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Aktuelle Lage in Indonesien: 15 Auswanderer berichten

von Melissa Schumacher

Wie ist die aktuelle Lage in Indonesien? Das fragen sich sicherlich viele Menschen aktuell. Wir haben diese Frage 14 Auswanderern und Reisenden aus verschiedensten Regionen in Indonesien gestellt. Dabei machen wir einen Abstecher nach Sulawesi, Java, Lombok, Bali und auf die Mokukken.

Falls du dich selber aktuell in Indonesien verbindest, nutze gerne die Kommentarfunktion und teile deine Erfahrungen unter diesem Artikel.

Lesetipp: Corona in Indonesien & Bali: Aktuelle Einreise, neues E-Visa und mehr

1 | Michael über Gottesdienste per Lautsprecher & den obligatorischen Kopfschuss in Tomohon, Sulawesi

Als Ende 2019 die chinesischen Touristen, die seit ein paar Jahren Nord-Sulawesi als Kurzreiseziel aufsuchen, wegblieben, konnte man sich hier in keinster Weise vorstellen, was in den nächsten Wochen und Monaten weltweit passieren wird. Und dann war es soweit, im April 2020 machte Indonesien für Touristen dicht. Und daran hat sich bis heute noch nichts geändert.

Ich habe die Entwicklung der Corona-Situation in der Kleinstadt Tomohon von Anfang an miterlebet. Anfänglich konnte man medizinische Masken und Stoffmasken nur in Apotheken und in ein paar Läden kaufen. Mittlerweile ist ein grosses Business daraus geworden. Masken mit unterschiedlichsten Motiven werden an mobilen Strassenständen für umgerechnet 1 Euro angeboten. 

Vor jedem öffentlichen Gebäude, Restaurant oder Hotel sind Waschbecken montiert worden. Seife und Handdesinfektionsgel stehen der Allgemeinheit stets zur Verfügung. Meist mangelt es aber an Papierhandtüchern. Da muss die Hose oder das Shirt her halten.

Und bei Eintritt in jegliche Geschäfte gibt es den obligatorische „Kopfschuss“ mit dem Digitalthermometer. Zeigt es 37 Grad an, hat man schlechte Karten und muss draussen bleiben. 

Polizeiposten sperrten Hauptstrassen ab und kontrollierten die Fahrzeugführer, ob sie auch ordnungsgemäss eine Maske trugen. Über fehlende Papiere oder vergessene Helme wurde freundlich hinweggesehen. 

Die Schulkinder „genossen“ Online-Unterricht mit dem Smartphone oder Laptop von zu Hause aus. Selbst Prüfungen wurden am Esstisch geschrieben und dann von den Eltern zum Lehrer in die Schule gebracht. Blieb nicht aus, dass Vater und Mutter einen Blick darüber warfen und den einen oder anderen Fehler verbesserten. 

Der obligatorische Kirchgang am Sonntag wurde unterbunden. Dafür aber Lautsprecher in den Ortsteilen montiert. Der Gottesdienst wurde dann lautstark und stark übersteuert eine Stunde lang übertragen. Andächtig sassen die Gläubigen in ihren Wohnzimmern, die Bibel vor sich und versuchten sich an diese Situation zu gewöhnen. Es fehlte ihnen jedoch die Gemeinschaft ganz arg.

Mitarbeiter der örtlichen Krankenstationen (Puskesmas) besuchten die einzelnen Haushalte und desinfizierten die Räumlichkeiten. Ein krankenhausähnlicher Geruch machte sich breit. 

Es gab sogar eine kurze Periode, als sich die Bewohner der Seitenstrassen mit Strassenschranken, selbst gefertigt aus Bambus, abriegelten und nur Anwohner durch liessen. 

Doch das war alles 2020.

Jetzt sind hier die Schulen wieder geöffnet, auch wenn nur eine Stunde Unterricht stattfindet.

Die Kirchen dürfen wieder aufgesucht werden. Es gibt nun drei Sonntagsgottesdienste statt nur einen, um die fleissigen Kirchgänger zu verteilen.

Restaurants, Warungs und Supermärkte dürfen weiterhin geöffnet haben, müssen jedoch pünktlich um 20 Uhr schliessen.

Das Tragen einer Maske wird nicht mehr so ernst genommen und die Maskenverkäufer sitzen gelangweilt, wartend auf Neukunden, herum. 

Befremdlich ist für mich jedoch noch eines: Jedesmal wenn ein Covid-Infizierter von Manado nach Tomohon gebracht wird, passiert das unter Polizeieskorte und mit unüberhörbaren Tatü Tata. Wieso?

Der obligatorische Kirchgang am Sonntag wurde unterbunden. Dafür aber Lautsprecher in den Ortsteilen montiert. Der Gottesdienst wurde dann lautstark und stark übersteuert eine Stunde lang übertragen.

Michael
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Auch in Indonesien lernten die Kids eine Weile lang von Zuhause aus

2 | Steffen über Ungewissheit & Alternativen in Selong Belanak, Lombok

Seit der Corona-Pandemie ist das Leben auf Lombok nicht mehr so unbeschwert. Die Touristen bleiben aus, viele Menschen haben deshalb keine Arbeit mehr. Viele Locals sind aus den touristischen Zentren zurück in ihre Dörfer gegangen und widmen sich dem traditionellen Leben. In erster Linie der Landwirtschaft und dem Fischen. Abgesehen von den fehlenden Touristen ist die Situation allerdings recht entspannt.

In den ländlichen Gegenden ist der Alltag schon wieder eingekehrt. In den Städten sind Corona und die dazugehörigen Schutzmaßnahmen jedoch weiterhin präsent.

Die Stimmung schwankt zwischen Ungewissheit, Machtslosigkeit und positiver Aufbruchsstimmung in eine bessere Zukunft und einer baldigen Rückkehr zur Normalität.

Wir sind persönlich und beruflich natürlich sehr stark von der Pandemie betroffen. SUKU, unser kleines Hotel in Selong Belanak, war vor Corona sehr gut besucht und wir waren fast für das komplette Jahr ausgebucht. Dann kamen täglich die Stornierungen rein und unser Leben wurde von Heute auf Morgen auf den Kopf gestellt.

Jetzt leben wir von Monat zu Monat und versuchen uns an die aktuellen Entwicklungen anzupassen und das Beste daraus zu machen, um den größten Teil unserer Angestellten weiter beschäftigen zu können.

Das Schöne: Wir haben plötzlich viel mehr Zeit für uns und versuchen diese positiv zu nutzen und kleinere Projekte voranzutreiben.

Momentan stecken wir in der Planung eines Permakultur Garten Projekts. Unser Ziel ist es Wissen, Werte und Nachhaltigkeit für die Community in Selong Belanak zu vermitteln und natürlich viel organisches Gemüse & Obst anzubauen. Ganz nach dem Motto: For Nature. For Future. For Everyone.

Die Stimmung schwankt zwischen Ungewissheit, Machtslosigkeit und positiver Aufbruchsstimmung in eine bessere Zukunft und einer baldigen Rückkehr zur Normalität.

STEFFEN

3 | Sven über den nackten Überlebenskampf auf den Bunaken, Sulawesi

Am Anfang der Pandemie bin ich erstmal ganz positiv an die Sache ran gegangen und dachte: Ok lass uns mal alle Arbeiten machen, die anstehen, bevor wieder Gäste kommen. Also haben wir fleißig Bungalows, Dächer und Boote renoviert. Zusätzlich haben wir Reis für die Leute im Dorf gespendet, da die meisten Bewohner im Bunaken Marine Nationalpark am Tourismus verdienen und viele keinerlei Rücklagen hatten.

