Home Flores – Tipps für deine Reise nach Flores Eco-Travelling: Reisen abseits der Touristenpfade & gleichzeitig Gutes tun?

Eco-Travelling: Reisen abseits der Touristenpfade & gleichzeitig Gutes tun?

von Sebastian Würfel

Ein Beitrag von Lea Frahm

Reisen und gleichzeitig einen gemeinnützigen Beitrag für das Land leisten, das man entdecken möchte, kann man als Eco-Travelling bezeichnen. Ich habe es zum ersten Mal ausprobiert und möchte euch hier von meinen Erfahrungen berichten.

Das Konzept des Eco-Travellings wurde von green-books.org entwickelt, einer NGO, die sich für die Umweltbildung von Kindern in Indonesien einsetzt (die NGO auf indojunkievibes.com anschauen).

In Indonesien bestehen große Umweltprobleme wie großflächige Regenwaldabholzungen für den Palmöl-Anbau, langanhaltende Bodenzerstörung durch Gold- und Eisenerzminen sowie Verschmutzung von Land und Wasser mit Plastikmüll.

Grund dafür ist häufig eine unzureichende Umweltbildung vor allem im Kindesalter. Mit spaßigen Kinderbüchern, die in bestehenden Einrichtungen wie Schulen oder neu eröffneten Bibliotheken zur Verfügung gestellt werden, möchte green-books.org in den Kinder ein nachhaltiges Bewusstsein zu ihrer schützenswerten Natur entwickeln.

Warum Eco-Travelling? Auf unentdeckten Wegen

Das Team von green-books.org ermöglicht Reisenden diese Bibliotheken zu besuchen, um mit den Kindern Eco-Aktivitäten und Spiele durchzuführen. Denn neben den Büchern ist es auch von großer Bedeutung, den Kindern Wissen über die Auswirkungen von z.B. Plastikmüll und der Abholzung der Wälder spielerisch zu vermitteln.

Als ich mich entschied für zwei Wochen nach Flores zu reisen, freute ich mich zwar riesig auf Land und Leute, gleichzeitig fehlte mir aber ein tieferer Sinn. Daher war ist sofort begeistert, als ich von dem Konzept des Eco-Travelling hörte.

Zudem bekommt man dadurch die Gelegenheit, Orte abseits der üblichen Touristen-Pfade zu besuchen und Einblicke in das traditionelle Leben der lokalen Leute zu erhalten.

Denn die 60 Büchereien erstrecken sich über weite Regionen Indonesiens, in denen zum großen Teil nur selten Touristen vorbeikommen.

Wie wird man zum Bücherengel?

In meinem Fall habe ich nicht nur eine Bücherei besucht, sondern durfte selber Bücherengel sein und die Kinderbücher zu einer kürzlich finanzierten Bücherei bringen. Das Team von Indojunkie übernahm zusammen mit Biru Biru und viel-unterwegs.de die Patenschaft für eine Bücherei in Detusoko in der Nähe von Ende, Zentralflores.

In einem Videoaufruf haben sie einen Bücherengel gesucht, der die Bücher persönlich nach Detusoko bringt und ihn in mir gefunden. Dadurch hatte ich auch die Möglichkeit vorab den Gründer von green-books.org persönlich auf Bali kennenzulernen.

So konnte ich mich über das Projekt informieren und mehr über die Eco-Aktivitäten erfahren, die ich mit den Kindern vor Ort machen kann. Wer auch daran interessiert ist, Bücherengel zu werden, kann direkt mit green-books.org in Kontakt treten.

Mit 40 Büchern im Gepäck nach Flores

green-books-org

Mit Kinderbüchern im Gepäck nach Flores

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Bali ging es also mit den 40 Kinderbüchern – ca. 10 kg – im Gepäck nach Flores. Um es noch spannender zu machen, ging es nicht direkt nach Ende, sondern als ersten Stopp nach Maumere, einem Ort im Osten von Flores an der Küste.

Nach meinem ersten Flug in einer Propeller-Maschine landete ich auf dem kleinsten Flughafen, den ich bisher gesehen habe. Der ist sogar so klein, dass er zwischen zwei Flügen dicht gemacht wird und die Mitarbeiter erst kurz vor der nächsten Landung wieder auftauchen.

