Home Bali – Tipps für deinen Urlaub auf Bali Hahnenkämpfe, ein uraltes Ritual

Hahnenkämpfe, ein uraltes Ritual

von Melissa Schumacher

Es ist Hobby, Sucht und Lebensinhalt für viele balinesische Männer. Viele Europäer bezeichnen es als moralisch fragwürdig. Es ist jedoch ein uraltes Ritual, welches bis heute in hohem Maße auf Bali praktiziert wird: Hahnenkämpfe.

Was passiert bei einem Hahnenkampf?

Zwei Hähne kämpfen in provisorisch erstellten Kampfplätzen, oder dauerhaften Arenen (Wantilan), gegeneinander.

Dabei spielt ihr natürliches Revierverhalten eine große Rolle. Denn Hähne dulden keinerlei männliche Konkurrenz in ihrer Nähe. Durch ein zusätzlich angebrachtes Hilfsmittel, ein scharfes Messer am Fuß des Hahns, wird nach dem Zusammentreffen zweier Hähne gekämpft bis zum bitteren Ende eines, oder manchmal beider Hähne.

Es reicht jedoch auch aus, wenn eines der Tiere so verletzt ist, dass es freiwillig den Kampf aufgibt. Hierbei finden mehrere Kämpfe an einem Tag statt. Vor jedem Kampf wird mit Geld um den Gewinner gewettet. Der Gewinner bekommt einen Teil des Wettgewinns und den erlegten Hahn des Gegners.

Dieser wird nach dem Kampf in einer Suppe verzehrt. Viele Balinesen glauben dabei, dass beim Verzehren der Suppe die Kraft des Gewinners auf den Menschen übergehen kann. Der Ursprung dieses Rituals bestand eigentlich darin, böse Geister mit Hahnenblut vor bestehenden Zeremonien zu besänftigen damit diese die kommenden Zeremonien nicht stören. Daher sieht man auch häufig Kämpfe hinter Tempelmauern.

Diese rituellen Kämpfe sind offiziell als legal erklärt. Heutzutage muss man jedoch sagen, dass die meisten Kämpfe ohne religiösen Hintergrund stattfinden, sondern lediglich die Wettleidenschaften der Balinesen befriedigen. Legal sind diese Kämpfe nicht. Sie werden jedoch mit einem zugedrückten Auge von der lokalen Polizei toleriert.

Was sind die Wettregeln?

Du setzt eine bestimmte Summe (z.B. 50.000 Rupiah) auf den Hahn, welcher – deiner Meinung nach – gewinnen wird. Wenn du auf den falschen Hahn gesetzt hast, ist das Geld weg. Wenn du gewonnen hast, bekommst du 40.000 Rupiah zusätzlich.

Denn ein kleiner Anteil geht an den „Veranstalter“ und an den Besitzer des Gewinnerhähnchens. Demnach wird bei einem Gewinn der Einsatz knapp verdoppelt. Beim Wetten setzen die Männer meist unverhältnismäßig hohe Summen. Es gibt viele balinesische Männer, welche sich durch die häufige Teilnahme an diesem Ritual sehr hoch verschuldet haben.

Manche wetten nach dem Mondkalender. Es wird beispielsweise besagt, dass Hähne mit grauen Füßen nur an bestimmten Tagen des balinesischen Mondkalenders gewinnen können.

Ansonsten urteilt man nach dem Aussehen (groß und stark) des Hähnchen, nach dessen aggressiven Auftreten vor dem Kampf oder der bisherigen „Kampfkarriere“.

Die Kampf-Arena

Manchmal finden die Kämpfe in einem privaten Vorhof statt, manchmal innerhalb eines Tempels oder mitten im Nirgendwo. Manchmal zahlst du eine Art Eintritt, Sitzplatzgebühr oder Ähnliches. Manchmal nicht.

Du siehst nur Männer im Publikum. Frauen verkaufen lediglich Getränke, wie „Kopi“ oder Snacks. Nach und nach trudeln sie ein, die stolzen Hahnenbesitzer mit ihren Kampfgeschöpfen in Säcken oder den typisch glockenförmig geflochtenen Körben, welche du auch überall an den Straßenrändern Balis sehen kannst.

