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Mit dem Liveaboard durch Raja Ampat: Ein Traum unter und über Wasser!

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Tanja Bartsch von lifeisbetterwithabackpack.com

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Mit dem Liveaboard durch Raja Ampat: Ein Traum unter und über Wasser!

Auf einem Schiff in Raja Ampat leben. Wie oft habe ich davon geträumt. Und auf einmal sitze ich auf einer kleinen Insel in Indonesien und buche den Flug nach Sorong.

Ankunft in Sorong 

Sorong – bisher kannte ich nur Sarong (den balinesischen Rock) – ist eine Küstenstadt in Papua Barat und das Tor zum „letzten Paradies“: Raja Ampat.

Schon die Ankunft in Sorong ist spannend – im Flieger mit 52 Reihen sind wir 5 Gäste. Endlich Beinfreiheit!

Die Gepäckausgabe gestaltet sich schnell: Es gibt nur vier Gepäckstücke, eins davon ist mein Backpack.

Auch wird schnell klar, soviel Touristen gibt es hier nicht. Von uns werden unauffällig Fotos gemacht und die Taxifahrer prügeln sich fast um uns. Wir machen einen guten Deal, 50.000 IDR zu unserem Homestay.

Dort angekommen finden wir ein sauberes Zimmer mit Squattoilette und Hello-Kitty-Tapete an der Wand, aber noch viel wichtiger: eine super herzliche Gastfamilie.

Mit Englisch kommen wir nicht weit, aber zum Glück gibt es ja Google Translate. So erklären wir den Kids des Dorfes die Regeln für UNO und nach zwei Runden Probespielen werden mir schon fleißig +4 Karten auferlegt.

Wir spielen den ganzen Abend. Am nächsten Morgen wache ich auf und es warten schon die ersten Kinder im Vorgarten und singen „Uno, Uno, Uno“.

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Herzliche Begrüßung in Sorong – dem Tor zum „letzten Paradies“: Raja Ampat

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Uno spielen mit den Kids aus Sorong

Auch ohne UNO sind wir eine Attraktion: in Sorong selbst können wir kaum einen Meter laufen, ohne dass man uns anhält und man Fotos mit uns machen möchte.

Roller fahren minutenlang im 5km-Takt neben uns, um uns genauer ansehen zu können, Autos stoppen extra, um ein Selfie zu erhaschen. Es ist ungewohnt, aber fühlt sich nicht komisch an. Nach 2 Tagen und 84 Selfies auf meinem eigenen Telefon werden wir von unseren Guides abgeholt.

Nachdem wir uns vorgestellt haben, wird uns das Boot, die Crew und der Plan erklärt: kleines Frühstück, Tauchen, großes Frühstück, tauchen, Mittagessen, tauchen, Snacks, tauchen, Abendessen, schlafen.

Das klingt nach einem Haufen Essen, aber ich merke später, dass ich zu jeder Mahlzeit hungrig bin, denn Tauchen verbrennt im Durchschnitt 400 kcal!

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Abenteuer Liveaboard – Autorin Tanja auf dem Weg einen Traum zu erfüllen

Ab aufs Deck: Auf dem Liveaboard durch Raja Ampat

Auch das Boot an sich ist beachtlich, nach meinen letzten vier Monaten backpacken könnte der Wandel wohl kaum luxuriöser sein.

Auf dem 32 Meter langen Holzschiff hat man alles was man braucht: eine gemütliche Chillout-Ecke mit Beanbags, ein großes Wohnzimmer/Speisesaal, große Zimmer mit bequemen Betten und ein Oberdeck zum Sterne beobachten.

Wir segeln direkt mittags los zu unserem ersten Ziel: Matan Island. Es wird klar, je weiter wir uns von Sorong entfernen, desto weniger Schiffe begleiten uns. Das Hafenfeeling wandelt sich zu purer Vorfreude, das Wasser wird immer klarer und der Handyempfang weniger.

