Home Kultur Unsere Deutsch-Indonesische Lovestory – und warum nicht immer alles so easy ist

Unsere Deutsch-Indonesische Lovestory – und warum nicht immer alles so easy ist

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Kathi 

Wie erzählt man eine Liebesgeschichte, ohne daraus einen Roman zu machen? Ich weiß es nicht, aber ich versuche Euch zumindest einen kleinen Einblick in meine, nein in unsere Deutsch-Indonesische Lovestory zu gewähren.

Unsere erste Begegnung war im letzten Jahr (2018) auf Gili Air. Meine zwei Freundinnen, die diesmal mit nach Indonesien kamen, wollten gerne Dreadlocks haben. Gesagt, getan! Joni, ein Freund, den ich bereits von früheren Reisen nach Indonesien kannte, brachte uns zu seinem Freund „Joe“, der fingerfertig und kreativ nicht nur Schmuck herstellt und verkauft, sondern auch wunderschöne Hairwraps und Dreadlocks macht.

Bereits bestens gelaunt und in guter Stimmung führte er in Präzision und Geschicklichkeit sein Handwerk aus und meine Mädels waren Besitzer von neuem Haarschmuck.

Da wir später noch in die bekannte Legend Bar gehen wollten, luden wir Joe ein, ebenfalls zu uns zu stoßen, sofern er Lust darauf hat.

Ja, er kam, und nicht einfach still und heimlich, sondern mit einem speziellen Aufmarsch an Tanzstil und ebenfalls verrückten Freunden, die einem einfach nur ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnten.

Auch wenn der Hunger und der Regen aus dem Abend nur eine kurzweilige Geschichte machten, sahen wir uns am nächsten Tag wieder.

Joe hatte geplant, die Insel für die nächsten Tage zu verlassen, um Ogoh-Ogoh, das jährlich stattfindende Spektakel, gemeinsam mit seiner Familie in Lombok zu feiern.

Warum auch immer, er blieb noch einen Tag länger, bis auch wir wieder zur Weiterreise antraten und genoss den gemeinsamen, vermeintlich letzten Abend mit uns am Lagerfeuer und bei Gitarrenspiel und Gesang.

Zur Verabschiedung tauschten wir unseren Facebookkontakt aus und telefonierten einige Tage später auch, da nun unsere Rückreise nach Deutschland beginnen sollte.

Zurück in Deutschland: Der Kontakt blieb erhalten

Am Rande sei erwähnt, dass ich direkt nach meiner Ankunft in Berlin ins Krankenhaus gefahren werden musste, da sich eine kleine Schnittwunde nach dem Surfen auf Bali so heftig entzündet hatte, dass man überlegte mir das Bein abzunehmen, sich letztlich aber nur für die Entfernung der Schleimbeutel und einem riesigen Schnitt am Knie entschied.

Diese Operation war aber zurückblickend der Beginn von Allem. Denn bekanntlich ist einem sehr langweilig im Krankenhaus und so kam es, dass wir jeden Tag via Whatsapp mehr als 5 Stunden miteinander einen Video-Call hatten.

Jeden Tag freute ich mich mehr auf die gemeinsamen Stunden, wenn auch nur virtuell. Es entwickelte sich ein Pflänzchen voller Gefühle, welches seitdem jeden Tag wächst und wächst.

Nach mehr als zwei Wochen durfte ich das Krankenhaus zwar verlassen, aber nutze auch daheim jede freie Minute, um den Kontakt in dem Maße beibehalten zu können.

Natürlich konnte ich nach meiner „Gesundung“ etliche Wochen später nur noch begrenzt mit ihm kommunizieren. Aber stets vor und nach der Arbeit gehörten einige Minuten uns, zumal auch die Zeitverschiebung uns oft einen Strich durch die Rechnung machte.

