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Anak Krakatau verursacht Tsunami: Das ist passiert und so kannst du helfen

von Melissa Schumacher

Nach dem Vulkanausbruch des Anak Krakatau wurde am 22. Dezember 2018 um 21.03 Uhr Ortszeit (15.03 Uhr Mitteleuropäische Zeit) eine Flutwelle ausgelöst, die 24 Minuten später auf die Küste zwischen Java und Sumatra traf.

Es gab über 7000 Verletzte, mindestens 430 Menschen starben. Mehr als 150 werden noch vermisst.

Erfahre in diesem Beitrag was passiert ist und wie du helfen kannst.

Was ist passiert?

Als Ursache für den Tsunami in Indonesien am 22. Dezember 2018 wird der Vulkan Anak Krakatau (übersetzt: Kind des Krakatau) angenommen, der noch immer aktiv ist.

Der Vulkan war bereits zuvor einige Male ausgebrochen. Die Erschütterung im Dezember war mit einem Erdbeben der Stärke 3,4 gleichzusetzen.

Der Ausbruch führte in der Folge zu einem Kollaps des Kraters. Dabei wurde Vulkanmasse freigesetzt, die sodann als Gestein, Lava und Geröll ins Meer rutschte und dadurch den Tsunami an Land verursachte. Der Vulkan büßte durch den Ausbruch einen großen Teil seiner Höhe ein.

Die Flutwelle kann außerdem durch den Vollmond verstärkt worden sein, teilten die indonesischen Behörden mit.

Folgende Videos veranschaulichen die Katastrophe vom 22. Dezember 2018 .

Die Wasserflut, die etwa vier Meter hoch war, traf insbesondere auf die Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java, die auch Sundastraße genannt wird.

Am stärksten betroffen sind die Regionen Pandeglang und Serang auf Java sowie Süd-Lampung, Tanggamus und Pesawaran auf Sumatra.

Die Gegend ist bei lokalen Urlaubern sehr beliebt. Bei den meisten Opfern handelt es sich demnach um indonesische Urlauber.

Wegen des verlängerten Wochenendes waren viele Einheimische an die beliebten Strände gekommen, wo die Naturkatastrophe stattfand. Ausländische Touristen sollen nicht unter den Opfern gewesen sein.

Die Bilder vom Ort der Naturkatastrophe sind verheerend. Auf Videoaufnahmen sind die Flutwellen, die sich auf die Küste stürzen, zu sehen, sowie vom Wasser überflutete Straßen und demolierte Fahrzeuge.

Mehr als 40.000 Menschen haben durch die Naturkatastrophe ihr Zuhause verloren.

Es gibt auch zahlreiche Opfer aus dem Tierreich, u.a. ist von vielen betroffenen Riesenschildkröten die Rede. Wenn du auf Youtube „Tsunami Anak Krakatau“ eingibst, wirst du viele News Berichte der verschiedenen Nachrichtensender vorfinden.

Die Geschichte des Anak Krakatau 

Der Vulkan Anak Krakatau hat eine sehr lange Geschichte. Der Vulkan war schon im Jahr 1883 mit schlimmen Folgen ausgebrochen.

Zu jener Zeit ist Meerwasser in den Vulkanschlund eingebrochen, wodurch eine gewaltige Explosion stattfand, die zu einer Wetteranomalie führte.

Das Klima soll sich durch den Ausbruch von 1883 abgekühlt haben. Circa 36.000 Menschen waren seinerzeit gestorben. Die Inseln rund um den heutigen Anak Krakatau sind die Kraterreste der damaligen Explosion.

Wenn du auf Youtube „Anak Krakatau 1883“ eingibst, wirst du unzählige Dokumentationen dazu finden.

Gab es eine Tsunamiwarnung?

Eine Warnung vor dem Tsunami in Indonesien im Dezember 2018 hatte es für die Inseln nicht gegeben. Dies liegt vor allem daran, dass der Tsunami durch einen Vulkanausbruch – und nicht durch ein Erdbeben – ausgelöst wurde.

LesetippErdbeben Indonesien: Fast Facts über Tsunamis, Erdbeben und Seebeben​

Anak-Krakatau

Infografik der Katastrophe vom 22.12.2018 in Indonesien (Quelle: indojunkie.com)

So kannst du helfen

Die Warnstufe für den Anak Krakatau wurde auf die zweithöchste Stufe gesetzt. Die Menschen in den betroffenen Gebieten haben derzeit Sorge vor einem weiteren Vulkanausbruch, was einen erneuten Tsunami auslösen könnte.

Dabei sind die Bergungsarbeiten, die sich wegen des Monsuns schwierig gestalten, noch nicht einmal abgeschlossen. Viele Opfer suchen noch nach überlebenden Familienangehörigen oder dem Rest ihres Hab und Guts.

Im Futsal-Stadion in der Nähe von Labuan ist als erste Hilfe ein Notaufnahmelager für Betroffene, die ihr Zuhause verloren haben, entstanden. Hier wird Essen gekocht und versucht, die Kinder von dem Erlebten abzulenken.

Viele internationale Organisationen haben zu Spenden für die Opfer des Tsunami aufgerufen. Möglich ist eine Spende zum Beispiel über die aktion-deutschland-hilft.de und ärzte-ohne-grenzen.de. Das Team von Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische Hilfe in zwei Gesundheitszentren im Zentrum der Katastrophe und mit mobilen Kliniken in den entlegeneren Gebieten.

Auch die Katastrophenhilfe der Diakonie leitet Spenden, die unter dem Stichwort Indonesien eingehen, weiter.