Nachmittags haben wir den ersten Tauchgang und ich bin überwältigt: die Farben und Intaktheit der Korallen, die Artenvielfalt und Menge der unterschiedlichsten Meeresbewohner – so etwas hatte ich vorher noch nie gesehen.

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Spaß unter Wasser mit Tanjas Dive Crew in Raja Ampat

Mini-Seepferdchen und Mantaschwärme unter Wasser in Raja Ampat

Unsere Diveguides sind professionell und zeigen uns die kleinsten Meeresbewohner – das Pygmy Seahorse gehört hier zu jedem Tauchgang wie die Schildkröte auf den Gili Inseln.

Nach dem Tauchgang werden wir von der Bootscrew empfangen: mit kuschlig-warmen Handtüchern und frischgepresstem Orangensaft. Das fühlt sich an wie der Himmel nach den letzten Hostelmonaten!

Am nächsten Tag sind wir bei Jerief Island und können schon vom Boot aus riesige Mantaschwärme sehen.

Voller Aufregung gehts in kühle Nass und der Tauchgang wird einer der besten, die ich je hatte. Fünf Riesenmantas ziehen ihre Kreise um eine der Cleaningstations, zwischen 4 und 5 Metern schätze ich die Spannweite.

Tipp: Schau dir unbedingt die Arbeit von der Marine Megafaune Foundation an – und unterstütze sie!

Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich neben den weißbäuchigen Mantas auch die mit schwarzem Bauch und kann mich nicht entscheiden, welcher der schönere ist.

Die Mantas bleiben mit uns für den gesamten Tauchgang und ohne den Hinweis unserer Guides vergessen wir vor lauter Staunen fast unsere Restluft zu überprüfen.

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Elegante Mantarochen in Raja Ampat

Manta-T-Shirts: Wir sind solche Manta Fans, dass wir unsere eigenen Manta T-Shirts und Hoodies designed haben. Schau doch mal in unserem Spreadshirt Shop vorbei.

Nachttauchgänge und spektakuläre Aussichten in Raja Ampat

Auch von den Nachttauchgängen werden wir nicht enttäuscht, wir verbringen unsere Zeit mit Krokodilfischen, Baramundis, Bobtail Tintenfischen und den unterschiedlichsten Nudibranches.

Nach dem Auftauchen bleiben wir noch eine Zeit lang im Wasser treiben: der Ausblick auf den Sternenhimmel ist gigantisch. Wir sind weit entfernt von jeglicher künstlichen Lichtquelle (das Notlicht auf dem Schiff ausgenommen) und ich habe noch nie so viele Sterne gesehen. Auch die Milchstraße ist als dicker, weißer Streifen klar zu sehen.

Kennt ihr die Momente, in denen man manchmal vergisst zu atmen, weil man so beeindruckt ist? Das war definitiv so einer.

Unsere Tour bringt uns über Jerief Island weiter nach Pianemo, die Insel mit einem der weltbesten Viewpoints überhaupt.

Hat man früher hier noch einen abenteuerlichen Aufstieg hinter sich bringen müssen, ist der Weg zum Viewpoint nun mit soliden Treppen wesentlich einfacher.

Oben angekommen sind wir mal wieder überwältigt – es ist live noch schöner, als Bilder es jemals einfangen könnten. Wir haben Glück und ein Regenbogen vollendet die schönste Aussicht, die ich bisher erleben durfte.

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Autorin Tanja am Pianemo Viewpoint in Raja Ampat

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Blick von dem Pianemo Viewpoint in Raja Ampat

Spontanes Treffen mit Raja Ampats Hai-Crew

Danach fahren wir mit dem Beiboot durch das Inselarchipel und springen in das türkise Wasser. Die ganze Bootscrew ist mit dabei und jeder hat super viel Spaß.

Zurück am Schiff ist eigentlich eine kleine Auszeit geplant und ich mache es mir in den Sitzsäcken im ersten Stock bequem, als ich etwas merkwürdiges im Wasser sehe.

Ich stehe auf und mein Herz schlägt höher: Acht Weiß- und Schwarzspitzenriffhaie schwimmen um unser Boot! Innerhalb von Sekunden wird die Auszeit gecancelt und Maske und Schnorchel übergezogen – ab ins Wasser mit uns.