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Autorin Kathleen mit Joe auf Lombok

Das erste Wiedersehen auf Lombok

Um herauszufinden, ob diese Gefühle auch in der Realität und Angesicht zu Angesicht Bestand haben, beschloss ich, ein halbes Jahr nach unserem ersten Treffen, nach Lombok zurückzukehren.

Es war die Zeit kurz nach dem starken Erdbeben, welches etliche Häuser zerstörte, Menschenleben kostete und mir oftmals die Tränen bei dem Anblick in die Augen trieb.

Dennoch begrüßte mich bei meiner Ankunft am Flughafen ein aufgeregter junger Mann mit dem schönsten Lächeln, was man sich nach einem 20-Stunden Flug nur wünschen kann.

Ich hätte ihn gerne bereits direkt am Flughafen umarmt und geküsst, musste aber schnell lernen, dass die Sitten hier etwas anders sind und die überschwänglichen eigenen Gefühle hinten anstehen müssen.

Man darf eben nicht vergessen, so tolerant Joe auch ist und so wenig er mit unseren Vorstellungen von einem Moslem gemein hat, so fügt aber auch er sich, den allgemein geltenden Bestimmungen. Das bedeutet eben auch, man küsst sich nicht in aller Öffentlichkeit, man schläft nicht im selben Bett, wenn man im Hause der Eltern ist und man verbringt gewisse Zeremonien eben geschlechtergetrennt, wie z. B. bei Beerdigungen.

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Gemeinsame Momente in Indonesien

Über finanzielle Unterschiede und das konträre Verständnis von Geld

Die finanziellen Unterschiede und das konträre Verständnis von Geld zeigten sich bereits bei der ersten Autofahrt vom Flughafen zu unserer ersten Unterkunft in Pujut.

Bereits im Vorfeld kümmerte sich Joe um einen Fahrer, ein entfernter Onkel, der für die Fahrt 600.000 IDR verlangte. Ich kannte mich mit den Preisen auf Lombok bereits aus und war sichtlich enttäuscht, dass ein Familienmitglied so viel Geld verlangt, wo man üblicherweise nur um die 250.000 bis 300.000 IDR für diese Strecke bezahlt.

Dem Frieden Willen und dem Wissen, dass auch seine Familie die Auswirkungen des Erdbebens zu spüren bekam, habe ich den Preis gezahlt und mir vorgenommen später das Thema anzusprechen. Aber nicht an unserem ersten Tag, der erste Abend sollte nur uns gehören – ganz ohne Potenzial für schwierige Diskussionen.

Zum Frühstück machte ich uns Rührei mit Tomaten und Zwiebeln. Sehr europäisch, ich weiß…, Joe hat es geliebt und bereitet es sich auch heute immer wieder selbst zu, meistens gibt es jedoch zum Frühstück Nasi oder Mie Goreng.

Die Fahrt des gestrigen Abends musste aus meinem Gefühl heraus endlich angesprochen werden und ich war überrascht, wie unangenehm es ihm selbst war. Er selbst kannte sich mit Preisen eher schlecht aus und bekam erst in den kommenden Monaten mit mir ein Gefühl für Fahrpreise, Preise für Unterkünfte und somit auch ein Gefühl, dass auch ich auf Geld achten muss und es nicht im Überfluss besitze.

Mit Entsetzen und Schüchternheit stellte er ziemlich schnell fest, dass ein Familienmitglied seine Freundin schlicht und einfach abgezockt hat. Für die künftigen Unternehmungen haben wir uns stets besprochen und im Vorfeld geklärt, was fair ist – und was eben nicht. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team und auch er verhandelt mit Fahrern und Bekannten über Preise.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass in unserer ersten gemeinsamen Zeit stets ich das Verhandeln übernehmen musste. Es war ihm schlicht unangenehm mit Locals bzw. seiner entfernten Familie über Preise zu sprechen.

