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6 Gründe, NICHT auf die Gili Inseln zu fahren

von Sebastian Würfel

Ein Gastbeitrag von Lisa von Imprintmytravel.com

Die Gili-Inseln: einsame Strände, pures Robinson Crusoe Feeling, ein wahrgewordener Aussteigertraum oder einfach die Seele baumeln lassen und dazwischen ein bisschen Party machen. Das assoziieren die meisten Reisenden mit diesen drei kleinen Inseln vor der Küste Lomboks.

Die Gili-Inseln gelten also quasi als der Inbegriff der absoluten Traumdestination. Kein Wunder, werden diese drei kleinen Koralleninseln auf sozialen Netzwerken und Blogs doch gehypt wie kaum ein anderes Reiseziel auf der Welt.

Unzählige Bilder von einsamen Stränden, von romantischen Schaukeln im Meer und atemberaubenden Sonnenuntergängen tragen dazu bei, dass eine Bali-Rundreise offensichtlich nur mit einem obligatorischen Stopp auf den Gilis perfekt ist!

Lesetipp: Meine Bali-Rundreise (imprintmytravel)

Hinweis: Einen positiven Bericht über die Gili Inseln gibt es hier. Dieser Bericht trifft die aktuelle Situation viel besser, da die Inseln durch die schlimmen Erdbeben von Lombok von August 2018 wieder viel ruhiger geworden sind.
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Fotos wie dieses versprechen das absolute Inselparadies

Hohe Erwartungen an die Gili-Inseln

Auch ich habe mich von diesem Hype anstecken lassen und wollte letztes Jahr im Zuge meines Bali-Aufenthaltes unbedingt auf die Gilis. Einmal das Paradies vor der Nordwestküste Lomboks sehen und mich fühlen wie in der Fernsehwerbung für schokoladenfreie Pralinen, war mein absoluter Traum, den ich mir auf den Gilis erfüllen wollte.

Die Vorfreude war groß und die Erwartungen auf Grund der zahlreichen, begeisterten Berichte im Internet entsprechend hoch.

Zu hoch, wie ich schon bald nach meiner Ankunft feststellen musste.

Als ich endlich da war, landete ich nämlich ziemlich rasch und heftig am Boden der Realität. Denn leider Gottes hatte die Insel, die ich im Zuge meines Besuches kennenlernte, nur mehr sehr wenig mit dem im Internet in den Himmel gelobten Aussteigerparadies zu tun.

Nicht Gili-Inseln

Erster Eindruck auf Gili Meno

Und dabei hatte ich mir in weiser Voraussicht extra die kleinste und ruhigste der drei Inseln ausgesucht, um ein paar entspannte Tage mit meiner Reisebegleitung verbringen zu können.

Doch selbst auf Gili Meno ist vom unberührten Inselparadies, das es mit Sicherheit einmal war, nicht mehr viel übrig. Mittlerweile gibt es reichlich Resorts mit Pool und auf den wenigen, unbebauten Flächen prangen riesige Schilder von Immobilienmaklern, welche die paar verbliebenen Grundstücke für gutes Geld an den Mann bringen wollen.

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Die Müllberge auf dem Inselrundweg auf Gili Meno

Der Massentourismus ist angekommen und was viele nicht bedenken, oder bei ihrer Reiseplanung einfach ignorieren, ist die Tatsache, dass das enorme Touristenaufkommen der letzten Jahre nicht nur positive, sondern mehrheitlich negative Auswirkungen auf dieses kleine Inselparadies hatte.

Hinsichtlich der Infrastruktur sind die Inseln eigentlich überhaupt nicht auf Massentourismus ausgelegt, was bedeutet, dass es weder ein inselübergreifendes Konzept zur Müllbeseitigung gibt, noch ein funktionierendes Kanalsystem oder gar Kläranlagen für die Abwässer, die tagtäglich produziert werden. Im besten Fall landet das Abwasser noch in einer hauseigenen Senkgrube, oft wird es jedoch einfach nur ins Meer geleitet.

nicht-gili-inseln-muell-hinter-hausEs gibt vor Ort auch keine funktionierenden Gesetze oder Regeln, um den Tourismus in ertragbare Bahnen zu lenken und die allgegenwärtige Korruption in Indonesien trägt vermutlich das ihre dazu bei, dass sich die Situation wohl auch in den nächsten Jahren nicht wirklich verbessern wird.

