Hinter den Kulissen: Reiseblogger-Dilemma, Roadtrips & Selbstverlage

Das erste Mal hier? Indojunkie versorgt dich mit Tipps rund ums Reisen, Arbeiten, Leben, Surfen, Tauchen und Backpacken in Indonesien. Hier findest du eine Zusammenfassung zum Reisen in Indonesien. Du willst nichts verpassen? Dann abonniere unseren Newsletter und schau dir unsere Indonesien Reiseführer an.

In unserer Facebook-Gruppe haben wir eine Umfrage zum Thema “Wunsch-Artikel” gemacht. Das Ergebnis war eindeutig “Hinter den Kulissen von Indojunkie“. Demnach geht es heute um uns und unsere Arbeit, um Roadtrips und Rastlosigkeit und um das Reiseblogger-Dilemma und die Herausforderungen von einem Selbstverlag.

Wer steckt eigentlich hinter Indojunkie?

Manche fragen sich, wer eigentlich hinter Indojunkie steckt. Angefangen habe ich die Seite 2014 alleine. Ich wollte mit Indojunkie meiner Faszination für Indonesien einen Raum geben. Relativ schnell zeigte sich, dass da draußen viele andere Menschen sind, die sich für Indonesien interessieren. Und ziemlich schnell zeigte sich, dass meine Erfahrungen alleine nicht reichen, um die verschiedenen Seiten des größten Inselreich der Welt zu beschreiben. Denn Indonesien ist zu groß, und ich reise zu langsam.

Demnach unterscheidet sich Indojunkie stark von anderen Reiseblogs. Jeder kann seine Erfahrungen – als Gastautor/in – auf Indojunkie veröffentlichen. Ich stehe nicht mit “meinem Gesicht” im Mittelpunkt des Blogs. Das Land selber, Indonesien, steht im Mittelpunkt.

Jeder macht andere Erfahrungen und jeder Reisende ist anders. Deswegen ist mir die Vielfalt an Autoren so wichtig. Unter den Autoren sind junge Abiturienten, die ihr Gap-Year in Indonesien verbracht haben oder Rentner/innen, die ein Leben zwischen Europa und Indonesien führen. Es schreiben Naturliebhaber aus Leidenschaft über Insekten und Vögel und Hipster-Surfer über die besten Wellen des Inselreichs. Ich denke, dass macht den Erfolg von Indojunkie aus – die Vielfalt der Beiträge, welche die Vielfalt Indonesiens zeigt.

Langfristig ist Indojunkie demnach nicht von mir als Person abhängig. Ich kann mich jederzeit rausholen und wieder einklinken.

Was ich den lieben langen Tag mache

Als Bloggerin macht man einiges: Leserfragen beantworten, Artikel schreiben, Artikelideen mit Gastautoren ausarbeiten, Artikel editieren, Artikel auf WordPress einbauen, vor Ort recherchieren, mit Menschen reden, Interviews führen, an Kampagnen arbeiten, Bücher schreiben, Buchhaltung, Instagram, sich mit der Technik und WordPress streiten, Projekte promoten (vor allem unsere Bücher), Suchmaschinen-Optimierung, E-Mails schreiben, alte Artikel updaten, Newsletter schreiben, sich durch den administrativen Dschungel für Selbstständige in Deutschland kämpfen, an neuen Ideen arbeiten (App, Sprachkurs, Shop) und vieles mehr.

Auf alle Fälle verbringe ich viel Zeit vor dem Laptop. Mein Laptop kann dabei jedoch überall stehen – ob auf Bali im Coworking Space, in Berlin im Café oder in Portugal im Campervan.

Die Bloggerei und Bücher schreiben sind zwei Paar Schuhe. Weiter unten spreche ich über die Arbeit, die hinter einem Selbstverlag steckt.

reiseblogger

Das Dilemma von Reisebloggern

Obwohl ich bereits seit drei Jahren blogge, komme ich immer wieder an meine Grenzen. Zwar habe ich keinen “9-to-5-Job”, dafür aber ein “24/7-Projekt”. Eine große Herausforderung besteht u.a. darin, worüber wir schreiben sollten. Je mehr Leser man als Blogger hat, desto größer ist die Verantwortung, die man trägt.

