

Monkey Mind und Stress durch Selbstständigkeit

Seit über zehn Jahren reise ich um die Welt. Mehr als fünf Jahre bin ich selbstständig unterwegs. Ich bin eine Macherin und Ideen schwirren 24/7 in meinem Kopf rum.

Mir fällt es schwer meinen Kopf abzuschalten, einfach im Hier und Jetzt zu leben, den Moment zu genießen.

Bis vor Kurzem empfand ich diesen kreativen Geist von mir eher positiv. Aber Anfang 2018 musste ich feststellen, dass meine Art und Weise zu leben auf Dauer auch ungesund sein kann. Denn mein Körper fing an Signale zu senden: Herzrasen, Gähndrang, unendliche Müdigkeit.

Mir wurde klar, dass ich einen Weg finden muss, meinen Monkey Mind auch mal abzuschalten – egal, wie gut die Idee in meinem Kopf auch sein mag.

Eine Panchakarma Kur reinigt den Körper und den Geist. Denn neben der Darmreinigung spielt im Ayurveda auch die geistige Reinigung eine wichtige Rolle.

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Der ideale Ort um einfach mal abzuschalten

Erfahrungsbericht: Meine 7-tägige Panchakarma Kur auf Bali 

In den folgenden Abschnitten möchte ich einen kleinen Einblick in meine siebentägige Panchakarma Experience gewähren.

Ein Reinigungsritual für den Einklang

Bevor unsere Panchakarma Experience losging, besuchten wir einen balinesischen Tempel für eine Reinigungszeremonie.

Bei dem Reinigungsritual im Tempel wurde somit der balinesische Glaube in die Panchakarma Kur integriert, was meiner Meinung nach ein schöner Einstieg ist – vor allem, wenn man mit dem balinesischen Glauben noch nicht vertraut ist.

Bei einem balinesischen Wassertempel fließt heiliges Wasser durch mehrere kleine Fontänen in ein Becken. Mit einem Sarong bekleidet passieren gläubige Balinesen jede Wasserfontäne dreimal. Nach einem kurzen Gebet werden der Mund, die Augen, Nase und Ohren unter jedem Wasserstrahl gereinigt. Die Reinigung soll all den Ballast loslösen, der uns blockiert.

Balinesen absolvieren diese Reinigungszeremonie in der Regel einmal im Monat. Als Frau darfst du den heiligen Wassertempel nicht betreten, wenn du deine Periode hast.

Leider wird bei dem Ayurveda Retreat von Oneworld Ayurveda der berühmte Tempel Pura Tirta Empul besucht, der touristisch sehr überlaufen ist, was die heilende Stimmung etwas stört.

Dinacharya: Die ayurvedischen Morgenroutine

Am ersten Tag wurde uns die ayurvedische Morgenroutine erklärt, dir wir während der Panchakarma Kur jeden Tag durchführen sollten.

Manche Elemente von Dinacharya (alle Punkte ab 7)  waren in unserem individuellen Stundenplan bereits integriert. Die ersten 6 Punkte sollten wir für uns im Zimmer nach dem Aufstehen praktizieren.

1) Brahma Muhurta: Stehe vor 6 Uhr auf und starte den Tag mit einem Gebet, einem Dankbarkeitsritual oder einer Aura-Reinigung.

2) Reinigungsritual: Reinige das Gesicht, den Mund und die Augen mit frischem Wasser. Massiere deine Augenlider. Blinzel deine Augen mehrfach und rotiere sie in die verschiedenen Himmelsrichtungen.

3) Flüssigskeitszufuhr: Trinke ca. 500 bis 800 ml warmes (!) Wasser.

4) Zähne putzen und Zunge kratzen: Putze erst die Zähne und reinige anschließend deine Zunge mit einem Zungenkratzer von hinten nach vorne ca. 7 bis 14 Mal.

5) Ölziehen: Ziehe einen Schluck Sesamöl (Kapha und Vata) oder Kokosöl (Pitta) durch deinen Mund – ohne es zu schlucken. Nach ca. einer Minute (oder auch mehr) spuckst du das Öl in ein Taschentuch und schmeißt es in den Müll. Du solltest es nicht direkt ins Waschbecken spucken, da du die Giftstoffe sonst weitergibst. Das Ölziehen soll die Zähne und den Gaumen stärken und Giftstoffe aus dem Mundraum binden und ausscheiden.

6) Toilettengang: Gehe auf Toilette – ohne irgendetwas anderes zu tun (lesen, Smartphone etc.). Beobachte einfache deine Atmung. Unsere Verdauung ist super wichtig, und wir sollten sie bewusst wahrnehmen. Praktiziere Mula Bandha, wenn du damit vertraut bist.

