Home Bali – Tipps für deinen Urlaub auf Bali 2012 vs. 2019: So rasant hat sich Canggu in den letzten Jahren verändert

2012 vs. 2019: So rasant hat sich Canggu in den letzten Jahren verändert

von Sebastian Würfel

Ein Beitrag von Emma von Pelan Pelan Bali

Vor mehr als sechs Jahren ging es für mich das erste Mal auf den asiatischen Kontinent. Nach Laos und Thailand bin ich schließlich auf der Insel Bali in Indonesien gelandet.

Der Hauptgrund für mich, nach Bali zu gehen, war das Surfen. Ich wollte unbedingt wissen, wie man Wellen reitet.

Von einem Freund hörte ich, dass es irgendwo im Westen von Bali ein kleines Dorf mit guten Wellen gibt:

„Ein balinesisches Dorf mit wenigen Touristen, wo du nach dem Surfen zwischen schönen Reisfeldern die Ruhe genießen kannst.“

Genau das, was ich gesucht habe.

Dieses Dorf hieß: Canggu.

Ich sprang auf meinen Roller, um Canggu zu finden.

Niemand wusste, wo dieses idyllische Dorf lag.

Nach stundenlanger Suche kam ich dann schlussendlich doch noch in Canggu an. Alles war genau wie beschrieben: friedlich, wundervolle Aussichten über die Reisfelder, das Meer und perfekte Wellen.

Man traf auf ein paar wenige Touristen, die mit dem gleichen Ziel hier gelandet sind: um surfen zu lernen.

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Der Echo Beach bei Canggu, 2012

Canggu 2012: Ein friedlicher Ort 

Im Jahr 2012 war Canggu für mich der schönste Ort, an dem ich je war.

Die Locals lebten in Harmonie miteinander, Kinder rannten über die Straße, während ihre Eltern vor ihren Häusern plauderten.

Dorfbewohner halfen einander, die Reisfelder und das frische Gemüse zu ernten, während die Kids zwischen den Reisfeldern Aale angelten.

An jeder Ecke gab es ein kleines Warung (Restaurant), wo leckeres indonesische Essen zubereitet wurde.

Es war wirklich friedlich in diesem Dorf.

Hin und wieder kamen einige Touristen vorbei. Die perfekte Möglichkeit, um zusätzliches Geld zu verdienen – indem man Surfbretter, ein Zimmer als Homestay vermietete oder Essen verkaufte.

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Eine der wenigen kleinen Tourishops in Canggu in den early days

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Surfboardrental in Canggu, 2012

Und schwups war ich verliebt!

Die Locals lebten im Moment. Dieses Gefühl übertrug sich auf mich.

Die Touristen, die sich zu jener Zeit von Canggu angezogen fühlten, liebten dieses Leben und zeigten ihren Respekt.

Es war egal, welche Kleidung du getragen hast und welchen Roller du gefahren bist (wenn du überhaupt einen hattest).

Beim Essen hattest du die Auswahl zwischen Babi Guling, Nasi Goreng und Nasi Campur.

Ich verliebte mich in diesen Ort und die Menschen – und in einen Mann ganz besonders.

Sein Name war Putu.

Ich musste unbedingt zurückkommen.

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Autorin Emma mit ihrem balinesischen Freund Putu

Mein neues Zuhause

Zwei Jahre später eröffneten mein balinesischer Freund und ich ein Surf- und Yoga-Retreat in Canggu.

Wir haben es Pelan Pelan Bali genannt, was „langsam“ bedeutet. Wir haben diesen Namen gewählt, weil alles auf Bali ein wenig friedlicher und entspannter ist – zumindest entspannter als in der westlichen Welt. Ich liebe dieses Tempo einfach! Hier erfährst du mehr zu unseren Anfängen auf Bali.

Woran ich zu diesem Zeitpunkt niemals gedacht habe, ist, dass sich die kleine Touristenmenge in Canggu irgendwann mal in eine boomende Tourismuswelle verwandeln könnte.

Der Ort heute hat so gar nichts mehr mit dem Canggu, in welches ich mich verliebt habe, zu tun.

Natürlich ist die entspannte Atmosphäre immer noch da. Auch die Wellen laufen heute noch in Perfektion. Und die Sonnenuntergänge sind auch nicht weniger schön.

Aber die Gegend hat nun einen (kleinen) Schub mit westlichen Gedanken und Gewohnheiten bekommen.

