Home Java – Tipps für deine Reise nach Java Borobudur Tempel: Tipps, Geschichte, Eintrittspreise und mehr

Borobudur Tempel: Tipps, Geschichte, Eintrittspreise und mehr

von Melissa Schumacher
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Welcome to Borobudur

Monumental, gigantisch, mysteriös: Wer die buddhistische Tempelanlage Borobudur mitten im Grünen Javas das erste Mal sieht, ergeht sich automatisch in Superlativen.

Kein Wunder, denn das Bauwerk ist tatsächlich der größte buddhistische Tempel der Welt.

Es gilt als das bedeutendste Monument des indonesischen Mahayana-Buddhismus – und das, obwohl kaum Buddhisten im Land leben.

Die meisten Einwohner Yogyakartas, der 25 Kilometer entfernt liegenden javanischen Kultur- und Universitätsstadt, sind Moslems und besuchen die allgegenwärtigen Moscheen zu spirituellen Zwecken. Vielleicht umgibt Borobodur gerade deshalb etwas Einmaliges.

Die Anlage sticht aus der Umgebung hervor, wie ein Ufo aus einer anderen Welt und Zeit sitzt das Bauwerk eingebettet zwischen Reisfeldern, immergrünen Hügeln voller Dschungel und Palmenalleen in Zentral-Java.

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Der Borobudur Tempel

Ohne Zweifel zählt Borobodur zu den touristischen Hauptattraktionen rund um Yogyakarta, gemeinsam mit dem jahrtausendealten hinduistischen Tempel Prambanan.

Genau das macht den Charme der Region aus: buddhistische, hinduistische und muslimische Wahrzeichen befinden sich hier nur einen Steinwurf voneinander entfernt.

Jahrhundertelang existierten die Religionen nebeneinander, auch wenn sie in unterschiedlichen Dynastien wuchsen und vor verschiedenen Hintergründen entstanden.

Nichtsdestotrotz sind die Einwohner des Sultanats Yogyakartas stolz auf ihre Meisterwerke der Baukunst.

1991 wurde Borobodur von der UNESCO sogar als Weltkulturerbe anerkannt und steht seither unter besonderem Schutz.

Last-Minute-Pauschalurlauber besichtigen Borobodur oft im Rahmen von Tagesausflügen und Backpacker versammeln sich hier gerne zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, um die einmalige Stimmung zu genießen.

Der Tempel steht auf dem Programm einer jeden Java-Rundreise. Ein Geheimtipp ist der Tempel also allemal nicht mehr – trotzdem ist er eine Reise wert!

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Der Borobudur Tempel steht bei den meisten Java Urlaubern auf dem Programm

Fast Facts über den Borobudur Tempel

Wie von einem anderen Stern ins tropische Grün verpflanzt, wirkt die gewaltige Stufenpyramide des Borobudur Tempels.

Mehr als zwei Millionen Steinquader erheben sich rund 40 Meter in den Himmel und nötigen auch den Ungläubigsten schon bei der Annäherung Ehrfurcht ab.

Was an vielen historischen Stätten und Pyramiden dieser Welt nicht möglich ist, gehört beim Borobodur-Besuch jedoch selbstverständlich mit dazu: der Aufstieg auf die Spitze des Bauwerks – das Meisterwerk soll schließlich nicht nur von unten betrachtet werden.

Wer den ersten Anblick des Riesenbaus verdaut hat, den erwarten ganze neun Stockwerke, die sich auf einer quadratischen Basis von 123 Metern Länge türmen.

Von vier Seiten führen Treppenstufen auf die Kuppel. Gerade Touristen – auf der Jagd nach dem perfekten Sonnenaufgang – müssen sich hier im Dunkeln hocharbeiten.

Nach oben verjüngen sich die Stufen von vier Seiten aus zu einer Stupa: so nennt man die buddhistischen Bauwerke, die (ähnlich einem Grabhügel), Buddha und seine Lehre symbolisieren.