All das ist nicht nur ein Problem auf den Gilis, sondern auf vielen indonesischen Inseln. Auf den Gilis kommt es jedoch besonders zum Vorschein.

Warum sich eine Reise auf die Gilis (für viele) nicht lohnt

In diesem Artikel möchte ich dir also nun ein paar Gründe aufzeigen, weshalb es sich trotz (oder gerade wegen) des allgegenwärtigen Hypes – meiner Meinung nach – gar nicht lohnt, auf die Gilis zu fahren, und warum du für einen Badeurlaub woanders vermutlich besser aufgehoben bist.

Ich möchte allerdings auch festhalten, dass es sich hier um meine eigene, persönliche Meinung und meine Eindrücke nach einem mehrtägigen Aufenthalt auf Gili-Meno handelt. Mit diesem Artikel möchte ich weder jemanden davon abhalten, die Gilis zu besuchen, noch in irgendeiner Art und Weise dem lokalen Tourismus schaden.

Mir ist durchaus bewusst, dass die Leute auf den Inseln wirtschaftlich von den Touristen abhängen und auf diese Einnahmen angewiesen sind.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass dringend etwas getan werden muss, denn was bringt es den Bewohnern, wenn die Inseln in zehn Jahren so ruiniert sind, dass gar keine Touristen mehr kommen und die gesamten Einnahmen wegbrechen?

Und hier sollte sich nicht nur die lokale Regierung an der Nase nehmen, sondern ebenso die vielen Touristen, die fernab der Heimat nur allzu gerne eigentlich selbstverständliche Manieren und ein in unserem Breiten längst erlerntes Umweltbewusstsein vermissen lassen.

Einen sehr detaillierten Bericht über meinen Aufenthalt auf Gili-Meno und die Problematik der Social Media Scheinwelt habe ich bereits unter dem Titel „Schattenseiten im Paradies – was dir andere Reiseblogger nicht über die Gili-Inseln erzählen“ vor einigen Wochen bei mir auf dem Blog veröffentlicht.

Was ist es also nun, das mir bei meinem Aufenthalt auf den Gilis so negativ aufgefallen ist?

1. Der Müll ist allgegenwärtig

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Müllberge zählen auf dem Strand zum traurigen Alltag

Am meisten entsetzt auf Gili Meno hat mich der Müll. Klar, Asien hat generell ein enormes Müllproblem und die Gilis sind nicht der einzige Ort auf der Welt, wo Plastikflaschen die Strandidylle stören.

Was das Problem hier allerdings verschärft ist die Tatsache, dass es kein inselübergreifendes Entsorgungssystem gibt. Theoretisch müsste der Müll gesammelt und mit Booten wieder abtransportiert werden. Das ist teuer und mühsam, weshalb er einfach auf riesigen Müllhalden in der Mitte der Insel gebunkert wird.

Anscheinend geht man davon aus, dass sich der Großteil der Touristen eh nicht von den Strandbars und Unterkünften am Meer wegbewegt und so das Mülldrama in der Inselmitte einfach übersieht.

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Ein hübscher Ort für ein Sonnenbad

Leider breitet sich der Müll aber mittlerweile auch an den Küstenabschnitten aus, was zusätzlich durch das aus dem Meer angeschwemmte Plastik verstärkt wird.

Unverständlicherweise sehen das viele Leute nicht, oder nehmen die Zustände einfach als gegeben hin. Mich hat es während meines Aufenthaltes wirklich sehr gewundert, dass offensichtlich irgendwie kaum jemand diesen Dreck wahrgenommen hat und Touristen teilweise neben riesigen Müllhaufen am Strand ein Sonnenbad nahmen.

Eine wenige Akteure haben sich der Müllbeseitigung angenommen. Die Trash Heros veranstalten beispielsweise regelmäßig Beach Clean Ups auf Gili Meno. Auf Facebook kannst du dich über die nächste Veranstaltung informieren.  Auch die NGO Gili Eco Trust ist super aktiv vor Ort und bietet neben nachhaltigen Schnorcheltouren und Recycling-Workshops auch eine Stand-Up-Paddle-Eco-Safari und Korallen-Restaurations-Workshops an.