Uns beiden ist bewusst, dass ich den größeren Anteil unserer Kosten abdecke und dies auch gerne tue, jedoch ist es eben für einen Mann auch nicht allzu leicht, sich das einzugestehen und damit umzugehen.

Mit viel Einfühlungsvermögen können wir aber beide heute sagen, jeder gibt das, was er kann und es muss über Geld nicht mehr wirklich gesprochen werden.

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Mittlerweile sind Joe und Kathleen ein eingespieltes Team

Wie andere auf uns als Paar reagieren

Ich muss sagen, zu Beginn war es komisch mit Joe in ein Homestay zu gehen und die Blicke der Angestellten zu spüren.

Ich erinnere mich noch genau, wie wir oft gefragt wurden, ob wir uns ein Zimmer teilen und dann fragende Blicke ernteten, als klar wurde, dass wir zusammengehören.

Anfänglich waren wir beide wohl noch sehr verunsichert, was in den Köpfen der Locals vorgeht, wenn sie einem Einheimischen das Essen servieren, wo sie doch meist nur ausländische Touristen bedienen.

Wenn wir heute eine neue Unterkunft beziehen, betreten wir meist Händchen haltend den Empfang und lassen damit jeden Zweifel zerstreuen.

In ewiger Erinnerung bleibt mir auch die erste Begegnung mit seiner Familie. Es war herzlich und vorsichtig zugleich. Während ich bei der Mutter und der Schwester keinerlei Berührungsängste hatte, gebot es sich dem Vater so viel Respekt zu erweisen, dass man ihn nicht zur Begrüßung umarmt und ihm nur auf Augenhöhe die Hand reicht.

Die Indonesier sitzen meist auf dem Boden, so dass ich tief in die Knie ging, um ihm freundlich „selamat siang“ zu wünschen.

Traten mir bei unserem ersten Zusammentreffen die Frauen des Hauses noch mit Kopftuch gegenüber, habe ich die kommenden Male meist ihr wunderschönes schwarzes Haar sehen dürfen. Es ist eben kein Muss, sondern – zumindest bei Joes Familie – ein Accessoire, welches mich insoweit auf Abstand hielt, als dass man sich ja quasi noch fremd ist.

Ein kopi pahit und zwei/ drei Treffen später hatte ich jedoch bereits das Gefühl ein Teil der Familie zu sein und auch Joes Sohn begrüßt mich, nach anfänglicher Schüchternheit, heute mit den Worten „second mother“.

In den wunderschönen gemeinsame Wochen, die wir teils in Senggigi, seinem Geburts- und Wohnort, in Pujut, Gili Gede und Selong Belanak verbrachten, haben wir unzählige Situationen gehabt, wo sich „Fremde“ zu uns setzten und interessiert nach unserem Miteinander und den Weg, den wir gemeinsam gehen wollen, fragten.

In Indonesien ist man nämlich nie allein, wenn man mit einem Local unterwegs ist. Indonesien ist geprägt vom Gruppengefühl, von Small Talk und dem Miteinander. Man lebt nach dem „gotong-royong“ Prinzip, jeder hilft jedem.

Auch das herzliche Aufeinandertreffen mit seinen Freunden und letztlich jede Minute mit Joe bewiesen, was wir längst schon wussten – das sind echte Gefühle und hier könnte etwas ganz Großes entstehen.

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Autorin Kathleen mit Joe und seiner Familie auf Lombok

Verständigungsprobleme in der Beziehung

Sicherlich gab und gibt es auch heute noch einige Verständigungsprobleme, die nicht nur die sprachliche Ebene betrafen, sondern auch die unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Einstellungen.

Während die Indonesier alles gern in Harmonie verpacken und Probleme oder Differenzen nie direkt ansprechen würden, sind wir Europäer in diesen Dingen doch etwas anders.

Hier einen Mittelweg zu finden, den anderen nicht vor den Kopf zu stoßen, gelingt nur mit viel Verständnis für die andere Kultur und, wie in jeder guten Beziehung: reden, reden, reden.

