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Eine Begegnung mit dem Sumatra Elefant in der Barumun Nagari Wildlife Sanctuary

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Julian Braun

Zwischen dem Toba Lake und Bukittinggi liegt für die meisten Reisenden eine 15-stündige Busfahrt über die abenteuerlichen Straßen Sumatras.

Zwischenstopps oder alternative Routen sind in keinem Reiseblog zu finden. Wir stellen euch in diesem Artikel unseren Geheimtipp vor, der zum absoluten Highlight unserer Sumatra-Reise wurde.

Für uns war es die erste Asien-Reise. Was natürlich nicht fehlen durfte: Elefanten!

Doch wir waren sehr zurückhaltend gegenüber den Angeboten, die man für Touristen findet. Elefanten, die täglich von dutzenden Touristen getätschelt, gewaschen oder sogar geritten werden?

Irgendwie hatten wir jedes Mal ein ungutes Gefühl bei der Vorstellung, auf diese Art und Weise in Kontakt mit dem berühmten Sumatra-Elefant zu kommen.

Barumun Nagari Wildlife Sanctuary Elefant 1

Autorin Lara mit zwei Sumatra Elefanten in der Barumun Nagari Wildlife Sanctuary

Der Sumatra Elefant: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Der Sumatra Elefant gehört zu den Asiatischen Elefanten. Der Dickhäuter kommt ausschließlich  – wieder der Name schon sagt – auf Sumatra vor.

Er erreicht ein Gewicht von bis zu vier Tonnen und eine Schulterhöhe zwischen 1,7 bis 2,6 Meter. Damit ist er kleiner als der Afrikanische Elefant.

Der Sumatra Elefant hat zwei Stirnhöcker und große Ohren, die fast quadratisch geformt sind. An der Rüsselspitze besitzt er einen „Greiffinger“.

Die Elefanten auf Sumatra unterscheiden sich von den anderen Unterarten der Asiatischen Elefanten durch eine hellere Pigmentierung der Haut und ein zusätzliches Rippenpaar.

Die Bullen haben nur selten lange Stoßzähne. Bei den Weibchen sind die Zähne oft verkümmert.

In der freien Wildbahn werden die Tiere 50 bis 60 Jahre alt. In Gefangenschaft können sie ein Lebensalter bis zu 70 Jahren erreichen.

Nahrung: Der Sumatra Elefant ist ein waschechter Vegetarier

Der Sumatra Elefant ist waschechter Vegetarier. Er verbringt den größten Teil seiner Zeit mit der Suche nach Nahrung. Denn er benötigt täglich 150 Kilogramm pflanzliches Futter.

Die Kost variiert je nach Jahreszeit. Er frisst Gras, Wurzeln, Blätter und Baumrinde. Ebenso verzehrt er Reis, Rohrzucker und Bananen. Ölpalmen und Obstbäume nutzt er ebenfalls als Nahrungsquellen.

Das Tier ist vor allem in Nacht und Dämmerung aktiv und ruht sich tagsüber aus.

Fortpflanzung: 22 Monate bis zum Elefanten-Nachwuchs

Die Paarungszeit der Elefanten erstreckt sich über das ganze Jahr. Die Kühe sind in diesem Zeitraum allerdings nur drei- bis viermal zur Empfängnis bereit, da sie einen langen Sexualzyklus haben.

Die Bullen werden im Alter von zwanzig Jahren paarungsbereit. Sie kommen ungefähr einmal im Jahr in die sogenannte Musth, eine durch stark erhöhtes Testosteron ausgelöste Phase der Aggressivität. In dieser Zeit geht das männliche Tier auf Wanderung, um paarungsbereite Kühe zu finden. Er kämpft mit Rivalen und schließt sich unterschiedlichen Herden an.

Herden sind Familienverbände aus Müttern, Tanten und Töchtern. Sie können 10 bis 30 Tiere umfassen. Unter besonderen Umständen besteht eine Herde aus bis zu 80 Tieren.

Kommt es zu einer Befruchtung, trägt die Elefantenkuh den Nachwuchs etwa 22 Monate aus. Bei der Geburt ist das Kalb zwischen 75 bis 90 Zentimeter hoch und wiegt bis zu 110 Kilo.

Seine Versorgung übernimmt die Mutter nicht allein, sondern die gesamte Herde.

Elefantenkühe sind alle vier bis fünf Jahre in der Lage, Nachwuchs zu bekommen. Diese Eigenschaft reicht bis ins Alter von 55 bis 60 Jahren.

Bedrohung: In 30 Jahren könnte der Sumatra Elefant ausgestorben sein

Der Sumatra Elefant zählt zu den stark gefährdeten Tierarten. In der Riau-Provinz Sumatras, wo die meisten Elefanten leben, hat sich die Zahl der Tiere in den vergangenen 25 Jahren um 80 Prozent reduziert.

2007 lebten dort schätzungsweise weniger als 210 Tiere.

Laut Naturschutzorganisation WWF besteht die Gefahr, dass der Dickhäuter in den nächsten 30 Jahren ausstirbt. Zwar sind die Elefanten auf Sumatra gesetzlich geschützt, jedoch bewegen sie sich häufig außerhalb der Schutzzonen.

Vor allem die zunehmende Umwandlung des Regenwaldes in Farmland gefährdet sie, da ihr natürlicher Lebensraum immer weiter begrenzt wird.

Die Tiere, die in den neu angelegten Plantagen Nahrung suchen, werden von den Bauern vertrieben, getötet oder in Camps eingesperrt.

Tierschutzorganisationen organisieren Programme zum Schutz der Elefanten. Eines dieser Organisationen ist die Barumun Nagari Wildlife Sanctuary.

