Home Tierwelt Die indonesische Vogelwelt zuhause: Tipps & Tricks beim Edelpapagei

Die indonesische Vogelwelt zuhause: Tipps & Tricks beim Edelpapagei

von Melissa Schumacher

Ich erinnere mich noch, als ich das erste Mal aus Indonesien zurückkam. Ich saß in der WG-Küche und starrte auf den Vogelkäfig, aus dem unser WG-Wellensittich „Kobra“ mich anblickte. Drei Tage zuvor hatte ich auf Ambon einen Schwarm Korallenfruchttauben in ihrer Farbpracht beobachtet. Die ganze Vogelwelt dieses Urlaubs hatte in mir etwas geweckt, welches seit meiner Kindheit geschlummert hatte: Eine Tante hatte damals einen zahmen Papagei, der auf der Stange saß und immerzu „Enzian“ rief.

Und ich als kleiner Junge hatte fasziniert vor diesem majestätischen Tier gestanden und mich nicht getraut, ihn anzufassen. „keine Angst, der beißt nicht“, sagten alle, aber mein Respekt war zu groß.

Nun saß ich also in der WG und hatte diesen Wunsch, mir etwas dieser Farbenpracht in mein WG-Zimmer zu holen. Als erste Maßnahme ließ ich mir eines meiner Fotos, auf dem ein Purpurhuhn in die Kamera starrte, als Poster ausdrucken. Das wirklich Wahre war das nicht. Aber in dem engen Zimmer einen echten Vogel einsperren, wollte ich nicht.

Endlich Platz 

Einige Jahre fast forward: Ich hatte das Studium und fünf weitere Trips nach Indonesien hinter mir. Der Job hatte es mir erlaubt, mir ein kleines Haus am Stadtrand mit einem Wintergarten zu kaufen. Dort hinein, so schwor ich mir, sollte nun ein indonesischer Vogel ziehen. Doch erst einmal hieß es Literatur wälzen und das Internet konsultieren. Ich wollte ja nicht nur das passende Tier finden, sondern auch etwas über seine Haltung erfahren. Indonesien, so las ich, ist die Heimat von 1622 Vogelarten – ein guter Teil davon auf der Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens und in der EU mit einem Importbann belegt. Während ich also die Liste der indonesischen Vögel auf Erwerbsmöglichkeiten, Legalität und Haltung in Deutschland überprüfte, fiel mir der Edelpapagei auf.

Edel. Papagei.

Der Edelpapagei eignet sich wohl wie kein zweiter Vogel der indonesischen Fauna dazu, ihn auch ohne Qual in Deutschland zu halten.

Er kann artgerecht mit Sonnenblumenkernen, Hafer, Weizen und Futterinsekten ernährt werden und vor allem: Der Besitz ist nach Bundesartenschutzverordnung nicht illegal, er muss nur angezeigt werden und zudem gibt es im Bundesgebiet privat organisierte Züchter.

Vor allem hatte ich mir eine besonders schöne Art ausgesucht, die das, was ich an Indonesien so liebe, wirklich perfekt zum Ausdruck brachte: Die Weibchen leuchten knallrot und blauviolett, während die Männchen in einem quietschigen Grün daherkommen.

Allerdings, so las ich in den Foren immer wieder, seien die Tiere äußerst sozial und sollten daher immer mindestens zu zweit gehalten werden. Und dann fand ich auch noch einen Artikel über Vogelkrankheiten wie Federrupfen, die ebenfalls bei fehlenden Bezugspersonen auftreten.

Nun gut, das dürfte bei der Größe des Wintergartens und meiner geplanten Rolle als hingebungsvoller Vogel-Papa kein Problem sein, dachte ich mir – zumal die Vogel-Fachleute zu Volieren mit 2m³ Innenvolumen rieten. Da bot mein Wintergarten den Fliegern noch wesentlich mehr Platz. Statt einem Stück Indonesien in meiner deutschen Heimat also nun zwei. Aber zunächst stand Arbeit an.

