Home Kritisch Banana Pancake Trail: Sind die goldenen Jahre vorbei?

Banana Pancake Trail: Sind die goldenen Jahre vorbei?

von Melissa Schumacher

Ein Liebesbrief an die goldenen Jahre des Backpackens auf dem Banana Pancake Trail.

Und eine Frage die bleibt: Ist die magische Zeit des Backpackens in Südostasien vorbei?

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2010 bis 2013 verbrachte ich ziemlich viel Zeit in Südostasien

Der Nachtzug quer durch Thailand spuckte mich in Chiang Mai aus – dem damaligen Backpacker-Paradies im Norden von Thailand. Es war heiß. Sehr heiß, dabei hatte ich auf ein wenig Abkühlung gehofft. Fehlanzeige.

Jetzt hieß es: eine Unterkunft für die ersten Nächte finden. Ich suchte in meinem vollgestopften Reiserucksack nach dem uralten Lonely Planet „South East Asia“ von 2008.

Ich hatte ihn in der Bücher-Tausch-Ecke in einem Hostel in Laos gegen meinen Vietnam Reiseführer eingetauscht.

Ansonsten besaß ich keinerlei Informationen über meine Zieldestination.

Manchmal stellte ich mir vor, wie viele Menschen in den letzten Monaten dieses Buch in ihren Rucksäcken entlang des Banana-Pancake-Trails mitgeschleppt hatten. Manche der Backpacker hatten Orte eingekreist, sie kommentiert oder gar von ihnen abgeraten. Preise wurden handschriftlich angepasst. Manche Seiten fehlten. Hin und wieder entdeckte man eine E-Mail Adresse – das waren wohl die Google Rezensionen von 2009.

Der „beste Anlaufpunkt für Backpacker“ im Lonely Planet war in dieser Zeit – und das ist nun fast 10 Jahre her – wirklich der beste Anlaufpunkt für Backpacker. Hier traf man sie: Diesen ganz besonderen Schlag Mensch, der in Südostasien nach Freiheit, Sinn, Abenteuer und Geschichten über das Leben zwischen Banana Pancakes, Reggea-Musik und Eimersaufen suchte.

Das Reisen in Südostasien war so einfach, dass Abenteurer wie ich überleben konnten – aber noch unsicher genug, um einen Großteil der Bevölkerung abzuschrecken.

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Die goldene Zeit des Backpackens in Südostasien

Manchmal hatte man Glück und fand relativ schnell eine Unterkunft. Häufiger schleppte man sich jedoch von Hostel zu Hostel, um dann letztendlich in der letzten Absteige unterzukommen – mit etwas Glück gab es einen knatternden Ventilator und keine Bettwanzen.

Nachdem die Schultern vom Rucksack wund gescheuert waren und die eigenen Klamotten nur noch feucht und stinkend am Körper klebten, war einem jedes Zimmer recht: „Okay, I take it!“.

Wenn ich mal wieder in eines dieser Absteigen in Bangkok, Saigon oder Vientiane gestrandet war, stellte ich mir Leonardo DiCaprio in „The Beach“ vor, und fühlte mich verdammt mutig und frei – leider kam bei mir nie ein abgefuckter Nachbar mit einer Schatzkarte vorbei.

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Mit wildfremden Menschen ein Zimmer teilen war gängig, um ein wenig Geld bei der Unterkunft zu sparen

In meinen ersten Jahren „on the road“ gab es für mich persönlich keinerlei Möglichkeiten im Voraus eine Unterkunft zu organisieren, denn ein Handy oder Laptop gehörten damals nicht zu meinen Reisebegleitern.

Reiseblogs – wie dieser hier – kannte ich nicht. Dadurch hatte ich keinerlei Erwartungen an einen Ort, denn man wusste nur das, was der Lonely Planet versprach. Und Fotos waren in dem Reiseführer nur spärlich abgedruckt worden.