7) Öl-Massage / Abhyanga Massage: Diesen Punkt konnten wir auslassen, da wir über den Tag verteilt mehrfach Massagen verordnet bekamen. Die Öl-Massagen werden im Ayurveda am Morgen angewendet, um die Haut von den Giften zu befreien, die sich über die Nacht auf unserem größten Körperorgan angesammelt haben. Auch hier kannst du Kokos- oder Sesamöl nutzen.

8) Bewegung: Auch dieser Punkt war bereits im Programm integriert mit der täglichen Yogapraxis am Morgen und Abend. Yoga am Morgen vertreibt die Morgensteifigkeit und erzeugt Leichtigkeit für den angehenden Tag. Das restaurative Yoga am Abend bringt den Geist zur Ruhe und bereitet dich auf den Abschluss des Tages vor. Im Ayurveda werden unterschiedliche Arten von Sport für die unterschiedlichen Doshas empfohlen: Kapha = dynamische Bewegung wie Joggen, Pitta = beruhigende und kühlende Bewegung wie Schwimmen, Vata = langsame Bewegung wie Spazierengehen).

9) Bodyscrub: Auch dieser Punkt war in meinem Ayurveda-Programm integriert. Mehrfach wurde mir „Udvartana“, das ayurvedische Kurkuma-Peeling, verordnet. Andere Zutaten sind beispielsweise: Zimt, Mungobohnen und Orange.

10) Bad: Ein Bad reinigt die Aura und löst das Gefühl von Sauberkeit und Erfrischung aus. Der Körper sollte mit warmen Wasser gereinigt werden – der Kopf eher mit kaltem Wasser.

11) Meditation und Pranayama: Unsere tägliche Yogaeinheit schlossen wir mit einer Meditation, mit Savasana oder Pranayama ab. Mögliche Atemübungen sind u.a. Nadi Shodhana (Reinigung der Energiekanäle) oder Kapalabhati (Feueratmung).

Mein persönlicher Ayurveda-Stundenplan

Wie bereits erwähnt, ist das Programm von Ayurveda-Kuren immer individuell auf eine Person und dem individuellen Dosha abgestimmt.

Jede Ayurveda-Kur beginnt jedoch mit einer Pulsdiagnose.

Die Pulsdiagnose 

Zu Beginn einer Panchakarma-Kur erfolgt die Pulsdiagnose bei einem Ayurveda-Arzt.

Auf die Pulsdiagnose folgte ein intensives Gespräch mit meinem Ayurveda-Arzt Ninnu Sudarshan. Wir sprachen über mein Leben und meine Symptome. Ich habe mich direkt in guten Händen gefühlt.

Ziemlich schnell fokussierten sich seine Fragen auf meinen Lebensstil, meine Emotionen, meine Gefühle, meine Arbeit, meine Verdauung und meine Familiensituation. Normalerweise spricht man mit einem Arzt größtenteils über Symptome und Schmerzen. Im Ayurveda ist das anders.

Die Atmosphäre im Zimmer war die gleiche wie in einem klassischen Arzt-Zimmer, aber die Art und Weise des Gesprächs war mir neu.

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Die Ayurveda Ärzte von Oneworld Ayurveda

Anhand der Beobachtungen und der Pulsdiagnose wird ein individueller Behandlungsplan für jeden Teilnehmer zusammengestellt. Die Behandlungen sind eine Mischung aus Massagen, Entgiftungsmethoden, Einläufen, Medizin, Ernährung und Bädern. Der Plan wird täglich angepasst, da man jeden Tag eine neue Besprechung mit dem Ayurveda-Arzt hat.

Im folgenden gebe ich einen kleinen Einblick in meinen 2., 4. und 5. und 6. Panchakarma Tag.

Während der gesamten Zeit erhielten wir zudem drei Mal täglich unsere natürliche Medizin, um den Entgiftungsprozess zu verstärken.

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Kleine natürliche Medizinbox von Oneworld Ayurveda

Panchakarma Tag 2: Vorbereitungsphase

UhrzeitBehandlung
06:00Weckruf
08:15Frühstück
08:45Medizineinnahme
09:00Udvartanam
11:45Demonstration: ayurvedische Gesichtsbehandlung
12:30Mittagessen
13:00Medizineinnahme
13:30Besprechung mit Ayurveda-Arzt
13:45Local Jambeera Pinda Sveda
16:00Optional: Ricefield Walk
16:00 - 18:00Nachmittags-Tee
19:00Abendessen
20:00Medizineinnahme
Udvartana: Ganzkörper-Kurkuma-Peeling

Für meine Rückenschmerzen verordnete mir der Ayurveda-Arzt mehrmals „Udvartana“.

