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Bali, das Müllparadies: Von einem Paradies, das einmal war

von Melissa Schumacher

Ein Beitrag von Barbara Nickl und Melissa Schumacher

Viele von euch, die schon einmal nach Bali gereist sind, haben mit Sicherheit bemerkt, dass Bali nicht der sauberste Ort ist. Dabei spreche ich nicht von Sauberkeit, die man sich dem Klischee nach als Deutscher von seinem Hotelzimmer erwartet, sondern von der Sauberkeit, bzw. Verschmutzung, die zu einem richtigen Problem werden kann – einem Problem für die Umwelt, die Menschen, die Ökosysteme und die ganze Welt.

In dieser Artikelreihe möchte ich etwas näher auf die Umweltverschmutzung in Bali und seine Ursachen eingehen und verschiedene Initiativen vorstellen, die für ein gesünderes und grüneres Bali kämpfen.

Bali, die Insel der Götter

Ein tropisches Paradies mit immergrünen Reisfeldern, wunderschönen Sonnenuntergängen und einzigartigen Surfbedingungen. So wird die beliebteste Urlaubsinsel Indonesiens vermarktet.

Bali hat all das zu bieten, aber auch Paradiese haben ihre Schattenseiten.

Wenn du also zwei Wochen Flitterwochen in einem der 5-Sterne-Resorts in Jimbaran oder Nusa Dua gebucht hast, ein Fahrer dich (nachts) vom Flughafen aus dorthin bringt, du das Resort nie verlässt und auch nie im Meer schwimmen gehst, werden deine Erwartungen vom tropischen Paradies bestimmt nicht enttäuscht.

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Der Traum von Bali

Die traurige Realität

Sobald du jedoch dein Hotel verlässt, du selbst mit dem Rucksack unterwegs bist, surfen gehst und dich von einem Ort zum nächsten durchschlagen willst, wirst du ganz schnell mit der traurigen Realität konfrontiert werden: Verkehr, ein Meer an Rollern und Baustellen, schlechte Infrastruktur, Luftverschmutzung, Müll am Straßenrand und am Strand, Plastik – das regelmäßig verbrannt wird und sich als giftige Rauchwolke über die Straßen legt – und eine stinkende bräunliche Soße, die über den Strand direkt in deinen geliebten Surfbreak strömt.

Verkehr

Stockender Verkehr in Bali, Foto: Barbara Nickl

Nicht umsonst hat der 11-fache Surfweltmeister und Umweltaktivist Kelly Slater im April 2012 getweetet, dass es bald unmöglich werde in Bali zu surfen, wenn nicht sehr bald ernsthaft etwas gegen die Umweltverschmutzung getan werde.

Worst I´ve ever seen!

schreibt er und gibt eines seiner handsignierten Surfboards zur Auktion frei, welche 8000 Australische Dollar einbringt und an die Balinesische Umweltschutzorganisation ROLE Foundation gespendet wird.

Natürlich ist Bali nicht der einzige Ort der Welt, der nicht weiß, was er mit seinem Müll anfangen soll. Auch im heute so sauberen und gut organisierten Bayern wurde Müll bis in die 70er Jahre vergraben. Heute ist in meinem Heimatort auf der Müllhalde von damals ein Neubaugebiet entstanden, in dem Familien im Garten ihr Gemüse anbauen. Kann das gesund sein?

Ich will nicht evolutionistisch oder eurozentrisch klingen und behaupten die Balinesen stehen entwicklungstechnisch hinter uns. Das Problem bei der ganzen Sache sind unsere multinationalen Großkonzerne, die das Land nur so mit billigen Nahrungsmitteln in unzähligen Plastikverpackungen überschütten und wir, die Touristen, die trotz Abenteuerlust und Sehnsucht nach Exotik immer etwas westlichen Lebensstandard erwarten.

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Strand in Jimbaran während der Regenzeit

Vom Bananenblatt zur Plastiktüte

Bevor Bali in den 70ern zum Surferparadies und Teil des Hippietrails ernannt wurde, hatte sich die einheimische Bevölkerung vor allem von dem ernährt, was ihnen die fruchtbare Erde zu bieten hatte.

Getrunken wurde das Wasser von Kokosnüssen oder frisches Quellwasser. Das gängigeVerpackungsmittel war das Bananenblatt. Alles Dinge, die man ohne Probleme überall hinwerfen kann, ohne in die natürlichen Kreisläufe einzugreifen.

Dass das ganze aber nicht mit Plastik funktioniert und das Plastik nicht von den Göttern, sondern vom bösen weißen Mann erschaffen wurde, ist leider noch nicht so ganz zu allen Beteiligten durchgedrungen.

Sind daran Regierung und das Erziehungssystem schuld? Vermutlich.

Vergrabener Müll in Bali

Vergrabener Müll in Bali, Foto: Barbara Nickl

Eine zu schnelle „Entwicklung“

Zu schnell ging die sogenannte „Entwicklung“ Balis. Zu schnell für die Menschen, die es gewohnt waren, ein ländliches Leben im Einklang mit der Natur zu leben, ihr eigenes Reisfeld zu bewirtschaften und regelmäßig Zeremonien abzuhalten, um das Leben und die Spirits auf der Insel im Gleichgewicht zu halten.

Zu schnell für eine Gesellschaft, deren Regierung als eine der korruptesten der Welt gilt, die versucht tausende von Inseln mit zigtausenden Einwohnern von Jakarta aus zu regieren und die sehr darauf bedacht ist, so schnell so viel Geld wie möglich zu machen.

Die Regierungsbeamten von Indonesien gehören zu den reichsten Menschen der Welt.

Geld für die allgemeine Bevölkerung fehlt allerdings an allen Ecken und Enden. Es gibt kaum öffentliche Einrichtungen, Bibliotheken, Parks, Nationalparks oder vernünftige öffentliche Verkehrsmittel – geschweige denn eine ordentliche Müllentsorgung. 

Es ist merkwürdig, dass die wenigen Programme für eine geregelte Müllentsorgung von privaten Initiativen (wie z.B. Peduli Alam oder Eco Bali) gegründet wurden, die ihre aufwendigen Bemühungen aus Spenden von Privatpersonen finanzieren.