Schreiben wir über zu touristische Orte, kommen oftmals Reaktionen von Lesern, wie z.B.

“Total überlaufen”, “Voller Touristen” oder “Nie wieder!”.

In Reaktion darauf schreiben wir über Insider-Tipps und Orte abseits der abgetrampelten Touristenpfade. Da wäre z.B. diese wundervolle Insel. Ein wenig deutscher Individual-Tourismus schadet ihr nicht – ist vielleicht sogar besser als eine weitere Mine inmitten eines Marine Nationalparks oder ein Trump Mega Resort im Dschungel Javas. Daraufhin erhalten wir Reaktionen, wie z.B.

“Dieser Ort braucht alles andere als noch mehr Touristen!” oder  “Damit wäre dieses Paradies nun auch erledigt.”

Es gibt manche Orte, die haben es uns einfach angetan. Deswegen schreibt man über manche Ecken positiver, als über andere. Im Endeffekt ist jeder Reisebericht ein subjektiver Erlebnisbericht eines Ortes, den man möglichst objektiv beschreiben möchte. Jeder macht andere Erfahrungen, das merkt man dann immer schnell durch die Reaktion von Lesern:

“Wie könnt ihr das schreiben? Die Inseln sind ein Drecksloch!”, “Habt ihr dafür Geld bekommen?” oder “Wann wart ihr vor Ort? Ich fand es schrecklich!”

Manche Orte werden im Internet überbewertet und vor Ort wartet die große Enttäuschung. Deswegen ist es wichtig auch mal negativ über bestimmte Seiten einer Destination zu schreiben.

“Glaubt ihr es hilft dem Ort, dass ihr ihn nieder macht?” oder “Wie könnt ihr so schlecht über die Insel schreiben, ich liebe es hier.”

Das nennt man dann vermutlich “Reiseblogger-Dilemma“.

Wir haben uns demnach dazu entschieden zukünftig:

  • weniger Geheimtipps zu veröffentlichen (wir verstehen die Problematik an der Sache nur zu gut!)
  • mehr allgemeine Berichte und Ratgeber-Berichte zu schreiben
  • mehr zeitlose Artikel über Orte zu schreiben
  • mehr Zeit investieren ins Updaten von älteren Artikeln

Wo ich das ganze Jahr über bin

Ich bin nun seit knapp 7 Jahre mit dem Backpack in der Welt – hauptsächlich Asien – unterwegs. Knapp 10 Mal war ich in Indonesien – mal für ein paar Wochen, mal für ein halbes Jahr. Seit ich 18 bin, war ich nie länger als 4 Monate an einem Ort.

Mittlerweile bin ich 26 und dankbar für all die epischen Momente in Seoul, Istanbul, Bali, Lombok, Laos, Malaysia, Chiang Mai, Sumatra, Sumbawa, Flores, Passau, Düsseldorf oder Berlin.

Je mehr ich jedoch unterwegs bin, desto mehr verliere ich dieses “Hygge-Gefühl“, diese “Gemütlichkeit des Lebens”. Es kommt immer häufiger ein Gefühl der Rastlosigkeit hoch. Auf der einen Seite will ich reisen, Orte entdecken und Erfahrungen machen, auf der anderen Seite will ich ankommen und Routine erfahren.

Demnach ist es umso wichtiger für mich von nun an ein paar Gänge runterzufahren. Einen Weg dafür habe ich gefunden: Das Reisen mit dem eigenen Van. Zusätzlich habe ich dieses Jahr eine Yogalehrer-Ausbildung gemacht und Techniken gelernt, wie ich wieder mehr im “Hier und Jetzt” lebe.

Neue Liebe: Roadtrips & Vanleben

womo-lifeIm Herbst 2016 ging es für mich das erste Mal auf einen Roadtrip durch Europa. Und ich habe es geliebt. Acht Wochen von Schweden nach Portugal (und zurück!). 15.000 Kilometer in zwei Monaten mit unserem (geliehenen und geliebten) Camper “Franky”!