Da es von Regierungsseiten her hieß, Ende April soll Indonesien wieder für den Tourismus geöffnet werden, war ich der Überzeugung, dass wir spätestens im Juni vor der Hochsaison wieder Gäste empfangen können.

Die Grenzen wurden nicht geöffnet. Und nach zwei Monaten ohne jegliche Einnahmen konnte ich mir es leider nicht mehr leisten, weiterhin meinen Staff zu bezahlen.

Ich nutzte die Zeit daraufhin für meine Familie. Wir hatten anfangs noch schöne Touren mit dem Boot
gemacht, u. a. nach Bangka und den umliegenden Inseln hier, und die Zeit so gut es geht, genossen. Die Tauchspots waren ohne andere Taucher. Mit meiner Tochter habe ich u. a. den Open Water Kurs gemacht. Da nicht klar war, wie lange die Pandemie anhalten wird, dachte ich mir ein wenig, dass ich das später nicht mehr machen würde. Wegen möglicher Existenzängste, da die Ersparnisse ja nicht ewig reichen. Ich bereue es auch nicht. Das Gefühl war in etwa so, als würde man die letzten Tage genießen, weil man weiß, dass man stirbt.

Im Mai hatte ich dann große Zweifel an dem ganzen und ich fragte mich, inwieweit das alles stimmt, da es hier ständig Fälle von Korruption gab. Ärzte wollten Patienten bestechen und boten viel Geld an, damit
sie sagen, dass sie COVID-19 haben. Sehr viele Tote, die an was völlig anderem gestorben waren, wurden als Covid-Tote erklärt. Ich fand, dass diese Maßnahmen überzogen sind.

Die Leute, die arbeiten müssen, um was zu essen zu haben oder (wie ich) die Krankenversicherung und Schule für die Kinder weiter zahlen möchten, sollte man auch arbeiten lassen. Für mich kann ich mir schon lange keine Krankenversicherung mehr leisten aber ich möchte die für meine Kinder nicht aufgeben.

Ich haben das Glück das meine Schwägerin Selvia oft zum Fischen rausfährt und ihr Mann Rob, der online arbeitet, den Sprit zahlt. Das hat uns sehr geholfen. Auch meine Mutter hat mir in dieser schweren Zeit viel geholfen.

Ansonsten haben viele Locals Gärten angelegt. Viel Wald musste für den Anbau von Obst und Gemüse verschwinden und auch die Riffe im Bunaken Marine Nationalpark leiden hier und da, weil viele Leute es sich nicht leisten können, zum Fischen weit rauszufahren und sie müssen ja auch ab und zu mal was essen. Gott sei Dank hatte es sich soweit nicht auf den Fischreichtum ausgewirkt, sondern nur an manchen Stelle auf die Korallen.

Eine positive Sache ist mir beim Fischen jedoch aufgefallen: Weiter draußen gibt es mehr Fisch als sonst. Viele Tunfische, sehr viele Pottwale, aber auch Mantas und Wahlhaie waren öfters zu sehen.

Ich hoffe, dass die Grenzen bald wieder geöffnet werden. Fast alle unserer Gäste kommen aus Europa, Ohne sie können wir nicht überleben. Nun kommt die Zeit, wo ich anfange, Sachen zu verkaufen. Ich fange mal mit einem Bootsmotor an.

Neben Corona wurden wir zudem von sehr starken Stürmen heimgesucht. Holz, Seegras und jede Menge Plastik kamen bis hinter unsere Steinmauer und es hat lange gedauert, das Chaos wieder sauber zu bekommen. Alle 2 bis 3 Wochen müssen zudem unsere Boote von Algen und Muscheln befreit werden, auch ohne laufenden Tauchbetrieb. Auch unser Garten braucht viel Pflege. Vor Corona hatten wir zwei Gärtner, jetzt mache ich alles alleine.

Aktuell regnet es sehr viel, wodurch alles zuwächst und die Ameisen sowie die Termiten behausen die leeren Bungalows. Das Tauchequipment muss auch jeden Monat gereinigt werden und so wirds nicht langweilig…

Das Gefühl war in etwa so, als würde man die letzten Tage genießen, weil man weiß, dass man stirbt.

Sven

4 | Sina über das alltägliche Leben während der Pandemie in Yogyakarta, Java

Ähnlich wie in Deutschland ist auch die Corona-Situation hier in Yogyakarta ein Auf und Ab seit Beginn der Pandemie. Nachdem der Bevölkerung lange versucht wurde, zu vermitteln, dass Indonesien frei von Corona-Fällen sei, kam der Lockdown Ende März doch ziemlich überraschend. 

Wirklich geglaubt, dass es hier keine Fälle gibt, hat aber niemand, denn bis März gab es noch regelmäßige Flüge aus China.

Gefühlt von heute auf morgen haben die Grenzen dicht gemacht. Vor allem aus Europa und China durfte niemand mehr einreisen und die Vergabe und Gültigkeit von Visa on Arrival wurden vorübergehend ausgesetzt.

Es gab jedoch für die Provinzen hier auf Java keine einheitlichen Regelungen und die kleineren Bezirke haben das Abriegeln selbst in die Hand genommen.

Bis Mai waren tatsächlich fast alle, die nicht unbedingt nach draußen mussten, nur Zuhause. Dann waren allerdings bereits viele Einrichtungen bankrott und mehr und mehr Menschen arbeitslos

Ich war ehrlich gesagt etwas geschockt, als ich nach Monaten mal wieder durch die Stadt gefahren bin und gesehen habe, wie viele Geschäfte, Hotels und Warungs mittlerweile geschlossen hatten.

Die meisten Indonesier, die vom Tourismus gelebt haben, haben sich versucht anderweitig ein kleines Business aufzubauen. Eine Freundin von mir hat ein Homestay. Sie hat Corona natürlich stark getroffen und monatelang waren nicht einmal indonesische Touristen erlaubt. Deswegen haben sie vor dem Homestay einen Soto Warung (beliebte indonesische Suppe) eröffnet, um über die Runden zu kommen.

Hier in Yogya befindet sich vor fast jedem Geschäft eine Möglichkeit, seine Hände zu waschen und vor Eintritt wird die Temperatur an der Stirn gemessen. Die angezeigte Temperatur ist nur meistens so lächerlich niedrig (34 oder 35 Grad Celcius), dass ich mich frage, ob das überhaupt einen Sinn hat, zu messen, wenn die Geräte so fehlerhaft sind.

Letztens wurde mir der Zutritt zum Supermarkt verweigert, weil mein 2 Jahre alter Sohn sich weigerte, eine Maske aufzusetzen. Auf meine Frage, wie z. B. allein erziehende Elternteile das machen sollten, bekam ich nur ein Schulterzucken. Nachdem ich unseren Sohn dann beim Papa abgeliefert hatte und zurück kam, durfte ich rein.

Kurz vor Weihnachten sind wir mit dem Auto von Yogyakarta nach Bali gefahren, um unsere Freunde zu besuchen. Wir waren ziemlich überrascht zu sehen, dass vor allem in den kleinen Dörfern in Ostjava Corona kein großes Thema zu sein scheint. Kaum jemand trägt eine Maske, man sieht große Menschenansammlungen, Leute schüttelten fröhlich Hände und beten dicht an dicht in der Moschee zusammen.

Auf ganz Java hängen natürlich an jedem Ort Schilder und Poster, dass man Abstand halten, eine Maske tragen und Hände waschen soll, jedoch wird es nicht überall kontrolliert oder bestraft, wenn man sich nicht daran hält. 