Vom Flughafen ging es weiter mit einer lustigen Taxifahrt, während welcher ich erfuhr, dass bei einer Hochzeit auf Flores Frauen mit Pferden “bezahlt” werden.

Kleiner Tipp: Wenn ihr in einer Unterhaltung auf das Thema Heirat zu sprechen kommt (wozu es in Indonesien sehr schnell kommt), einfach mal fragen, wie viele Pferde die Ehefrau gekostet hat. Führt mit hoher Sicherheit zu einem großen Gelächter auf der Seite eures Gegenübers.

Das Taxi brachte mich zu meiner Unterkunft bei der sehr netten Familie der Bank Sampah, ein weiteres tolles gemeinnütziges Projekt zum Thema Abfallmanagement.

Einen Tag lang entdeckte ich Maumere und Umgebung mit dem Roller, genoss die traumhafte Landschaft entlang der Küste, wo man immer wieder einsame Sandstrände entdeckt. Ich besuchte einen Mangrovenwald und rundete den Tag mit einem leckeren Gado-Gado auf dem Nachtmarkt ab. Danach ging es für die Bücher und mich weiter Richtung Detusoko.

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Küste bei Maumere

Über Land von Maumere nach Detusoko

Bevor es nach Detusoko ging, machte ich noch einen weiteren Zwischenstopp in Moni, dem Ausgangspunkt für den Besuch des Kelimutus ist; ein Vulkan, der für seine drei Kraterseen bekannt ist, die – mit etwas Glück – durch ihre drei verschiedenen Farben bestechen. Ein Muss für jeden Flores-Besucher, denn wie die Locals sagen:

Wenn du Kelimutu nicht gesehen hast, hast du Flores noch nicht betreten.

Gewohnt habe ich im “The Geckos Homestay”, einem kleinen Homestay abseits der Hauptstraße. Der Besitzer Lopez kann euch viel über die Umgebung erzählen und abends kocht und isst man traditionell zusammen mit der Familie.

Zum Sonnenaufgang ging es auf eigene Faust mit dem Roller zum Kelimutu. Eine knappe Stunde Fahrt plus eine halbe Stunde Fußmarsch und schon erstrecken sich vor einem die drei Seen. Obwohl bei mir die Farben der Seen ähnlich waren, war es dennoch ein traumhafter Anblick. Man hat auch eine wundervolle Aussicht auf die umgebende Landschaft.

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Sonnenaufgang hinter den Kelimutu Seen

Nach dieser Tour und einem kurzen Stopp an einer naturbelassenen heißen Quelle inmitten der Reisfelder ging es weiter nach Detusoko, dem Highlight meiner Reise. Dieses Mal mit dem lokalen Bus; ein kleiner, bunt bemalter Bus vollgestopft mit Menschen und Gepäck und lauter Musik – definitiv auch eine Erfahrung wert!

Besuch der Eco-Library und Eco-Spiele

In Detusoko angekommen wurde ich von Nando empfangen, der die Eco-Bücherei leitet. Nach einem kleinen Spaziergang durch den sehr traditionellen und schönen Ort, kamen wir am Haus seiner Familie an. Dies war für die nächsten zwei Tage mein Zuhause und so wurde ich auch herzlich von der Familie aufgenommen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es zur Bücherei, wo ich die Kinder kennenlernen sollte, die nach der Schule dorthin kommen, um in den Büchern zu stöbern. Ich war sehr aufgeregt, wie sie auf mich reagieren würden. Nach einem anfänglichen Beschnuppern mit den ersten Kindern, kamen wir direkt auf die Frage, welche Tiere in Europa und welche in Indonesien leben. Glücklicherweise war eines meiner mitgebrachten Bücher eine Tier-Enzyklopädie in denen viele Tiere mit Bild dargestellt waren. So gingen wir Bild für Bild durch das Buch und verglichen zusammen, welche Tiere es wo gibt.

Die positive Erkenntnis war, dass den Kindern durchaus bewusst war, welche Tiere in ihrem Land leben. Gleichzeitig erkannte ich, wie gering die Artenvielfalt in Europa im Vergleich zu Indonesien ist und weswegen es so wichtig ist, diese zu schützen.