Jedes kleinste Missverständnis konnten wir so ziemlich schnell aufklären und einen Einblick in die Denkweise des jeweils anderen geben.

Ich lerne jeden Tag mehr über die Religion und die Welt der Indonesier, und versuche damit klar zu kommen, dass ich nach jeder Reise zu ihm, wieder nach Deutschland zurückkehren muss.

Es fällt mir jedes Mal schwerer, wenn man sieht, wie Menschen, die so wenig besitzen, letztlich mehr Freude und Glück versprühen, als der Großteil der in Deutschland lebenden Menschen, die gefühlt nur am Jammern und sich Beklagen sind. Ihr wisst, was ich meine – und jeder Reisende, der sein Herz in der Ferne verloren hat, kann das sicherlich auch nachvollziehen.

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Gute Zeiten mit Joe auf Lombok

Nach dem Abschied folgt das Wiedersehen 

Der Abschied nach den ersten gemeinsamen drei Wochen fiel uns beiden unendlich schwer, auch wenn er versucht hat, seine Tränen in der Öffentlichkeit zu unterdrücken, ich konnte sie sehen und fühlen. Bei mir war es schließlich nicht anders.

Bereits beim Transit auf Bali beschloss ich, in zwei Monaten zurückzukommen und mit ihm gemeinsam weiter Indonesien und unsere Liebe zu erkunden.

Schon ein paar Tage nach meiner Ankunft in Berlin hatte ich den nächsten Flug nach Lombok gebucht. Kurz nach Weihnachten und damit drei Tage vor seinem Geburtstag am 31.12. konnten wir uns wieder in die Arme schließen. Damit waren dann auch sämtliche 31 Urlaubstage des Jahres restlos aufgebraucht.

Ich habe jedoch das große Glück im öffentlichen Dienst tätig zu sein und nicht nur die Vorzüge von 31 Tagen Urlaub zu genießen, sondern auch durch Überstunden, mir ein wenig mehr Freizeitausgleich zu gönnen.

Zudem habe ich ein tolles Team, was mich auf meinem Weg unterstützt und mir daher auch regelmäßig ein Sabbatical genehmigt, so dass ich mehrere Monate am Stück reisen kann.

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Die Arbeit im öffentlichen Dienst macht es möglich, dass sich Joe und Kathleen regelmäßig sehen können

Silvester auf Lombok

Silvester feiert man auch in Lombok ganz traditionell mit Feuerwerk und Party auf den Straßen. Gemütlich wurde mit einem Barbeque unter Freunden am Strand der Geburtstag von Joe gefeiert und nebenbei das Spektakel und die Raketen am Himmel bejubelt.

So konnte das Neue Jahr und auch unser nächstes Abenteuer – der erste Flug für Joe – beginnen!

In Indonesien ist es üblich, dass man das Flughafengebäude nur mit Flugticket betreten darf, was bedeutet, dass Joe bei jeder unserer Verabschiedungen vor dem Gebäude bleiben musste. So blieb er auch diesmal automatisch vor der Tür stehen, bis ich ihm freundlich zuzwinkerte und sagte: „Sayang du hast ein Flugticket, diesmal kannst du mit mir kommen!“.

Voller Spannung ging es nach Sumbawa und ich spürte die Aufregung und Freude eines jungen Mannes, der noch nie geflogen war und das erste Mal die Welt von oben sehen durfte. Manchmal sagen Blicke mehr als tausend Worte und die sagten mir: „Wow ist das schön, das könnte ewig so weitergehen“.

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BBQ am Strand auf Lombok

Die erste gemeinsame Reise – und was sie mit Müll zu tun hat

Sumbawa ist nur einen Katzensprung entfernt, aber die erste bemerkenswerte Erfahrung für uns beide war, dass Joe die Sprache kaum verstand.