Für mich hieß das: mehr Platz für Fantasie und Träume und weniger Platz für Erwartungen und Pläne.

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Meine Devise: Mehr Platz für Fantasie und Träume, weniger Platz für Erwartungen und Pläne

Die damalige Backpacker-Bibel wurde von mir zum größten Teil nur für die „erste“ Unterkunft in einem neuen Land genutzt. Danach übernahm der Flow und das Schicksal den weiteren Verlauf der Reise.

Denn mit etwas Glück landete man in dem oben erwähnten „besten Anlaufpunkt für Backpacker“, fand Mitreisende für die nächsten Etappen, erhielt die heißesten Tipps für die Umgebung von den alten Hasen, rauchte gemeinsam Joints, jammte auf Bob Marley und Eagle Eye Cherry, verliebte sich und überbot sich gegenseitig mit Geschichten aus dem Leben „on the road“.

Jene Geschichten waren das einzige was man hatte, um seine Erlebnisse unterwegs mit anderen Menschen zu teilen.

Heute teilen wir unsere Geschichten lieber auf Instagram mit der ganzen Welt.

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Bali 2010: Irgendwo im Nirgendwo. Ich habe wirklich keine Ahnung, wo dieses Foto aufgenommen wurde – und damals war es mir auch egal!

Nicht selten fand man die große Liebe, die meistens bis zum Abflug hielt. Dann tauschte man seine E-Mail Adresse aus – und wenn man nach dem dritten Besuch im Internetcafé noch immer nichts von seiner „großen Liebe“ gehört hatte, lag dies natürlich daran, dass man mit ziemlicher Sicherheit einen Buchstabendreher in der E-Mail Adresse gehabt hatte 😉

Ich erinnere mich bis heute noch an den Geruch und die Atmosphäre von südostasiatischen Internetcafés. Lokale Jungs zockten Games, während Alleinreisende mit ihren Daheimgebliebenen telefonierten. Ich will gar nicht wissen, wie viele Beziehungen in jenen Internetcafés damals in die Brüche gegangen sind.

Denn hier in Südostasien war einfach alles anders. Losgelöst von seiner Welt Zuhause wurde man zu einem neuen Menschen, der sich nicht mehr mit dem, was er in der Heimat zurückgelassen hatte, identifizieren konnte. Der einzige Kontakt zu Freunden und Familie waren die sporadischen Besuche im Internetcafé. Es gab kein Whatsapp, kein Facebook – und vor allem kein Smartphone.

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Weniger Kontakt nach Deutschland führte zu mehr Kontakt zu anderen Reisenden

Man lebte im Hier und Jetzt, ließ sich voll und ganz auf seine Umgebung, die Kultur und die Menschen ein. Diese Zeiten veränderten einen auf eine wundervolle Art und Weise tief im Kern.

Manche von „uns“ waren bereits Monate unterwegs, andere starteten ganz frisch in das Abenteuer „Backpacking Südostasien“.

Egal, wie lange wir bereits unterwegs waren und noch unterwegs sein werden, keiner von uns machte hier „Urlaub“. Wir reisten!

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Der Banana Pancake Trail ist vor allem unter jüngeren Reisenden für die endlosen Partys am Strand bekannt

Nicht selten erwischte ich mich dabei, wie ich am Flughafen über Stunden hinweg meine Erfahrungen der letzten Abenteuer niederschrieb, und mir Zeit nahm diese zu verarbeiten. Was sollte ich auch sonst tun?

Heute daddel ich am Flughafen lieber am Laptop rum oder beantworte Sprachnachrichten auf Whatsapp. Leider nicht mehr ganz so cool!

Natürlich kann man auch heute noch diesen „freien“ Zustand künstlich herbeiführen, indem man ohne Handy und Laptop reist. Das wäre dann halt so, als würde man kalt duschen, obwohl man warm duschen könnte. Und es wäre trotzdem nicht das gleiche, weil das ganze Reisen sich einfach verändert hat.