Die nächste halbe Stunde ist einfach nur magisch. Wir versuchen, so wenig wie möglich zu paddeln und die Haie bleiben bei uns. Wir werden umrundet und begutachtet und dürfen die elegantesten Wesen der Unterwasserwelt bestaunen.

Ich weiß gar nicht, wie ich meine ganzen Eindrücke sortieren soll und bin mir sicher, dass der Trip nicht noch besser werden kann.

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Die wunderschöne Unterwasserwelt von Raja Ampat

Es geht hoch hinaus zum Wayag Viewpoint

Doch der nächste Tag schafft es. Es geht zum Viewpoint in Wayag und ich komme locker flockig mit meinen Flipflops ins Beiboot.

Die Crew sagt mir, ich solle richtige Schuhe anziehen und ich finde ihre Vorsicht etwas übertrieben, war der Aufstieg gestern doch ein Kinderspiel. Aber gut. Mit den Sneakern im Gepäck umfahren wir die Inseln um Wayag und halten vor einem Fels.

„Wir sind da“ heißt es, und ich frage mich, wo genau dieser Aufstieg sein soll.

Mit genauerem Blick auf den Felsen erkenne ich: da hängt eine kleine Leiter! Mein Blick wandert nach oben und plötzlich macht die Empfehlung der Crew Sinn.

Das ist kein Trekking, das ist Klettern!

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Abenteuerlicher Aufstieg zum Wayag Viewpoint in Raja Ampat

Es ist anstrengend und es ist heiß. Bis wir oben ankommen vergehen gut 30 Minuten und mein Shirt ist vollgeschwitzt. Auch der ein oder andere deutsche Gedanke ala „Was, wenn du einmal falsch greifst und fällst“ kommt des Öfteren auf.

Zuhause wäre so ein Aufstieg nie erlaubt. Aber jeder Zweifel wird bei der Ankunft sofort weggewaschen und mir wird klar, warum man Raja Ampat das letzte Paradies nennt.

Auf der einen Seite das traumhafteste Inselpanorama, auf der anderen Seite das Inselarchipel um Wayag. Ich könnte für immer hier bleiben.

Übrigens, für die weniger abenteuerlustigen ist auch für Programm gesorgt, ein paar der Gäste umfahren alle Wayag-Inseln mit dem Beiboot anstatt den steilen Aufstieg zu wagen.

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Autorin Tanja mit Blick vom Wayag Viewpoint inmitten von Raja Ampat

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Die Umgebung rund um den Wayag Viewpoint in Raja Ampat ist einfach atemraubend schön!

Alltag auf dem Livababoard in Raja Ampat

Zurück an Boot haben wir uns das Essen redlich verdient. Kulinarisch werden wir hier übrigens bestens verköstigt: verschiedenste Currys, Lasagne, Local Food und Desserts wie Drachenfruchtpanacotta.

Chefkoch Ally macht klar, dass jeder von uns leckeres Essen erhält – und das ist bei einer Kombination aus Europäern, Amerikanern und Asiaten gar nicht so einfach.

Die beiden letzten Tage verbringen wir in Mioskon und auf der Dampier Strait mit dem Fokus auf dem Heimweg.

Unsere Tage sind gefüllt mit Tauchgängen voller Wobbegong-Haie, Mantis Shrimps, dem ein oder anderen Manta und einer einzigartigen Korallenwelt.

Am Abend sitzen wir alle zusammen und die Jungs von der Crew spielen Gitarre und singen den „Mola Mola Song“.

Nicht viel später verstehe ich zwar immer noch nicht, worum es dabei eigentlich geht, singe den Chorus aber glücklich und einwandfrei mit.

Bei einem Bintang auf dem Oberdeck betrachten wir die Sterne und philosophieren über diese einmalige Reise.

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Autorin Tanja mit der Raja Ampat Liveaboard Crew

Und auf einmal ist er da, der letzte Tag!