Hinterfragen und kritisches Denken stehen nicht gerade auf dem Lehrplan der öffentlichen Schulen – viel eher das sture Auswendiglernen und Befolgen von Befehlen.

Dreck im Meer

Dreck und Müll im Meer in Bali, Foto: Barbara Nickl

Szenario: Bali ohne Tourismus

Die gesamte Wirtschaft Balis ist auf den Tourismus ausgelegt. Ich behaupte, es gibt keine andere Insel dieser Größe auf der Welt mit einer solchen Dichte an Fahrern, Butlern, Tourguides, Massagetherapisten, Bedienungen, Gärtnern, Surflehrern, Strandverkäufern etc. Zumindest fühlt es sich so an.

Was passiert aber, wenn die Umweltzerstörung so überhand nimmt und man gar nicht mehr im Meer baden, surfen oder tauchen kann, ohne ernsthaft krank zu werden?

Wenn es kein Wasser mehr auf der trockenen Bukit-Halbinsel gibt, da immer mehr riesige Hotels und Villen gebaut werden?

Was passiert mit all diesen Hotels und Restaurants, wenn die Touristen wegen der starken Umweltverschmutzung nicht mehr nach Bali kommen wollen?

Was passiert mit der einheimischen Bevölkerung, die so sehr vom Geld der Touristen abhängig geworden ist? Von den gesundheitlichen Folgen ganz zu schweigen!

LesetippBeihilfe zum Mord: Wie wir unsere Meere langsam zu Grunde richten

Bauruine an der Straße nach Balangan

Bauruine an der Straße nach Balangan, Foto: Barbara Nickl

Zurück bleibt eine Generation, die nichts mehr weiß von dem Leben vor dem Tourismus. Von der Zeit, als man ohne Instant Noodles und Coca Cola gelebt hatte, als man selbst seine Nahrungsmittel und seinen Reis angebaut hatte und somit seine ganze Familie und vielleicht sogar das ganze Dorf mit all dem versorgen konnte, was man zum Leben brauchte.

Dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann, ist mir bewusst. Ich will auch nicht jeden verurteilen, der nach Bali reist, um diese doch so wunderschöne Insel zu genießen und sich nicht nur von Nasi Campur und Mie Goreng ernähren will.

Initiativen, die für ein grünes Bali kämpfen

Glücklicherweise gibt es Ausnahmen und mittlerweile sehr viele Initiativen von Einheimischen und Expats, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, für ein grünes und gesundes Bali zu kämpfen.

Die Recycling-Organisation „ecoBali“

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Müll am Strand von Jimbaran in der Regenzeit von Bali

Die Italienerin Paola Cannuciari gründete 2006 zusammen mit ihrem balinesischen Ehemann Ketut und einem weiteren Umweltaktivisten die Recycling-Organisation ecoBali.

Ziel des Trios war es, Balis Müll zu beseitigen und die Menschen zum recyceln und kompostieren zu ermutigen. Mit der Devise „Zero Waste“ bietet ecoBali sowohl Privatleuten, als auch Firmen und Hotels eine wöchentliche Müllabfuhr an. Die verschiedenen Müll-Sorten werden dabei voneinander getrennt und das weiter verarbeitet, was weiterverarbeitet werden kann. Alles andere wird zu den offiziellen Mülldeponien der Regierung gebracht.

Dinge wie Papier, Plastik, Metal und Glas werden an jeweilige lokale Initiativen und Firmen gegeben, damit dort Neues aus den Abfällen entstehen kann.

So produziert zum Beispiel die Firma Sarawasti Paper Fotoalben, Notizbücher oder Postkarten aus natürlich gefärbtem und recyceltem Papier.

ecoBali selbst stellt auch Aluminiumplatten zum Dachdecken aus alten TetraPaks oder Kissenfüllungen aus Stoffresten her.

Neben der wöchentlichen Müllabholung bietet ecoBali auch Training für die Mitarbeiter der Villen, Hotels, und Geschäfte an, damit bereits vor der Abholung Plastik- und Papiermüll voneinander getrennt wird. Da ein großer Teil der Abfälle in Bali organischen Ursprungs sind, propagiert ecoBali auch ihre Kompostierungssysteme, die man ebenso käuflich erwerben kann. Tonnen, Materialien und Training für die Bediensteten inklusive.

Dieser Service ist oft – wohl aus finanziellen Gründen – nur Expats oder Geschäften zugänglich. Er wird hauptsächlich auch nur in den Gegenden südlich von Canggu angeboten, in denen viele Expats leben und sich auch die meisten Touristen aufhalten.

Das zweite Standbein der Organisation sind die Workshops und der Unterricht in „positive environmental practices“ an lokalen Schulen, in denen vor allem die jüngsten Mitglieder der Balinesischen Gesellschaft mit Mülltrennung und den 5 R´s vertraut gemacht werden sollen: Reduce, Recycle, Reuse, Refuse, Rethink. Hierfür wurde die Initiative „Adopt-a-School“ gegründet, bei der Individuen Schulen finanziell unterstützen können, damit sowohl Trainings für Schüler und Lehrer, als auch Mülltonnen und deren Abholung angeboten werden können.

Inzwischen kann ecoBali auf einige erfolgreiche Jahre, viele Kollaborationen mit anderen Organisationen und auf 50-70% Müllreduktion zurückblicken. Außerdem sammeln sie ca. 15 Tonnen nicht-organischen Mülls täglich, sowie recyceln 9-10 Tonnen im Monat.

Mehr Informationen zur Organisation, deren Produkte und Services findet ihr hier.

Yayasan Gaia Oasis in Tejakula

gaia-oasis-meetingAbseits der Haupttouristenrouten in der Kleinstadt Tejakula im Norden Balis findest du die Yayasan (dt. Hilfsorganisation) „Gaia Oasis„, die seit Dezember 2013 zusammen mit GUS Foundation und ecoBali sogenannte „Grüne Unterrichtsstunden“ vor allem für Kinder und Jugendliche abhält, um sie zu sensibilisieren und zum Umdenken zu bewegen.