Und hey, ich höre mich gerade wie eine alte Frau an, die in nostalgischen Erinnerungen versinkt. Dabei bin ich gerade mal 28. Aber ich habe sie erlebt: Die magische Zeit des Backpackens. Und ich hatte einfach mal Lust in diese Zeit abzutauchen.

Vielleicht warst auch du vor 2010 / 2011 in der weiten Welt unterwegs und spürst selber, wie sehr sich das Reisen in den letzten Jahren verändert hat.

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„Need a room“ – Unterkunftsvermittlung vor booking.com

Noch vor wenigen Jahren gab es eigentlich nur drei Arten von Reisenden: All-Inclusive Reisende, organisierte Individualreisende und Backpacker. Irgendwie waren die Welten klar getrennt und viele der heutigen Reisenden, wären früher vermutlich gar nicht erst losgezogen: zu viel Unsicherheiten lagen auf dem Weg von Deutschland ins weit entfernte Asien.

All-Inclusive-Angebote und organisierten Rundreisen haben sich vermutlich nur geringfügig verändert, die Welt des Backpackens dafür jedoch umso gravierender. Und die Welten der verschiedenen Reisenden verwässern heutzutage zu einer einzigen Flut an Angeboten.

Es gibt nicht mehr „die Anlaufstelle für Backpacker“. Der Lonely Planet ist leider nicht mehr besonders nützlich. Die goldenen Jahre des Verlags sind vermutlich auch irgendwie vorbei…

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Kupang, West Timor, 2011: Die Reisegadgets bestanden aus einer Digitalkamera und einem Lonely Planet

Dafür ist man überwältigt (und überfordert) von all den Informationen, die es online (auf Blogs, Instagram, Google Maps & Co.) über die nächste Zieldestination gibt.

Man hat Angst etwas zu verpassen.

Man hat viel zu große Erwartungen an Orte, die auf Instagram mit dem richtigen Filter irgendwie ganz anders aussahen. Aber wenn man jetzt schon den weiten Weg auf sich genommen hat, will man zumindest seinen Daheimgebliebenen zeigen, dass man hier war.

Und dann ärgert man sich nach seinem Urlaub, dass man über 50 Prozent der Dinge von der neuen ultimativen „Thailand Bucket List“ nicht abhaken konnte.

Umso weniger tauscht man sich mit anderen Reisenden aus. Jeder ist zu sehr mit sich, mit den Freunden Zuhause, den Followern (die ja heutzutage irgendwie jeder hat) und der Recherche für den nächsten Ort beschäftigt.

Immerhin muss man noch die nächste Unterkunft buchen, die Preise vorher auf Airbnb und booking.com vergleichen, die Rezensionen auf Google Maps durchlesen und ggf. noch den ultimativen Tipp auf Instagram und in Facebook Gruppen erhaschen.

Das die meisten Tipps dann oftmals schon wieder „veraltet“ sind, wenn man dann endlich vor Ort ist, ist eine ganz andere Sache. Denn noch nie haben sich Tourismus-Hotspots so schnell verändert, wie heute.

Damals reiste ich mit einem zwei Jahre alten Lonely Planet. Heutzutage kann man einen zwei Jahre alten Südostasien Reiseführer in die Tonne hauen, da sich einfach alles so verdammt schnell verändert.

Da kommen auch wir Reiseblogger nicht mehr hinterher. Denn alles, was wir heute veröffentlichen, ist morgen schon veraltet. Aber das ist nochmal eine ganz andere Geschichte.

Achja, und die oben erwähnten Schatzkarte von „The Beach“ wäre heutzutage eh nichts besonderes mehr. Im Jahre 2019 würde sich Leonardo DiCaprio einfach mithilfe von Google Maps zu dem geheimen Strand navigieren lassen, der vermutlich schon von abenteuersuchenden Aussteigern überbevölkert wäre.