Seine Botschaften lassen sich eindrucksvoll von den Wänden der Etagen ablesen: ganze fünf Kilometer Länge ergeben die Flachreliefs der Galerien zusammen.

Oben angekommen breiten sich dann drei kompaktere Terrassen vor den Besucherinnen und Besuchern aus, die mit 76 Stupas und der Hauptstupa (Durchmesser: 11 Meter) bestückt sind.

Das Schöne: Aus manchen Stupas blitzt eine Buddha-Figur hervor. Laut den lokalen Führern bringt es Glück, deren Gesicht durch die Steingitter zu berühren – auch, wenn das eigentlich verboten ist.

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Die Stupas des Borobudur Tempels

Geführte Borobudur Touren auf Get Your Guide

Wann wurde der Borobudur Tempel gebaut?

Erbaut wurde das Monumentalwerk wohl im 9. Jahrhundert nach Christus, zwischen den Jahren 750 und 850, von den Sailendra, den buddhistischen „Herrschern der Berge“.

Viel weiß man nicht über die Entstehung der Anlage. Vermutlich steht Borobudur für einen in der Höhe liegenden Tempel-Kloster-Komplex und brauchte rund 100 Jahre bis zur Fertigstellung. Nicht lange danach wurde er schon wieder aufgegeben.

Doch weder die genaue Bauzeit, noch die Bedeutung des Namens sind sicher überliefert. Das liegt unter anderem an der schwierigen Instandhaltung des Geländes: durch Vulkanausbrüche des Merapi war der Tempel jahrhundertelang mit Asche bedeckt und auch die dschungelartige Vegetation der Region tat ihr übriges, viele Spuren zu verwischen.

Vermutet wird jedoch, dass sich der Name aus „Bara“ (Sanskrit für „Kloster„) und „Budur“ (Balinesisch für „darüber“) zusammensetzt.

Alte Inschriften benutzen eine längere Version des Namens für den Tempel: „Bhumisambharabudhara“, was sich ungefähr mit „Die Mönche der Ansammlung von Tugenden auf den zehn Stufen des Bodhisattva“ übersetzen lässt.

Für eine catchy Touristenattraktion war dieser knackig-kurze Name dann wohl aber ungeeignet.

Das Rohmaterial des Tempels wurde ab dem 10. Jahrhundert, mit der Machtverlagerung Javas in den Osten, immer mehr beschädigt, was dazu führte, dass Borobodur komplett in Vergessenheit geriet.

Erst 1814 entdeckten die europäischen Kolonialherren das Bauwerk wieder und begannen, es nach und nach freizulegen.

Es sollte aber noch bis 1983 dauern, ehe die historische Stätte für Besichtigungen und Pilgerfahrten freigegeben wurde.

Fun Fact: Sogar der deutsche Staat beteiligte sich zwischen 2011 und 2017 an der Restaurierung
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Aussicht vom Borobudur Tempel

Die Reliefsammlung des Borobudur Tempels

Heute strömen jährlich Millionen von Besuchern zum Borobudur, um stundenlang in einem ganz besonderen „Bilderbuch“ zu schmökern.

Denn hunderte von Reliefdarstellungen zeichnen in Stein gemeißelt den Lebensweg Buddhas nach und zeigen typische Situationen aus dem Leben der frühen javanischen Bevölkerung.

So lassen sich hier auf einmalige Weise Personen, Kleidung, Häuser, Schiffe, Instrumente und Tänze des höfischen, sowie bäuerlichen Lebens der Javaner im 9. Jahrhundert erkennen.

In dieser Menge existieren solche Überlieferungen sonst nirgends auf der Welt.

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Die Reliefsammlung des Borobudur Tempels

Besucher des Borobudur Tempels

Dabei unterscheiden sich die Besucherinnen und Besucher jedoch oft erheblich: Gläubige Buddhisten umrunden die neun Terrassen des Bauwerks gerne in tiefer Meditation.