Die Probleme vor Ort sind die selben, wie überall auf der Insel. Der produzierte Müll wird verbrannt oder in Straßengräben und Flüsse geworfen, von wo aus er irgendwann im Meer landet. Auf diese Weise gelangen Abwasser, Chemikalien und gesundheitsschädliche Bakterien ins Meer und somit auch unkontrolliert in unsere Nahrungskette.

Obwohl es in manchen Orten eine von den Gemeinden organisierte Müllabfuhr für ca. 50 Cent im Monat geben würde, wird diese oft aus Bequemlichkeit oder finanziellen Gründen nicht genutzt. Dabei wäre der Verkauf von Müll ein großes Business. Für ein Kilogramm Papier, Glas oder Metall bekommt man ca. 5 Cent, für Plastikflaschen und Pappe sogar 10 Cent. In unseren Augen mag das nach nicht viel klingen, aber bei der Menge an Müll in Bali könnte man damit bestimmt eine ganze Familie versorgen.

Das Team von Gaia Oasis arbeitet an verschiedenen Projekten, denn neben der Müllproblematik (auch mit organischem Müll) ist auch die Wasserversorgung in dieser trockenen Region von Bali ein großes Problem. Zusätzlich arbeitet die Yayasan an einem Community-Wald zur besseren Selbstversorgung der Bewohner und an der Entwicklung eines spirituellen Öko-Tourismus der Region.

Nur die Veränderung von Gewohnheiten und des Denkens in der Gesellschaft kann wirklich etwas bewirken. Die Tatsache, dass die einheimische Bevölkerung die Initiative selbst angeregt hat, zeigt bereits sehr deutlich, dass sie ihre Situation ändern wollen.

Allerdings dauert es wohl noch ein bisschen, bis sich die Bewohner an die Idee der Mülltrennung gewöhnt haben. So wurden zwar für jeden Haushalt zwei Tonnen bereit gestellt, allerdings benutzen die Bewohner oft nur eine der beiden als „Mischmülltonne“.

Project Clean Uluwatu

Sonnenuntergang in Uluwatu

Sonnenuntergang in Uluwatu; Foto: Barbara Nickl

Der Star unter den Umweltprojekten in Bali ist wohl momentan Project Clean Uluwatu an der Südwestküste der Bukit Halbinsel. Spätestens seit der Veröffentlichung des Surf-Kultfilms `Morning of the Earth´ in den 1970ern gehört Uluwatu zu einem der bekanntesten und beliebtesten Surfspots Indonesiens.

Jeden Tag brechen sich dort perfekte Wellen und man spürt die Magie des Ortes spätestens dann, wenn man bei Sonnenuntergang aufs offene Meer blickt. Nicht ohne Grund steht dort einer der wichtigsten Tempel der Balinesen. Zwischen 300 und 500 Touristen täglich besuchen Uluwatu. Der Ort ist innerhalb der letzten 30 Jahre rapide gewachsen, allerdings ohne effektive Infrastruktur.

So konnten die etwa 50 Warungs (dt. Restaurants) und Geschäfte, die es mittlerweile dort gibt, ihre Abfälle und das gebrauchte Speiseöl nicht richtig entsorgen. Auch gab es keine öffentlichen Toiletten oder Mülleimer – geschweige denn eine organisierte Müllabfuhr.

Etwas versteckt vor den Blicken aber nicht vor den Nasen der Besucher, befand sich daher ein „See“ voller Müll und Abwasser, der mit E.coli Bakterien und Speiseöl verseucht war. Bei Regen konnte all das ins Meer, ins Riff und somit in die Wellen gelangen und nicht nur das Ökosystem sondern auch viele Surfer ernsthaft krank machen.

Im Juni 2011 hatte sich aus Freiwilligen, lokalen Expat Surfern und ein paar Locals das Komitee „Project Clean Uluwatu“ gebildet, dass sich zum Ziel gesetzt hat, ihr geliebtes Uluwatu sauber zu halten.

Die GUS Foundation baute Duschen und öffentliche Toiletten und es wurden in einer einmaligen Aktion etwa 30 Tonnen Müll aus der Schlucht hinter den Warungs geborgen und zur offiziellen Mülldeponie in Benoa gebracht.

Daraufhin bekam jeder Warung und jedes Geschäft Mülltonnen und es wurde ein Container aus Beton gebaut, in dem nun der ganze Müll gesammelt und dreimal wöchentlich von ecoBali abtransportiert wird. Dieses „Solid Waste Management“ System wurde Ende 2013 von einem Tank ergänzt, in dem sämtliche Abwässer und Flüssigkeiten, die nicht ins Meer gelangen sollen, gesammelt werden.

Ladies Uluwatu

Die Ladies sammeln den Müll ein. Foto: Project Clean Uluwatu

Der Bau des Tanks wurde vor allem durch verschiedene Fundraising Aktionen der Initiatoren, sowie von privaten Spendengeldern finanziert. Auch unterstützen einige Mitglieder der Surfgemeinschaft und der Surfindustrie das Projekt. So haben beispielsweise die beiden ASP-Surfer Kelly Slater und Michel Bourez jeweils ein Surfbrett zur Auktion für Project Clean Uluwatu freigegeben.

Mittlerweile ist der Tank fast komplett funktionsfähig, fast alle Warungs sind angeschlossen und die organischen Abfälle werden kompostiert, damit sie direkt vor Ort in fruchtbare Erde umgewandelt werden können und nicht durch halb Bali transportiert werden müssen.

Alle Beteiligten hoffen nun, dass Uluwatu und das benachbarte Padang Padang bald zum `World Surfing Reserve´ ernannt wird.

green-books.org

Kids aus Sumba mit Büchern von Green Books - by Gerhard Engelbrecht

Kids aus Sumba mit Büchern von Green Books – by Gerhard Engelbrecht

Die tolle NGO green-books.org handelt ganz nach dem Motto:

Nur das, was man kennt kann man lieben. Und nur das was man liebt wird man schützen.

Deswegen entwickeln die Köpfe hinter der NGO Wege, dass sich die junge Generation wieder in ihre Natur verliebt und sie damit zukünftig schützen wird. Es gibt mittlerweile unzählige green-books.org Eco-Libraries in ganz Indonesien, die den Kids spielerisch beibringen sollen, wie wunderschön die Natur ist. Ein Interview dazu findest du hier.