Für uns war dies jedoch Grund genug, unser Retreat in ein anderes Dorf zu verlegen, welches heute mehr wie das Canggu von vor sechs Jahren aussieht.

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Emma mit Putu und ihrem Team in ihren neuen vier Wänden

Die Entwicklung von Canggu

Die Hauptstraße – und der Hauptort des Geschehenes von Canggu – hieß Jalan Batu Bolong.

Wo vor sechs Jahren die Kinder über die Straße zum Nachbarn rannten, um im Warung ein Nasi Goreng zu kaufen, ist die bekannte Straße nun mit Healthy-Food-Restaurants und unzähligen Bars zugepflastert.

Die meisten lokalen Restaurants sind verschwunden. Die Mietpreise der Geschäfte stiegen so stark, dass es für die Locals unmöglich wurde, ihre Geschäfte zu behalten.

Auf Bali werden Reisfelder von Generation zu Generation übertragen. Also besitzen die meisten Menschen in Canggu Land – oder sollte ich sagen, dass sie es besaßen?

Die Preise des Landes stiegen so stark an, dass es sehr attraktiv wurde, das eigene Reisfeld zu verkaufen – vor allem mit dem Wissen, dass die harte Arbeit auf den Reisfeldern eh viel zu wenig Geld einbringt.

Deshalb wurden Reisfelder immer häufiger an Investoren verkauft und später wiederum zu einem sehr hohen Preis an Ausländer weiterverkauft, die nun Restaurants für andere Ausländer bauten.

Das alles ist vollkommen legitim – aber für mich persönlich entwickelte sich Canggu nach und nach in einen Ort, der nichts mehr mit der Gegend zu tun hatte, in die ich mich so verliebt hatte.

Diese rasante Entwicklung spürt man in vielen Orten auf der Welt, wie z.B. in Marokko (Taghazout) oder Portugal (Sagres).

Wer „Schuld“ an dieser Entwicklung hat, ist eine andere Frage, und darum geht es auch nicht in diesem Artikel. Reiseblogger und soziale Medien tragen auf alle Fälle dazu bei, keine Frage!

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Die Strände von Canggu, 2004 – Foto: Frank Müller

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Reisfelder entlang der Jalan Batu Bolong, 2012

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Gleicher Ort, anderes Bild: Es mussten Parkplätze für die vielen Restaurants und Touristen her. Reisfelder gibt es immer weniger, Canggu, 2018

Beach Clubs vs. Gitarrenklänge

Die Orte am Strand, an denen man ein kühles Bier trinken konnte, während die Einheimischen ihre Gitarren spielten, wurden durch moderne Strandclubs ersetzt.

Es ist nicht mehr die Musik der Gitarren, die über den Klängen der Wellen erklingen, sondern die Beats des Basses aus den Lautsprechern der Beach Clubs.

Glücklicherweise finden wir nach dem Surfen in Canggu immer noch die versteckten Orte, wo es das Bier (zum halben Preis) zu kaufen gibt.

Du musst nur genau hinschauen 🙂

Es wäre natürlich schön, wenn man als Reisender die kleinen authentischen Läden am Strand unterstützt.

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Sunset am Batu Bolong Beach, 2012

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Entspannte Beach Shacks am Berawa Beach gibt es auch 2018 noch

Traveller vs. Hipster

Vor sechs Jahren zog Canggu Touristen an, die hauptsächlich reisten, um die Unterschiede zu ihrem eigenen Land und ihrer eigenen Kultur zu erfahren.

Sie kamen nach Canggu, um Menschen aus anderen Ländern zu begegnen, und um aus ihren Gedanken und Gewohnheiten zu lernen.

Heute ist ein großer Teil von Canggu stark von Expats, digitalen Nomaden und Hipstern geprägt.

Mittlerweile sind High Heels, Make-up und sexy Kleidung in Canggu eher der Standard – im Vergleich zur gemütlichen Aladinhose von 2012.

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Entspannte Stimmung in Batu Bolong, 2012 – Foto: Kim Faraway

Canggu entdecken

Busy Life in Canggu, 2018

Entspannter Surf vs. volle Line-ups

Ich habe meine ersten Surf-Erfahrungen in einem Surfcamp in Canggu gemacht. Damals war es eine der einzigen Surfschulen in Canggu.

Der Batu Bolong Beach war der perfekte Ort für fortgeschrittene Anfänger, die ihre Paddelfähigkeiten trainieren und die ersten grünen Wellen reiten wollen.

