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Labengki und die Riesenmuscheln: Wird das Paradies überleben?

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Collin Key

Das Paradies von Labengki und Sambori

Man kann sich die Natur kaum schöner vorstellen als rund um die Inseln Labengki und Sambori im Osten Sulawesis: Atemberaubende Karst-Formationen, unberührte Regenwälder, versteckte Lagunen mit smaragdgrünem Wasser, Korallenriffe, auf deren Grund riesige, bis zu 400kg schwere Muscheln das Wasser filtern.

Sogar ein fast unbekanntes „Blaues Loch“ wartet hier noch auf seine Entdeckung.

Pulau Sambori Sulawesi

Willkommen im Paradies!

Die Schattenseiten vom Paradies

Doch auch dieses Paradies hat seine Schattenseite, menschliche Eingriffe nämlich, die dieses Wunder der Natur zu zerstören drohen.

Jahrelanges Dynamit-Fischen hat große Teile des Riffs zerstört, die meisten großen Fische haben sich ins tiefe Wasser zurückgezogen.

Gewaltige Nickelminen fressen sich in den Dschungel Sulawesis. Der Schlamm, den sie ins Meer leiten, erwärmt das Wasser und fördert die Vermehrung eines stacheligen Seesterns, dem sogenannten Dornenkronenseestern, der die verbliebenen Korallen verschlingt.

Ein Mann kämpft mit seinem kleinen Team um das Überleben dieses einzigartigen Stücks Natur. Sein Name ist Habib Nadjar Buduha. Er hat das “Toli-Toli Giant Clam Conservation Project” gegründet, eine NGO mit dem Ziel, das gesamte Gebiet um Labengki und Sambori in ein geschütztes Reservat zu verwandeln –  unabhängig von den Entscheidungen der Regierung.

Blue Lagoon Pulau Labengki

Die „Blaue Lagune“ auf Pulau Labengki

Im Kampf für das Überleben eines Paradieses

Wir treffen ihn am Tag vor unserem Aufbruch nach Labengki in seinem Hauptquartier.

Ich hatte zwar kein imposantes Gebäude erwartet, aber die schlichte Holzhütte, vor der uns das Taxi nach einer Stunde Fahrt vom Flughafen Kendari ablädt, verblüfft mich doch.

Habib lebt hier in diesem einfachen Fischerhaus allein mit seiner Mutter, einer uralten aber rüstigen und stets zu Scherzen aufgelegten Frau. Die beiden bitten uns zu einer Tasse Tee auf die Veranda. Habib bleibt einfach an seinem Schreibtisch sitzen – ein kleiner, braungebrannter sehniger Mann hinter einem abgewetzten Holztisch, auf dem eine Schachtel Zigaretten, ein Stapel Papiere und ein altes Handy liegen.

Dies soll die Keimzelle eines neuen, gigantischen Meeresschutzgebiets sein?

Toli-Toli Giant Clam Conservation Project

Hauptquartier des Toli-Toli Giant Clam Conservation Project

„Dies ist mein Elternhaus, ich bin hier aufgewachsen,“ beginnt Habib zu erzählen.

„Später habe ich dann 30 Jahre in Makassar gearbeitet, als Journalist unter dem Pseudonym Indra Andari, und auch als Manager einer Reiseagentur.“

Eines Tages dann entschied er sich, in sein Heimatdorf Toli-Toli zurückzukehren, um hier bei seiner alt gewordenen Mutter zu leben.

Habib ist passionierter Taucher.

„Als ich nach meiner Rückkehr zum ersten Mal unter Wasser ging, fand ich eine verlassene Welt vor. All die bunten Korallen lagen in Trümmern. Aber am schlimmsten war, dass auch die Riesenmuscheln, die ich in meiner Kindheit so geliebt hatte, verschwunden waren. Ich dachte, jemand müsse etwas gegen diese Zerstörung tun. Aber dies ist Indonesien, hier kannst du nicht darauf hoffen, dass die Regierung einschreitet. Also entschloss ich mich, es selbst in die Hand zu nehmen.“

Toli-Toli Giant Clam Conservation Project

Infotafel des Toli-Toli Giant Clam Conservation Project

Tatsächlich ist das Seegebiet um Labengki und Sambori schon längst ein staatlich geschütztes Reservat. Dieser Umstand aber, so muss man annehmen, ist bei den regierenden Beamten gänzlich in Vergessenheit geraten.