Das Krähen der Hähne vermischt sich mit dem balinesischen Gemurmel der Männer. Die Hähne werden gegeneinander aufgespielt um Aggression und Adrenalin in den Geschöpfen zu erzeugen. Es herrscht ein lautes Treiben in der kleinen Arena. Bis der Kampf anfängt vertreiben sich die Männer die Zeit mit anderen Wettspielen.

Wenn die Arena soweit voll ist, fangen die ersten Kämpfe an. Geldscheine werden in die Luft gehalten und es wird laut geschrieen und angefeuert. Wenn jemand das Geld ausgegangen ist, leiht der Nachbar einem Nachschub. Das Publikum ist bunt gemischt. Steinalte Balinesen ohne Zähne und sogar Kinder wetten mit. Die Männer sind so konzentriert auf die Kämpfe, fast schon besessen. Es ist eine Stimmung wie in deutschen Stadien bei Fußballspielen.

Hähne im Alltag der Balinesen

Das laute Krähen der meist wunderschönen Tiere kann man den ganzen Tag über überall auf der Insel vernehmen. Der Wert eines Hahns hängt von seiner bisherigen Karriere, seines Aussehens, seiner Größe und seiner Herkunft ab.

Hähne sind in Bali Statussymbol, Hauptgesprächsthema bei Männern und reiner Zeitvertreib. Balinesische Männer könnten stundenlang da sitzen, ihre Hähne gegenseitig begutachten, darüber reden, sie auf den Arm nehmen, streicheln, massieren und hätscheln oder kleine „Übungskämpfe“ einlegen.

Der Hahnenkampf bleibt eine moralisch fragwürdige Tradition, aber es bleibt genauso ein uraltes Ritual. 

Titelbild: ToanNguyen

Wenn dir der Beitrag gefallen hat und du mehr über Indonesien erfahren möchtest, folge uns auch auf Facebook oder abonniere unseren Newsletter. Alle wichtigen Infos für deine Reise in Indonesien findest du in dem Beitrag „Alle Tipps für deine Reise nach Indonesien.“

Offenlegung: Dieser Beitrag kann Affiliate-Links und Werbung enthalten. Es entstehen dir keine zusätzlichen Kosten. Wir empfehlen nur Produkte, die wir selber nutzen, von denen wir 100% überzeugt sind oder die uns von einer fachkundigen Person empfohlen wurden. Durch Werbung und Affiliate-Links können wir die Zeit aufbringen diesen Blog zu gestalten und mit Liebe und Inhalten zu füllen. Peace, Love & Banana Pancake. Euer Indojunkie Team.

10 Kommentare

Ähnliche Artikel:

10 Kommentare

Sabrina 18. Oktober 2016 - 5:19

Der Beitrag ist unmöglich und finde es widerwärtig, dass ihr quasi dafür Werbung macht.
Hahnenkämpfe sind absolute Tierquälerei. Sich hinter dem Argument des „uralten Rituals“ zu verstecken macht es nicht besser, im Gegenteil.
Weibliche Beschneidung ist zB auch ein altes Ritual, trotzdem würdest du dafür wohl kaum die Werbetrommel rühren, oder? Dass du noch stolz zugibst, ebenfalls gewettet zu haben, schlägt dem Fass den Boden aus. Ganz nebenbei: es ist ILLEGAL!

Ein netter Bericht über das, was dahinter steckt:

https://www.welt.de/vermischtes/article132964546/Der-grausame-Todeskampf-der-gedopten-Haehne.html

Wenn man einen Blog schreibt, sollte man sich seiner Verantwortung bewusst sein. Es ist ja nicht der erste etwas fragwürdige Beitrag, aber für mich endgültiges Knock-out Kriterium für den Blog.

Antworte Sabrina
Melissa 18. Oktober 2016 - 9:17

Liebe Sabrina,

der Beitrag ist relativ alt und zu jener Zeit war ich noch nicht zu kritisch dabei, wie heute. Oh man, ich habe die fragwürdigen Passagen rausgenommen. Jetzt sollte es etwas objektiver sein. Ich gebe dir also vollkommen Recht!