Leider sind die Canggu-Strände selber heute viel zu voll, um sicher zu paddeln (siehe Foto weiter oben).

Aber: Für die fortgeschrittenen Surfer gibt es noch den Echo Beach und den Berawa Beach – und etwas außerhalb von Canggu viele andere Möglichkeiten für Anfänger und Surfer aller Level.

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Autorin Emma beim Surfen in Canggu, 2012

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Canggu gehört mittlerweile zu den beliebtesten Orten zum Surfen lernen, Canggu, 2018

Canggu: Ein Instagram Hotspot

Titel wie

Visit the most instagrammable spots in Bali

tauchen gerne auf, wenn du nach Informationen für deinen geplanten Bali Urlaub suchst.

Wenn du deine Smoothie Bowl in einem der Canggu Cafés isst, zählt das nicht, wenn du keine Bilder davon auf deinem Instagram-Konto hochgeladen hast.

Was wichtig ist: Wir sollten uns hin und wieder auf den wahren Sinn des Reisens besinnen.

Was willst du von deiner Reise mit nach Hause nehmen – außer Fotos?

Was möchtest du lernen von der indonesischen Kultur? Was möchtest du über dich selber lernen?

Was kannst du dem Land, in dem du reist, zurückgeben?

Und die schönsten Momente auf Reisen kann man eh nicht festhalten.

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Locals genießen die Abendstimmung rund um den Batu Bolong Beach, 2012

Die Situation für die Einheimischen

Was soll man sagen; alles hat mehrere Gesichter oder Seiten.

Oder wie die Balinesen sagen würden: Es gibt immer Gut und Böse (Yin und Yang).

In diesem Fall ist der boomende Tourismus vor allem gut für die Wirtschaft in Canggu.

Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob es die Lebensfreude der Balinesen verbessert hat. Balinesen beschweren sich nicht schnell. Aber wenn wir mal etwas weiter fragen, sagen uns die Locals in Canggu, dass es immer voller und lauter wird. Es gibt immer Bauarbeiten und die Beats von den Strandpartys gehen bis zum Morgen weiter.

Jeden Tag finden sie auf der Straße einen abgestürzten Rollerfahrer – oftmals einen betrunkenen Partytourist – der dachte, es sei kein Problem auch noch nach ein paar Litern Alkohol zu fahren.

Viele Tempel werden in Geschäfte oder Restaurants verwandelt. Und Zeremonien werden inmitten von halbnackten Touristen am Strand abgehalten, die nicht auf die Idee kommen, kurz ein Sarong überzuziehen.

Und wenn die Locals ihre Reisfelder und ihr Land verkauft werden, wo werden sie dann arbeiten? Wie lange reicht das Geld des Verkaufs aus? Gibt es da noch ein Gleichgewicht?

Viele Fragen tauchen auf, wenn wir uns die aktuelle Situation in Canggu anschauen.

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Die Wiese am Batu Bolong Beach (2012) gibt es heute nicht mehr – Foto: Kim Faraway

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Entspannte Stimmung in Canggu, 2012

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Die Sand Bar am Batu Bolong Beach 2018: Wie gesund ist die rasante Entwicklung in Canggu?

Wie man mit den Änderungen umgeht

Wenn man Canggu aus den early days kennt, verfällt man schnell in das Denkmuster:

Früher war alles besser.

Und das ist gefährlich.

Denn das Orte sich entwickeln und verändern, das ist der Gang des Lebens.

Viele westliche Freunde von mir, die in den early days ein Business in Canggu gestartet haben, reden immer über das Gleiche: Es wird immer lauter, die Art der Touristen verändert sich, dort gibt es schon wieder ein neuen Beach Club u.s.w.

Unter den alten Hasen wird gejammert und man beschwert sich kontinuierlich über die rasante Entwicklung.

Wenn man mal die Facebookgruppe Lost Bali besucht, wird man das melancholische Gefühl schnell erfahren, welches einen überkommt, wenn man DAS Bali aus alten Tagen sieht.

DAS Bali gibt es noch – nur nicht mehr im Süden von Bali. Um DAS Bali zu erleben, muss man sich auf seinen Roller setzen und losfahren. Man muss Zeit mitbringen und Neugierde.

Jammern bringt nichts. Jammern verändert nichts.

Meiner Meinung nach ist die größte Sorge für diese wunderschöne Insel im Moment: der kontinuierliche Umzug des Tourismus an neue Orte.