Durch Dynamit- und Cyanid-Fischerei wurden große Teile des Riffs verwüstet. Und am Rand des Naturschutzgebiets leiten die zahllosen Minen den Schlamm einfach ins Wasser. Rückhaltebecken – eigentlich vorgeschrieben – spart man sich. Angeblich ist auch eine deutsche Firma an dem Geschäft beteiligt.

Habib in seinem Buero

Habib in seinem „Büro“

Labengki und die Riesenmuscheln

„Zunächst habe ich die Fischer von Toli-Toli dazu überredet, mit dem Dynamit-Fischen aufzuhören.“ Habib lächelt verschmitzt: „Das war der einfachste Teil – mit so gut wie allen bin ich nämlich verwandt.“

Bald fand Habib auch Mitkämpfer, junge Männer zumeist, denen er die Hoffnung gab, die Zerstörung ihrer heimatlichen Welt aufhalten zu können.

Gemeinsam starteten sie die zweite Phase des Unternehmens: Die Wiederansiedlung der Riesenmuscheln, die eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Die gigantischen Muscheln sind am Bau von Riffen beteiligt. Sie sind gleichermaßen Zufluchtsort, Brutstätte und Nahrung für andere Meeresbewohner und agieren als Wasserfilter und Algenreservoir in einem.

Habib und seine Crew fuhren mit ihren Booten los und sammelten tausende der schweren Muscheln aus gefährdeten Gebieten, um sie im inzwischen sicheren Meer vor Toli-Toli auszusetzen.

Und nun der nächste Schritt: Das gesamte Seegebiet um Labengki soll zur Schutzzone erklärt werden. Und diesmal nicht bloß auf dem Papier.

Die zerklüfteten Karstfelsen Labengkis erreicht man mit dem Boot in etwa zwei Stunden. Es gibt die große Insel (Labengki Besar) und die kleine (Labengki Kecil). Nur die letztere ist besiedelt. Hier leben in einem kleinen Dorf Fischer vom Stamm der Bajo.

Zu ihnen hat sich Habib vor einiger Zeit auf den Weg gemacht in der Absicht, sie ebenso wie die Fischer von Toli-Toli von seinem großen Projekt zu überzeugen.

Wenn du das Vorhaben des Toli-Toli Giant Clam Conservation Project unterstützen möchtest, dann freut sich Habib natürlich immer über Spenden via Überweisung oder PayPal (li2mks@gmail.com). Auf der Homepage findest du unten rechts den Link zur PayPal-Spende! Oder du schaust demnächst mal persönlich vorbei?
Das Bajo Dorf von Labengki Island

Das Bajo Dorf von Labengki Island

Zu Besuch in einem Seenomaden-Dorf

Am nächsten Morgen machen auch wir uns auf zum selben Ziel.

Habib hat ein kleines Fischerboot und einen Skipper für uns besorgt. Iman, einer seiner jungen Mitstreiter, begleitet uns als Führer und Übersetzer. Wir werden drei Tage und Nächte auf Labengki Kecil in einem Bajo Homestay verbringen.

Labengki-sulawesi

Iman, unser Guide auf Pulau Labengki

Die Bajo (oft auch „Bajau“ geschrieben) waren ursprünglich Seenomaden. Ihre Heimat war die Sulu See vor Mindanao. Von dort befuhren sie das gesamte Malaiische Archipel, ohne jemals an Land zu siedeln. Sie lebten einfach auf ihren Booten. Irgendwann erreichten sie die südlichen Gewässer Sulawesis.

Inzwischen leben die meisten Bajo doch in festen Dörfern an Land, ihre Liebe zum Wasser aber ist offensichtlich – fast immer findet man ihre Siedlungen weit draußen auf kleinen Inseln, ihre Häuser bauen sie meist auf Pfählen über den Riffen.