Die Betreiber der Webseite volcanodiscovery.com sammeln Spenden über ihr PayPal-Konto und leiten dieses Geld direkt an einen lokalen Expeditionsleiter Andi vor Ort weiter, der das Geld an die Bedürftigen über seine Organisation verteilt.

Andrea hat eine Spendenaktion speziell für die Menschen auf der Insel Sebesi in der Sundastrasse ins Leben gerufen. Dort gibt es viele zerstörte Häuser und Opfer der Naturkatastrophe. Über die Webseite helpsebesi.org kannst du sie unterstützen.

CARE ist seit 1967 in Indonesien tätig. Nach den Naturkatastrophen im Jahre 2018 in Indonesien hat die CARE-Hilfe 9.000 Familien mit Unterkunfts- und Reparaturmaterialien, Hygiene-Paketen mit Wasseraufbereitungstabletten und Seife und anderen Hilfsgütern in den betroffenen Gebieten erreicht. Auch auf Java und Sumatra werden nach dem Ausbruch des Anak Krakatau CARE-Pakete verteilt. Am Dringendsten benötigen die Überlebenden weiterhin sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen.

„Wir haben ein Büro und unterstützen bereits seit einiger Zeit Schulen in der Region Serang Regency mit Wasser- und Sanitärprojekten. Dort traf der Tsunami die Menschen am schlimmsten“ – Helen Vanwel, CARE-Länderdirektorin Indonesien.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen

Spenden-Stichwort: Indonesien
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
Webseite: Online Spenden

Ärzte ohne Grenzen e.V.

Spenden-Stichwort: Tsunami Indonesien
Spendenkonto: IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00
Webseite: Online Spenden

Katastrophenhilfe der Diakonie

Spenden-Stichwort: Tsunami Indonesien
Spendenkonto: IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
Webseite: Online Spenden

Volcano Discovery GmbH

Spenden-Stichwort: Donations for Tsunami Victims Java West Coast (Krakatoa tsunami 22 Dec 2018)
Webseite: Online Spenden

Help Sebesi

Spenden-Stichwort: Spenden für die Insel Sebesi
Webseite: Online Spenden

CARE-Pakete für Indonesien

Spenden-Stichwort: CARE-Pakete für Indonesien: Nothilfe nach Erdbeben und Tsunami
Webseite: Online Spenden

Reihe an Naturkatastrophen in Indonesien

Die indonesischen Inseln sind im Dezember nicht das erste Mal von einem Tsunami erschüttert worden.

Indonesien zählt mit seinen vielen aktiven Vulkanen und der Lage am „Pazifischen Feuerring“ zu den besonders gefährdeten Regionen. Meist kommt es durch unter dem Meeresboden entstehende Erdbeben zu Tsunamis.

Zuletzt war es Ende September 2018 auf der Insel Sulawesi zu einem schweren Beben mit einem Tsunami in der Folge gekommen, bei dem mehr als 2.000 Menschen ums Leben gekommen und Tausende verletzt wurden. Über 200.000 Bewohner hatten ihr Dach über dem Kopf verloren, da sich der Erdboden durch den Prozess der Bodenverflüssigung auflöste und Straßen und ganze Dörfer mit sich riss. Der Sachschaden bezifferte sich auf Milliarden. In Palu und Umgebung wird auch heute noch Hilfe benötigt. Wie du helfen kannst, erfährst du hier.

Auch die Situation in Lombok ist durch die Reihe an Erdbeben im August 2018 nach wie vor kritisch. Es wird weiterhin Hilfe benötigt. Wie du helfen kannst, haben wir dir hier zusammengefasst.

Jede Unterstützung hilft. Aufgrund der vielen Naturkatastrophen in so kurzer Zeit hintereinander bekommen meist nur die Regionen Unterstützung, die aktuell in den Medien behandelt werden. Nach dem Medientrubel lässt auch meist die Hilfe von Außen nach. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht Palu und Lombok vergessen.

Wir hoffen, dass 2019 ein einfacheres Jahr für Indonesien wird.

Let's pray for Indonesia

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3 Kommentare

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3 Kommentare

Christina 2. Januar 2019 - 21:44

Hallo!

Vielen Dank für die wichtigen Hinweise wie man am besten helfen kann..
Wie schätzt ihr die Lage ein, im März habe ich vorgehabt Bali zu besuchen. Ich möchte nicht aus nicht angebrachter Angst fern bleiben da ich auch weiß dass die Menschen vom Tourismus leben. Ich erwarte natürlich keine Vorhersage bezüglich einer Naturkatastrophe, was mich interessiert ob man die Folgen der Katastrophe auf Bali merkt? Oder ob der Urlaub unangemessen ist?

Liebe Grüße und weiter so mit dem tollen Blog
Christina

Antworte Christina
Melissa 3. Januar 2019 - 22:09

Auf Bali merkt man die Katastrophe nicht. Hier geht das Leben ganz normal weiter 🙂

Antworte Melissa
Andrea Ercolani 2. Januar 2019 - 8:57

Hallo zusammen… ich veranstalte Reisen in Indonesien und bin deshalb sehr mit den Menschen der Insel Sebesi in der Sundastrasse verbunden.Sie wurden vom Tsunami hart getroffen. Um ihnen unkomplizierte und direkte Hilfe zukommen zu lassen, habe ich einen Spendenaufruf ins leben gerufen. Mit weiteren Infos zu Sebesi, den Schäden und den Projekten. http://helpsebesi.org

Antworte Andrea

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