Peduli Alam

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Quelle: Peduli Alam

Hinter Peduli Alam steckt ein großartiges Projekt in Amed. Die Köpfe hinter Peduli Alam haben es geschafft ein richtiges Abfallsystem in Ost-Bali zu entwickeln mit Mülleimern und einer richtigen Müllabfuhr.

Außerdem haben sie einen kleinen Shop mit recycelten Produkten eröffnet und schaffen somit auch Arbeitsplätze (vor allem für die Frauen der Region). Aufklärungsarbeit in Schulen leisten sie auch. Besuche den kleinen Shop doch mal auf deiner nächsten Bali Reise!

Gili Eco Trust

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Müllhalde auf den Gilis – Quelle: Gili Eco Trust

Auf den Gili Inseln sieht es nicht anders aus mit dem Müllproblem. Die tolle NGO Gili Eco Trust verbindet das Schöne mit dem Wichtigen. Sie leisten Aufklärungsarbeit, bieten Recycling-Workshops an, unternehmen Eco-Schnorcheltouren mit ihren Gästen oder sammeln beim Stand-Up-Paddeling den Müll auf der Wasseroberfläche ein.

Noch mehr großartige NGOs in Indonesien findest du bei uns auf Indojunkie Vibes in der Kategorie Volunteering & Umwelt.

Wie ihr seht geschieht einiges auf Bali und das kleine Paradies ist nicht ganz verloren. Es gibt noch viel mehr Initiativen, als ich euch hier vorstellen konnte. Trotzdem scheint es, dass die ganze Mühe noch zu wenig ist.

Was du tun kannst

Beach Clean Up

Beach Clean Up am Nyang Nyang Beach

Beach Clean Ups

Wie wäre es beispielsweise mit einem Beach Clean Up? Wie du aktiv mithelfen kannst, haben wir hier nieder geschrieben.

Spenden

Natürlich kannst du auch finanzielle Unterstützung leisten. Die o.g. NGOs, sowie viele andere Hilfsprojekte in Indonesien finanzieren ihre Bemühungen aus Spendengelder.

Plastikfrei reisen

Um die Sache nicht noch schlimmer zu machen und deinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten, folge unseren Tipps zu plastikfreiem Reisen in Indonesien.

Text: Barbara Nickl, Melissa Schumacher

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35 Kommentare

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35 Kommentare

Sarah Covak 1. April 2019 - 16:58

Hallo,
danke für diesen Beitrag. Ich finde es krass, dass ihr euren Müll wieder mit nach Hause genommen habt!
Das Müllproblem auf der Welt ist einfach schrecklich und zum Heulen. Ich bin gerade länger in Indonesien und habe aufgehört, jegliche Dinge zu konsumieren, an denen zu viel Plastik hängt. Diese Einstellung werde ich auch nach Deutschland mitnehmen.
Es bringt tatsächlich nichts, nur diese Länder und ihre Einwohner verantwortlich zu machen. Es ist ein ursprünglich durch westliches Konsumverhalten und Produktvermarktung erzeugtes Problem, das nun eben in diesen Ländern sichtbar wird.
Ich bin als schon immer umweltbewusster Mensch selbst schockiert darüber, dass mir das Ausmaß des Müllproblems erst jetzt wirklich dämmert und mich zum Umdenken und Anders-Handeln zwingt.
Sarah

Antworte Sarah
Lena 18. November 2018 - 6:46

Vielen Dank für den tollen Artikel! Ich befinde mich gerade mit einer Freundin in Indonesien (Java, Bali, Nusa Lembongan). Obwohl ich schon viel gesehen hatte, war auch ich geschockt von den Massen an Müll überall. Wir haben uns mit einigen Einheimischen unterhalten und den Eindruck gewonnen, dass es tatsächlich in erster Linie an der Regierung scheitert. Die Menschen werden einfach nicht unterstützt. Wir haben uns nun dazu entschieden unseren Plastikmüll wieder mit Heim zu nehmen und ihn dort zu entsorgen. Wir achten dabei natürlich darauf, so wenig Plastik zu nutzen wie möglich, aber manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden 🙁 wir dokumentieren unsere Eindrücke und unser Vorhaben auf Instagram unter #noplasticindo. Vielleicht regt es den ein oder anderen ja an, es uns nach zu machen oder wenigstens bewusster damit um zu gehen!

Antworte Lena
Melissa Schumacher 18. November 2018 - 9:52

Ihr seid großartig Lena! Ich werde eure Aktion auf alle Fälle auch über Instagram teilen!!!

Antworte Melissa
Chris 2. Januar 2019 - 18:42

Dem kann ich nur beipflichten. Das ist ein fast aussichtsloser Kampf. Als jemand, der sich freiwillig an dutzenden Sammelaktionen in Asien und Afrika beteiligt hat, sehe ich die Ursachen ähnlich: Die lokalen Behörden sowie die Hotel- und Gastwirtschaft verdienen Millionensummen am Tourismus. Das Geld versickert jedoch in dunklen Kanälen, anstatt in ein effektives Abfallmanagement und den Umweltschutz zu investieren.

Neben ausländischer Hilfe, funktionierende Abfallsysteme zu etablieren, muss jedoch auch über Sanktionen nachgedacht werden: Ich hatte mal Fotos von vermüllten Stränden auf Bali ins Internet gestellt, um potentielle Urlauber auf den Wahnsinn aufmerksam zu machen. Erst wenn der Tourismus massiv leidet, wird ein Umdenken bei den lokalen Behörden stattfinden. Leider muss es erstmal wehtun, bevor sich etwas ändert. So ist das in Bali, wie auch hierzulande.

Antworte Chris
Andrea 31. Mai 2018 - 1:05

Hallo, mir zerreißt es das Herz wenn ich über dieses Müllproblem auf Bali lese….1980 und 1990 war dort die Welt noch in Ordnung! War gerade in Vietnam, da liegt auch überall der Müll rum, dabei musste ich an die Orte denken, die ich in Asien schon bereist habe und hatte im Kopf dass es dort mittlerweile auch vermüllt ist…..was für eine gruselige Vorstellung! Ich könnte heulen… warum ist die Menschheit nur so egoistisch und sorgt nicht überall für Umweltschutz? Nicht nur im eigenen Land…. habe damals schon erlebt dass Touris alles wegwerfen und sagen: ist ja nicht mein zuhause. Unfassbar! Und zu der Zeit wurde noch viel im BananenBlatt verpackt…allerdings gab es schon grüne Fanta in der Plastiktüte mit Strohhalm! Ich bin einfach schockiert über das Verhalten der Menschheit!