Ich finde dein Kommentar trotzdem sehr schade, weil wir uns viel Mühe geben viele Kritische Aspekte des Landes darzustellen: https://indojunkie.com/category/kritisch.

Antworte Melissa
Sabrina 18. Oktober 2016 - 15:34

Liebe Melissa,

Vielen Dank für deine Antwort und Einsicht. Finde ich gut.

Ich reise lange durch SOA und stehe Blogs immer kritischer gegenüber. Vor allem, da ich überwiegend mit Locals Zeit verbringe und daher die andere Seite recht gut kenne.

Was natürlich nicht heißt, dass mir nicht auch mal Fehler unterlaufen. Das zu sagen wäre heuchlerisch.

Bleiben wir bei Bali als Beispiel:

Auf der einen Seite ist es löblich, dass hier auf Missstände hingewiesen wird. Überfischung, Müll an jeder Ecke, halbnackte Betrunkene alle paar Meter inesondere in Kuta.

Gerade Blogs fördern doch, dass immer mehr Reisende zu solchen Zielen aufbrechen. Alles easy, man muss ja quasi nur lesen können, Flig buchen und kann der praktischen Anleitung folgen. Wer 2 oder 4 Wochen unterwegs ist, will in aller Regel möglichst viel erleben.
Viele schauen da großzügig über so einiges hinweg.

Wer in Jakarta ankommt und sich direkt Gedanken darüber macht, wo man „richtiges“ Bier kaufen kann, ist einfach im falschen Land. Ebenso die „ich quetsche mich in meine viel zu engen/unangemessene Klamotten und gehe so ins Restaurant, schließlich habe ich viel für diesen Urlaub gezahlt“-Fraktion.

Ich bin froh, dass ich nur 2 mal durch Kuta fahren musste. Ich würde diesen Ort nie empfehlen und diesen Wahnsinn noch fördern.

Ihr könnt wohl kaum die Einstellung vor allem der „Geiz ist geil“-Backpacker ändern, das ist klar.

Ich findees jedoch sehr zwiespältig, auf der einen Seite auf Missstände hinzuweisen, aber weiterhin für ein Reiseziel zu werben und es allen Reisenden möglichst einfach zu machen.

Oder Empfehlungen zu sogenannten Geheimtipps: zum Schluss sind diese ebenso überlaufen und preisig wie alles, was ohnehin schon im Loose oder LP steht.

Wenn ich ein nettes Fleckchen gefunden habe, empfehle ich es höchstens Freunden mit ähnlicher Einstellung und hoffe, dass in ein paar Jahren noch alles beim Alten ist.

Denn wenn man genauer hinschaut wird einem klar, wie viele Balinesen sich das Leben auf ihrer Insel nicht mehr leisten können.

Ich empfehle da einen Besuch zB in dem Slum am Jimbaran Beach. Wäre prima, wenn sich Touristen zur Abwechslung dorthin verirren und ein paar Euro dalassen würden. Ohne Selfies oder Gruppenbilder mit den armen Menschen dort.

(500.000 IDR sind beispielsweise 1/10 des Preises für die Beerdigung eines Kindes, das ertrank da Schwimmunterricht so teuer ist, obwohl es so viele Surf- und Tauchschulen für Ausländer gibt)

Vielleicht verstehst du – und ein paar andere – meinen Unmut und warum ich inzwischen mit Reiseblogs härter ins Gericht gehe.

Ich verstehe auch, dass es dir wahrscheinlich nicht sonderlich gefällt, steckt doch viel Zeit und Mühe in jedem Bericht. Nehme ich zumindest an. Aber für Kritik muss ebenso Platz sein.

Ist ja auch nicht so schlimm, vielen gefällt euer Blog und nicht jeder Reisende benimmt sich wie die Axt im Wald.

Also in diesem Sinne!

Sabrina

Antworte Sabrina

Schreibe einen Kommentar zu Sabrina Antwort abbrechen