Nachdem wir unser Boot vertäut haben, fährt Iman uns zum einzigen Steinhaus des Bajo Dorfs gleich hinter der Anlegestelle. Ein winziger Raum mit einer Matratze auf dem Boden wird für die kommenden drei Tage unser Zuhause sein.

Die Begrüßung ist, zumal für indonesische Verhältnisse, eher kühl. Diese Reserviertheit, vielleicht auch Scheu, ist mir zuvor auch in anderen Bajo Dörfern aufgefallen. Ich vermute, dass dies an der isolierten Lebensweise liegt. Die Fremdheit währte allerdings auch nicht allzu lange. Schon am selben Abend waren wir ganz selbstverständlicher Teil einer fröhlich scherzenden Veranda-Runde.

Die Bajo leben vom Fisch. Am Landungssteg steht eine Eismaschine, immer wieder kommen die Fischer mit ihrem Fang vorbei, der auf der Stelle eingeeist und verpackt wird.

Tunfisch, so erklärt man uns, geht nach Singapur, Tintenfische werden vor allem nach Japan verkauft. Und der Rest, so schien es, landete jeden Abend auf unseren Tellern.

„Um möglichst viel zu fangen,“ so hatte Habib uns erläutert, „fischen die Bajo mit Dynamit. Wie sollte ich sie davon überzeugen, diese Praktiken aufzugeben und zu ihren traditionellen Methoden zurückzukehren?“

Habib fand eine verblüffende Lösung für das Problem. „Wir haben gemeinsam mit Dynamit gefischt.“

Anschließend aber tauchte er mit den Männern und zeigte ihnen die Zerstörung, die sie damit angerichtet hatten. Und er erklärte ihnen, dass eben dies der Grund sei, warum die großen Fische immer seltener wurden.

Ich kann nicht glauben, dass die Bajo, die das Meer kennen wie kein anderes Volk, das nicht auch vorher schon wussten. Aber Habib weißt auf ihr früheres Nomadentum hin. „Es brauchte sie nicht zu kümmern. Damals konnten sie einfach weiterziehen, wenn die Fänge schlechter wurden.“

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Das Bajo Dorf von Labenki Kecil

Homestays für Touristen anstelle von Dynamitfischen

Habib ist ein zäher Kämpfer, der nicht locker lässt mit seinem Anliegen. Schließlich gelang es ihm, auch die skeptischen Bajo zu überzeugen.

Gemeinsam wurde ein umfangreicher Vertrag unterzeichnet, der detailliert regelt, wie das Meer und die Inselwelt von nun an zu schützen ist. Und nicht Armee oder die Polizei, sondern die Bajo selbst wachen darüber, dass diese Regeln auch eingehalten werden.

Aber der verminderte Fang muss irgendwie auch ausgeglichen werden. Deshalb gründen die Bajo jetzt, mit Beratung und Unterstützung durch Habib’s NGO, Homestays für Touristen.

Noch gilt es manche Unsicherheit zu überwinden. Die eigenartigen Wünsche und Bedürfnisse der fremden Besucher müssen erst mal verstanden werden. Doch man gibt sich offensichtlich Mühe, und die unglaubliche Schönheit von Labengkis Inselwelt hat noch jeden zufrieden gestellt.

Habibs Traum vom riesigen ökologisch intakten Meerespark nimmt Gestalt an, und die Menschen selbst werden ihn schützen. Diesmal wird es eben nicht nur ein Reservat auf dem Papier sein.

Hoffentlich.

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Der Red Sand Beach von Pulau Labengki

Über atemberaubend schöne Orte und Unstimmigkeiten im Paradies

In den drei Tagen unseres Aufenthalts hat Iman uns zu atemberaubend schönen Orten geführt, die häufig so versteckt lagen, dass wir sie allein nie gefunden hätten.

Die von Orchideen eingerahmte „Blaue Lagune“ etwa, deren Wasser nicht blau ist, sondern smaragdgrün schimmert. Um sie zu erreichen, muss man erst mal über eine zerklüftete Karstbarriere klettern.

Oder der „Grüne See“, zugänglich durch eine Höhle im Fels, durch die man bei Niedrigwasser mit dem Schnorchel vorsichtig hindurch tauchen muss.

Ein weiterer wunderbarer Anblick war die felsumsäumte Bucht beim Nirvana Resort oder der wunderschöne Red Sand Beach.