Für die nächste Aktivität hatte ich ein Poster mitgebracht, dass sich aus 6 mal 4 DinA4 Seiten zusammensetzt und das Ökosystem in Indonesien aus Wald, Ozean und Mensch darstellt und als eine Art Puzzle zusammengesetzt werden musste. In einer Gruppe von 25 Kindern brachten wir alles in die richtige Reihenfolge, was den Kindern super viel Freude bereitete.

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Eco-Aktivitäten in einer Bücherei in Flores

Auf dem Poster war auf der einen Seite das Ökosystem dargestellt, wenn der Mensch einen nachhaltigen Einfluss nimmt. Die andere Seite thematisierte die schlechten Auswirkungen, wenn der Mensch nicht nachhaltig handelt.

Von green-books.org hatte ich bereits vorbereitete Fragen zu dem abgebildeten Ökosystem bekommen, die ich zusammen mit den Kindern beantwortete. Das Schöne daran war, dass die Kinder sehr freudig und wissbegierig dabei waren und zum Teil schon ein sehr gutes Verständnis für Umweltprobleme zeigten. Aber auch nur zum Teil. Zum Beispiel nannten mir die Kinder alle Tiere, die auf dem Poster zu sehen waren.

Bei der Frage, wo man all diese Tiere finden kann, wurde dennoch im Chor “Im Zoo” geantwortet.

Genauso erkannten sie zwar die Probleme, die der Plastikmüll mit sich bringt, aber auf die Frage, wohin sie ihren Müll entsorgen, war die allgemeine Antwort “auf den Boden” oder “im Fluss”. Zugegeben, nicht nur das Wollen spielt hier eine Rolle, sondern auch das Können. Zumeist fehlt es auch an der Infrastruktur für eine geordnete Müllentsorgung.

Nach unseren Aktivitäten überraschten mich die Kinder mit einer Gesangseinlage, die sie vorbereitet hatten. In kleinen Gruppen stellten sie sich in Englisch vor und sangen gemeinsam ein einstudiertes Lied. Das war für mich ein ganz besonderes Erlebnis und ein krönender Abschluss eines ereignisreichen Tages. Am nächsten Tag malten wir noch gemeinsam das Poster an, bevor es Abschied nehmen hieß. Mit schwerem Herzen verließ ich Detusoko, denn ich hatte das Gefühl, dass man hier noch viel bewirken kann.

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Die Kids von Detusoko

Werde auch du Eco-Traveller in Indonesien

Daher ist es umso wichtiger, dass viele andere sich dem Eco-Travelling anschließen, so dass wir gemeinsam das Wissen zu den Kindern in die verschiedensten Regionen Indonesiens bringen können. Denn meine abschließende Erkenntnis ist, dass diese Kinder unheimlich wissbegierig und klug sind und es wichtig ist, hier anzusetzen und ein Umweltbewusstsein zu schaffen, damit sich die Kinder zukünftig für ihre Natur und Umwelt einsetzen.

Wenn du die Aktivitäten von green-books.org unterstützen möchtest, werde auch Eco-Traveller. Eco-Travelling kostet nichts und du wirst mit Sicherheit Ecken in Indonesien entdecken, in die du dich sonst niemals verirrt hättest. Oder hilf mit einer Bücherspende oder gar einem ganzen Bücherset für eine neue Bücherei. Mehr Informationen findest du hier.

Autoren-ProfilbildÜber die Autorin: Lea hat während einer mehrmonatigen Asienreise ihre Leidenschaft für Indonesien entdeckt und daraufhin ein halbes Jahr hier gearbeitet. Während dieser Zeit hat sie nicht nur die Sprache gelernt, sondern auch viel über Land und Leute. Insbesondere auch über die Umweltprobleme, die das Paradies bedrohen. Daher setzt sie sich sehr für gemeinnützige Projekte in Indonesien ein, die sich dem Umweltschutz gewidmet haben.

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1 Kommentar

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1 Kommentar

Thomas 25. Juli 2019 - 17:56

Ein schöner Beitrag, der mir wieder Lust auf Indonesien gemacht hat. Ich finde es klasse, wenn Reisende etwas nachhaltiges hinterlassen. Weiter so 🙂 Wir suchen uns unterwegs meistens Tierschutz Projekte, die wir mit unserer Seite sponsern.
LG Thomas

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