Von Kuta nach Legian, nach Seminyak, nach Canggu.

Lasst uns anstelle zu jammern lieber unsere Energie auf die Umweltverschmutzung, die Überbeanspruchung von Plastik und das Verbessern des Lebens der Einheimischen selbst fokussieren.

Damit die Insel die wunderschöne Insel der Götter bleiben kann.

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Aber lasst uns anstelle zu jammern lieber unsere Energie auf die Umweltverschmutzung, und das Verbessern des Lebens der Einheimischen fokussieren.

Wie ich mit den Änderungen umgegangen bin

Wir sind umgezogen. Wir haben unser Retreat ein paar Dörfer weiter verlegt.

Da unser neues Retreat außerhalb des überfüllten Canggu liegt, haben wir und unsere Gäste das Beste aus beiden Welten: Leckere Restaurants und gemütliche Bars in ein paar Minuten Entfernung und das echte balinesische Leben in unseren vier Wänden.

Da mein Freund, sowie die meisten aus unserer Pelan Pelan Familie, Balinesen sind, führen wir alle balinesischen Traditionen, Zeremonien und balinesischen Opfergaben im Retreat durch.

Alle Mitarbeiter unseres Retreats sind balinesisch oder aus Java (Indonesien).

Wir versuchen, in Harmonie mit Natur und Kultur zu leben – etwas, was du fühlst und etwas, das hoffentlich so bleiben kann.

Was denkst du über die Entwicklung von Orten wie Canggu? Ich freu mich über deine Kommentare unter diesem Artikel!

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Autorin Emma am Strand von Canggu

Text und Fotos: Emma von Pelan Pelan Bali

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8 Kommentare

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8 Kommentare

Simone 17. Juli 2019 - 1:56

Das ist leider auch in Sri Lanka der Fall. 2013 gab es in Ahangama gerade mal zwei „Surfhostels“ und in Arugam Bay war so gut wie gar keine Unterkunftsmöglichkeit vorhanden. in den Zügen waren vielleicht mal eine Handvoll von Ausländern zu finden. Bei meinem Besuch 2017 war von der Idylle nur noch wenig zu spüren, die Küsten zugebaut, Surfcamp neben Surfcamp. Ich freue mich für die Einheimischen mit Tourismus ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ich finde es nur schade, dass es oft finanziell starke Expats sind, die Unterkünfte, Bars, Restaurants und Clubs leiten.

Antworte Simone
Ahnma 9. Juli 2019 - 10:55

Schade, dass du keine *exakten* Vorher-Nachher-Bilder gemacht hast (also selber Ort, selbe Perspektive etc.), dass man den Effekt noch plakativer sieht. Aber es kommt ja so auch ganz gut durch, was du zeigen wolltest. Schon krass, wie sich der Ort verändert hat. Das Bild von der Sand Bar hätte ja auch auf Mallorca sein können; auf jeden Fall kein gechillter Beach Vibe mehr.

Antworte Ahnma
Tanja 30. Januar 2019 - 22:18

Dieser Artikel ist Gold wert! Canggu ist ein wirklich gutes Beispiel, Ubud, und überhaupt etliche Ecken von Bali. Aber mir fallen da weltweit einige Orte ein, in Südafrika (das ist mal eine Tourismusexplosion), Mexiko, Kroatien, usw. Besonders schlimm ist die diese Gleichmacherei. Wenn die Hipster und Nomads Individualität beschwören und dann gleich aussehen und die Cafes, Restaurants, Geschäfte in jedem Ort mit ehemals Hippie-Spirit auf der ganzen Welt stehen könnten. Und genau diese – oftmals Insta-Perfektionisten – mokieren sich dann über Starbucks und Co.
Zum Glück gibt es diese versteckten Kleinode immer noch, über die man stolpert oder via Mundproganda erfährt. Hoffentlich bleiben sie uns noch lange erhalten…