Seit ein paar Wochen gibt es neue Regelungen für verschiedene indonesische Provinzen. Unter anderem dürfen Restaurants nur zu 25% besetzt sein, alle Geschäfte müssen um 19 Uhr schließen. Jedoch werden die Regeln sehr wahllos um- und durchgesetzt. So dürfen Circle K und McDonald’s weiterhin 24/7 geöffnet bleiben, Indomaret muss jedoch um 19 Uhr schließen und viele kleinere Warungs dürfen ab 19 Uhr nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen. 

Viele Regeln erschließen sich mir einfach nicht und werden entweder gar nicht, total halbherzig oder komplett anders durchgesetzt, was die Bevölkerung hier zunehmend frustriert. 

Trotz allem bekommt man hier oft das Gefühl von Normalität vorgegaukelt, weil man sich auf die offiziellen Meldungen und Zahlen der Infektionen nicht wirklich verlassen kann. Unterhält man sich jedoch mit Leuten, die im Gesundheitswesen tätig sind, erfährt man, dass die Krankenhäuser und Intensivstationen sehr voll und ausgelastet sind.

Der Unmut über die geplante Impfpflicht ist auch zu spüren. 

Alles in allem bin ich froh, dass wir trotzdem weiterhin ab und zu Ausflüge machen können z. B. ans Meer oder zu einen Wasserfall, sodass uns nicht komplett die Decke auf den Kopf fällt.

Trotzdem ist es etwas frustrierend, dass kein Ende in Sicht ist.

Viele Regeln erschließen sich einfach nicht und werden entweder gar nicht, total halbherzig oder komplett anders durchgesetzt, was die Bevölkerung hier zunehmend frustriert. 

SINA

5 | Gunda über ein Leben fernab von Corona auf den Molukken

Die Lage auf den Nord-Molukken ist ruhig und entspannt. Morotai, die Insel ganz im Norden, zeichnet sich durch viel Natur und wenig Tourismus aus. Die Einheimischen leben hauptsächlich von ihren Einnahmen aus dem Kokosnuss-, Nelken- und Muskatnuss-Anbau. Das Leben der meisten Menschen hier geht – trotz Pandemie – wie gehabt weiter. 

Als die Pandemie im letzten Jahr begann, wurde der Flug- und Bootsverkehr nach Morotai weitestgehend eingestellt. Die Fähre von Tobelo (auf der Nachbarinsel Halmahera) war die einzige Möglichkeit, auf die Insel zu kommen. Alle ankommenden Passagiere mussten sich offiziell einer 14-tägigen Quarantäne in einer der dafür zugewiesenen Unterkünfte unterziehen – trotz eventuell mitgebrachter Corona-Tests. 

Anfang November wurde diese Regelung aufgehoben und mit verpflichtenden Schnell- und PCR-Tests bei Ankunft abgelöst. Kosten hierfür und für die eventuell anfallende Quarantäne trägt die örtliche Regierung. Unterstützung bei der Umsetzung dieser Bestimmungen erhält die Regierung von der Polizei und dem Militär. Nur selten hört man jedoch Berichte über positiv ausfallende Tests oder schweren Erkrankungen.

Allgemein ist die Insel natürlich ruhiger geworden. Auch wenn der Verkehr zwischen Morotai, Halmahera und Ternate problemlos funktioniert, sind es die zusätzlichen Corona-Bestimmungen, die das Reisen erschweren. 

Wer über die Insel fährt, entdeckt verlassene Corona-Checkpoints, die häufig von Jugendlichen zum Abhängen und Zocken genutzt werden.

Eher sporadisch kontrolliert die Polizei das Tragen von Masken – die sie selbst oder Angehörige des Militärs teilweise auch nicht wirklich gerne aufsetzen.

Wassertanks zum Händewaschen, die einst in Windeseile vor Häuser und Läden gestellt wurden, sind mittlerweile ausgetrocknet oder werden in einigen Fällen noch von dankbaren Warung-Besuchern angenommen. 

Wer Indonesien kennt, kann sich vorstellen, was social distancing bedeutet: eng beisammensitzend ein Pläuschchen halten, schwitzende, aneinander gepresste Körper beim Ticket-Kauf und gesellige Abendstunden in großer Runde.

Selbst die wenigen Masken, die hin und wieder aufblitzen, lassen nur schwer den Gedanken an eine Pandemie zu – sorgen sie doch selbst zu Nicht-Pandemie-Zeiten für den nötigen Schutz vor Abgase und Staub. 

Auf einer Insel fernab vom Schuss scheint es, als ob das Leben noch in Ordnung wäre. Und auch auf Halmahera, Ternate und Tidore zeichnet sich ein ähnliches Bild ab.

Wer über die Insel fährt, entdeckt verlassene Corona-Checkpoints, die häufig von Jugendlichen zum Abhängen und Zocken genutzt werden.

Gunda

Gelegentliches Fieber, Erkältung und Husten stehen in Indonesien an der Tagesordnung (Indonesier sagen dazu gerne masuk angin, flu oder malaria). Aus diesem Grund schenken sie diesen Symptomen nicht allzu viel Aufmerksamkeit.

Der Großteil der hier ansässigen Indonesier empfindet Corona als nicht so schlimm, wie es in den Medien dargestellt wird. Auch habe ich noch niemanden getroffen, der selbst jemanden kannte, der schwer erkrankt oder gestorben ist. Vielmehr glichen die Symptome eher einer stärkeren Grippe. 

Interessant finde ich die Gedanken eines buruh (jemand, der am Hafen das Gepäck von Passagieren trägt und Schiffe entlädt), mit dem ich neulich zusammensaß. Er erzählte mir, dass seit Beginn der Pandemie nicht ein einziger seiner Kollegen krank wurde. Und das trotz der Tatsache, dass sie in der Regel die ersten sind, die auf die Schiffe drängen, um Gepäck und Pakete  aus allen Teilen Indonesiens zu entladen. Unnötig zu erwähnen, dass sie dabei weder Masken noch Handschuhe tragen oder irgendeinen Abstand einhalten. Er ist überzeugt davon, dass Corona nichts weiter als ein Spuk in den Medien ist.

Ein entscheidender Punkt ist mit Sicherheit, dass in abgeschiedenen Dörfern Einheimische üblicherweise viel auf ihren Feldern arbeiten. Die Nähe zur Natur, die täglichen Sonnenstrahlen und alternative, heilsame Kräutermischungen sorgen für ein starkes Immunsystem – das den meisten Stadtmenschen fehlt. Das und ein entspanntes Gemüt sind wohl der Grund dafür, dass hier nur wenige Fälle bekannt sind. 

Auch das Thema Impfung ist schon mehrmals gefallen. Bisher habe ich noch niemanden getroffen, der hellauf begeistert auf den ersten Impf-Zug aufspringen möchte. Wie die Sachlage jedoch aussieht, wenn die Regierung ihre Strafe für Impfverweigerer durchsetzt, bleibt abzuwarten.

Viele sind genervt von den Corona-Regeln, die das Leben erschweren. Die Menschen befolgen sie zwar (wenn auch nur halbherzig), sind aber der Überzeugung, dass sie alles unnötig kompliziert machen. Und tatsächlich verschlimmern die aktuellen Corona-Bestimmungen die ohnehin schon herausfordernde indonesische Bürokratie!

Diejenigen, die aus dieser Krise demnach am unbeschadetsten hervorgehen, sind die einfachen Dorfbewohner, die sich fernab des Trubels ein autarkes System aufgebaut haben. Doch auch in den kleinen Ortschaften von Morotai scheint das Leben ohne größere Schäden weiterzugehen. Die lockere und entspannte Art der Einheimischen vermittelt die Leichtigkeit, die wir aus Indonesien kennen.