2. Die Massenabfertigung ist erschreckend

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Die Massenabfertigung auf Gili Trawangan erinnert an ein Springbreak-Event

Als ich mit dem Speedboot auf Gili Trawangan ankam, traute ich meinen Augen nicht, als ich die Menschenmassen entdeckte, die sich dort am Strand angesammelt hatten, um ab-, an- oder weiterzureisen.

Die Schlange bei meiner Ankunft erinnerte mich eher an Springbreak-Impressionen aus Cancún, als an das, was man sich unter einem gemütlichen Aussteigerparadies vorstellt. Unglaublich, wie viele Menschen sich dort aufhielten, um dann irgendwie auf die verschiedenen Boote verteilt zu werden.

Die Massenabfertigung rund um den Anleger auf Gili Trawangan war ein sehr gutes Beispiel dafür, wie stur und unüberlegt die Besucher weiter auf die Inseln gekarrt werden, obwohl diese die Grenzen des Erträglichen schon längst überschritten haben.

Es scheint niemanden zu interessieren, welche Auswirkungen diese Menschenmassen auf diese kleinen Inseln haben und welche Konsequenzen ein weiterhin so rücksichtsloser Tourismus auf die Umwelt und die Gegebenheiten vor Ort hat.

3. Die Strände verschwinden

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Die Strandabschnitte werden immer schmaler

Dass die Strände verschwinden ist natürlich ein weltweites Problem, das nicht nur auf den Gili-Inseln bemerkbar ist. Trotzdem hat es mich ehrlich schockiert, dass es auf Gili Meno wirklich mit freiem Auge erkennbar war.

Laut meinem Reiseführer hat allein Gili Meno in den letzten sieben Jahren fast fünf Meter an Strand verloren. Damit ist die Insel ein trauriges Paradebeispiel für die Auswirkungen von Massentourismus und Erderwärmung auf unseren Planeten.

Der Hauptgrund für den Landverlust sind die Zerstörung und der Abbau der vorgelagerten Korallenriffe, die als natürliche Barriere dienen und normalerweise verhindern, dass der Sand ins Meer geschwemmt wird.

Der Verlust des Strandes hat zur Folge, dass speziell bei Flut, auf einem Großteil der Insel nur noch ein äußerst schmaler Streifen Strand übrig bleibt, der kaum ausreicht um sich niederzulassen und die Sonne zu genießen.

Vor unserer Unterkunft lag eine Mauer, die das letzte bisschen Sand davon abhalten sollte, ins Meer hinaus getragen zu werden. Ein letzter – und fast ein wenig hilfloser -Versuch, die Folgen der Zerstörung der letzten Jahre einzudämmen.

Bei Ebbe ist es etwas besser, dafür musst du dann hunderte Meter weit ins Meer hineinwaten, bis du endlich zum Schwimmen kommst. Und da sind wir schon beim nächsten Problem.

4. Die Gezeiten machen Baden schwierig bis unmöglich

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Bei Ebbe kann man hunderte Meter weit ins Meer hineinwaten

Die Gezeiten sind auf den Gilis sehr stark ausgeprägt und haben einen großen Einfluss auf dein Badeerlebnis. Schwimmen ist oft nur bei Flut wirklich möglich, da du bei Ebbe kilometerlang ins Meer hineinwaten musst, um überhaupt schwimmen zu können. Wenn du Pech hast und während deines Aufenthaltes untertags Ebbe herrscht, kann es also sein, dass du gar nicht zum Baden kommst oder eben ein ordentlicher Fußmarsch erforderlich ist.

Das der Meeresuntergrund sehr steinig ist bzw. aus Korallen(resten) besteht und auch Seeigel sehr häufig vorkommen, solltest du bei diesem Vorhaben immer Badeschuhe tragen, um Verletzungen zu vermeiden. Glaube mir, ich spreche aus eigener Erfahrung wenn ich sage, dass ein Tritt auf einen Seeigel das Urlaubserlebnis ganz schön trüben kann!