Antworte Andrea
Clark 1. April 2018 - 18:41

Auch von mir ein Hallo!
Und Danke an Barbara und Melissa für diesen Artikel.

Der netten Aufforderung am Ende des Artikels folgend habe ich uns soeben drei Kopi gegönnt. 😉
Allerdings muss ich gestehen, dass ich auf Bali fast mehr zum Teetrinker geworden bin, denn bei dem landestypisch zubereiteten Kaffee hatte ich mit dem letzten Schluck immer eine Ladung Bodensatz im Mund. Dies war aber nicht der einzige Punkt, an dem ich meine Trinkgewohnheiten umstellen musste. Mein hier in Deutschland gewohntes Mineralwasser mit Kohlensäure blieb mir mangels Verfügbarkeit genauso verwehrt, wie ich überwiegend auf den geliebten Rotwein am Abend verzichten musste, da doch ziemlich unerschwinglich. Interessanterweise wird australischer und indonesischer Wein in den deutschen Supermärkten zu einem geringeren Preis verkauft, als dort in der Anbauregion.

Beinahe in jedem Satz, den ich soeben geschrieben habe, schneide ich indirekt die im Artikel besprochenen Themen an. Mich reizt es, mich lang und ausführlich dazu auszulassen. Ja, vielleicht sogar einen eigenen Artikel darüber zu schreiben. Habt Ihr etwas dagegen, wenn ich auf Euren Artikel Bezug nehme? Hier und jetzt will ich versuchen, mich etwas kürzer zu fassen.

Mir persönlich geht es wie Christian, der hier im Februar 2018 einen Kommentar hinterließ. Ich bin nochmal ein Jahrzehnt älter, fand aber in all den Jahren ebenfalls keine Möglichkeit für einen Fernurlaub. Bis Dezember 2017 hatte ich in meinem ganzen Leben die Europäische Union noch nie verlassen. Über ein Internetportal hatte mich letztes Jahr ein Tauchlehrer angeschrieben, der nach Mitreisenden für einen fünfwöchigen Bali-Aufenthalt an drei unterschiedlichen Destinationen suchte. Jetzt oder nie, dachte ich mir, und sagte zu.

Um es kurz zu machen, ich kann von A bis Z die Eindrücke von Christian bestätigen!
Nun habe ich auch die anderen Kommentare gelesen, sowohl hier, als auch auf Facebook. Und darf dabei feststellen, dass die menschlichen Auffassungen sich doch, wie immer im Leben, teilweise erheblich unterscheiden. Zwei Lager treffen aufeinander: die „Wir müssen sofort etwas unternehmen, sonst geht die Welt unter“-Vertreter versus den „Ach was, ist doch alles halb so schlimm“-Kandidaten.

Ich oute mich als Mitglied der ersten Gruppe. Um auf ein paar der in den Kommentaren immer wieder gerne aufgegriffen Argumente einzugehen: ja, natürlich gibt es auch bei uns in Deutschland Müll und nicht nur auf Bali. Aber man kann doch nicht das Vorhandensein von viel Müll an einer Stelle mit dem Vorhandensein von wenig Müll an einer anderen Stelle entschuldigen! Das verbessert die Lage nicht, sondern macht sie nur noch schlimmer. Und auch ja, wir sind in Europa mit unserer Umweltpolitik schon viele Jahrzehnte voraus. Aber genau das ist doch ein Grund, weshalb es in anderen Ländern der Welt eigentlich viel schneller gehen sollte. Nur verlieren wir uns lieber in hanebüchene Diesel-Abgasdiskussionen, statt denn unser Wissen und unsere Technik dorthin zu exportieren.

Auch ich war während der Regenzeit auf Bali. Der Flug meines Tauch-Buddys ging einen Tag vor dem meinen. So kam es, dass ich noch eine Übernachtung in Denpasar hinter mich brachte, bevor ich in das deutsche Schmuddelwetter zurückkehrte. Eigentlich wollte ich an meinem letzten Abend auf der Insel noch möglichst viel Meer in meine Erinnerung einbrennen. Daher wanderte ich etliche Stunden an diesen bei den Surfern so berühmten Stränden entlang. Nach fünf Wochen „Hinterland“ hätte ich eigentlich vorgewarnt sein müssen. Aber am Strand der Touristenmetropole hatte ich dennoch nicht damit gerechnet. Müll, Müll, Müll!

Als mich mein Taxifahrer am nächsten Morgen am Hotel abholte und fragte, wie es mir geht, antwortete ich wahrheitsgemäß mit „nicht wirklich gut“. Natürlich fragte er, was mich denn bedrücke. Und so klagte ich ihm mein Leid in Sachen Müll. Ich sei einfach nur zur falschen Jahreszeit da, meinte er. In der Hauptsaison würde von Seiten der Stadtverwaltung der Müll eingesammelt.

Es handelt sich um so viele Einzelteile und eine so weit verbreitete Menge, dass ich äußerst skeptisch bin, ob man denn dieses Problem mit gelegentlichem Einsammeln überhaupt unter Kontrolle bekommt. Einer Eingebung folgend fragte ich den Taxifahrer, was denn mit dem eingesammelten Müll dann gemacht wird. Der wird im Sand des Strandes vergraben, klärte er mich auf. Ich holte Luft, um ein völliges Unverständnis zum Ausdruck zu bringen. Dann schluckte ich es herunter und ließ mich wortlos zum Flieger bringen.

Der Müll ist nur eins von vielen Problemen, die es auf Bali zu lösen gilt. Die Insel bricht unter dem Verkehr zusammen. Die Versorgungsinfrastruktur, vom elektrischen Strom über Wasserleitungen bis hin zur Kanalisation, besteht nur aus zusammen geflickschusterten Improvisationen. Das Baurecht und die ganze dazugehörige Verwaltung ist nicht ansatzweise zukunftsfähig koordiniert. Der Tourismus – für Besucher klar zu erkennende zentrale Einkommensquelle der Bevölkerung – wird weder zentral gefördert, noch umweltverträglich ausgerichtet. Es gibt enorm viel zu tun auf der Insel der Götter!