Red Sand Beach

Unser Guide Iman am Red Sand Beach

Zurzeit ist das Nirvana Resort die einzige Unterkunft für Touristen, abgesehen von den Bajo Homestays und ein paar Hütten am Strand gegenüber dem Dorf. Das Nirvana war ursprünglich Habibs Idee, um die Finanzierung seines Projekts zu sichern; das Land, auf dem die Anlage gebaut ist, gehört ihm. Realisiert wurde das Resort mit Hilfe eines Finanzinvestors von Java.

Dass wir nicht dort wohnten, hat zwei Gründe. Zum einen liegt der Preis für die Unterkunft weit über unserem Budget – 1,3 Millionen IDR pro Person und Nacht!

Zum anderen aber ist ein „Krieg“ ausgebrochen. Offenbar will der Investor das Resort allein übernehmen, er verweigert Habib und seinen Mitarbeitern den Zutritt zum Gelände.

Ein Fall für die Gerichte, möchte man meinen. Doch so einfach ist das nicht in Indonesien. Polizei und Gerichte sind korrupt. Und das große Geld liegt eben nicht bei den Umweltaktivisten. Wer es hier wagt, ein solches Projekt zu initiieren, muss bereit sein zu kämpfen, gegen die Mächtigen und auf sich allein gestellt.

Das Nirvana Resort auf Pulau Labengki

Blick über das Nirvana Resort auf Pulau Labengki

Der neue Feind von Labengki

Noch während der Konflikt ums Nirvana schwelt, droht dem Projekt eine neue Gefahr. Still und heimlich schleicht sich ein neuer Feind in das geplante Schutzgebiet: Der Dornenkronenseestern.

Die Anzahl dieser Tiere in den Riffen ist dramatisch gestiegen. Der Seestern ernährt sich von Korallen, die Auswirkung dieser Vermehrung könnte schlimmer sein als selbst das Dynamitfischen.

Habib macht die Nickelminen für diese Entwicklung verantwortlich, was uns später auch von französischen Umweltaktivisten bestätigt wird, die wir am Strand von Labengki getroffen haben.

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Sind die Nickelminen an der Vermehrung der Dornenkronenseesterne verantwortlich?

Der Abraumschlamm dieser Minen wird ohne Rückhaltebecken direkt ins Meer geleitet. Er ist nicht giftig, aber die feinen Schwebstoffe führen zu einer Erwärmung des Wassers, was vor allem diesem Korallenfeind gut zu behagen scheint.

Habib hat mehrfach an die Behörden appelliert, dieser Praxis Einhalt zu gebieten – ohne Erfolg. Die finanzielle Macht der Minenfirmen lässt selbst einen reichen Investor aus Java noch klein aussehen…

Dabei ist es nicht so, dass staatliche Stellen von Habib und dem „Giant Clam Project“ keine Notiz genommen hätten. Im Gegenteil, von verschiedensten Seiten wurden ihm bereits Preise und Ehrungen verliehen – meist in Form von Plastikpokalen, die jetzt ein Regal in seinem Büro füllen.

Als Müll würden sie das Meer zusätzlich gefährden…

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Habibs Trophäen – Geld wäre Habib lieber um die Meere zu retten

„Wir haben kein Geld und im Moment auch keine nennenswerte Unterstützung von außen,“ sagt Habib. „Aber wir werden niemals aufgeben. Zur Not werden wir tauchen und die Seesterne einzeln aufsammeln.“

Millionen von Seesternen in einem Gebiet dieser enormen Größe?

„Wenn man sie trocknet, sehen sie eigentlich ganz dekorativ aus. Vielleicht können die Bajo sie als Souvenir an die Touristen verkaufen.“

Als Umweltaktivist in einem so entlegenen Teil Indonesiens wie Labengki braucht man vor allem Durchhaltevermögen, die Fähigkeit immer wieder zu improvisieren – und einen ungebrochenen Optimismus.

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Der Dornenkronenseestern ist der neue Feind von Riffen weltweit – Foto: Iman Afandi

Die Macht von Artikeln wie diesem

Fast ein Jahr ist seit unserem Besuch in Labengki vergangen.