Und die Corona-Krise ist nicht die erste Krise, die den Inselstaat trifft. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis und Terroranschläge sind Ereignisse, die das Leben der Indonesier im Laufe vieler Jahrzehnte geprägt haben. Wahrscheinlich ist daraus eine gewisse Routine im Umgang mit Krisen entstanden und die Gewissheit, dass es irgendwann, irgendwo und irgendwie immer einen Ausweg gibt.

Wahrscheinlich ist aufgrund der gängigen Naturkatastrophen eine gewisse Routine im Umgang mit Krisen entstanden und die Gewissheit, dass es irgendwann, irgendwo und irgendwie immer einen Ausweg gibt.

GUNDA

6 | Holger über leere Tauchplätze & die Sorge über positive Testergebnisse in Amed, Bali

Die Corona-Situation in Amed ist laut Fallzahlen noch sehr entspannt. Aber vermutlich werden die meisten Infektionen oder Ansteckungen mit dem Virus gar nicht erkannt. Denn die Menschen sind grundsätzlich verängstigt ins Krankenhaus zu gehen, da dort ja eventuell dann bei einem Test die Krankheit festgestellt werden könnte, wobei man den Testergebnissen hier nicht wirklich vertrauen kann.

Bei einem positiven Test würden dann natürlich Restriktionen und Probleme auftreten, die sich viele Locals nicht leisten können. Von daher werden nur extreme Notfälle im Krankenhaus oder beim Arzt behandelt.

Die ganzen Menschen, die normalerweise im Tourismus arbeiten, sind jetzt natürlich erstmal auf andere Tätigkeiten umgestiegen. Viele gehen wieder fischen oder kümmern sich um ihre Landwirtschaft. Viele haben noch Land oder ein paar Schweine, die jetzt die Haupteinkommensquelle darstellen.

Viele Hotels sind geschlossen. Einige Tauchschulen machen dicht. Unternehmen, Häuser, Länder oder Sonstiges werden verkauft, um die nächste Zeit über die Runden zu kommen.

Es gibt jedoch auch etwas Positives zu berichten: Das Tauchen ist aktuell natürlich extrem toll, da alle Tauchplätze wie leer gefegt sind, dafür gibt es umso mehr Fische. Für uns eigentlich wunderschön. Daher haben wir viel Zeit damit verbracht, Tauchplätze zu erkunden und neue Sachen zu finden.

Bei einem positiven Test würden Restriktionen und Probleme auftreten, die sich viele Locals nicht leisten können. Von daher werden nur extreme Notfälle im Krankenhaus oder beim Arzt behandelt.

Holger

7 | Dan übers Papa sein & von Moment zu Moment zu leben in Medewi, Bali

Ich lebe mit meiner balinesischen Familie am Strand in der Nähe von Medewi, einem kleinen Fischerort an Balis Westküste. Weit genug von Kuta entfernt, um nicht täglich mit verwaisten Hotels & Souvenirgeschäften konfrontiert zu werden.

Aber natürlich merken auch wir am eigenen Leib die Einschnitte, die diese Pandemie mit sich bringt. Im Brown Sugar Surfcamp haben wir anstatt 20 bis 30 Gästen nur 2 bis 3 Gäste. Da heißt es auch für uns, auf kleinster Flamme zu kochen.

Aber wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, dass wir weiter offen bleiben und dem Virus die Stirn bieten. Mit Hilfe unserer loyalen Gäste konnten wir durch kleine aber sehr wichtige Sammelaktionen bis dato jeden Monat unser gesamtes Team mit Reis und Lebensmittelpaketen versorgen. Das macht uns sehr froh und alle wissen das zu schätzen. 

Was uns (und ich denke auch allen anderen) am meisten zu schaffen macht ist, dass niemand ein Datum nennen kann, wann diese Sch…. endlich vorbei ist.

Die Balinesen leben ja von je her von Tag zu Tag, von Moment zu Moment und das habe ich weitestgehend übernommen. Was zählt ist der Moment, das typisch westliche „weit im Voraus zu planen“ ist momentan passé. Man weiß ja nicht mal, was morgen ist. 

Mir hilft da meine kleine eineinhalbjährige Tochter, die mich jeden Morgen mit einem Lächeln begrüßt und wieder abenteuerlustig was Neues lernen möchte.

Ich könnte mich dem lauernden Stress ergeben und verzweifelt Zeit vergeuden, bei dem Gedanken, wie ich ihr mit der momentanen Lage jemals eine gute Ausbildung finanzieren kann. Mache ich aber nicht. Denn das ist Zukunftsmusik. Was zählt, ist der momentane Beat und den macht man halt jetzt selber, unplugged sozusagen.

Ich persönlich weiß tägliche Dinge viel mehr zu schätzen, drei Mahlzeiten zum Beispiel, die man auch noch selbst zubereiten darf, ein Dach überm Kopf, Gesundheit, fließendes Wasser, sich mit Freunden (meist virtuell) austauschen, weiterhin surfen gehen zu können. Das war vor der Pandemie alles selbstverständlich.

Ich bin dankbar, dass ich gelernt habe, mit wie wenig man glücklich sein kann. Auf alle anderen Nebenwirkungen der Pandemie kann ich aber gerne verzichten. Genauso wie auf das 5. Surfbrett oder die 3. Sonnenbrille auch, eine reicht vollkommen. 

Medewi basiert ja traditionell auf der Fischerei, sieht man ja immer noch (jedesmal wenn man den Pointbreak surft) an den vielen bunten Fischerbooten am Strand. Und einige Surfguides sind jetzt „back to the roots“ ihrer Väter und arbeiten aktuell nebenher als „fisher man“ oder helfen beim Gemüse und Obstanbau, um ihre Familie neben dem Gehalt von uns über Wasser zu halten.

Den Kopf über Wasser halten, so kann man die Situation hier in West-Bali wohl am besten zusammenfassen, sowohl für mich als Westler als auch für die Locals.

Denn: SURF must go on…. da sind wir alle vereint 🙂 Auf das wir uns ALLE wieder gesund und munter im Lineup von Medewi wiedersehen. 

Die Balinesen leben ja von je her von Tag zu Tag, von Moment zu Moment und das habe ich weitestgehend übernommen. Was zählt ist der Moment. Das typisch westliche „weit im Voraus zu planen“ ist momentan passé. Man weiß ja nicht mal, was morgen ist.

DAN
Wir freuen uns, was Morgen kommt

8 | Corinna über Erdbeben während der Pandemie & Nothilfe auf Sulawesi

Im Leben auf Sulawesi hat sich mittlerweile ein Alltag mit Corona eingespielt, was ich als relativ entspannt bezeichnen würde.

Zu unterscheiden ist allerdings das Leben in den Städten und in den Dörfern bzw. den Randgebieten. Während in den größeren Städten die Corona-Situation und Maßnahmen deutlich zu spüren sind, findet man in den Dörfern und ärmeren Gebieten weitestgehend ein „normales“ Leben vor. Wenige tragen Masken, Gemeinschaften sind weiterhin beisammen.

In touristischen Gebieten, wie beispielsweise den Togean Islands oder Manado mit dem Bunaken Nationalpark, ist der Tourismus völlig zum Erliegen gekommen. Viele Einheimische verloren ihren Job und ihr Einkommen. Ihre Sorge dient der Geldeinnahme um sich selbst und ihre Familien ernähren zu können. Dabei rückt Corona weiter in den Hintergrund.

Dies ist eines der Gründe, warum wir hier mit unserer gemeinnützigen Organisation Support a Local vor Ort unterstützen. Wir arbeiten in vier Regionen auf Sulawesi mit wichtigen Nahrungsmittellieferungen um die Ärmsten der Armen zu unterstützen.  Dabei hören wir viele Geschichten von verlorenen Jobs und großer Geldsorge.