Diese Behandlung ist weniger eine Massage, sondern eher eine Art Peeling mit medizinisch behandelten Puder. Der Hauptbestandteil des Puders war – in meinem Fall – Kurkuma.

Das Peeling soll den Energiefluss im Körper anregen. Es dient der Entgiftung und nährt gleichermaßen das Körpergewebe. Die Kräuter sollen dabei helfen, den natürlichen Stoffwechsel der Haut zu aktivieren.

Patra Pinda Sveda: Kräuterstempel-Massage

Auch diese Behandlung wurde mir aufgrund meiner Rückenschmerzen verordnet.

Für Patra Pinda Sveda werden Kräuterstempel frisch zubereitet und mit medizinisch behandelten Öl erhitzt.

Anschließend wird der gesamte Körper mit den warmen Kräuterstempeln massiert.

Patra Pinda Sveda soll die Durchblutung fördern und die Haut dabei unterstützen, sich von Giftstoffen zu befreien.

Panchakarma Tag 4: Vorbereitungsphase

UhrzeitBehandlung
06:00Weckruf
06:45Yoga und Meditation
08:15Frühstück
08:45Medizineinnahme
09:00Patra Pinda Sveda
10:45Besprechung mit Ayurveda-Arzt
11:45Theorie: DIY Body Scrub und Herbal Tea
12:30Mittagessen
13:00Medizineinnahme
15:00Shiro Abhyanga & Nasyam
16:00Optional: Ricefield Walk
16:00 - 18:00Nachmittags-Tee
17:00Restauratives Yoga und Meditation
19:00Abendessen
20:00Medizineinnahme
Nasyam: Öl-Nasentropfen

Bei Nasyam wird zu Beginn dein Kopf und dein Gesicht sanft massiert. Daraufhin wird warmes Öl in die Nase geträufelt.

Das Öl ziehst du kräftig in den Rachen und spuckst es wieder aus. Das kostet auf alle Fälle ordentlich Überwindung.

Nach der Öl-Behandlung inhalierst du natürliche Kräuter durch Nase und Mund.

Die Behandlung reinigt den gesamten Kopfbereich und lindert Beschwerden der Nase, der Nasennebenhöhlen und des Rachenraum.

Mir wurde Nasyam verordnet, da meine Nase sehr häufig dicht ist. Dadurch schnarche ich hin und wieder. Dies wiederum führt zu Rachenschmerzen am Morgen. Meine Mandeln wurden bereits vor Jahren entfernt, da ich an einer chronischen Mandelentzündung litt.

Shiro Abhyanga: Kopf-Öl-Massage

Bei Shiro Abhyanga wird der Kopf, der Nacken und die Schulter mit warmen Öl massiert.

Diese Behandlung wurde mir aufgrund von meinem Monkey Mind verordnet. Die Kopf-Massage soll Stress lindern und einen Zustand der Ruhe auslösen und gleichzeitig Verspannungen im Nackenbereich lösen.

Nach der Massage bekommt man eine Kopfbedeckung, sodass das Öl noch eine Weile nachwirken kann.

Panchakarma Tag 5: Ausleitungsphase

Wie bereits erwähnt besteht eine traditionelle Panchakarma-Kur aus einer Vorbereitungs-, einer Ausleitungs- sowie einer Aufbauphase.

Bei lediglich sieben Tagen Panchakarma sind die einzelnen Phasen stark verkürzt. An meinem 5. Tag befand ich mich somit in der Ausleitungsphase.

Virechana: Detox + Silent Day

Ziel von Virechana ist die Eliminierung von Toxinen mit der Hilfe von einem ayurvedischen Kräuterabführmittel (auch unter „ayurvedic chocolate“ bekannt), welches zur kompletten Entleerung des Darms führt, wodurch sich der Körper von unnötigen Giftstoffen befreien soll.

Diese Art der Ausleitung wird vor allem bei Pitta-Dominanz (wie es bei mir der Fall ist) verordnet.

Ich musste dokumentieren, wie häufig ich mich „entleeren“ musste. Zu Mittag gab es Rice Porridge, zum Abend Dhal – beide Mahlzeiten mussten im Zimmer zu sich genommen werden.

An diesem Tag durfte ich nicht reden, kein Smartphone nutzen oder lesen.

Ich sollte mich nur mit mir, meinem Körper, meinen Gedanken und meinem Befinden widmen. Malen war in Ordnung. Das tat ich auch.

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Während meiner Panchakarma Kur habe ich das erste Mal seit sehr sehr langer Zeit nochmal gemalt – und es hat wirklich Spaß gemacht!