Auf der zum Meer hin offenen Seite ist es zwar besser, dafür ist hier der Wellengang hoch und die Strömung ziemlich stark, was das Schwimmen wiederum gefährlicher macht. Vor allem die Strömung vor und zwischen den Gilis sollte man nicht unterschätzen!

Als reine Badeinseln, wie es zum Beispiel die Malediven sind, kann ich die Gilis also nicht unbedingt weiterempfehlen.

5. Der Strand ist nicht so fein wie er aussieht

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Eine Nahaufnahme des Strands von Gili Meno

Dass die Gilis keine reinen Badeinseln sind, liegt auch am Strand. Auch wenn es auf vielen Bildern so aussieht, einen echten Puderzuckerstrand, wie man ihn aus der Werbung kennt, sucht man auf Gili Meno größtenteils vergeblich.

Da es sich um Koralleninseln handelt, ist der Sand von Korallenbruchstücken durchzogen und daher ziemlich grobkörnig. Das große Korallensterben hat diesen Effekt noch verstärkt und so sind die Strände vielerorts wirklich übersät von scharfen Bruchstücken toter Korallen, was Barfuß laufen ziemlich unangenehm macht. Bei jedem Schritt wird einem zudem bewusst, dass diese toten Korallen am Strand einst wundervolle, lebende Korallen im Wasser waren, die so wichtig für unser Ökosystem sind. Damit kommen wir auch schon zum nächsten und letzten Punkt.

6. Die Korallenriffe sind tot

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Die Korallenriffe sind abgestorben

Die abgestorbenen Korallenriffe habe ich schon angesprochen und auch wenn es der Strand schon erahnen lässt, erst beim Schnorcheln oder Tauchen offenbart sich das ganze Drama.

Unbedarfte Touristen, die auf den Korallen herumsteigen, Boote, die beim Anlegen über die Korallengärten schrammen, die bis vor einigen Jahren allgegenwärtige Fischerei mit Dynamit und natürlich das der Erderwärmung geschuldete Wetterphänomen „El Niño“ haben die Korallen vor den Gili Inseln fast komplett zerstört.

Anscheinend fällt es vielen Besuchern nicht auf, da man beim Schnorcheln immer noch ein paar bunte Fische und ab und zu sogar eine Meeresschildkröte in den Gewässern beobachten kann. Ihr könnt mir aber glauben:

Ein gesundes Korallenriff sieht anders aus als das, was einen in der Unterwasserwelt vor den Gili-Inseln erwartet.

Ihr seht, es ist nicht alles Gold was glänzt und wer einen genaueren Blick wagt und mit offenen Augen über die Inseln geht, wird rasch erkennen, dass die Gilis schon lange nicht mehr das Paradies sind, für das sie immer noch gehalten werden.

Was kann man selbst tun, um die Situation auf den Gilis zu verbessern?

Wenn du dich nun fragst, was du selbst tun kannst, um die Situation auf den Gili-Inseln nachhaltig zu verbessern, hier ein paar Tipps:

  • Vermeide verpackte Lebensmittel und versuche generell, so wenig Müll wie möglich zu produzieren (Lesetipp: 6 einfache Tipps für plastikfreies Reisen in Indonesien).
  • Vermeide die kleinen Plastikflaschen. Nimm wiederauffüllbare Flaschen z.B. aus Edelstahl mit und kaufe Wasser (wenn möglich) in größeren Kanistern. Wenn es gar nicht anders geht, entsorge deinen Plastikmüll so fachgerecht wie möglich und nimm ihn im Zweifel mit aufs Festland.
  • Lass dich nicht von der Wegwerfmentalität anderer anstecken. Nur weil es die Einheimischen oft nicht besser wissen, müssen wir es Ihnen nicht nachmachen. Im Gegenteil, Aufklärung ist das Stichwort!
  • Nimm an Beach Clean-Ups teil. Viele (private) Organisationen bzw. Unternehmen wie Tauchschulen etc. organisieren regelmäßig Strandreinigungen. Weitere Infos dazu findest du z.B. bei den Trash Heros.
  • Aufklärung und Bildung unterstützen: Mit  ca. 7 Euro ein schülerfreundliches indonesisches Buch finanzieren oder für ca. 200 Euro eine kleine Bibliothek mit deinem Namen eröffnen via green-books.org.
  • Verzichte auf die Pferdekutschen. Auf den Gilis wirst du immer wieder auf Pferdekutschen treffen, die dir anbieten, dich und dein Gepäck in deine Unterkunft zu transportieren. Aus Tierschutzgründen solltest du wirklich drauf verzichten. Die Distanzen auf den Inseln sind nicht sehr weit und die Pferde werden es dir danken. Leider sehen die meisten Tiere nicht sehr gut aus und vermutlich wird sich erst etwas ändern, wenn die Nachfrage endlich ausbleibt. Du hast es in der Hand, diese Zustände nicht zu unterstützen!