Und dann bebte auch noch die Erde. Ein Erdbeben der Stärke 6,2 richtete im Januar schwere Schäden an. Fast 28.000 Menschen befanden sich von heute auf morgen in Notunterkünften. Die Sorge vor Corona-Ausbrüchen war dort natürlich groß. Auch hier haben wir uns mit Support a Local natürlich eingesetzt.

Was uns immer wieder stark berührt ist die große Freude und Dankbarkeit über die Hilfe und Unterstützung, die sie durch Spender von so weit weg erreicht. Wir sammeln weiter Spendengelder ein um hier zu unterstützen. Viele Menschen brauchen Hilfe, jeder Beitrag zählt.

9 | Janine über die Jungle Power in Bukit Lawang, Sumatrag

Hi , ich bin Janine von Bukit Lawang-Jungle Trekking. Mein Mann und ich organisieren Trekkingtouren in den Gunung Leuser National Park auf Sumatra. Ausgangspunkt ist das Dorf Bukit Lawang.

Der Tourismus ist hier die Haupteinnahmequelle der Einheimischen und so kann man sich vorstellen, wie schwer die Corona-Pandemie die Dorfgemeinde getroffen hat!

Noch jetzt können es einige Locals nicht fassen, und sind teilweise wie gelähmt, sprachlos, frustriert, traurig, sorgenvoll, enttäuscht, machtlos… Die Gefühle sind schwer in Worte zu fassen, denn mit so einer Situation rechnet man nicht und somit war niemand darauf vorbereitet.

Viele Locals kämpfen um ihr tägliches Brot und sorgen sich jeden Tag aufs Neue um das Wohl ihrer Familien und Kinder. Und nun dauert die Pandemie schon so viele Monate an. Viele hoffen auf eine Rückkehr zur Normalität im Sommer 2022 – wir auch!

Uns allen fehlt unsere Normalität, die Arbeit, die Gäste, der Alltag und die Dschungeltouren. Die Guides lieben ihren Job, sind super motiviert und begeistern fast jeden mit ihrer guten Laune. Einige unserer Guides haben sich in der Zwischenzeit neuorientiert, z. B. einen Job in der Großstadt Medan angenommen, eine eigene kleine Fischzucht gegründet oder ein kleines Restaurant gemietet.

Denn der lokale Tourismus ist weiterhin erlaubt und das bedeutet eine kleine Einnahmequelle für all diejenigen, die ein Guesthouse, Restaurant, Souvenirshop oder Ähnliches besitzen oder gemietet haben.

Ein paar andere leben minimalistisch nur von dem, was die eigene kleine Farm ihnen bringt. Niemand lässt sich hängen, die Einheimischen helfen sich gegenseitig. Und am Schönsten ist, dass die meisten Guides ihren Kopf nicht hängen lassen und weiter positiv denken, denn irgendwann ist die Pandemie vorbei und diese Zuversicht bringt uns letztendlich alle weiter! 

Wie es die Guides lässig sagen würden: keep up your jungle power!

Auch die Religion fängt vieles auf in der indonesischen Kultur. Die Locals tanken unheimlich viel Kraft aus ihrem Glauben und ihrer Kultur, und sind so mental beeindruckend stark.

Zum Glück gab es in den vielen Monaten der Pandemie bis jetzt keinen Corona-Ausbruch in unserem kleinen Paradies. Ansonsten galten und gelten ähnliche Regeln wie auch im Rest der Welt (Maskenpflicht, Schulen zu, Lockdown etc.).

Wir haben eine Spendenkampagne gestartet, um die Familien mit den nötigsten Lebensmitteln zu versorgen. Wir freuen uns riesig über weitere Unterstützung. #givefoodandhope 

Und so möchte ich meinen kleinen Beitrag gern mit dem Punkt beenden, den ich als schönstes Erlebnis aus der Coronapandemie mitnehmen darf: Die Solidarität der Menschen untereinander! Sogar Gäste, die noch nie in Bukit Lawang waren und ihren Trip 2020 aufgrund der Einreisestops canceln mussten, haben gespendet und so unsere Dorfgemeinschaft ein wenig unterstützt. Mein persönliches Corona-Highlight! Vielen Dank an euch wunderbare Seelen da draussen! 

Die Religion fängt vieles auf. Die Locals tanken unheimlich viel Kraft aus ihrem Glauben und ihrer Kultur, und sind so mental beeindruckend stark.

Janine
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Das Ergebnis der Spendenaktion von Janine und ihrem Team

10 | Claudia & Peter über ein Bali wie vor 25 Jahren & Tierhilfe während der Pandemie in Padangbai, Bali

Hier bei uns in Padang Bai geht es seit April 2020 sehr ruhig und beschaulich zu. Wir haben in unserer Tauchbasis nur ab und an Gäste, das sind dann aber Expats, die hier leben oder indonesische Wochenendausflügler.

Wir selber gehen aktuell nicht so oft tauchen, aber wenn wir gehen, freuen wir uns. Seitdem nicht mehr so viele Taucher im Wasser sind, haben sich die Korallen erholt. Speziell die Weichkorallen haben sich deutlich vermehrt. Die Strände sind auch nicht mehr so stark mit Plastikmüll kontaminiert, schon erstaunlich wie viel weniger Müll angetrieben wird.

Claudia und ich waren neulich seit einem Jahr mal wieder am Strand. Wenn man die aktuelle Situation mal außen vor lässt, war es traumhaft. Fast wie vor 25 Jahren. Kristallklares Wasser, sauberer Strand und kein Mensch ausser uns.

Von April bis einschließlich Dezember konnten wir unser Team zudem weiterhin voll bezahlen, ab Januar bekommen sie leider nun noch ein halbes Gehalt. Wir (Claudia, Peter, Nisa & David) entnehmen kein Geld mehr seit August letzten Jahres. Wir leben vom Ersparten auf kleiner Flamme. Uns ist wichtig, das wir unser Team durch diese Krise bekommen.

Die Menschen hier in Padang Bai leben in normalen Zeiten überwiegend vom Tourismus, entsprechend schlimm ist die Lage hier. Nahezu alle Hotels, Restaurants und Tauchbasen haben geschlossen. Die Speedboote zu den Gili Islands vor Lombok fahren sehr eingeschränkt, lediglich ein Boot zwei mal die Woche.

Man kann sich vorstellen, dass die Menschen hier keine Rücklagen hatten und haben. Viele haben zudem noch laufende Verpflichtungen, zum Beispiel Leasingraten für ein Auto mit dem man normalerweise die Touristen transportiert. Daher sind viele wieder zurück in Landwirtschaft und Fischerei. Fisch und Gemüse werden aus den Autos und Booten heraus verkauft. Andere haben gar kein Einkommen mehr.

Trotzdem sind die Menschen hier nicht wütend oder werden kriminell. Man könnte fast meinen, alles ist ein wenig entspannter…

Unsere Tauchbasis sammelt Spenden in der Kirchengemeinde und bei einer indonesischen Gruppe in den USA, damit kaufen wir hier regelmäßig „Sembakos“, das sind Grundnahrungsmittel wie Reis, Eier, Öl und Gemüse und verteilen es an die bedürftigen Familien hier.

Wir haben zudem eine kleine Hilfsorganisation ins Leben gerufen: Animal Support Padang Bai. Wir organisieren Sterilisationstage und kümmern uns um kranke Haustiere von Familien im Dorf und all die Streuner.

Früher fand die tierärztliche Versorgung im Balai Masyarakat – dem zentralen Dorftreffpunkt – statt, was aktuell nicht mehr erlaubt ist. Heute führen wir deswegen die Sterilisationstage privat im kleinen Rahmen durch.