Einmal jährlich findet sogar ein ganz spektakuläres religiöses Fest statt: Im Mai, am sogenannten Vesak Day, reisen hunderte Mönche aus aller Welt an, um weiße Ballons mit Kerzen steigen zu lassen.

Dem gehen Riten in ganz Indonesien voraus, bei denen heiliges Wasser aus reinen Quellen gewonnen wird. Dieser Prozess wird mit dem Steigenlassen der Feuerballons abgeschlossen.

Im krassen Kontrast dazu steigen Touristen mit Selfiestick bewaffnet bis zur glockenartigen Stupa auf, um den weiten Blick über das üppige Grün des Umlandes schweifen zu lassen – und natürlich das beste Foto zu knipsten. Abhängig von Uhrzeit und Wetter gar nicht so einfach.

Die Touristenattraktion wird nämlich gerne von Schulklassen besucht, wodurch es sogar auf den weitläufigen Terrassen schon mal eng werden kann.

Dass das Bauwerk Glaubensgrundsätze des Buddhismus darstellt, scheint nicht allen Besucherinnen und Besuchern wirklich bewusst zu sein.

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Borobudur, ohne Zweifel die Hauptattraktion von Yogyakarta

Warum stellt der Borobudur Tempel ein riesiges Mandala dar?

Aus der Luft betrachtet ist die Stufenpyramide von Borobudur ein riesiges Mandala, eine Nachbildung des Universums.

Dieses Universum ist in drei Welten aufgeteilt: Die untere Sinneswelt der Menschen, eine Übergangswelt (in der Menschen von allem Körperlichen gelöst werden) und schließlich die oberste, „unkörperliche“ Welt der Götter, Perfektion und Erleuchtung. Jeder Teil von Borobodur ist dieser Ordnung nachempfunden.

Hingegen der ersten Vermutung ist das Bauwerk nicht hohl, sondern auf einem Hügel erbaut, der mit Stein gefüllt wurde. Sämtliche religiösen Rituale finden also auf dem Gebäude, an der freien Luft statt und nicht innen.

Die Präzision, Dimension und Liebe zum Detail lässt gerade europäische Reisende schnell Vergleiche zu westlichen Kathedralen ziehen. Nicht ganz zu Unrecht: auch hier scheint der Aufwand während des Baus unermesslich. Mehr als zwei Millionen Steinblöcke mussten für Borobodur vom nächstgelegenen Fluss Progo mithilfe von Elefanten zur Baustelle transportiert werden.

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Beim Borobudur Tempel gibt es unglaublich viel zu entdecken

Anreise und Touren zum Borobudur Tempel

Wer mehr über die kosmologische Bedeutung der Reliefs und die Konstruktion erfahren will, besucht vor Ort am besten die beiden Museen, die sich auf dem Gelände des Borobudur Archaeological Park befinden.

Außerdem befinden sich mehrere erstklassige Hotels im direkten Umkreis des Tempels, die Frühstück und Shuttles – auch für Besucher von Außerhalb – anbieten.

Dafür mietest du dich am besten in Yogyakarta in eine Unterkunft ein.

Unterkunfttipps für Yogyakarta

Das echte Leben in Yogyakarta bekommst du viel besser mit, wenn du bei einer indonesischen Familie wohnst. Sogenannte Homestays gibt es in der Stadt in Hülle und Fülle und in den verschiedensten Preisklassen. Aber auch gute und günstige Hostels gibt es immer mehr in der City.

Lesertipps

Das Happy Buddha Hostel ist ein großartiger Ort um andere Reisende kennenzulernen und um eine günstige und entspannte Zeit in Yogyakarta zu haben.

Im Good Karma Hostel wird regelmäßig ein Free Dinner veranstaltet. Dadurch kommst du super schnell in Kontakt mit anderen Reisenden.