nicht-gili-inseln-pferdekutschenAuch wenn du denkst, das sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Jede Bemühung zählt und am Ende werden wir nur gemeinsam erreichen, dass sich etwas ändert. Lassen wir es nicht soweit kommen, dass diese drei Inseln endgültig dem Massentourismus geopfert werden, sondern versuchen wir zusammen zu retten, was noch zu retten ist.

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Noch mehr Tipps zu Lombok gibt es in dem großartigen Lombok-Inselguide von Home is where your Bag is. Dieser Reiseführer ist mit 280 Seiten der perfekte Begleiter für deine Lombok-Reise und versorgt dich mit vielen Geheimtipps fernab der bekannten Ziele, z.B. die „Secret Gilis“.

Warst du schon einmal auf den Gili-Inseln? Wie ist dein Eindruck vom vermeintlichen Paradies?

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Text & Fotos: Lisa Stelzel

Über die Autorin: Zusammen mit ihren Bruder schreibt Lisa auf Imprintmytravel.com über ihre beiden Leidenschaften Reisen und Fotografie! Lisa liebt Pferde und hat bereits ein Jahr in Mexiko gelebt. Trotz ihrer Arbeit als Brand Managerin für ein internationales Unternehmen schafft sie es, ihr Reisefieber zu leben und viele Orte weltweit zu erkunden.

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40 Kommentare

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40 Kommentare

Chris Wood 21. Juli 2018 - 1:34

Lisa und ihr Bruder sollten erstmal Asien bereisen, bevor Sie solche schlechten und überzogenen Berichte in die Welt entlassen.
Ich bin persönlich vor 20 Jahren das erste Mal auf Gili Air & Trawangan gewesen und bin jetzt seit 1 Woche und für weitere 5 Wochen hier und kann dem Bericht mit über 20 Jahre Asienreiseerfahrung nur aus vollem Herzen widersprechen:
1) Müll: hier gibt es NICHT mehr Müll als an einem anderen Ort in Asien.Im Gegenteil, die Tauchschulen und Inselbewohner sind sehr bemüht die Ökologie der Insel zu schonen und sind deutlich weiter als irgend ein Land in der EU:
– die meisten Restaurants benutzen Bambusstrohhälme
– es gibt keine Auto, ausschließlich Elektroroller, Fahrräder und Pferdekutschen
– tägliche Müllbeseitung am Strand
– jede Tauchschule hilft beim Aufbau neuer Riffs mit
2) Massentoristmus: kennt Ihr Asien? der Andrang hier ist ganz normal! Bitte erwartet nicht einsame Inseln, aber wenn ihr einen einsamen Strand sucht, werdet ihr ihn immer noch finden. Wer Kho PiPi oder Kho Tao kennt, ist hier immernoch positiv überrascht, wie ruhig es auf den Gilis zugeht 🙂
3) Insel verschwindet?! Lustig, was wollt ihr damit sagen? Kommt schnell nochmal her, bevor die Inssln in 50 Jahren verschwunden sind? JA, Meeresspiegel steigen und Inseln werden in den nächsten Jahrzehnten verschwinden… nur was hat dieses Thema hier zu suchen? Gerne können wir amerikanische Produkte boykottieren, um die gnadenlose Politik von Trump zu ändern 🙂
4) “Gezeiten machen Baden unmöglich”, “nur mit einem ordentlichen Fußmarsch”… das möchte ich nicht kommentieren … einfach nur Unsinn
5) Korallenriffe sind tot: hier muss ich leider dem Bericht zustimmen, mir ist das Koralkensterben nirgens so aufgefallen wie hier… es wird lange dauern, bis hier die wunderschönen im Fernsehen oft zu sehen Korallenriffe wieder zu sehen sind. Tauchschule und Inselbewohner wissen das es ihre Zukunft ist und tun alles, um die Reste der Korallenriffe zu schützen und neue aufzubauen.