Mit dem Start des Lockdowns im April 2020 war „Animal Support Padang Bai“ auch der grösste Sponsor der „Foodchain“, die vom Dorf implementiert wurde und die Menschen hier mit Grundnahrungsmitteln versorgt hat. Unsere Spender, die sonst für Tiere spenden, haben die Lage sofort erkannt und wir konnten mit unserem kleinen Verein 10 Millionen IDR ans Dorf spenden!

Zudem versorgen wir darüber hinaus sechs Familien mit wöchentlichen „Sembakos“. Wenn es den Menschen gut geht, geht es auch dem Tier gut.

Wenn man die aktuelle Situation mal außen vor lässt, war es traumhaft. Fast wie vor 25 Jahren. Kristallklares Wasser, sauberer Strand und kein Mensch ausser uns.

11 | Anna über harte Zeiten in Pulisan, Sulawesi

Wir haben ein ziemlich schweres Jahr hinter uns und hoffen fest, das dieses besser wird. Als wir im Dezember 2019 die Türen für die Saison schlossen, haben wir uns auf eine wohlverdiente Pause gefreut. Leider konnten wir nicht wie geplant ab März 2020 öffnen. Als wir von unserem Europaurlaub zurückkehrten, wurden die Grenzen geschlossen.

Am Anfang dachten wir noch „das wird schon, wir werden im Sommer wieder Gäste haben“, dem war aber leider nicht so. Wir haben alle Buchungen fürs ganze Jahr verloren und die Pause ist somit viel länger, als gedacht, geworden.

Viele Resorts in der Umgebung mussten ihre Angestellten gehen lassen und machten komplett dicht. Da es für uns nie ein Ziel war, hier in Sulawesi das grosse Geld zu machen, sondern einen besonderen Ferienort
für Gäste zu bieten und Arbeitsplätze für Locals zu schaffen, versuchten wir das Beste aus der Situation zu machen. Wir behielten alle Angestellten zuerst 50%, dann 25%, bis wir durch einen Spendenaufruf
genug Geld erhielten um alle bis auf weiteres wieder 100% einzustellen.

Wir verdanken die Spenden ehemaligen Gästen, Freunden und Familie. Es hat uns extrem gefreut eine solch enorme Unterstützung zu erhalten. Wir konnten das Geld und die Zeit nutzen, um am Resort zu arbeiten, ein noch stärkeres Team zu bilden, um dann die Türen aufmachen zu können, wenn Gäste wieder kommen dürfen. Wir arbeiten täglich am „new normal“ und hoffen auf eine baldige Besserung der Situation.

Das knappe Einkommen in der Anfangszeit war eine grosse Schwierigkeit für unsere Angestellten, aber auch eine Langeweile, die aufkam. Keine Gäste und somit keine Abwechslung. Zudem war die Angst vor dem Virus
gross.

Mittlerweile arbeiten wir an vielen Projekten im Resort und versuchen die Wochen abwechslungsreich zu gestalten. Ein weiterer positiver Punkt ist der Zusammenhalt der Expats der umliegenden Resorts. Durch Corona haben wir uns alle viel besser kennengelernt und können unsere Sorgen teilen. Ausserdem haben wir unendlich viel Zeit für unseren 18-monatigen Sohn, er hält uns alle busy und bei Laune:)

Corona ist leider beängstigend „normal“ geworden, es ist zu beobachten, dass eine Corona-Müdigkeit aufkommt und wir die Angestellten immer wieder zur Vorsicht ermahnen müssen. Leider ist nicht voll ersichtlich, wie schlimm die Situation in der Region tatsächlich ist, es wird wenig getestet und/oder die Locals gehen sich aus Angst vor der Isolation nicht testen.

Wir schützen uns hier, indem wir so wenig wie möglich vom Resort weggehen und unsere Angestellten folgen der Maskentragepflicht und dem „social distancing“.

Wir haben uns entschieden, das Resort geschlossen zu halten für den lokalen Tourismus, um unsere Familie und die Angestellten weiterhin zu schützen.

Durch Corona haben wir uns alle viel besser kennengelernt und können unsere Sorgen teilen.

Anna
Das Team des Pulisan Resort vor Corona

12 | Anke über eine Verschnaufpause im Paradies in Sahaung, Nord-Sulawesi

Im Zuge der Pandemie ist der Tourismus in Nord-Sulawesi nun schon seit fast einem Jahr quasi zum Erliegen gekommen.

Ich habe von Anfang an entschieden, dass ich niemanden von meinem Staff wegen Corona entlassen oder auf Kurzarbeit setzen werde. Wir nutzten die Zeit, um viele kleine und grosse Arbeiten an unserem Resort und unserem Safarischiff zu tätigen.

Sicher geht das an die finanziellen Reserven, jedoch haben wir auch eine Verantwortung den Angestellten gegenüber, die gerade jetzt sehr wichtig ist.

Es gibt auch viel Positives zu berichten. Ganz zu Beginn zu erwähnen, sind unsere treuen und loyalen Gäste, die nicht nur ihre Anzahlung uns zur Verfügung gestellt haben, und grösstenteils nicht zurück verlangt haben,  sondern auch für 2021 und 2022 neu gebucht haben und uns mit einer weiteren Anzahlung durch diese schwierige Zeit helfen und begleiten. Dieses Vertrauen uns gegenüber ist einmalig und unser Dank ist kaum in Worte zu fassen.

Eine weitere positive Seite: Endlich, nach vielen Jahren pausenloses arbeiten im Resort und Hotelbetrieb, gab es und gibt es diese Corona-Bremse und ich wurde sozusagen gezwungen, zur Ruhe zu kommen, unsere Insel und unser Resort selbst zu genießen, mit den Angestellten auf Augenhöhe durch die Krise zu marschieren und auch unsere Nachbarresorts neu kennenzulernen und sogar neue Freundschaften zu entwickeln.

Diese neuen Energien und der frische Wind lässt mich mit Kraft in die Zukunft sehen und lässt mich nun auch nicht scheuen, neue Projekte anzugehen oder neue Träume umzusetzen.

Natürlich wird das Warten nun lang und die Ungewissheit, wann es nun endlich mal wieder losgeht, kann schon einmal ans Gemüt gehen.

Dann ist es aber wieder die neu gewonnene positive Zwischenmenschlichkeit, zu Gästen und Angestellten, die uns auch noch die letzten Wochen und Monaten der Pandemie durchstehen lassen.

Ich persönlich freue mich auf die nächsten Monate und bin davon überzeugt, die schlimmste Zeit haben wir  alle überstanden und die neuen new-normal Herausfordungen warten auf uns.

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13 | Mike über eine neue Schule & Mahlzeiten für Waisenkinder in Java

Auch unsere Region auf der Insel Java wurde, obwohl sie abseits liegt und sehr ländlich geprägt ist, von der Coronawelle regelrecht überrollt. Das Leben stand förmlich still. Die Schulen waren geschlossen, die Warungs ebenso. Das öffentliche Leben wurde eingeschränkt und Angst war bzw. ist noch immer recht allgegenwärtig.

Die meisten Menschen verhalten sich vernünftig, doch gerade am Ende des Ramadan wurden die Vorgaben und Vorschriften des Staates zur Eindämmung der Pandemie von vielen Menschen missachtet und gebrochen. Sie ließen es sich nicht nehmen und fuhren, wie jedes Jahr, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn) von Jakarta in ihre Dörfer, zu ihren Familien. Millionen Indonesier waren auf den Beinen.