Nach sechs Stunden Meditieren, Stille, Toilettengang und Malen schnappte ich mir jedoch ein Buch und begann zu lesen. Mir war einfach zu langweilig.

Dieser Tag war sehr intensiv. Ich kann jedem empfehlen hin und wieder einen solchen Silent Day einzurichten, wo man sich für ein paar Stunden nicht von außen unterhalten lässt, sondern sich komplett nach innen richtet.

Du wirst sehen, wie unglaublich schwierig das ist, wie langsam die Zeit vergeht, wie langweilig einem ist und was für interessante Gedanken hochkommen. Mir ist es auf alle Fälle unglaublich schwer gefallen.

Silent-Day-Ayurveda-Bali

Wann hast du das letzte Mal einen ganzen Tag nicht kommuniziert?

Panchakarma Tag 6: Aufbauphase

Nach dem Detox-Tag bestand mein Programm vor allem in Kräuterbädern (Avagaham) und Dampfbädern (Ushma Sweda).

Diese Behandlungen sind vor allem sehr wohltuend bei Rückenleiden.

Außerdem helfen die Bäder dabei Stress zu reduzieren und tief sitzende Gifte freizusetzen.

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Avagaham mit Blick auf den Dschungel

Let Go Ceremony

Während unseres Retreats sollten wir all jene Dinge zu Papier bringen, die wir loslassen möchten – ob negative Gedanken, bestimmte Menschen oder Ängste.

Am letzten Tag versammelten wir uns um ein Feuer und praktizierten gemeinsam mit Wayan, unserem Yogalehrer, eine „Let Go Ceremony“.

Wir verbrannten symbolisch jeden Zettel einzeln im Feuer.

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Der Haustempel ist der Ort des Geschehens der Let Go Ceremony

Die Stimmung im Retreat

Die Stimmung unter den Teilnehmern war sehr positiv, freundlich und aufgeschlossen.

Man redete anstelle von Small Talk, Beruf und Reiseerlebnissen eher über Einläufe und Angstzustände. Die Gespräche waren pur und ehrlich.

Man traf sich mindestens drei Mal täglich gemeinsam zum Essen, was sehr schön war.

Ich war mit Abstand die jüngste Teilnehmerin. Dies liegt zum einen am Preis des Retreats aber auch an der Entwicklung des Menschen an sich. Denn die meisten Menschen beschäftigen sich erst ab 40+ richtig intensiv mit ihrer Gesundheit und mit dem Thema Heilung. Dies liegt daran, dass der Körper lange Zeit schlechte Verhaltensweisen gut wegstecken kann. Aber irgendwann knallt es halt. Wie weiter oben bereits beschrieben, hat es bei mir relativ früh geknallt, sodass ich mich schon früh mit jenen Thematiken beschäftigen musste.

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Mein Fazit zu meiner 7-tägige Panchakarma Kur auf Bali

Die Anlage

Die Anlage von Oneworld Ayurveda ist ein wahr gewordener Traum. Die 12 vorhandenen Zimmer sind luxuriös, geräumig und gemütlich. Jedes Zimmer hat einen eigenen Balkon oder Garten. Der Blick auf die Tegallalang Reisfelder von dem Ruhebereich ist unbeschreiblich schön. Weit in der Ferne kann man Touristen beobachten, wie sie in den Reisfeldern rumstiefeln.

Auch die Behandlungszimmer sind sauber und ansprechend. Alle mir erdenklichen Gerätschaften für die unterschiedlichen Ayurveda-Behandlungen waren vorhanden. Zum Teil hatte man einen wundervollen Blick auf dem Dschungel, während man eine Kopf-Massage genießen konnte.

Das Resort liegt acht Kilometer von Ubud entfernt, dem Mekka für Yoga, Meditation und Healthy Lifestyle. Es ist wunderbar ruhig gelegen.

Im Ruheraum konnte man die Behandlungen mit Ruhe und einem gigantischen Blick auf die Reisfelder nachwirken lassen.

Leider waren die Liegestühle nicht wirklich bequem. Dies lag jedoch vor allem daran, dass wir nahezu die gesamte Zeit kleine Kurkuma-Öl-Monster waren und man keine Stoffliegen bereitstellen konnte, da diese 24/7 von uns eingesaut worden wären. Daher verstehe ich die Wahl von unbequemen Holzliegen.

Im Ruhebereich gab es zudem einen warmen Pool – natürlich ohne Chlor. In dem Pool durfte man sich nach bestimmten Behandlungen entspannen.