Ich bin leidenschaftlicher Taucher und kann die Gili’s uneingeschrenkt jedem empfehlen. Familien mit Kindern, Jugendlichen, Studenten, Im Leben stehenden und Rentnern. Die Herzenswärme der Einheimischen und das sehr gute Essen in einer tollen, romantischen Inselathmospäre laden zum Verweilen ein. Ein kleiner Wehrmutstropfen: man wird nachts 2mal vom Gesang der Moschee aufgeweckt – überall, da die Moscheen gut platziert sind und der Gesang von Lautsprechern verstärkt wird …

An die Autoren des Berichts: bevor ihr noch einen Bericht schreibt, sammelt bitte erstmal Erfahrung in dem Gebiet, über das Ihr Schreiben wollt, sei es Asien, Inseln oder Pferde. Ich habe mir hier bestimmt 20 Pferde angesehen und die waren alle! gut genährt und haben für asiatische Verhältnisse ein gutes Leben. Meine 110 kg Tauchgepäck plus das Gewicht meines Sohnes und mir mit weiteren 140 kg hat unser Pferd mühelos um die Insel getragen…

Antworte Chris
Fabio 10. Juli 2018 - 7:53

Ich finde deinen Bericht vollkommen überzogen. Was erwartest du eigentlich? Du bist selbst Tourist und erwartest eine Insel ohne Touristen? Wie alt bist du eigentlich?
Glaubst du in Sizilien ist es anders? Da war ich dieses Jahr auch und da steht alles vor Müll . Ich bin momentan auf den Gilis, jetzt gerade auf gili meno.
Und stell dir vor: wir sind in einer Ecke mit Restaurant OHNE EINEN EINZIGEN anderen Touristen.
Ich weiß nicht wo du auf Meno warst aber ich kann dein Bericht wirklich nicht ernst nehmen.
Deine Fernseh Strände etc. sind sowieso alle bearbeitet die man in der Werbung sieht.
Zu deinem Strand Problem: ich war vor 10 Minuten am schönsten Strand den ich je gesehen habe! Sandig sandig sandig und absolut nicht steinig oder was auch immer du da interpretieren willst.
Das ist eine Insel inmitten des indischen ozeans, natürlich ist da 80% der Strände korallig etc.
Aber es gibt hier definitiv die tv Werbung Strände und glaube mir ich war schon viel um die Welt unterwegs.
Trawangan ist Party Insel, das stimmt, aber Leute lasst euch von so einem Bericht bitte nicht einlullen, dass ist absolut übertrieben und einfach nur kindhaftes aufregen ohne mal nachzudenken.
Liebe Grüße vom Traumstrand auf den Gilis 😉

Antworte Fabio
Bianca 29. Mai 2018 - 16:52

Wir befinden uns gerade im Urlaub in Lombok und haben gestern einen Tagestrip nach Gili Meno unternommen. Leider hatten wir uns zuvor nicht eingehend mit Kommentaren im Internet beschäftigt, sonst hätten wir diesen Ausflug wahrscheinlich nicht gemacht. Daher hatten wir naiv mit einer Art „Urlaubsparadies“ gerechnet und gedacht wir würden auf der Insel jetzt im Mai (Nebensaison) ein ruhiges Plätzchen finden. Leider kann ich den Artikel nur bestätigen, es ist eine ganz nette Insel, die aber nichts paradiesisches mehr an sich hat. Wir sind zu Fuß um die ganze Insel gegangen auf der Suche nach einem geeigneten Platz, aber vergeblich. Es wechseln sich rundherum Hotels, Restaurants, Cafés und Bars ab. Wir waren dann beim Schnorcheln im Wasser und ich hatte Angst, dass mich irgendein Boot dabei übersieht, da man keine ruhige Stelle mehr findet. Beim Auftauchen hatte ich Benzingeruch in der Nase und beim Untertauchen konnte ich im trüben Wasser nichts sehen. Ich bin dann relativ schnell wieder ans Festland geschwommen, aber auch am Strand war es kein Spaß in die Massen von abgestorbenen Korallen zu steigen.
Ich hoffe sehr, dass die Regierung schleunigst etwas unternimmt und endlich aufhört hier noch mehr Hotels bauen zu lassen. Es war nur noch traurig das alles zu sehen, vor allem wenn man hört wie es hier mal gewesen sein soll. Insgesamt rate ich also ab von einem Besuch der drei Gilis im Norden, möglicherweise ist es bei denen im Süden noch anders – noch …
Nichtsdestotrotz ist Indonesien ein sehr schönes Reiseziel! Und vielleicht können wir als Touristen auch Schritt für Schritt etwas bewirken indem wir z.b. immer wieder Plastiktüten ablehnen (auch wenn man dafür hier komisch angeguckt wird).