Habib hat den Kampf ums Nirvana Resort aufgegeben.

Nach Erscheinen der englischen Fassung dieses Artikels auf meiner Homepage hat die indonesische Ministerin für Maritime Angelegenheiten, Susi Pudjiastuti, meinen Artikel auf ihrer Facebook-Seite verlinkt und einige lobende Worte über das Projekt geschrieben.

Seitdem hat Habib nicht wieder von ihr gehört.

Heute erhielt ich eine neue Nachricht von Habib. Gerade hat er ein „Memorandum of Understanding“, also einen Kooperationsvertrag, mit der französischen Umweltorganisation „Naturevolution“ unterzeichnet. Das sind eben jene Umweltaktivisten, die wir in Labengki am Strand zufällig trafen und auf das Riesenmuschelprojekt hingewiesen haben.

Das erste gemeinsame Vorhaben ist die Bekämpfung des Dornenkronenseesterns.

Wusstest du schon?

Dornenkronenseesterne ernähren sich von Steinkorallen und tragen in der heutigen Zeit erheblich dazu bei, dass ganze Riffe absterben. Solange das marine Ökosystem im Gleichgewicht ist, können die Riffe mit einigen wenigen Dornenkronenseesternen fertig werden.

Leider ist die Zahl dieser Seesternart in den letzten Jahren in Indonesien explodiert, weil es immer weniger natürliche Fressfeinde gibt. Zu diesen zählen Garnelen, Würmer, Schnecken und Rifffische, wie der Napoleon-Lippfisch und bestimmte Kugelfische. Viele dieser Lebewesen sind eine Delikatesse in Ostasien und können teuer verkauft werden, was ein Grund für die Überfischung jener Spezies ist. Außerdem wird vermutet, dass die enorme Wasserverschmutzung zur Vermehrung der Dornenkronenseesterne beiträgt.

Obendrein sind die Dornenkronenseesterne absolute Champions in der Produktion von Nachkommen. All das führt dazu, dass immer mehr Riffe von Dornenkronenseesternen im wahrsten Sinne des Wortes “verspeist” werden und somit absterben.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die derzeitige Situation zu verändern. Am besten wäre es, den Bestand an natürlichen Fressfeinden wiederherzustellen, was eine äußerst schwierige und teure Angelegenheit ist. Alternativ bleibt nur das “Eliminieren” der Tiere, ohne diese zu verletzen, da sie sonst unzählige Eier freilassen.

Bei diesem Vorgehen stellt sich die ethische Frage: Darf man eine bestimmte Spezies töten, um eine andere zu retten?

Grundsätzlich ist der Mensch und seine unkontrollierte Fischerei die Ursache für das Problem. Der Mensch hat das natürliche Gleichgewicht der Meere zerstört. Nun muss dringend eine Lösung gefunden werden, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Labengki-paradies

Werden wir Paradiese wie Labengki noch retten können?

Tipps für Labengki und Sambori in Ost-Sulawesi

Labengki liegt im Norden Südost-Sulawesis (Sulawesi Tenggara). Die benachbarte Insel Sambori gehört schon zu Zentral-Sulawesi (Sulawesi Tengah).

Am einfachsten ist die Anreise mit dem Flugzeug von Makassar nach Kendari, der Hauptstadt Südost-Sulawesis. Tickets kannst du beispielsweise über die Suchmaschine tiket.com buchen.

Von dort geht es mit dem Taxi nach Toli-Toli und mit einem gecharterten Book zu den Inseln.

Am besten bucht man die Reise bei einer Agentur in Kendari oder Makassar, etwa bei der Agentur Sulawesi Experience. Der Besitzer dieses Reisebüros ist Habibs Bruder.

Toli-Toli Giant Clam Conservation Project

Ist die Zukunft von Labengki Tauchen, Tourismus und Wissenschaft?

Ein Aufenthalt in Labengki ist, verglichen mit den üblichen Backpacker-Preisen, relativ teuer. Zum Teil ist dies der Abgelegenheit der Inseln geschuldet. Wir zahlten für dieses Abenteuer ca. 350 Euro.