Laura’s Backpackers 523 ist super preiswert. Hier findet man schnell Anschluss und die Gastgeberin Laura ist einem bei allem behilflich!

Die Villa Sambal liegt super zentral in einem ruhigen Kampung (Viertel) von Yogyakarta. Die Besitzerin Herni kann u.a. eine Lava-Tour zum Merapi Vulkan organisieren.

Das Hostel Sae Sae befindet sich in der Nähe des Sultans Palast. Dort kann der Aufstieg zum Merapi für dich organisiert werden.

Das Café As Coffee ist eine gute Anlaufstelle für alle Backpacker in der Umgebung. Hier gibt es gute Reisetipps. Sie haben auch einen Freund, der euch gerne herum führen wird. Alles auf freundschaftlicher Basis und so wenig touristisch wie es nur geht!

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Entspannte Stimmung am Borobudur Tempel

Wer zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang anreist, muss auf die gesalzenen Eintrittspreise gefasst sein. Ein Sunrise-Ticket kostet für Ausländer knapp 450.000 IDR (ca. 24 Euro), sogar das Ticket für Locals liegt nicht weit darunter.

Tipp: Alle, die kein Visit Visa, sondern ein Praktikums-, Studien- oder Arbeitsvisum haben, sollten unbedingt ihren Reisepass mitnehmen. Das bringt wenigstens einen kleinen Rabatt.

Im Preis inbegriffen ist ein kleines Frühstücksbuffet am Eingang des Hotels, durch das man das Gelände morgens betritt, und ein Batiktuch für jeden.

Tagsüber liegen die Eintrittspreise etwas niedriger bei 325.000 IDR für Ausländer und rund 80.000 IDR für Indonesier. Hierbei wird die Tempelanlange auch nicht mehr über das Hotel, sondern einen separaten Eingang betreten.

Du kannst den Tempel wunderbar auf eigene Faust erkunden, indem du dir in Yogyakarta einen Roller leihst oder dich von einem Fahrer für rund 500.000 IDR zum Tempel fahren lässt. Der Preis gilt oft für einen ganzen Tag, weshalb der Fahrer an jedem Stopp auf dich wartet und oft gerne eigene Tipps gibt, was es sonst noch in der Gegend zu erkunden lohnt.

Viele Besucherinnen und Besucher fahren gleich weiter zum Prambanan Tempel, zu einer der vielen Höhlen der Region, zu den nächstgelegenen Stränden oder den nahen Teeplantagen.

Natürlich ist es auch möglich, komplette Touren bei offiziellen Anbietern in Yogyakarta zu buchen, um Borobodur zu entdecken. Das hat den Vorteil, dass du Hintergrundinformationen zum Tempel (u.a. zu der Reliefsammlung) erhältst.

Private Führer lassen sich allerdings auch vor Ort, am Eingang des Geländes, finden.

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Autorin Klara auf dem Borobudur Tempel

Fazit zum Borobudur Tempel

Für welche Art der Erkundung du dich auch entscheidest: Borobodur ist einmalig und kombiniert auf eindrucksvolle Weise das alte und moderne Indonesien miteinander.

Ein Besuch dort gehört für Indonesien-Reisende einfach dazu.

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3 Kommentare

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3 Kommentare

Anonymous 22. August 2020 - 4:44

sehr interessant .
Danke für Info !

Antworte Anonymous
Reisetiger 3. August 2015 - 17:36

Borobudur war toll. Geht aber nicht wie im Reiseführer empfohlen morgens hin – nachmittags ist es viel leerer!! Außerdem empfiehlt sich ein Ausflug zum in der Nähe gelegenen Candhi Selogriyo. Nachzulesen bei http://www.reisetiger.blogspot.de/2015/07/indonesien-2-java-unterwegs-mit-der.html

Antworte Reisetiger
Martin 17. Juli 2014 - 13:46

Ein Ausflug lohnt sich wirklich. Trinkwasser aber nicht vergessen.

Antworte Martin

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