Jetzt gibt es zwar auch noch den einen oder anderen, der bzw. die sich nicht an die Gesundheitsvorkehrungen hält, doch im Großen und Ganzen funktioniert das eingeschränkte Leben in meiner Region auf Java.

Die Angst sitzt inzwischen schon tief, da die veröffentlichten Zahlen der Infektionen und Toten recht hoch sind.

Genau überprüfen kann es sicherlich niemand. Gerade in den ländlichen Regionen ist es schwer, denn die Bevölkerung geht dort oftmals nicht gleich zum Arzt, aufgrund fehlender Krankenversicherung oder nicht zur Verfügung stehender Tests.

Unser Schulbauprojekt, das wir im Frühjahr gestartet haben, geht nur schleppend voran. Es gibt strikte behördliche Vorgaben. So müssen die Bauarbeiter aus der unmittelbaren Nähe der Baustelle kommen, jeden Tag wird Fieber gemessen und es sind auch nur eine Hand voll Arbeiter tätig, wo sonst ein reges Treiben war.

Doch wie ich heute erfahren habe, können wir die Schule im Februar übergeben und die Kinder können in neuen, sauberen und hellen Klassenzimmern lernen.

Durch die aktuelle Lage haben wir uns auch Gedanken gemacht, wie wir anderweitig helfen können. Aufgrund der Coronakrise wurden die regionalen Waisenhäuser durch die Bevölkerung nicht mehr ausreichend unterstützt. Der Index der gegenseitigen Hilfe, den das Inselreich geprägt hat, ließ sich dadurch leider nicht mehr erfüllen. Hier haben wir angesetzt und im April ein neues Projekt geschaffen: Mahlzeiten für Waisenkinder. Jeden Tag versorgen wir mehrere Waisenhäuser (aktuell sechs) mit einer warmen Mahlzeit.

Das Essen wird frisch zubereitet, ist gesund mit frischem Gemüse, Hühnchen, Reis (wobei hier täglich gewechselt wird, damit es nicht eintönig wird) und wird anschließend an die Waisenhäuser geliefert.

Die Waisenkinder freuen sich jeden Tag auf die Lieferung und lassen es sich schmecken. „Enak enak“ aus allen Munden. Bis aktuell haben wir circa 9.000 Mahlzeiten zubereitet und ausgeliefert.

Abwechslungsreiche Mahlzeiten für Waisenkinder auf Java

14 | Mareike über Herdenimmunität auf den Banda Inseln

Die Anreise zu den Banda-Inseln in den Molukken, wo mein Mann Tuta und ich seit einigen Jahren leben, ist nie einfach gewesen. Deswegen haben die Inseln auch ihren besonderen Charme, der normalerweise Natur- und Kultur-Interessierte Reisende, die sich nicht von einer 12-stündigen Fährfahrt abschrecken lassen, anlockt.

Seitdem die Covid-19-Pandemie wütet, ist die Anreise noch schwieriger geworden und so wie in anderen Regionen Indonesiens ist es für ausländische Touristen fast unmöglich geworden, herzukommen.

Obwohl die lokale Bevölkerung immer sehr aufgeschlossen für Touristen war, haben wir im März zum ersten Mal erlebt, dass Gäste berichteten, von Ladenbesitzern aus dem Laden gedrängt zu werden, oder dass sich Menschen bei einer Begegnung schützend den Arm vor Mund und Nase halten.

Dies war zu Anfang der Pandemie der Fall und zeugte einfach von Unwissenheit und Angst. Ende März wurden wir dann auch von der Lokalregierung angehalten, alle verbleibenden Gäste der Tauchschule Bluemotion, die Tuta managt, von der Insel zu schicken.

Da wir nun einer langen Zeit ohne Gäste entgegenblickten und entschieden, dass die Gehälter der lokalen Tauchschulangestellten und der Mitarbeiter der Meeresschutzorganisation Luminocean, die ich dort leite, möglichst lang weiter bezahlt werden sollten, beschlossen wir Anfang April 2020 nach Deutschland zu fliegen um dort Arbeit zu suchen. Wir sind aber mit unseren Teams in fast täglichem Austausch und haben daher eng mitverfolgt wie das Leben mit der Pandemie auf Banda weiterging. 

Die Banda-Inseln schafften es tatsächlich bis September, sich effektiv vor dem Virus abzuschotten. Hier kann die Insellage auch einen Vorteil bedeuten. Quarantäne und negativer SARS-CoV2 Test als Voraussetzung für die Anreise haben die Inseln lange vor der Verbreitung des Virus geschützt. Irgendwann, wahrscheinlich im Laufe des Septembers und aufgrund von Pandemiemüdigkeit oder Gewöhnung an die neue Situation, schaffte SARS-CoV2 es aber doch auf die Insel.

Als dann im November ein Festival mit u.a. vielen Besuchern aus Ambon stattfand, war die Verbreitung wohl nicht mehr zu bremsen. Es gab zwar kaum Tests und dadurch nur sehr wenige bestätigte Fälle, allerdings häuften sich die Berichte von kurzen Fiebererkrankungen mit vorübergehendem Geruchsverlust.

Aufgrund von Erzählungen unserer TeammitgliederInnen gehen wir davon aus, dass fast jede(r) Einzelne des Bluemotion Teams Covid-19 inzwischen durchgemacht hat. Zum Glück gab es nur milde Verläufe und seit 2021 hören wir von keinen neuen Fällen mehr. Vielleicht hat Banda tatsächlich schon eine Art Herdenimmunität erreicht. Die wenigen (oder ganz fehlenden) schweren Verläufe sind wahrscheinlich auf die insgesamt sehr junge Bevölkerung zurückzuführen.

Wirtschaftlich hinterlässt die Pandemie viel mehr schwere Folgen. Sehr viele Menschen aus Banda sind vom Tourismus abhängig und müssen daher seit fast einem Jahr auf ihr Haupteinkommen verzichten. Die Rufe nach einer Rückkehr des Tourismus werden daher immer lauter und auch die Angst vor dem Virus ist verschwunden.

Mit Neid blicke ich oft auf die Fotos und Videos von gemeinschaftlichen Treffen, die meine Freunde aus Banda mir schicken. Maske und Abstand scheint keiner mehr zu kennen. Für uns und die ganze Inselbevölkerung hoffen wir sehr, dass der Tourismus ab September 2021 zurückkehren kann. Da Oktober und November touristisch die wichtigsten Monate für Banda sind, bleibt da eine realistische Hoffnung, dass das Jahr 2021 nicht ganz verloren ist. 

Unser enger Freund Rafael, Tauchlehrer bei Bluemotion, ist während der ganzen Zeit auf Banda geblieben und führt nun fort, was wir mit Bluemotion und Luminocean initiiert haben: er unterrichtet die lokale Jugend im Tauchen. So hat das Tauchschulteam weiterhin was zu tun und die Zeit kann effizient genutzt werden.

Wir sind fest davon überzeugt, dass die wunderschöne Unterwasserwelt der Banda-Inseln nur langfristig geschützt werden kann, wenn sich die lokale Bevölkerung dafür begeistert.

Da die Finanzierung dieser Initiative durch Luminocean und Bluemotion aufgrund der Pandemie nicht mehr möglich ist, sammelt Rafael nun Spenden über eine von ihm erstellte Kampagne auf gofundme. Er hat ein sehr schönes Video erstellt durch das man einen guten Eindruck von Banda bekommt.

Tuta und ich werden in den nächsten 2 bis 3 Monaten wieder nach Banda zurückkehren. Da wir Arbeitsgenehmigungen haben ist das trotz der Einreisebeschränkungen möglich. Die Sehnsucht nach unserer indonesischen Heimat ist einfach zu groß und nach fast 10 Jahren wieder einen Winter in Deutschland zu erleben hat uns definitiv darin erinnert, warum wir uns für ein Leben in Indonesien entschieden haben.