Ich könnte für immer bleiben und trotzdem habe ich das Gefühl, dass es ok ist. Man soll doch immer gehen, wenn es am schönsten ist, oder?

Ich werde melancholisch, wir sitzen alle gemeinsam am Bug des Schiffes, die Beine pendeln Richtung Ozean während das Schiff den Heimweg antritt.

Während die Sonne untergeht und der Horizont in alle denkbaren Farben gefärbt wird, sehen wir etwas im Wasser auftauchen: ein riesiger weißer Manta kommt direkt neben unserem fahrenden Boot zur Oberfläche, so als wollte er sich noch von uns verabschieden.

Wir sind alle für einen Moment sprachlos – und flippen dann vollkommen aus. Den ganzen Abend wird auf dem Bug Gitarre gespielt, getanzt und gesungen.

Schöner hätte es nicht enden können.

Unser Anbieter: Das Mola Mola Liveaboard ist ein ein 32 Meter langes traditionelles Pinisi-Holzboot, das erst 2018 fertiggestellt wurde. Die Crew bietet Trips von Komodo über Cenrawasih Bay bis hin zu Raja Ampat an. Für 3 bis 4 Tauchgänge pro Tag, komfortable Zimmer mit AC und heißer Dusche, viele bequeme Ecken zum Entspannen und hervorragendes Essen wird von der liebenswerten Crew gesorgt.

Text und Fotos: Tanja Bartsch von lifeisbetterwithabackpack.com

Über die Autorin: Tanja hat sich ihren größten Traum erfüllt: Job gekündigt und mit dem One-Way-Ticket nach Indonesien. Eigentlich ist die abenteuerlustige Münchnerin Physiotherapeutin, kann sich aber aktuell nicht vorstellen, zu ihrem normalen Job zurückzukehren. Ihre persönlichen Stories und Reiseberichte findest du auf Instagram (Lifeisbetterwithabackpack) oder unter lifeisbetterwithabackpack.com.

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4 Kommentare

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4 Kommentare

Antje 6. Juni 2019 - 20:58

Hallo Tanja,

mich würde interessieren wie Du Budget technisch unterwegs warst. Welche Kosten sind angefallen? Kannst Du dazu einen Artikel machen?
Und wie bzw. konntest Du das so buchen? Hast Du Tipps?

Lieben Dank

Antworte Antje
Tanja / Lifeisbetterwithabackpack 8. Juni 2019 - 3:26

Liebe Antje, du findest Liveaboards in Raja Ampat zwischen 1000-3000€/Woche, je nachdem Wiebken Wert du auf Luxus wie Einzelzimmer, etc legst. Da es aber auch 20-25 Tauchgänge sind, du Vollverpflegung und Unterkunft hast, ist der Preis durchaus fair. Auch wenn es erstmal viel erscheint. Den Trip selbst habe ich bei molaliveaboard.com gebucht. Vorher hatte ich mir verschieden Boote online angesehen und dieses hat mich am meisten überzeugt. Sonst gab es nur noch den Flug und die Unterkunft zu buchen, dies habe ich über Skyscanner und Booking getan. Die Crew hat uns super easy von Homestay abgeholt und danach zum Flughafen gefahren. Wenn du noch Fragen hast, daher Bescheid! Liebe Grüße, Tanja

Antworte Tanja
Gerda Denk 6. Juni 2019 - 12:27

Hallo Tanja !
Klasse Artikel Rajah Ampat ist schon lange ein Traum von mir.
Von wo aus bis du nach Sorong geflogen ?
Liebe Grüße

Antworte Gerda
Tanja / Lifeisbetterwithabackpack 8. Juni 2019 - 3:28

Liebe Gerda, vielen lieben Dank! Du solltest das unbedingt machen. Vorallem wer weiß, wie lange Raja noch so unberührt ist! Ich bin mit Garuda von Denpasar (Bali) über Makassar nach Sorong geflogen. Es gibt aber auch die Variante mit Stopover in Jakarta. Liebe Grüße, Tanja

Antworte Tanja

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