Joe spricht Sasak und natürlich auch Bahasa Indonesia, aber eben nicht die inseleigene Sprache auf Sumbawa. Ich musste wirklich schmunzeln, als er meinte: „Wie kann das sein, die Menschen sehen so aus, wie ich, aber ich verstehe sie nicht“.

Eine weitere Beobachtung, die wir leider machen mussten, war, dass die Leute hier noch weniger darauf achten, Müll nicht ins Meer zu werfen. Joe kennt meine Einstellung dazu und ist, seitdem wir uns kennen, auch immer darauf bedacht, seine Zigaretten in meinem Taschenaschenbecher zu verstauen.

Selbst bei unserer Bootsüberfahrt nach Pulau Moyo bat er die Einheimischen, ihre Zigaretten bitte nicht über Bord zu werfen sondern in meinen Aschenbecher zu tun. Seltsam blickten sie uns zwar an, aber er erklärte ihnen mit Engelszungen, dass wir alle auf dieser Erde zu Hause sind, dass auch die Geschöpfe der Meere ein Teil der Erde sind und jede Zigarette Unmengen an Wasser verschmutzt.

Verständnisvoll kamen sie im Laufe unsere Überfahrt selbstständig zu uns, um die Zigarettenstummel in unserem Aschenbecher verschwinden zu lassen. Ein winziger Schritt, aber wenn wir damit zumindest eine Handvoll Menschen erreicht haben, die künftig ihre Kippen nicht mehr so unachtsam wegwerfen, ist es ein wertvoller und wichtiger Schritt gewesen.

Hatte Joe vorher ebenso über die Müllproblematik hinweggeschaut, war er mittlerweile ebenso tief betroffen, wenn wir auf Orte oder Strände trafen, deren Schönheit nur noch zu erahnen ist.

Beach-Cleanups waren für ihn mittlerweile ebenso zur Selbstverständlichkeit geworden, wie das achtsame Entsorgen der Zigaretten.

Unsere Gefühle wurden nicht nur stärker, auch das Bewusstsein und die Lebensweise des anderen verschmolzen immer mehr mit dem eigenen Ich.

Wir begegneten weiterhin interessierten Menschen, die sich über unsere Beziehung erkundigten, aber es war für uns normal geworden, gemeinsam in Unterkünfte einzukehren, als teils einzige Frau unter seinen männlichen Freunden Kaffee und Palmwine zu trinken und als nicht ganz gewöhnliches Paar angeschaut zu werden.

Der Abschied fiel auch diesmal nicht einfacher aus, aber ich wusste, dass ich in weniger als drei Monaten gemeinsam mit meinen zwei besten Freundinnen wieder kommen werde.

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Joe in Pulau Moyo

Ein Pärchenurlaub der besonderen Art

Vier junge Menschen, die unterschiedlicher, aber auch ähnlicher nicht sein könnten, verbrachten sodann im März dieses Jahres eine sehr emotionale Zeit zusammen.

Es war für alle Liebe auf den ersten Blick. Meine zwei Freundinnen hatten bereits im vergangenen Jahr von Joe ihre Haare gemacht bekommen, jedoch nicht wirklich viel Zeit mit ihm verbracht.

Von meinen Erzählungen, meinen Telefonaten mit ihm daheim und meinem anhaltenden Glücksgefühl hatten sie zumindest ein Bild, aber keine genaue Vorstellung.

Für Joe war es eine neue Erfahrung, ein gleichgeschlechtliches Paar so nah kennenzulernen und dann auch noch mit ihnen gemeinsam zu reisen. Vorbehalte oder Berührungsängste wurden schnell abgelegt und das Schönste was er einmal in einer ruhigen Minute zu mir sagte, war: „Ich liebe deine beiden Mädels und es ist egal, dass sie zwei Frauen sind, denn Liebe kennt keine Grenzen. Das werde ich auch jedem sagen, der behauptet, gleichgeschlechtliche Liebe sei nicht normal.“

In einem doch eher muslimischen Land ist dies eben keine Selbstverständlichkeit.