Antworte Bianca
Karola Schumacher 2. Mai 2018 - 4:12

Hallo,
ich bin grad auf gili air. Klar haben sie hier viele Probleme zuviel Müll, zuviele pferdekutschen und zuviele Touristen. Nur dazu trägt jeder einzelne noch bei von uns. Ich nehme meinen Müll mit und lass ihn nicht liegen! Man sollte einfach die Anzahl der Touristen hier beschränken. Tagestouristen Nein, erst ab 2 Nächten.
In geringen Umfang wird ja der Müll abtransportiert, ich hoffe er erreicht lombok und fällt nicht ausversehen vorher ins Meer. Da liegt nämlich auch schon genug. Sie kehren den ganzen Tag ihr Grundstück hier, aber am Strand setzen sie sich neben den Müll.
Ich wußte was mich hier erwartet, hatte mit noch mehr Dreck gerechnet. Trotzdem ist man geknickt das die Einheimischen nicht weiter denken. Bei uns wird ein heiden Aufstand gemacht wegen den Diesel und hier schaut die Regierung und alle anderen zu. Haben die einen luftfilter über Asien?
Ich reise gern nach Asien und hoffe das es auch hier sich ändert. Ich denke und hoffe das mein Geld dazu beiträgt!!
Ich hoffe ich habe nicht zuviel geschimpft.

Antworte Karola
Marianne 16. April 2018 - 15:07

Hi,
Ich war dteimal auf Gili Trawangan: 2009/2013 und 2016. Beim letzten Aufenthalt ist mir aufgefallen, wie sich das Publikum und die Stimmung auf der Insel verändert hatte. Riesige Menschenmengen drängten sich am Bootssteg, auf die Schnellboote wartend. Teilweise herrschte eine aggressive Stimmung unter den Wartenden (besoffen). Ausserdem fiel mir auf, dass die Insel 2016 rundum mit Hotels zugebaut war und wie einfache Unterkünfte durch teurere ersetzt wurden. Es erinnert etwas an das Schicksal der Insel Boracay auf den Philippinen. Leider möchte jeder ein Stück des (Profit) Kuchens abhaben. Die vielen Schnellboote direkt aus Bali haben dazu geführt, dass immer mehr (und andere) Leute auf die Insel kommen.
Marianne.

Antworte Marianne
Peter 20. Januar 2018 - 21:15

Erschreckend dein Bericht. Ich war 1992 auf Gili Trawangan…ein Traum.
Ich wollte dieses Jahr wieder nach Bali. Gibt es wenigstens im Norden noch etwas Ursprünglichkeit?