Immerhin hätte man dann vielleicht Hilfe für den vom Hai angegriffenen Schweden holen können. Alles hat eben immer zwei Seiten.

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Tisch-Billard mit dem Barkeeper, die Lieblingsbeschäftigung für Alleinreisende in Südostasien

Manchmal erhalte ich Fragen via E-Mail oder Social Media von Reisenden vor Ort. Fragen, die man anderen Reisenden vor Ort stellen könnte.

Aber anscheinend ist die Hürde geringer, einen fremden Blogger zu fragen, als den Menschen im Nachbar-Bungalow oder am eigenen Tisch im Restaurant.

Natürlich liegt dies daran, dass man uns Bloggern vertraut. Aber wissen wir wirklich so viel mehr, als der Reisende nebenan?

In meinem allerersten Artikel schrieb ich: „Du suchst nach einem leckeren Restaurant? Dann frag mal deinen Homestay-Besitzer, wo er am liebsten zum Essen hingeht.“.

Und das ist vermutlich auch heute noch der beste Weg für Tipps: Die Kommunikation vor Ort – mit Locals und Reisenden.

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Die besten Momente auf Reisen sind eh die, die man in keinem Reiseführer oder Blog findet

Vielleicht sollten wir bei unserem nächsten Urlaub unsere Smartphones Zuhause lassen, und stattdessen wieder mehr Platz für Überraschungen, für den Flow, für Magie und für das Hier und Jetzt schaffen.

Dann müssten wir keine Zeit für Recherchen vor Ort, dem sinnlosen Scrollen auf Instagram, dem Vergleichen von Tausenden Unterkünften auf Airbnb und booking.com und dem Fotografieren von überlaufenen Touri Hotspots investieren – und können stattdessen wieder mehr Geschichten über unser Leben schreiben!

Vielleicht sollten wir mal komplett ohne Pläne aufbrechen und uns einfach treiben lassen.

Vielleicht sollten wir einfach mal nichts (!) über unseren Zielort im Voraus recherchieren, sondern einfach nur ins kalte Nass – in die Ungewissheit – springen.

Und mit ziemlicher Sicherheit wirst du dann einen ganz wundervollen Ort finden, den du niemals online gefunden hättest.

Und das Schöne: Du wirst gar nicht wissen, dass es woanders vielleicht viel schöner gewesen wäre.

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15 Kommentare

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15 Kommentare

Florian 29. Juni 2019 - 12:18

Bei der Überschrift habe ich noch den Kopf geschüttelt. Aber beim Lesen des Textes musste ich immer wieder Nicken.

Es ist schon schade, was aus dem früher so freien Leben als Backpacker geworden ist. Die „Pflichten“ von Social Networking sind eine dunkle Seite von Backpacking anno 2019, das komplette Durchplanen und im Voraus Buchen eine andere.

Schade, oft ist weniger halt doch mehr.

Andererseits, für alle die damals nicht dabei waren sind die goldenen Zeiten des Backpackings genau heute und jetzt. Und das ist auch gut so…