Hier eine Aufstellung unserer Kosten:

  • 700.000 IDR für den Flug von Makassar nach Kendari
  • 500.000 IDR für das Taxi von Kendari und zurück
  • 3,5 Millionen IDR für vier Tage Boot, inklusiv Skipper und Guide
  • 400.000 IDR pro Person und Nacht für das Bajo Homestay, Verpflegung inbegriffen
  • 200.000 IDR an die indonesische Regierung, um das Gebiet zu betreten – schließlich ist es ein offizielles Schutzgebiet
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Lokale Besucher auf Pulau Labengki mit Selfiestick bewaffnet

Im Nirvana Resort muss man 1,3 Millionen IDR pro Person/Nacht inklusive Verpflegung veranschlagen. Es kann auch mehr sein, wenn man ein luxuriöseres Cottage haben will. Unter der Woche ist man in der Regel alleiniger Gast. An Wochenenden und vor allem Feiertagen stürmen indonesische Reisegruppen die Anlage.

Die Cottages am Strand gegenüber Lebengki Kecil kosten, so wurde uns gesagt, 500.000 IDR pro Person und Nacht.

Weitere Resorts sollen in Planung sein, vermutlich alle hochpreisig. Auf Sambori wurde während unseres Besuchs an einem neuen Resort gebaut. Es könnte mittlerweile geöffnet sein.

Wenn du das Vorhaben des Toli-Toli Giant Clam Conservation Project unterstützen möchtest, dann freut sich Habib natürlich immer über Spenden via Überweisung oder PayPal (li2mks@gmail.com). Auf der Homepage findest du unten rechts den Link zur PayPal-Spende! Oder du schaust demnächst mal persönlich vorbei?

Was sind deine Gedanken zu diesem Beitrag? Ich freue mich über spannende Kommentare, Feedback und Anregungen unter dem Artikel!

Text und Fotos: Collin Key

Collin Key Autor
Über den Autor: Collin Key ist ein deutscher Fotograf aus der Nähe von Hamburg. Nach einer Ausbildung zum Journalisten machte er sich mit 24 auf seine erste Weltreise. Danach studierte er Indologie – er hatte sich in dieses Land „verliebt“. Schwerpunkt: Indische philosophische Theorien zur Logik. Seit seinem ersten Besuch im Jahr 2015 ist Indonesien seine neue Liebe. Collin Key ist ein Künstlername. Einige seiner Abenteuer veröffentlicht er auf seinem Blog. Collins Foto kannst du dir auf seiner Homepage oder auf Flickr anschauen. 

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6 Kommentare

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6 Kommentare

Josie 14. April 2019 - 18:07

Super Artikel! Eigentlich war mein Plan mir „nur“ Inspirationen für die nächste Reise nach Indonesien zu holen. Vielleicht ergibt sich aber mehr, ich werde Habib auf jeden Fall kontaktieren und wollte dich fragen, ob er englisch spricht. Sonst muss meine indonesiche Kollegin mal wieder herhalten 😉
Liebe Grüße

Antworte Josie
Anonymous 15. April 2019 - 10:49

Hi Josie! Habib spricht bestens englisch. Vielleicht hat deine Kollegin aber trotzdem Lust mitzukommen… 🙂
Freut mich sehr, dass dir mein Artikel was gebracht hat, danke.

Antworte Anonymous
Erika Taylor 5. März 2019 - 13:56

1,3 Millionen IDR sind doch nur 80€? Finde ich jetz gar nicht so übertrieben oder verstehe ich da was gerade nicht? ^^‘

Antworte Erika
Melissa 8. März 2019 - 10:23

Hi Erika 🙂 nein, das stimmt. Für indonesische Verhältnisse ist der Preis jedoch relativ teuer 🙂

Antworte Melissa
Hella 2. März 2019 - 17:34

Ich hatte dieses Gebiet auch schon auf meiner Liste aber die Preise für die Unterkunft sowie Tauchen haben mich abgeschreckt. Geht es halt wieder nach WAKATOBI.

Antworte Hella
Collin Key 3. März 2019 - 0:18

Wakatobi soll eines meiner nächsten Ziele sein. Hast du dort eine gute preiswerte Unterkunft?

Antworte Collin

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