Es hat mir so gut gefallen, dass ich mir 2018 einen eigenen Van kaufen möchte, in dem ich dann – wenn ich in Europa bin – leben werde. Vermutlich gab mir die Reise mit einem Camper ein wenig Heimat. Da ich in den letzten Jahren so viel unterwegs war, kommt bei mir immer häufiger das Gefühl von Heimatlosigkeit, Rastlosigkeit und Reisemüdigkeit auf. Da ich jedoch immer noch nicht DEN ORT gefunden habe, an dem ich mich “niederlassen” möchte, ist ein Van als Übergangslösung optimal.

Wenn ich nach Indonesien (oder in ein anderes Land) reise, kann ich den Van jederzeit vermieten. Da ich noch so viele tolle Ideen für Reiserouten in Europa habe, bin ich mir sicher, dass ich noch eine lange Zeit Spaß an dem Leben und Reisen im Camper haben werde.

Tipp: Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hat, erzähle ich so vielen Menschen wie möglich von meiner (Schnaps)Idee. Irgendwann habe ich so vielen davon erzählt, dass ich es mir gar nicht mehr anders überlegen kann und die Idee sozusagen umsetzen MUSS. Haha.

Aber was hat mich so am Camper-Leben fasziniert? Bilder sagen mehr als Worte, deswegen hier 9 Gründe für ein Leben auf vier Rädern!

1. Auf Franky’s Dach schlafen und tausende Sterne beobachten

Wer braucht ein 4-Sterne-Hotel, wenn man unter Millionen von Sternen schlafen kann?

roadtrip-europa2. Morgens mit Blick auf das Meer aufwachen

Vor allem wenn man abends im Dunkeln angereist ist und noch keinen blassen Schimmer hat, was vor einem liegt.

roadtrip-europa-23. Draußen – egal bei welcher Temperatur – duschen, essen, leben!

Dieses Gefühl nach einer kalten Outdoor-Dusche ist unbeschreiblich!

Essen-duschen-roadtrip4. Einfach Musik hören, fahren, träumen!

Nach einigen Stunden “on the road” stellt sich ein Zustand von Meditation ein!

roadtrip5. Wild Campen!

Einfach dort stehen bleiben, wo man will! In Europa gibt es einfach unglaublich viele Optionen “wild” zu campen. Ich bin bis heute von der Vielfältigkeit der Küstenstraße von Spanien und Portugal fasziniert!

Kuehe-Andalusien6. Sonnenuntergänge

Die Sonnenuntergänge in Europa können auf alle Fälle mit Indonesien mithalten!

sunsets-europa-roadtrip7. Essen mit Ausblick!

Besser als jedes teure Restaurant auf dieser Welt!

essen-mit-ausblick8. Hier will ich nie wieder weg!

Stellplätze mit atemberaubenden Ausblick, Surfspots vor der Haustür und nette Nachbarn nebenan – hier will ich nie wieder weg! Und davon gibt es so unglaublich viele in Europa!

stellplaetze9. Best Office in the World!

Das beste Büro auf der Welt? Der Ort vor deinem Van!

officeDa ich auf unserem Indojunkie Instagram Channel nur Fotos aus Indonesien poste, veröffentliche ich Bilder von anderen Ländern meistens auf unserem BIRU BIRU Instagram Account.

In Indonesien ist das typische Roadtrip-Leben noch nicht wirklich angekommen. Ich habe noch keinen kennengelernt, der mit einem Camper / Van durch Indonesien reist. Kennt ihr jemanden? Dann her damit in den Kommentaren!

Und plötzlich waren wir ein Verlag

Die Indojunkie Reiseführer schreibe ich gemeinsam mit Petra. Wir arbeiten nicht nur zusammen, sondern sind auch seit vielen Jahren sehr gute Freunde . Die gemeinsamen Projekte stellen eine Freundschaft immer wieder auf die Probe. Ich könnte mir jedoch niemanden vorstellen, mit der ich derart gut zusammen arbeite, wie mit Petra. Wir sind mittlerweile – nach zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit – ein ziemlich eingespieltes Team. Jeder bringt seine persönlichen Stärken mit und lernt von dem jeweils anderen.