Antworte Florian
Giulia 19. Juni 2019 - 14:39

Oh, dieser Artikel dockt gerade stark an meinen Nostalgie-Rezeptoren an. Finde es bemerkenswert, diese Gedanken ausgerechnet auf einem Reiseblog mit zahlreichen Hinweisen auf Social Media zu lesen. Das soll jetzt keine Kritik sein, aber ihr seid ja ein Teil dieses neuen, massentauglichen Reiseuniversums? Gleichzeitig wird es für euch bestimmt nicht einfacher, aus der Masse rauszustechen.
Ich folge euch seit Jahren und stelle fest, dass sich auch das Bloggen massgeblich verändert und kommerzialisiert hat.
Ich war 2013 zum letzten Mal in SOA und bin seither nie mehr geflogen. Ich hatte zunehmend den Eindruck, dass alles verschwimmt und sich die Orte immer weiter angleichen. Die tiefen Flugpreise und die Reduktion von abenteuerlichem Risiko haben den Massen-Tourismus an die entlegensten Orte gebracht und leider geht dadurch viel Authentizität verloren. Diese Verdrängung – leider allzu oft auf Kosten der einheimischen Bevölkerung – und die blinde Konsumwut haben für mich etwas beelendendes und ich fühlte mich als Reisende zunehmend als Teil dieses Problems (äusserst empfehlenswert zum Thema: Die WDR-Reihe „Kritisch reisen“).
Früher weckten Reisen in ferne Länder viel Interesse und als Reisende galt man als besonders mutig und abenteuerlustig. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass frau durch Reise-Abstinenz äusserst ungewöhnlich erscheint. Reisen ist nichts besonderes mehr, es scheint in unseren Breitengraden im Gegenteil völlig normal zu sein: Urlaub/freie Zeit = Reisen, und zwar mit dem Flugzeug.
Meinem Empfinden nach wurde der Peak des Reisebooms erreicht, und ich hoffe, dass (u.a. durch die Klimadiskussionen und Flug-Kollapse) bald eine Trendwende eintritt. Wobei ich anfügen muss, dass ich die Ruhe in heimischen Gefilden während der Urlaubszeit zunehmend schätze und geniesse 😉
Ich bin dankbar, dass ich noch die Möglichkeit hatte, in der Zeit vor Social Media und Dumping Flugpreisen ferne Länder und dadurch mich selbst besser kennen zu lernen. Die Nostalgie werde ich behalten und sie vergrössert sich durch das Gefühl, dass Reisen nie mehr so sein wird, wie es war. Für mich persönlich gilt in jedem Fall: less is more.

Antworte Giulia
Melina 19. Juni 2019 - 9:23

Vielen Dank für deine Worte!
Leider hab ich die anfänglichen Backpackerzeiten nicht erlebt. Aber wie du schon sagtest, mit den Locals in Kontakt zu kommen geht auch trotz Instagram und YouTube. Und um ehrlich zu sein sind genau diese Momente, jene die man nicht vergisst. Trotzdem lass uns nicht alles schwarz sehen, es gibt noch so viel zu entdecken. LG von Borneo

Antworte Melina
Ivana 18. Juni 2019 - 21:17

Ooooohhhh jaaaaa…. Die ersten Reisen allein, noch im letzten Jahrtausend. Meine rste Backpacking-Tour überhaupt ging 1990 nach Indien mit der Bibel vom Lonely Planet. Mit Traveller Cheques, deren Einlösen Stunden dauern konnte, im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne Handy, ohne Laptop, ohne Plan. Ok, mit einem groben Plan. Ohne Selfies, dafür mit Filmrollen und bewusstem Fotografieren, denn pro Film waren max. 36 Bilder möglich und die Teile haben echt viel Platz gebraucht. Ohne Insta und Facebook, dafür mit Einladungen bei den Locals….
Ich glaube, ich werde gleich sentimental….

Liebe Grüsse, Ivana

Antworte Ivana
Karola Schumacher 11. Juli 2019 - 20:36

Ich kenne leider die Zeit ohne Handy und unbeschwert Reisen auch nicht. Muss aber sagen, das wir uns immer treiben lassen und vor Ort entscheiden wo es als nächstes hingeht. Natürlich haben wir auch so unsere Highlights die wir sehen wollen. Es ist immer sehr erschreckend, wenn diese Blogger nur wegen diesem einen Foto, solch eine Welle machen. Da kommen die jungen Mädels gestylt an den Strand mit einer Ausrüstung die finde ich in meinem ganzen Rucksack nicht. Noch schlimmer finde ich wenn man sich einfach nur daneben benimmt sei es auf irgendwelche Pagoden zu klettern oder Seestern für ein scheiß Foto aus dem Meer zu nehmen. So genug gemeckert. Eins bleibt jedoch man trifft nette Leute ob einheimische oder andere backpacker.