Außerdem stand immer reichlich Kräutertee für nach den Behandlungen bereit. Ich nutzte die Zeit auch hin und wieder zum Lesen – was eigentlich nicht unbedingt vorgesehen war, da wir uns mit uns selber beschäftigen sollten.

In der Anlage von Oneworld Ayurveda befindet sich noch ein weiterer Pool, der jedoch nicht zur Nutzung vorgesehen ist. Das kalte Wasser würde die Effekte der Panchakarma Kur behindern.

Deswegen nutzen wir den zweiten Pool-Bereich eher zum Entspannen und Quatschen. Man sollte sich jedoch während einer Panchakarma Kur auch nicht allzu lange der Sonne aussetzen.

Die Behandlungen

Mein Programm war abwechslungsreich und hat sich in der Kürze der Zeit allen Baustellen gewidmet. Vor allem die Behandlungen für meine Nasennebenhöhlen hatten mich positiv überrascht, da ich den Fokus auf meinen Rücken und mein Herzrasen gelegt hatte – und diese Baustelle in den letzten Jahren außen vor gelassen hatte.

Ich habe mich sehr wohl (und ernst genommen) bei den Ayurveda-Ärzten gefühlt.

Auch die Therapeuten waren allesamt sehr nett und aufmerksam. Zum Teil haben sie einen behandelt wie ein rohes Ei, was etwas gewöhnungsbedürftig war.

Da ich aufgrund meiner Rückenschmerzen und meiner Titanschrauben und -stangen sehr anspruchsvoll bei Massagen bin, muss ich gestehen, dass ich nicht mit allen Therapeuten zufrieden war.

Ich selber habe schon eine Yogalehrerausbildung gemacht und fand den Unterricht mit Wayan sehr angenehm. Es war nicht der beste Yogaunterricht, den ich je hatte, aber es ist auch immer schwierig eine große Gruppe mit unterschiedlichem Level gleichermaßen zufrieden zu stellen. An einem schlechten Tag von mir hatte Wayan viele aufmunternde Worte für mich. Das schätze ich ihm hoch an!

Im Großen und Ganzen waren die Behandlungen aber zufriedenstellend und haben in ihrer Gesamtheit zu einem wunderbaren Ergebnis geführt.

Nach einer Woche war ich unglaublich entspannt, habe mich gut in meiner Haut gefühlt, habe geschlafen wie ein Baby und auch meine Verdauung hat sich sehr gut angefühlt.

Ich kann mir auf alle Fälle vorstellen das nächste Mal, vielleicht in 4 bis 5 Jahren eine längere Panchakarma-Kur zu machen.

Das Essen

Die ayurvedische Küche besteht aus sechs Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, bitter, scharf und adstringierend. Während des Retreats wurde uns lecker-gesunde Mahlzeiten serviert, welche traditionell-ayurvedische Rezepte mit moderner Küche verbinden.

Das Essen war über die gesamte Woche hinweg super abwechslungsreich. Es wurden zudem auch Koch-Demonstrationen angeboten, bei denen wir die Möglichkeit hatten, mehr über die ayurvedische Küche zu lernen.

Die meisten Teilnehmer bekamen jedoch das gleiche Essen. Lediglich einzelne Zutaten wurden weggelassen oder zusätzlich hinzugefügt. Dies ist nicht bei allen Panchakarma-Kuren der Fall. Normalerweise soll auch das Essen für jeden Patienten individuell ausgewählt werden, da die Ernährung einen wichtigen Bestandteil der Kur darstellt.

Einen Pluspunkt gibt es für die ayurvedische Rezeptesammlung, die man während des Retreats bekommt.

Rahmenprogramm

Während des Retreats werden reichlich Aktivitäten wie Reisfeldwanderungen, Touren durch den Kräutergarten oder Kochdemonstrationen angeboten.

Langweilig wird einem auf alle Fälle nicht.

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Koch-Demonstration für die ayurvedische Küche

Mein Fazit auf Video

Kurz nach meinem Aufenthalt wurde ich zu meiner Panchakarma Erfahrung interviewt. Das Interview kannst du dir auf Youtube ansehen.

Ich hatte kurz überlegt, ob ich es überhaupt posten soll, da ich nicht sehr glücklich mit dem Ergebnis des Videos war: das Licht war unvorteilhaft gewählt und ich rede sehr schnell und wirr und nutze viel zu viele Füllwörter.

Aber auch das ist Teil von Ayurveda: Akzeptanz und das Ego beiseite legen.

Deswegen: Here you go!

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1 Kommentar

Jutta 28. April 2019 - 15:52

Toller Kommentar ich überlege nächstes Jahr eine Kur dort zu machen

Antworte Jutta

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