Home Hilfsprojekte 10 Jahre Tsunami: Vom „Tsunami-Kind“ zum IT-Experten

10 Jahre Tsunami: Vom „Tsunami-Kind“ zum IT-Experten

von Melissa Schumacher

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit SOS Kinderdörfer entstanden

Vor 10 Jahren, Am 26. Dezember 2004 um 07.58 Uhr westindonesischer Zeit bebte 85 Kilometer vor der indonesischen Küste die Erde.

Das Beben der Stärke 9,1 auf der Richterskala war das drittstärkste je gemessene Beben. Folge des Bebens waren mehrere starke Tsunamis. Vor allem an den Küsten Indonesiens, Indiens, Sri Lankas und Thailands ertranken zahlreiche Menschen in den Fluten.

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Folgen des Tsunamis – Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit

Insgesamt starben etwa 230.000 Menschen. Fast zwei Millionen Menschen wurden obdachlos. Viele Kinder wurden zu Waisen, Abdul Rahman war einer von ihnen. Folgender Artikel ist in Zusammenarbeit mit den SOS-Kinderdörfern Indonesien entstanden.

Vom „Tsunami-Kind“ zum IT-Experten

Ein junger Indonesier verliert im Tsunami seine Eltern und findet ein neues Zuhause im SOS-Kinderdorf. Zehn Jahre später beginnt er seine Karriere als IT-Experte. Wie ihm der Weg an die Uni gelang und was er sich für die Zukunft wünscht erfahrt ihr im heutigen Artikel.

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Abdul Rahman, Banda Aceh – Foto: Ed Wray, SOS-Kinderdörfer weltweit

Abdul Rahman hat einen Plan. Fünf Millionen Rupien will er in den nächsten Monaten verdienen und eines Tages als angesehener Internet-Spezialist in einem der Top-IT-Unternehmen Indonesiens arbeiten. Auf den ersten Blick wirkt der 21-Jährige wie jeder andere Berufsstarter: selbstbewusst und optimistisch. Sein hartes Schicksal sieht man ihm nicht an. Abdul Rahman ist ein sogenanntes „Tsunami-Kind“, dessen Leben durch die Naturkatastrophe vor zehn Jahren völlig zerstört wurde.

Ich war ein ganz gewöhnliches Kind, ging zur Schule und habe draußen gespielt.

erinnert sich Abdul.

Aber als der Tsunami kam, änderte sich alles.

Der Tsunami machte ihn zum Waisenkind

Abdul verlor seinen Vater an den Tsunami, ein Jahr später auch seine Mutter. Sie starb an einer Lungenkrankheit, wie viele andere, die bei der Überschwemmung viel Wasser und Schlamm geschluckt hatten. Der damals 12-Jährige kam in die Obhut des SOS-Kinderdorfs in Banda Aceh und lebte dort in einem fürsorglichen Familienumfeld unter der Obhut einer SOS-Mutter.

Mit 14 zog er ins Jugendhaus.

Vor dem Tsunami war ich ein Einzelkind, meine Eltern waren sehr beschützend. Im SOS-Kinderdorf konnte ich überall spielen und hatte viele Brüder und Schwestern. Es war zwar ganz anders, aber ich war glücklich.

In seinem neuen Zuhause lernte Abdul viele Kinder kennen, die sein Schicksal teilten und erfuhr, wonach seine Freunde sich sehnten.

Kinder wie ich brauchen zwei Dinge: sie müssen spielen können und sie brauchen eine Familie…

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Ein neues Dorf entsteht – Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit

In die Zukunft schauen

Heute arbeitet Abdul im IT-Support-Team an einer der Universitäten von Aceh. Der erste Job ist für ihn ein Sprungbrett, um seine beruflichen Träume zu verwirklichen.

Trotz aller Zuversicht ist auch der Schmerz, so früh seine Eltern verloren zu haben, für Abdul noch immer spürbar.

Ich denke oft an meine Familie und alles, was wegen des Tsunamis passierte

sagt der junge Überlebende. Seine Eltern konnten ihn nur unter Schwierigkeiten in die Schule schicken.

Wir waren arm und haben ein einfaches Leben geführt.

sagt er.

Meine Eltern sind immer noch in meinen Gedanken. Sie würden sich wünschen, dass ich Erfolg habe. Daran klammere ich mich fest und so behalte ich sie in Erinnerung.

Aus Abdul ist ein erwachsener Mann geworden. Einer, der stark genug ist, mit der Tragödie seiner Vergangenheit zu leben, und optimistisch genug, ohne Angst in die Zukunft zu schauen.

Mit dem Tsunami änderte sich unser Leben auch ein bisschen zum Positiven – dank der Hilfe von SOS, die ein Segen war. Ich konnte studieren und habe eine bessere Zukunft.

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Abdul bei seiner Lieblingsbeschäftigung: dem Tüfteln am Computer – Foto: Ed Wray, SOS-Kinderdörfer weltweit

Text: SOS Kinderdörfer

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