Antworte Karola
Kathrin 23. Juli 2019 - 21:02

Ein sehr schön geschriebener Artikel. Lachen muss ich trotzdem!
Wir sind von 1992 bis 2000 mit Rucksack durch Asien gereist.
Das war anders!

Antworte Kathrin
Frank L. 18. Juni 2019 - 18:57

Ein wirklich schöner Artikel, der mich auch gleich wieder mit einem Lächeln im Gesicht in alte Zeiten gedanklich abtauchen läßt. Die „kleinen Katastrophen“ unterwegs ergaben die lustigsten Geschichten zum Erzählen und diese werden in der heutigen Reisezeit einfach Mangelware. Man muss in der Tat schon Orte in Südostasien suchen, die nicht von Touristen erobert sind, aber dafür ist es umso schöner, wenn mann sie dennoch manchmal entdeckt.

Antworte Frank
Sabine von Ferngeweht 18. Juni 2019 - 18:38

Das erste Mal war ich 2001 in Thailand, 2003 direkt wieder. Seitdem habe ich die meisten Länder Südostasiens bereist. Ja, das Reisen war damals definitiv anders. Auch heute noch versuche ich, das Handy weitgehend ausgeschaltet zu lassen (ich nehme es eh erst seit 2 Jahren mit, seit es kaum noch Internetcafés gibt). Ich wundere mich immer wieder, mit welchen Fragen die einschlägigen Backpacker-Gruppen überhäuft werden. Leute, seid doch mal ein bisschen mutiger! Man muss nicht jedes Ticket online vorab buchen. Einfach mal zum Busbahnhof gehen und sich durchfragen. Auch sowas gehört zum Reisen! Sonst kann ich auch direkt eine Pauschalreise buchen ….

Antworte Sabine
Hella Binder 13. Juni 2019 - 17:19

Hallo, witzig, daß ihr Jungen schon so nostalgisch seid.
1976 und weitere Jahre war bei uns gerade mal Griechenland leistbar. SOA konnte man die Flüge nicht zahlen.
Das Internet und besonders die Smartphones haben vieles negativ verändert. 2006-2013/14 war einfach eine andere Atmosphäre in den Orten. In den Bars Live Musik, es wurde die ganze Nacht getanzt, unterhalten und oft am Strand mit Musik und einem Kasten Bier gesessen. Heute sitzen Locals sowie Touristen nur noch da und schauen auf ihren Schirm.
Keine spontane Unterhaltung mehr.
Keine Abenteuerlust, es werden nur noch Instagramtouren abgefahren und überall, wirklich überall diese saudoofen Fotos gemacht – möglichst mit einer Tussi, die meint wunders wie schön sie ist. Es ist schon direkt peinlich und ärgerlich, da sie ja stundenlang rumposen und die schöne Natur verschandeln.
Hoffen wir mal, daß dieser Trend bald vorbei ist und
die Leute wieder miteinander reden und Spaß haben.

Antworte Hella
Alexander 13. Juni 2019 - 22:53

Du hast mich mit deinem Artikel auch wieder ins Grübeln gebracht. Wir planen gerade eine Reise nach Bali und ich versuche mich auch über Blogs und Hotelempfehlungen darüber einzulesen.
Bin ebenfalls seit 2002 begeisterter Backpacker.
Wir haben auch bei vielen Reisen nur den Flug und die erste Hotelnacht zum Ankommen und ausschlafen voraus gebucht.
Dann wurde am nächsten Abend beim 4. Bier die Himmelsrichtung der weiteren Reise entschieden und dann ab in den Flow. Lonely Planet war immer dabei.
Alle 3-4 Tage einmal im Internetcafe Mails lesen und ein Lebenszeichen nach Hause senden und das wars dann wieder mit Online.
Offline reisen und planen ist definitiv entspannter und mit weniger Erwartungshaltung verbunden.
Ich gratuliere zu deinen unverblümten ehrlichen Blogs.