Gemeinsam machten wir die Inseln unsicher und wo wir auch hinkamen, wurden wir von den Einheimischen mit offenen Armen empfangen, besuchten mit Joes Freunden gemeinsam neue Ziele, wie z.B. den Geopark in der Mitte von Lombok und verbrachten musikalische Abende in seiner Lieblingsbar in Artis in Senggigi.

Wir zeigten meinen Freunden, die wunderschönen Plätze, wie Tanjung Aan oder Selong Belanak, die uns beiden sehr am Herzen liegen und aßen mit ihnen all die typischen Gerichte, die man im Original nur am Straßenrand oder in den sogenannten Warungs findet: Gado-Gado am Straßenrand in Sengiggi, Bakso, für uns aber ohne Fleischklops im Warung in Senggigi, Martabak auf Gili Air, die Salak-Frucht auf dem Markt in Mataram und natürlich Brem, den typischen Reiswein.

Dieses Mal war der Abschied besonders schlimm. Nicht nur, dass die Zeit unvergesslich schön war und meine Mädels ihn genauso tief ins Herz geschlossen hatten, auch die Gewissheit, dass nun sieben Monate vergehen werden, bis wir uns wiedersehen.

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Ein Pärchenurlaub der besonderen Art: Joe, Kathleen, Yvonne und Eileen

„Kind, wenn du glücklich bist, sind wir es auch, egal was passiert“.

Aber bis dahin werden wir wieder jeden Tag per Videocall miteinander telefonieren.

Wenn ich bei meiner Familie zu Besuch bin, werden sie auch wieder freudestrahlend vor dem Telefon sitzen, Joe zuwinken und ihn bitten, bald mal zu uns nach Deutschland zu kommen.

Meine Familie sieht und spürt, wie glücklich er mich macht. Wie kann man dann etwas anderes sagen, als, „Kind, wenn du glücklich bist, sind wir es auch, egal was passiert“.

Die nächsten Monate werden zwar hart, aber wir vertrauen einander. Wir gehören einfach zusammen!

Kein negativer Gedanke schleicht sich ein, denn man spürt, dass zwischen uns kein Platz für Gedanken an jemand anderen ist.

Tja, wie geht es jetzt weiter?

Ich werde im Dezember während meines Sabbaticals (vier Monate) mit Joe durch Indonesien reisen und parallel sein Schengenvisum für Deutschland beantragen.

Die Formalitäten, die ich vor meiner Abreise in Deutschland erledigen muss, wie u. a. ein Einladungsschreiben, eine Verpflichtungserklärung und die Offenlegung meines Einkommens, erlauben es uns hoffentlich die restlichen Behördengänge dort vor Ort erfolgreich über die Bühne zu bringen.

Ich kann nicht sagen, was die Zukunft bringt. Die Möglichkeiten einer Auswanderung sind beiderseits nicht wirklich einfach und sollten auch gut überlegt sein.

Ich vertraue jedoch darauf, dass alles kommt, wie es kommen soll und wir am Ende einen Weg finden werden.

Liebe kennt keine Grenzen oder Distanz, es ist ein Gefühl, welches sich seinen Weg bahnt, auch wenn es noch so viele Hürden überwinden muss.

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Kathleen und Joe: Eine wundervolle Love Story

Text und Fotos: Kathi

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1 Kommentar

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1 Kommentar

René & Rini 18. Mai 2019 - 2:46

Wir wünschen euch alles Gute auf eurem Weg und hoffen eines Tages (wartet nicht zu lange) werdet ihr irgend wo zusammen leben. Wir bereuen es jedenfals nicht es getan zu haben. Wenn ihr in Jawa unterwegs seit, kommt doch bei uns auf den Karimunjawa Inseln mal vorbei zu eunem Talk. Viele Grüße von René, Rini & Emma

Antworte René

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