Aber, wie es ja auch schon in vielen Kommentaren und auch oben im Artikel sehr gut beschrieben wird: es gibt auf Bali auch Menschen, die zumindest das Problem erkennen. Auch wenn sie dieser Herausforderung teilweise mit einer gewissen Ratlosigkeit gegenüberstehen.

Ich habe auf Bali während meines Aufenthaltes Menschen kennen gelernt, mit denen ich weiterhin den Kontakt halte. Menschen, die an ihre Kinder und deren Zukunft denken. Menschen, die etwas ändern wollen. Ich für meinen Teil möchte diesen Menschen helfen, auch wenn ich per heute noch nicht genau weiß, wie. (Das ist ja einer der Gründe, weshalb ich in Artikeln, wie diesem hier, am Schmökern bin)

Ein Paradies ist Bali ganz bestimmt nicht. Aber verloren ist es auch noch nicht.
Und ich denke, ich werde in absehbarer Zeit nochmals hinfliegen und persönlich den einen oder anderen Müll einsammeln.

Antworte Clark
Melissa Schumacher 3. April 2018 - 13:09

Danke für die Kopis 🙂

Guter Wein ist in Indonesien wirklich Mangelware 🙂 Die Indonesier brennen sich lieber ihren eigenen Palm- und Reiswein 🙂 Der natürlich nichts mehr mit dem „Wein“, wie wir ihn kennen zu tun haben, sondern eher an Schnaps erinnert!

Wo wirst du den von dir erwähnten Artikel veröffentlichen? Gerne können wir ihn dann teilen! Gerne kannst du auch für uns schreiben und deine Gedanken äußern! Schicke uns dafür gerne eine E-Mail!

Der Vergleich von Deutschland und Indonesien ist allgemein schwierig. Und ich stimme dir zu, dass wir unser Wissen durch die Fehler, die wir gemacht haben, eigentlich auf andere Länder übertragen sollten. Aber hat das in der Geschichte jemals funktioniert?

Und das von dem Taxifahrer erwähnte „Einsammeln von Müll“ ändert rein gar nichts an der Situation, dass sich in den tiefen des Ozeans weiter Unmengen an Müll ansammelt. Der Müll an den Stränden ist nur die Spitze des Eisberg. Und anstelle den Unrat einzusammeln, sollte man alle Gelder der Regierung dafür nutzen, keinen weiteren Müll in die Meere fließen zu lassen. Mir wurde gesagt, dass die indonesische Regierung nicht gerade arm sei. Am Geld sollte es also nicht scheitern!

Dein Gefühl im Taxi kenne ich. Ich nenne es Weltschmerz. Es tut einfach nur weh und lässt einen Kloß in meinem Bauch wachsen, der jedes Jahr größer wird.

Und dein Wort „Improvisation“ ist wahrlich das richtige Wort!

„Ein Paradies ist Bali ganz bestimmt nicht. Aber verloren ist es auch noch nicht. Und ich denke, ich werde in absehbarer Zeit nochmals hinfliegen und persönlich den einen oder anderen Müll einsammeln.“

DANKE für deine letzten Worte!

Antworte Melissa
Frank 15. März 2018 - 9:52

Halli Hallo,

vielen Dank für den Artikel!


Ich bin schon seit einiger Zeit stiller Leser Eurer Seite und dankbar für die tollen Informationen. Ich bin jetzt bereits zweieinhalb Monate auf Bali und hab mir die ganze Sache auch etwas ander vorgestellt. Natürlich verstehe ich das Problem der Einheimischen und ich denke auch, dass es eigentlich das gleiche in „Grün“ ist, wie wir es in den 70er hatten. Eigentlich ist ja auch bereits alles gesagt worden, trotzdem noch zwei Beobachtungen, die ich immer wieder besonders erschreckend finde:

1. Das Verhalten der Touristen ist vielfach „unterirdisch“. Sie müssten es doch eigentlich besser wissen und zumindest versuchen, Plastik zu vermeiden, wo immer es möglich ist. (Ich unterstelle mal, viele von denen machen das zuhause brav)
Das Gegenteil ist aber hier vor Ort die Regel. Ich war heute in einem „Supermarkt“ und habe an der Kasse mitgezählt… Der Kunde vor mir, hat tatsächlich für EINEN Einkauf 27 Plastiktüten verbraucht. Er hat ALLES extra in eine Plastiktüte einpacken lassen und zum Schluss, sämtliche Plastiktüten erneut in einer größeren Plastiktüte verstaut. Da fehlen mir echt die Worte!

2. Bei den Einheimischen sieht es aber leider auch total übel aus. ALLES wird in Tüten verpackt. Kaum jemand verwendet die Tüten ein zweites mal. Wenn man sich alleine die mobilen Garküchen anguckt, wird von denen Müll produziert, als ob es einen Preis dafür geben würde. Jede Kleinigkeit kommt in eine Tüte und hinterher alle Tüten wieder in eine Tüte. Das macht pro Kunde 3-5 Tüten für eine Malzeit. Wenn man sich das mal hochrechnet…, lieber nicht…

Wie gesagt, ich verstehe das irgendwie, jedenfalls das mit den Einheimischen. Das Problem mit den Touristen finde ich eher abartig, rücksichtslos und egoistisch. Getoppt wird das ganze dann noch durch die Kontrolle von Nestle und Danone. Echt gruselig.

 Zu dem Scooter-Wahnsinn habe ich übrigens selbst auch einen kleinen Beitrag geschrieben:
https://goatment.com/ueberleben-unter-scootern/206/
(der Link kann ja gelöscht werden, wenn ihr den nicht wollt)

Ich hoffe, die Balinesen nehmen das Problem bald etwas ernster, bevor hier alles im Müll versinkt. Denn dann, wie ihr ja auch geschrieben habt, sieht es übel aus mit dem Tourismus.