Barumun Nagari Wildlife Sanctuary Elefant 2

Die Autoren Lara und Julian mit einem Sumatra Elefant der Barumun Nagari Wildlife Sanctuary und dessen Mahut und Baby

Barumun Nagari Wildlife Sanctuary: Für ein artgerechtes Leben von misshandelten und traumatisierten Sumatra Elefanten

Zufällig fanden wir Informationen über das Barumun Nagari Wildlife Sanctuary.

Das Team von BNWS hat es sich zur Aufgabe gemacht, misshandelte und traumatisierte Sumatra-Elefanten zu befreien und ihnen ein möglichst artgerechtes Leben zu schaffen.

Die Bilder von Elefanten, die in Herden auf großen grünen Wiesen beisammenstehen, sahen für uns verlockend aus. Dieses noch junge Projekt wollten wir uns näher anschauen.

Was erwartet euch bei BNWS?

Ausgangspunkt war der bekannte Toba Lake. Nach einer knapp 8-stündigen Busreise von Parapat Richtung Süden erreichten wir die Stadt Padang Sidempuan.

Vom Hotel Mega Permata aus startete unser dreitätiger Trip. Wir wurden von einem Fahrer am Hotel abgeholt und ins knapp eine Stunde entfernte Sanctuary gebracht.

Unser Guide Johann hat uns herzlich empfangen und drei sehr spannende Tage begannen.

BNWS ein echtes Familienunternehmen: Alle packen hier mit an – ob in der Küche zur Versorgung der Mitarbeiter, als Tour Guides oder als Sprecher auf Konferenzen über Wildtierschutz.

Wir konnten während unseres Aufenthalts die 15 Elefanten sowohl aus der Ferne als auch aus nächster Nähe betrachten.

Allerdings wurden wir vor Ort darauf hingewiesen, dass jeder direkte Kontakt mit fremden Personen Stress für die Elefanten bedeutet. Erwartet deshalb kein 24h-Programm mit den Tieren. Die Anzahl der direkten Begegnungen mit den Dickhäutern wird sich auf 2 bis 3 Mal beschränken, um das Wohl der Tiere nicht zu gefährden.

Die Elefanten verbringen die Nacht unter Aufsicht ihrer Mahuts in großzügigen Gehegen. Tagsüber geht es mit dem persönlichen Mahut des Elefanten raus in die Savanne.

Das Ziel von der Barumun Nagari Wildlife Sanctuary ist es, alle Elefanten ohne Ketten halten zu können.

Aufgrund schwerster Misshandlungen in der Vergangenheit – und des damit einhergehenden Misstrauens gegenüber Menschen – ist dies aktuell nicht bei allen Elefanten möglich. Täglich üben die Mahuts mit diesen Elefanten, um ihnen ein stressfreies Leben ermöglichen zu können.

Das Naturschutzgebiet „Barumun Nagiri“

Neben dem Besuch der Elefanten erkundeten wir die mehrere Hektare große Anlage, die an das Naturschutzgebiet „Barumun Nagiri“ angrenzt.

Das Privatgelände ist atemberaubend schön und bietet zahlreichen Säugetieren, bunten Vögeln und exotischen Pflanzen einen Lebensraum.

Barumun Nagari Wildlife Sanctuary natur

Das Naturschutzgebiet „Barumun Nagiri“

Der Schutz des Sumatra-Tiger

Ein weiteres Projekt von BNWS ist der Schutz, die Wiederaufzucht und die Auswilderung des Sumatra-Tigers. Dabei wird BNWS von der Regierung unterstützt.

Zum Schutz der Tiere bekommen Besucher die Tiger nur selten zu Gesicht, aber vielleicht habt ihr ja so viel Glück wie wir es hatten!

Welche Möglichkeiten eines Besuches habe ich?

BNWS bietet euch verschiedene Besuchsmöglichkeiten.

Ihr könnt von einem eintägigen Trip bis hin zu einem einwöchigen Volontariat wählen. Die Preise sind zwar nicht günstig.

Beachtet man aber den Umfang des Aufenthaltes, das unglaublich leckere Essen, die warmherzige und familiäre Atmosphäre sowie die Möglichkeit, dieses tolle Projekt nachhaltig zu unterstützen, so erscheint die Summe dann doch nachvollziehbar.

  • 4-stündiger Besuch: 80 US-Dollar
  • 3 Tage und 2 Nächte: 180 US-Dollar
  • eine Woche Volontariat: 420 US-Dollar
Ein kleiner Tipp am Rande: Wählt unbedingt das vegetarische oder sogar vegane Essen. Die Köchin zaubert wirklich wunderbare Gerichte auf den Tisch. Für uns war es sogar das Beste auf unserer ganzen Sumatra-Reise.

Fall ihr Lust bekommen habt, BNWS zu besuchen und euch vor Ort von diesem Projekt zu überzeugen, empfehlen wir, euch 2 bis 3 Wochen im Voraus bei BNWS über freie Termine zu informieren. BNWS legt die Termine oftmals so, dass ihr als kleine Reisegruppe alleine vor Ort seid.

Bei Fragen zur Haltung und zur täglichen Arbeit mit den Elefanten könnt ihr euch jederzeit über die Social-Media-Kanäle mit BNWS in Verbindung setzen. Auch vor Ort werden euch alle Fragen geduldig beantwortet.

Für weitere Informationen schaut auch gerne auf den Social-Media-Kanälen von BNWS vorbei:

Barumun Nagari Wildlife Sanctuary Essen BNWS

Das Essen in der Barumun Nagari Wildlife Sanctuary

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