Spielzeug und mehr für den Edelpapagei

Als erstes räumte ich den Wintergarten komplett leer. Die angestaubten Oleander flogen heraus. Dann besorgte ich mir Hanfseile und montierte diese so, dass sie von den Deckenbalken herabhingen und auch Hängebrücken bildeten. Auf den Boden kam eine große flache Edelstahlschüssel, die den Tieren als Badestelle dienen sollte. Als ich auch noch wahre Unsummen für weiteres Vogelspielzeug beim Zoohandel gelassen und mich mit der Gewicht der neuen Topfpflanzen abgemüht hatte, sah der ehemalige Wintergarten nun schon sehr nach dem Vogelhaus eines Zoos aus.

Edna und Fred

Übers Internet fand ich einen Züchter in meiner Nähe, der in diversen Foren auch eine gute Reputation erworben hatte. Nach telefonischem Kontakt fuhr ich zu ihm. Seine erste Frage: „Hast Du Fotos von der Voliere?“ konnte ich grinsend mit Bildern aus meinem Smartphone beantworten.

Die Größe und Ausstattung stellte ihn zufrieden

Was glaubst Du, was für Leute ich hier schon abgewiesen hab, die einen Edelpapagei in ´nen Käfig für Sittiche stecken wollen. Sowas gibt’s bei mir nicht

grollte er, während er mich in sein Vogelzimmer führte.

Dort verschlug es mir die Sprache: Ein gutes Dutzend der prachtvollen Tiere saß, flog und schaukelte in dem Raum. Schnell hatte der Züchter mir zwei davon auf die Schultern gesetzt. Das wären die beiden, die er für mich auserkoren hätte. Während sich das Männchen auf meiner linken Schulter das Gefieder putzte, spazierte das Weibchen über meinen ausgestreckten rechten Arm. Edna und Fred, so hatte ich es auf einmal vor dem geistigen Auge. So sollten die beiden heißen.

Nach dem Bezahlen machte ich mich mit meinen neuen Mitbewohnern in einem großen Karton auf der Rückbank auf den vorsichtigen Weg nachhause. Dort angekommen stellte ich den Karton vorsichtig auf den Boden und öffnete den Deckel ein Stückchen – sofort drücke Fred von Innen entgegen und die beiden schossen geradezu in den Wintergarten. Nach einigen Runden unter der Decke landeten sie auf dem Rand der Wasserschüssel und tranken erst einmal.

Ein Jahr Spaß

Mittlerweile habe ich dieses Stückchen Indonesien schon über ein Jahr in meinem Heim und ich muss sagen, es hilft mir sehr, wenn mich das Fernweh übermannt.

Nicht selten verbringe ich ganze Feierabende auf einem Sessel, den ich in den Wintergarten gestellt habe, und schaue Edna und Fred einfach nur zu.

Tipps für die Haltung von Edelpapageien auf einen Blick

Nachdem ich schon versucht habe, die wichtigsten Daten zum Umgang mit Edelpapageien im Text unterzubringen, hier nochmal in Stichpunkten:

  1. Edelpapageien mindestens zu zweit halten
  2. Das Mindestmaß der Voliere sollte 2x1x1 Meter nicht unterschreiten
  3. Badestelle anbringen
  4. Viel Spielzeug zur Verfügung stellen
  5. Als Futter eignet sich eine Mischung aus Sonnenblumenkernen, Hafer, Weizen, Mais, Reis, Erdnüssen und Kürbiskernen. Ab und zu sollte auch Obst sowie Insekten zugefüttert werden
  6. Grundsätzlich müssen alle Vögel, die im Washingtoner Artenschutzabkommen angeführt sind, gemeldet werden. Es unterscheidet sich aber je nach Bundesland, wo dies geschieht (Gemeinde, obere oder untere Naturschutzbehörde). Im Zweifelsfall sagt das Kreis-Veterinäramt, wer zuständig ist.

Autor: Daniel Greiner

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