15 | Daniel über die Einreise im Dezember nach Bali

Ich bin im Moment in Indonesien und bin, bevor die Einreisesperre in Kraft getreten ist, noch vor Silvester eingereist.

Am Flughafen in Jakarta war es ein bisschen wie beim Stühle rutschen früher im Kindergarten. Es waren vor dem PCR-Test-Checkin haufenweise Stühle aufgebaut und man hat sich dann von Stuhl zu Stuhl vorgearbeitet. 

Nach der Gepäckannahme wurde man aufgehalten und es hieß wieder Stühle-Rutschen. Im Außenbereich waren dann Agenten der ganzen Corona-Hotels. Man hatte an Tag 2 und 4 PCR-Tests. Danach bin ich nach Kuta für vier Tage und war, ehrlich gesagt, erschrocken.

Man merkt das hier vor allem australische Partytouristen sind, denn es hatte in etwa 70% geschlossen. Noch dazu ist Kuta Beach im Moment echt keinen Besuch wert, leider.

Das Schöne: Vor einigen Malls sind Streetfood-Stände und Bühnen aufgebaut worden, wo indonesische Künstler täglich auftreten. Komplett auf Locals zugeschnitten. Viele ehemalige Kellner und Köche halten sich damit über Wasser, oft mit Gerichten aus den Teilen Indonesiens, wo sie ursprünglich her kommen. Aber im Großen und Ganzen hat es Kuta meiner Meinung nach am härtesten getroffen. 

Danach bin ich nach Canggu gereist. Kurz und knapp: In Canggu gibt es kein COVID-19 und auch keine Pandemie. Durch die vielen digitalen Nomaden, Aussteigern, Langzeitreisenden und Influencern hat sich hier kaum was geändert. Alles hat offen und ist gut besucht.

Danach bin ich nach Ubud, zum mittlerweile 5. Mal. Ubud ist im Moment einfach sagenhaft. Natürlich geht’s den Locals hier wirtschaftlich nicht gut, aber etwa 85% der Lokale hat noch offen und bespaßen auch noch größtenteils ihre Stamm-Besatzung. Viele haben ihre Öffnungszeiten angepasst. Hier ist zwar nicht so viel los wie in Canggu, aber trotzdem sind einige „bule“ in Ubud. Es ist nicht ausgestorben und es ist wohl das beliebteste Reiseziel der einheimischen Touristen. Was mir aber unglaublich gefallen hat, war, das man die Reisterassen und Tempel rund um Ubud fast für sich alleine hat.

Heute bin ich nach Toya Bunkah, also direkt zum Fuß des Mount Batur. Ich war schon vier Mal hier und hier ist es leider komplett leer gefegt. Der Homestay Besitzer sagte zu mir, dass es bei ihnen sehr schwer ist und er in normalen Zeiten eigentlich immer ausgebucht ist. Ich habe leider den Fehler gemacht, hier einmal Tinder zu öffnen und wunderte mich, wie viele Matches ich hatte. Hier stellte sich meist sofort raus, dass es sich um Massagen bzw. bezahlten Geschlechtsverkehr handelt. Ich kam mit einer Person ins Gespräch, machte sofort klar, dass es nicht das ist, wonach ich suche. Ich fragte, wieso sie das tut und die Antwort war „loose my job and need money“. 

Desweiteren hab ich einen langjährigen Kumpel aus Sulawesi, den ich schon mehrere Mal auf verschiedensten Indonesischen Inseln getroffen habe, und auch er verlor seinen Job in einem Hotel auf Bali und ist bis heute unsicher, was er tun soll. Er sagt wenn er nach Hause nach Sulawesi will, muss er so viel für den Flug und Corona-Tests bezahlen und seine Zukunftsperspektiven in Tentena sind gleich 0. Zum anderen sitzt er ohne Geld auf Bali. Er meinte er kann sich zumindest Reis und hin und wieder Fisch leisten. Womit er im Moment sein Geld verdient, wollte er mir nicht sagen und das respektiere ich.

Die Hilfe vom Staat besteht aus kostenlosen Mahlzeiten, allerdings auf Bali nur für Balinesen. Was ich erschreckend finde, da sehr viele Indonesier von anderen Inseln auf Bali leben. Alles in allem warten die meisten einfach nur auf die Erlaubnis, endlich wieder Touristen empfangen zu dürfen. 

Was Corona angeht, ist es hier super entspannt. Es wird überall Temperatur gemessen und eine Maske beim Rollerfahren ist Pflicht. Mir kommt es oft so vor, das die Locals die Masken mehr verabscheuen, als wir „Ausländer“. 

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Indonesische-Rezepte-1

4 Kommentare

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4 Kommentare

John Randolph 28. Februar 2021 - 11:36

Liebes Indojunkie Team
Ich, als begeisterter Indonesien Freund mit langjähriger Beziehung zu einer Indonesierin lese seit Jahren gerne eure informativen Artikel.
Jetzt fühle ich mich leider genötigt etwas zu kritisieren,
bitte bitte bitte bitte last den Blödsinn mit dem „:innen“ !
Die in der Überschrift verwendete Wortkeation Auswander:innen verwirrt, handelt es sich bei den Personen nur um weibliche, so ist das Wort Auswanderinnen angebracht, wäre aber nur eine Person männlich oder gar neudeutsch divers (wobei hier nicht Taucher gemeint sind), ist von Auswanderer und Auswanderinnen zu sprechen.
In der Wortkreation Auswander:innen sehe ich keine männliche oder neutrale Bezeichnung.
Salam hangat dari Jerman
John

Antworte John
Karla Nowak 19. Februar 2021 - 11:02

Ohje,…..also gibt es euer Kleines Idyll nicht mehr??? Das ist sehr schade, denn meine Schwester Anett und ich wollten euer Domizil wieder aufsuchen, wenn man wieder reisen darf😪😪.
Übrigens haben wir den „giftgrünen“ Kuchen schon sehr oft backen müssen, weil er allen sehr gut schmeckt 😋
Wir wünschen euch alles Gutr und hoffen, dass ihr eure Entscheidungen nicht bereuen müsst!!!
Liebe Grüße senden Karla und Anett!!!!

Antworte Karla
René, Rini & Emma 19. Februar 2021 - 12:40

Unser Idyll gibt es noch. Wir verkaufen nichts. Es ist den Tiefschlaf versetzt bis es wieder aufgewckt wird. Nur wann ist die Frage die niemand Beantrorten kann. Aber wir werden es ganz sicher wieder eröffnen. Bis dahin werden wir den Kopf nicht hängen lassen. Wenn Ihr mehr erfahren wollt, schreibt uns gerne eine Mail 🙂

Antworte René,
René, Rini & Emma 1. Februar 2021 - 13:09

14. René, Rini & Emma über die Rückkehr nach Deutschland

Wir haben lange darüber gegrübelt nach der Schließung der (Grenzen? warum? Die Grenzen sind doch offen) Insel und Wegbruch der Lebensgrundlage was wir tun sollen. Wir haben vieles Versucht und durch Spenden ein paar Monate ohne Sorgen leben dürfen, aber für uns war es eine harte aber unumgängliche Entscheidung weiterhin auf eigenen Beinen zu stehen und das Leben wieder lebenswerter zu machen. Ein Leben ohne jegliche perspektive und nur durch vieleicht vieleicht Aussagen wollten wir nicht länger. 6 Monate gingen ins Land ohne eine perspektivische langfristige Lösung zu finden, dann haben wir entschieden unser Leben in Deutschland neu zu organisieren.

Antworte René,

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