Antworte Peter
Matthias 13. Januar 2018 - 15:45

Auf den Gili-Inseln merkt man seit ca einem Jahr, dass die Regierung immer weiter eingreifen will bzw eingreift. Ich war Ende 2016 (sowie mehrere Male davor) und In der ersten Januarwoche 2018 auf den Gilis. Es findet immer stärker eine Veränderung statt. Von der einst traumhaften Inselgruppe, welche einen Flair von Sorgenfreiheit ausstrahlte, zu einem „High-Class-SchickiMicki-Urlaubsresort“. Einige Freunde auf der Insel bemerken bereits seit letztem Jahr das sich das Publikum verändert.
Bereits in den kommenden Wochen werden auf komplett Gili T die Arbeiten für einen befestigten Weg um die Insel begonnen, alle Restaurants am Strand von Gili T mussten abgerissen werden und hinter die Promenade verlegt werden. Aktuell habe ich 4 Bauprojekte im 4 bzw 5 Sterne Segment bemerkt. Die Polizei verkehrt seit Weihnachten 2017, oft auch in Zivil,auf allen drei Inseln, wodurch das abendliche lockere Beisammensein mit den Ortsansässigen auf ein Minimum reduziert wurde.
Der Flair, den die Gilis einst verbreitet haben, werden sie leider bald verlieren bzw haben Sie bereits verloren. Einen solcher Tourismus, wie er durch die Regierung anvisiert wird, wird die Gilis als Reisziel unattraktiver machen.

Antworte Matthias
Adrian 9. Januar 2018 - 2:57

Ein aktueller Bericht von N-TV, welcher zeigt, dass wir Deutschen nicht besser sind. Bei uns sieht man es nur nicht so deutlich wie in Asien beispielsweise.
https://mobil.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Deutschland-versinkt-im-Plastikabfall-article20216800.html

LG

Antworte Adrian
Thomas Alber 4. Januar 2018 - 4:43

So….ich bin heute als Backpacker auf Gili Trawangan nach Kuta und Ubud bzw. Bongkasa angekommen und werde diese kritischen Berichte in den Vergleich nehmen mit anderen Ländern dieser Erde. Es ist Land Nummer 27, dass ich bereise, darunter die meisten Länder mehrfach. Vorzugsweise in Europa und Asien, aber auch in Afrika und auf Inseln im indischen Ozean.

Vielen Dank für die kritischen und positiven Anmerkungen hier.

Schöne Grüße
Tom

Antworte Thomas
Christoph 1. Januar 2018 - 9:25

Hi,

bin gerade mit meiner Freundin auf Gili Air und kann das nur bestätigen. Ich würde hier nie wieder herkommen! Hatte von Asien keine Ahnung und bin vollkommen naiv her, weil ich dachte, dass es so aussieht wie im TV. War ein spontaner Trip.

Leider totale Geldverschwendung. Warum?
– Weil Gili Air nur noch aus Müll besteht
– Weil die Verkäufer in mir nur einen wandelnden Geldschein sehen
– Weil es den Einwohnern vollkommen egal ist, wie sehr sie ihre Umwelt zerstören.
– Weil gefühlt tausend Boote jedes Bade- und Taucherlebnis kaputt machen
– Weil ich hier schon 2x gammliges Essen erhalten habe

Das summiert sich leider alles. Bali war schon ein Schock, aber das hier ist einfach alles lächerlich!

DRECK DRECK DRECK! Und daran sind zum großen Teil sicher nicht die Touris schuld. Der Hauptdreck stammt definitiv von den Einwohnern und einer lächerlichen Regierung, der alles scheiß egal ist, solange der dumme Touri zahlt.

Ich investiere mein nächstes Reisegeld daher lieber wieder in Länder, die nicht mehr im 18. Jahrhundert leben und länger als bis 12.00 denken.

Antworte Christoph
Thomas Alber 4. Januar 2018 - 4:16

Hallo Christoph,

ich bin gerade angekommen und wenn Du noch da bist können wir uns gerne auf einen Kaffee treffen. Ich bin seit einigen Jahren in Asien und Europa als Backpacker unterwegs und habe einen etwas anderen Blick auf die Dinge entwickelt.
Der Bericht von Lisa ist doch etwas einfach gehalten und man hat den Eindruck dass sie etwas naiv nach Gili gereist ist.
Die Gegebenheiten sind keine anderen als z.b. auf Mallorca oder Sardinien, Sizilien oder selbst Malaga.
Die Müllentsorgung bzw. das System dazu zu entwickeln ist notwendig, doch selbst in Deutschland haben wir Ecken, die alles andere als sauber sind.
Sollte z.b. Island den aktuellen Hype nicht bremsen, erhalten sie ein ähnliches Problem.
Gruß
Tom

P.S.: Während ich schreibe beobachte ich gerade die geordnete Sammlung von Plastikgetränkeflaschen. Erster Schritt….

Antworte Thomas
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