Jedes Mal stehen wir jedoch vor neuen Herausforderungen – ob Buchhaltung, Steuern oder stramme Zeitpläne.

Einen eigenen Selbstverlag zu gründen und zu führen ist alles andere als easy! Als Autor/in lieferst du deinen Text ab und der Rest erledigt der Verlag. Du erhältst deine Prozente an Bucherlösen und kannst dich entspannt um dein nächstes Projekt kümmern. Als Selbstverlag bist du für ALLES selber zuständig: Inhalt, Design, Druck, Rechtliches, Vertrieb, Versand, Lager, Buchhaltung etc.

Erst jetzt, nach zwei Jahren, haben wir eine relativ gut funktionierende Struktur entwickelt. Wir haben uns alles selber beigebracht. Es war vielleicht nicht immer leicht, aber wir haben sehr viel gelernt. Bei unserem ersten Buch haben wir einiges falsch gemacht. Das Buch ist z.B. viel zu schwer geworden (über 1 Kilo). Wiegt ein Buch über 1 Kilo rutschen die Versandkosten von 2,60 Euro auf 4,50 Euro. Außerdem sind ein Kilo mehr im Rucksack eine enorme Last für den Reisenden! Aber bei jedem Fehler haben wir wieder etwas für unser nächstes Buch gelernt. Und das alles sind kostbare Learnings.

Und wenn man dann sein eigenes Buch in den Händen hält, tolles Feedback von Lesern bekommt, riesige Dankeschöns von Locals (die man promotet hat) hört und sogar viele Bestellungen reinkommen – ja, spätestens dann weiß man, dass sich all das Schwitzen, Verzweifeln und Ärgern gelohnt hat!

Wir überlegen irgendwann (vielleicht schon dieses Jahr) einen Videokurs zum Thema “Selfpublishing” zu starten, um unsere Learnings an andere zukünftige Autoren weiterzugeben.  Was hältst du von der Idee? Her damit in den Kommentaren!

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Indojunkie Reiseführer: Neuerscheinung

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7 Comments
  1. Wir träumen von einer mehrmonatigen Reise als Familie durch Indonesien mit dem eigenen Fahrzeug (am liebsten ein T2-Bus ). Konkrete Pläne haben wir noch nicht, aber uns schonmal umgehört woher man einen Bulli kriegen könnte. Da wir jedes Jahr nach Indonesien reisen hatten wir auch schon überlegt den Bus als mobiles Ferienhaus zu nutzen und in der restlichen Zeit zu vermieten oder bei Freunden unter zu stellen…

  2. Es ist ein Reiseführer für Leute, die auf eigene Faust nach Thailand reisen wollen. Siehe Link in meinem Profil. Geschrieben ist es schon (200 Seiten ohne Bilder; mit ca. 250 schätze ich)
    Die Problematik bei solchen Publikationen ist ja, dass sie nur Sinn machen, wenn sie auch Farbbilder überall im Buch enthalten. Damit kann man nicht mehr Print-On-Demand machen, weil viel zu teuer. Ihr seit ja auch den Weg über kompettes Selfpublishing gegangen, wie man beim Sulawesi-Buch sieht. By the way, wir sind bald auch dort;-)

    • Ja Amazon und viele Fotos passen nicht gut zusammen. Schreibe mir gerne eine E-Mail, vielleicht kann ich helfen?

  3. Super Idee! Ich hänge gerade selbst in dieser Schleife und es braucht unheimlich viel Zeit, bis man all die Sachen blickt, die es benötigt, um einen Reiseführer im Selfpublishing rauszubringen.

  4. Was bitte sollen denn Learnings sein? Erfahrungen oder Lernerfolge, oder etwas Anderes? ;)
    Davon abgesehen ein interessanter Artikel!

    • Hey :) Mit “Learnings” meine ich “etwas von seinen Fehlern lernen”. Entschuldige für das Denglisch! :)

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