Antworte Tanja
Werner 30. Januar 2019 - 9:22

Ja, ich lebe seit 2005 hier in der Jl. Pantai Brawa. Die ersten Jahre morgens und Abends mit den Hunden am Beach – da hast du nach 1 Monat jeden gekannt, weil es immer diesselben Spaziergänger waren. Alles sehr übersichtlich. Und heute?
2005 gab es von meinem Haus bis zum Brawa Beach (2,5 km) gerade mal 1 Warung (Ons Warong) Heute sind es ca 80 Warungs, Restos, Bars und Coffee Shops auf diesen 2,5 km.
Früher gab es 1 Klamottenladen in Tegal Gundul an der Jl. Pantai Brawa. Heute sind es um die 70.
Und (fast) wöchentlich kommen Neue hinzu : Restos und Mode Shops.
Grünland und Reisfelder. Waren früher auf dem Weg zum Beach an der Jl. Pantai Brawa noch zu 70% die Reisfelder links und rechts, so sind es heute vielleicht noch 3%. Und Baustellen ohne Ende.
Will damit nicht sagen, dass früher ALLES schöner war. Aber die Entwicklung hier in dieser relativ kurzen Zeit ist schon schwer zu verarbeiten. Und ob die Balinesen davon profitieren? Schwierig zu beurteilen für mich. Aber ich hab das selbst in der Nachbarschaft erlebt: ein Farmer hat sein Reisfeld verkauft. Innerhalb kürzester Zeit ist das Grundstück 3x weiterverkauft worden und der Preis hatte sich mehr als verdoppelt. Wer hatte davon profitiert? Bestimmt nicht der Reisbauer, der ursprüngliche Besitzer. Money matters – wie überall auf der Welt.
Äls wir 2005 unseren Bekannten in Kuta und Legian erzählten, dass wir nach Canggu ziehen werden, waren sie alle überrascht : Was wollt ihr denn im Dschungel, im Outback? Das waren ihre Reaktionen.
Vielleicht sollten wir jetzt nach Seminyak ziehen und die Ruhe geniesen?

Antworte Werner
Anonymous 2. Juli 2019 - 5:49

All diese Reiseblogs tun doch genau das

Antworte Anonymous
Thomas 29. Januar 2019 - 6:50

2009 und 2010 habe ich auf Gili Air gelebt, vor knapp 2 Monaten nach 5 Jahren wieder mal dort gewesen. Die einsame und verschlafene Insel ist weg, statt dessen ein Heer an Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten. Für die Inselbewohner alles unbezahlbar geworden, Fahrten mit dem Cidomo (Pferdekutsche, da keine Autos oder Mopeds auf den Inseln) unerschwinglich teuer. Massentourismus pur. Und von Bali will ich mal gar nicht reden. Leider, leider war das mein letzter Besuch dort.

Antworte Thomas
Hella Binder 28. Januar 2019 - 14:41

2006 bin ich nachmittags zum Sunset oft am Echo Beach gesessen. 3 kleine Warungs und die große Echo Beach Strandbar mit abendlichem BBQ. Ruhig, entspannt.
2010 mal einen Nachmittag dort verbracht, hatte sich nicht viel geändert.
2015 wollte ich Freunde dort besuchen. Am Echo Beach habe ich sie vor lauter Touristen nicht gefunden. Es war laut, trubelig, voll mit beautiful people. Neue Boutiquen, schicke Restaurants – nichts für mich.
Fazit: zum Motorbike und in mein ruhiges Padangbai zurück.

Antworte Hella
Julia 28. Januar 2019 - 12:09

Das ist so schade, dass Bali immer mehr überrannt wird. Genauso wie Lembongan und die Gilis. Ich war das erste Mal 1997 mit meiner Mutter auf Bali. Da gab es noch nichtmals Liegen an den Stränden, geschweigedenn so unendlich viele große Resorts. 2013,2015 und 2017 war ich wieder dort. Es ist einfach traurig, was sich dort alles – meiner Meinung nach zum Negativen – entwickelt. Für mich ist das krasseste Beispiel Gili Meno. 2013 gab es am Meer ein paar Bungalows, bei Booking.com konntest du eine Handvoll Unterkünfte buchen. Den Rest nur vor Ort oder per E-Mail.
Man hatte damals nur in dem teuren Mahamaya-Resort Internet, ansonsten war man abgeschottet.
Durch das Inselinnere konnte man auf schmalen Sandwegen durch den Dschungel gehen, überall hingen dicke fette Spinnen zu tausenden in den Bäumen. Und jetzt? Überall gepflasterte Wege, im Inselinneren reiht sich eine Unterkunft an die nächste. Überall hat man Internet. Von der schönen Natur ist nicht mehr viel übrig….ein weiteres Stück Paradies wurde zerstört!
Ich liebe Bali und Lombok sehr. Aber ich muss zugeben, dass ich vor jedem weiteren Urlaub immer mehr Bedenken bekomme…Wer weiß, wie es dort das nächste Mal aussieht?

Antworte Julia

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