Antworte Alexander
Boris 3. August 2019 - 12:06

Ich bin grad nach zurück. 4 Wochen Bali. Wünschte ich wäre hier geblieben. Bin einfach nur geschockt und traurig Teil des Problems zu sein.

Antworte Boris
matti 13. Juni 2019 - 15:00

ha ha, wie wahr!
Vermutlich hat schnelles Internet und die passenden mobilen ´devices´ dafür das Reisen sehr virtuell werden lassen (?)
Meine erste Reise nach Indonesien, nach Asien, liegt inzwischen mehr als ein Vierteljahrhundert zurück (1993).
Das war eine Zeit in der Flüge nach Südostasien nicht mehr teuer, also für viele erschwinglich waren. Doch das Reisen vor Ort gestaltete sich vollkommen anders als im Jahr 2019. Es gab keine einzige low-budget airline (weder in Asien, noch in Europa 🙂
Es gab schon einige Reisende die eine email-Adresse hatten – allein es gab in Südostasien keine Internet-Cafés.
Telefonate mit Freund*innen oder mit der Familie waren unglaublich teuer – und von daher selten und wenn dann kurz 🙂
Bevorzugtes Kommunikationsmittel war: Die Post.
(Doch schon fünf Jahre später änderte sich das langsam – weil die ersten Internetcafés öffneten. Nur das das Netz gerade mal ausreichte um Mails zu verschicken).
Blogger*innen gab es auch nirgendwo – das Internet war fest in den Händen von Universitäten ( und dem Militär und einiger Nerds 😉 .
Informationen bekamst Du vor Deiner Reise von Freund*innen, die schon einmal in dem Land waren, in das du reisen wolltest, aus neuen oder alten lp Reiseführern und – wie Du so schön schreibst – von anderen Reisenden und ´Locals´ vor Ort.
Bei aller Nostalgie: Diese Zeit des entschleunigten Reisens ist in der Form auf jeden Fall vorbei und wird so nicht wieder kommen.
Aber so ähnliche Gedanken werden Menschen Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auch gehabt haben, wenn sie ihre Reisen aus der Hippie-Zeit mit den Flugreisen 25 Jahre später verglichen haben.
Wer weiß wie Reisen im Jahr 2040 aussieht?

Antworte matti
Melissa Schumacher 13. Juni 2019 - 16:03

Hi Matti, wir toll, dass du deine Erlebnisse aus einer noch früheren Backpackerzeit beschreibst. Ich liebe es zu Geschichten von früher zu lauschen. Demletzt haben wir erst einen Monat mit Roger und Netti aus England zusammen gewohnt, beide waren über 60 und als Hippies in der ganzen Welt unterwegs gewesen. Wir saßen nur mit offenen Mündern und haben gelauscht! Das war RICHTIGES Reisen. Davon kann ich nur träumen. Und ja, eine Frage die bleibt: wie wird Reisen im Jahr 2040 aussehen – vor allem in Zeiten von Klimakrise, Plastikmüll und Informationsüberflutung. We will see. Und der Begriff „entschleunigtes Reisen“ trifft es auf den Punkt!

Antworte Melissa
Angie 13. Juni 2019 - 12:28

Danke für die ehrlichen Worte. Ja, es hat sich sehr stark verändert. Das Backpacking von früher wurde durch ein neues abgelöst. Und ich bin froh, dass ich das „vorher“ auch erlebt habe.

Antworte Angie
Melissa Schumacher 13. Juni 2019 - 14:40

Hi Angie, du warst auch vor 2011 / 2010 auf dem Banana Pancake Trail unterwegs? 🙂 Ja ich bin auch stolze Oldschool-Backpackerin ^^

Antworte Melissa

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