Antworte Frank
Jörg 16. März 2018 - 17:54

Wir waren auch im November 17 auf Bali …Jimbaran. Einfach nur noch grausam!
Da ich dies auch im Tripadvisor geschrieben habe, wurde ich fast schon als Lügner und was weiß ich
nicht alles bezeichnet… Als ob es dieses Problem nicht geben würde.
Da wir 3 Wochen zuvor auf Samoa waren, trauten wir unseren Augen nicht.
Dort gibt es tatsächlich kompostierbare Verpackungen. Was nicht mal D hinbekommt,
die machen es einem vor. Dasselbe Spiel mit dem Plastiktüten-(müll) gibt´s allerdings auch schon in
den Einkaufsmärkten in Sydney. Da wirst du zugeschmissen damit. Dem Kassenmensch klarzumachen, dass
wir den Rucksack für die Sachen mitgebracht haben, entlockte dem Kerl nur ein ungläubiges staunen.
Wir gehören wohl zur aussterbenden Spezies, die „ihren Plastikmüll“ – Sonnencreme, Insektenschutzmittel u.ä.
wieder mit nach Hause holen.

Antworte Jörg
Simone 7. März 2018 - 23:20

Auf meinem Umstiegsstop in Dubai auf dem Weg nach Hanoi lese ich diese Beiträge, bin durch googeln darauf gestossen, nachdem ich einen Bericht im Spiegel online las, von diesem Taucher, der den Müll vor Bali auch unter Wasser gefilmt hat. Ich war im Jahr 1995 dort, es war ein Traum, auf Gili Meno gab es keinen Strom und kein richtiges Hotel.
Es ist so erschütternd, weil es wie oben beschrieben, ein massives Problem der Entwicklungs und Schwellenländer darstellt. Auch so ähnlich erlebt 2016 auf Sansibar, weiter oben hat das jemand als „apokalyptisch“ beschrieben, was ich als sehr treffend empfinde. Wenn ich dann eben im Flugzeug diese ganzen Plastikbecher, Dosen und Behälter sehe, hier am airport Coffee to go Becher und Plastiktüten ohne Ende, kommen Zweifel auf ob das Problem noch (rechtzeitig) in den Griff zu bekommen ist.. das macht Angst. Danke für diese tollen Seiten!

Antworte Simone
Christian Heiss 7. Februar 2018 - 18:53

Hallo Zusammen! Bin seit dem 05.02.‘18 auf Bali und liege bei tropischen Temperaturen um Mitternacht in meinem Bett und versuche die ersten Eindrücke zu verarbeiten. Der Trip nach Bali ist meine erste große Reise, mein erster interkontinetaler Flug, überhaupt. …obwohl schon Mitte 30.
Bali ist es durch Zufall geworden, wollte einfach Mal weg, mit dem Rucksack. Hätte auch den Dartpfeil auf die Weltkarte werfen können.
Ich habe eigentlich keinen Anspruch an den Trip. Egal wies‘ Wetter ist/wird, ich werde mich die nächsten 3 Wochen treiben lassen, anspruchslos und unvoreingenommen. „Abenteuer“ halt, es kommt, wie es kommt.
Was ich bei meinen ersten vagen Ausflügen hier erleben konnte, macht mich aber tatsächlich derart betroffen, dass ich hier mal (tolle Blogs, Kompliment!) einen Kommentar verfassen möchte. Irgendwie auch, um mit meinen Gedanken nicht alleine zu sein.
Zum Ankommen habe ich für 4 Tage n‘ Hotel in Sanur gebucht. Witzigerweise ist mein Rucksack in Singapur verschütt‘ gegangen und kommt wohl erst über Umwege zum Hotel. Also bin ich Backpacker ohne Backpack..und ohne Wäsche…und ohne eigentlich Alles. Aber das ist kein Drama, ich nehms‘ mit Humor. Mit einem Local (Taxifahrer) bin ich heute einmal quer über die Insel gefahren, so ein paar Touri-Hotspots abgeklappert – und ne‘ kurze Shorts gekauft.
Ich weiss gar nicht wie ich beschreiben soll, wie es auf Bali aussieht, wie sich die Insel, oder die Teile die ich bisher sehen konnte, für mich präsentiert hat.
Tatsächlich bin ich noch nicht viel rumgekommen in der Welt, aber hätte ich nur im Ansatz eine Vorstellung davon gehabt, wie es hier aussieht, wäre ich hier nicht hergereist. Und vorab, ich möchte schildern, nicht beschuldigen. Müll ist kein Ausdruck mehr, für das ganze Desaster. Alle Strassen sind voll Müll. Die Bäche…voll Müll. Die Grundstücke…voll Müll. Die Strände…voll Müll. Man sollte besser schreiben, zwischen dem Müll, liegt ein bißchen Sand. Es ist zum heulen. Wie kann man so sehenden Auges in die Apokalypse rennen!? Die meist wirklich netten Balinesen/-innen…sitzen im Müll. Und das meine ich wortwörtlich. Als gäbe es bei den Bewohnern dieser Insel wirklich überhaupt kein Bewusstsein, noch überhaupt eine Wahrnehmung, für Abfall. Es ist irre.. So als würden Sie das als Teil Ihrer natürlichen Umgebung, akzeptieren.
Selbst an den paar Touri-Hotspots die wir heute besuchten, in jeder Ecke, Haufen von Unrat. Ich habe mich irgendwann gar nicht mehr getraut, näher hinzusehen. Weil die erste Impression, „Oh wie schön!“, sofort getrübt wird. Das ist echt hart.
Von dem Geruch, nennen wir es präziser bestialischer Gestank, nicht zu sprechen. Ich möchte mich mit niemandem vergleichen, der viele andere Länder schon bereisen durfte und habe bisher wirklich auch nur Auschnitte von Bali sehen können, aber das hier ist kein Paradies. Es ist ein Slum. Jeder der was anderes sagt/schreibt lügt, oder war noch nie hier. Es ist in der Tat..bedauerlich.

Antworte Christian
Melissa Schumacher 7. Februar 2018 - 19:04

Hi Christian. Danke für deine ehrlichen Worte. Ich möchte dein Kommentar gerne auf Facebook veröffentlich, falls das ok für dich ist? Du hast ein wirklich blödes Timing erwischt. Februar sind eines der Monate mit dem meisten Müll – wegen dem Regen! Wir schreiben auf unserem Blog sehr viel über den Müll (https://indojunkie.com/?s=m%C3%BCll) – weil jeder, der schon mal in Südostasien war das Problem kennt. Es gibt das Gleiche Problem z.B. in China. Es ist ein weltweites Problem, wo wir alle dran beteiligt sind.

Antworte Melissa
Christian 8. Februar 2018 - 0:06

Wenn mich kein Shitstorm ereilt, gerne.
Bin gespannt was ich noch erleben darf, wo es mich hintreibt, wenn denn endlich mein Rucksack da ist. Und wie mein Fazit am Ende der gesamten Reise ausfallen wird.
Du magst z.T. Recht haben, dass die Regenzeit eventuell zum Negativeindruck beiträgt und sich das Problem an den Stränden noch deutlich verschärft. Aber das erklärt nicht die Zustände im Zentrum und in weiten Teilen des Inselinneren (Müllabfuhrproblematik etc. ist mir bekannt).
Eines ist mir klar geworden in letzter Nacht und wenn das die Epiphanie dieser Reise ist, hatte sie schon was Gutes. Es ist 5 vor 12, nicht nur für Indonesien/Bali. Wenn das Ökosystem hier kollabiert, und das wird es in kürzester Zeit, wird Millionen von Menschen die Lebensgrundlage entzogen und das betrifft in der Tat, uns alle.
Irgendwas werde ich auf jeden Fall tun, um zu helfen. In diesem Sinne, gute Reise.

Antworte Christian
Melissa Schumacher 8. Februar 2018 - 9:40

Hi Christian, dein Post hat ein intensive Diskussion angeregt. Vielleicht interessiert es dich ja: https://www.facebook.com/indojunkie/posts/1556039321144349 – danke für deinen Input!

Antworte Melissa
Christina 6. Dezember 2017 - 7:32

Liebe Barbara,
Aus gegebenen Anlass (ich bin seit 3 Wochen auf Bali) hab ich gerade deinen Artikel gelesen. Vielen Dank dafür! Vielen Dank für die offenen und vor allem ehrlichen Worte!! Der Müll ist noch mehr geworden, man kann nicht mehr ins Meer gehen ohne das sofort irgendein Plastik Teil an einem klebt.. es schwimmt alles drin herum.. die Menschen trinken ihr Wasser aus Mini kleinen Bechern (man kann fast sagen jeder Schluck ist extra verpackt) und werfen es danach achtlos weg. Jede Flasche wird im Geschäft noch extra in eine Tüte gepackt. Bislang habe ich keinen einheimischen gesehen oder gesprochen (und das habe ich mit vielen) die irgendein Bewusstsein für Natur oder Umweltschutz haben.. ich bin schockiert und gleichermaßen traurig zugleich was hier passiert!

Das zweite sind die Menschen die hier leben. Ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren aber soviel Unfreundlichkeit ist mir noch nie irgendwo anders begegnet. An jeder Ecke wird man abgezockt und verarscht. Die sogenannte ‚Hilfsbereitschaft‘ gibt es nur gegen bares.. auch habe ich viele Beobachtet die sich über Urlauber lustig gemacht haben. Manches kann ich verstehen (alle Touris sind vielleicht auch nicht einfach) aber ich persönlich hab mich noch nirgends unwohler und unwillkommener gefühlt!

Bali profitiert meines Erachtens von den illusionären Beiträgen diverser Blogger, die wohl den Müll im Meer weg retouchieren – fotoshop sei dank Auch gut dass instagram noch kein Feature hat mit dem man riechen kann.. würde sich doch der beißende Gestank vom giftigen Rauch durch Müllverbrennung nicht so gut auf den vermeintlich perfekten Strand Fotos machen..

Alles in allem bin ich in der Summe sehr enttäuscht von Bali und gespannt wie lange es so noch weiter gehen kann und wird.. seit deinem
Beitrag Barbara gings wahrscheinlich unverändert weiter..

Fazit: armes Bali!

Antworte Christina
Ulli 7. März 2017 - 13:38

Ich kann dieses Zeug einfach nicht mehr hören (lesen). Kritik an der Umweltverschmutzung in dritte Welt Ländern während man selbst Teil des Problems, wenn nicht sogar Verursacher ist!
Die „Westler“ haben die Plastikverpackungen hierher gebracht!
Niemand sonst.
Und die Touristen wollen auf der Trauminsel nicht auf die Produkte aus ihren Heimatländern verzichten. Wenn jeder Tourist seinen Müll wieder mitnehmen müsste, wären die Kosten fürs Übergepäck gigantisch…
Wobei auch noch zu bemerken ist, dass wir in den reichen Industriestaaten 40 Jahre Zeit hatten den Umgang mit Müll zu lernen.
Davon abgesehen, dass wir Deutschen auch erst dann weniger Plastiktüten verbraucht haben, als der Einzelhandel per Gesetz erzwungen wurde Geld für die Tüten zu verlangen.
Vorwürfe helfen niemanden. Helfen und Vorbild sein anstatt zu meckern, das wäre vielleicht ein Weg.

Antworte Ulli
Theresa 16. Februar 2018 - 17:27

Ja,genau so ist es, die möchten alle das Paradies auf Bali aber nicht auf ihren Lebensgewohnheiten verzichten,regen sich aber über den Müll auf den Sie selbst fördern. Die Balineser wollen nur mithalten mit der Zeit mitgehen,es soll auf Plastik verzichtet werden von Seite der Touristen ,dann denkt Bali auch um.

Antworte Theresa
Kirsten 20. Februar 2016 - 8:00

Ich komme gerade aus Bali und war entsetzt von den Müllbergen am Straßenrand und insbesondere am Meer. Baden am Strand ist nicht möglich ohne vorher über Plastikmüllberge zu steigen, der aus dem Meer angespült wird. Ich bin fast durch ganz Bali gefahren und war begeistert von der traumhaften Landschaft im Landesinnern. Schade, das diese schöne Natur durch den Dreck und Müll zerstört wird. Für einen Strandurlaub ist Bali aufgrund der Müllberge in keinem Fall geeignet.

Antworte Kirsten
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